245) Das Jahr 2050 – Teil 1

Derzeit sitzen Regierungsvertreter in Glasgow zusammen und diskutieren Maßnahmen zur Einhaltung der bereits vereinbarten Klima-Ziele. Na mal sehen, was dabei rauskommt. Da ich beim Corona-Krisenmanagement aktuell noch keinen entschlossenen Willen erkennen kann, beschäftige ich mich derweil mal mit dem eigentlichen Brett, dass wir bohren müssten.

Nachdem Annuschka im Sommer mehrfach auf das Buch „Mensch, Erde!“ (Eckart von Hirschauen) eingegangen ist, hatte ich mir das dann auch beschafft und dann lag es erst einmal ein wenig herum. Es ist ja mit 500 Seiten auch ein ganz schöner Brummer und ich hatte noch ein anderes Buch zu beenden. Außerdem rennt das Klima ja auch nicht weg … dachte ich. 

Aber nun habe ich die ersten 100 Seiten gelesen, es liest sich locker und unterhaltsam, bringt aber all die gebotene Ernsthaftigkeit mit. 

Recht früh verweist das Buch auf die Website https://population.io die ich euch gern mal empfehlen möchte. Mit wenigen Klicks zeigt sie zum einen recht drastisch, wie schnell die Weltbevölkerung wächst und zum anderen, welche statistische Lebenserwartung man selber so hat. Demzufolge ist mein physisches Ende so circa. 2061 erreicht, wenn es keine Überraschungen gibt. Damit ist nun die „Hälfte rum“, oder positiv gesagt, dass Glas immer noch halbvoll. Na großartig. Kurzzeitig zumindest.

Aber da ich ja das schwere Buch beim Joggen schlecht mitnehmen kann, habe ich heute parallel mit der Hörfassung von „Deutschland 2050“ (Nick Reimer / Toralf Staud) begonnen (auch über Annuschka bei mir angekommen, DANKE). In den ersten Minuten dachte ich noch, es läuft auf einen dystopischen Öko-Thriller hinaus, aber dann wurde mir schnell klar, dass das Realität wird.

Die ersten drei Kapitel drehten sich um zunehmende Hitze & Trockenheit, dem vermehrten Aufkommen von Viren & Bakterien und der gravierenden Veränderung von Flora & Fauna. Nicht in Bangladesh, nee hier … bei uns … „Umme Ecke“ sozusagen.

Manchmal sagt man ja so salopp, dass „betreffe einen eh alles nicht mehr“ und dann „wäre man ja schon unter der Erde“.

  • Erstens, ist das natürlich sehr egoistisch betrachtet und hilft unseren Kids überhaupt nicht weiter.
  • Zweitens, sollte man sich da mal nicht zu sicher sein. Das Buch prognostiziert zwar 2050, wenn aber schon allein die Hälfte der Effekte bis 2035 eintreten, na dann wünsche ich uns allen viel „Spaß“. 

Nehmt ihr nur alle den Südbalkon, ich nehme Nord!

Ich gebe dem Beitrag mal den Zusatz „Teil 1“, könnte mir gut vorstellen, dass ich mich dazu noch mal melde.

—> Das Jahr 2050 – Teil 2

244) Corona-Lektionen 102

Seit einigen Tagen schaue ich wieder regelmäßiger auf die Berliner Corona-Karte. Noch vor kurzem, da lag unser Stadtbezirk weit unter 100-er Inzidenz, um uns herum waren sie schon bei 150. Nun hat unser Streberbezirk auch die 200 geknackt. Yes, we made it!

Schaue ich auf die Deutschlandkarte nähert sich von Süden immer mehr lila. Da wird mir ganz mulmig.

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

The News:
Der Virus ist zurück in den Medien. Für ein paar Wochen im Sommer schien er vergessen. Die Infektionsdaten kamen kurz vor Sport und Wetter, manchmal schon gar nicht mehr.

Nun ist Corona wieder der Aufmacher, man will es gar nicht mehr hören. Das eine sind ja die reinen Daten, damit kann ich ja noch leben. Das Andere ist die mediale Ausschlachtung des Themas. Wenn ich schon morgens kurz nach sechs im Bad die ersten Corona-Interviews mit Hinz und Kunz ins Ohr gespült kriege, ist mir das echt zu viel. Und dann gibt es auch noch sehr unglückliche Formulierungen, auch im Öffentlich-Rechtlichen Radio, wo ich mich frage, ob das nun so zweckdienlich ist.

Beispiel: Zunächst eine kurze Nachricht, dass sich die Mehrheit der Deutschen eine Impfpflicht für gewisse Berufsgruppen vorstellen kann. Irgendwie positiv. Unmittelbar danach die Information, dass wohl ein Junge im Zusammenhang mit der Impfung gestorben ist. Das ist natürlich bitter, aber auch nicht gerade förderlich, wenn man mit den Impfungen vorwärtskommen will.

Kleinkinder:
Ich hatte Gelegenheit mit einer Krankenschwester zu quatschen, die nach 1 1/2 aus der Elternzeit zurückkam. Natürlich habe ich sie gleich befragt, wie die ganzen kleinen Menschen mit all dem umgehen, wenn sie ja Fremde eigentlich nur mit Maske kennen. Sie erzählt etwas aus dem Alltag und berichtet, wie fixiert der Sohn auf die Augen des jeweiligen Gegenübers ist. Krass. Ich bin gespannt was aus dieser Generation wohl mal wird. Verhörspezialisten? Immigration Officers?

Masken-Macke:
Neulich eile ich in den Supermarkt, kurz vor der Schiebetür greife mir die Stelle meiner Jake, wo üblicherweise meine Maske ist. Sie war weg. Sch… das kann nicht sein, die ist immer da! Habe ich die auf dem Weg verloren, habe ich eine andere Jacke an? Ich mache kehrt und laufe zurück, Auf der Hälfte des Weges merke ich, dass ich das Ding locker ums Kinn trage. Also ich habe eine Maske … und eine Macke.

Tja, und wie geht’s nun weiter? Schwer zu sagen. Aber wenn man mal davon ausgeht, dass die Infektionen ja bereits alle vor schon vor Tagen stattfanden und man bedenkt, dass ja niemand irgendwelche Maßnahmen (außer Impfen und 2G) im Angebot hat, zeitgleich aber überall die Masken fallen und sich der Bund nun auch noch aus dem Geschehen zurückzieht … oh oh.

Mal sehen wie das so weitergeht 

<— Corona-Lektionen 101

—> Corona-Lektionen 103

243) Wortwahl: Die Einschläge kommen näher

Obwohl in unserem Land doch relativ wenig geschossen wird, liebt der Deutsche anscheinend den Militärsprech. Da wird gern mal mit Kanonen auf Spatzen geschossen, das schwere Geschütz aufgefahren, manch Sache in Angriff genommen oder die Fahne hochgehalten. Hauptsache es gibt einen Wumms.

In letzter Zeit höre ich in den Medien häufiger die Bemerkung „Die Einschläge kommen näher“. Klingt so, als säße man im Keller und das Wummern draußen wird immer lauter und gefährlicher. Zum Glück war ich nie in der Situation. Andere Menschen, auch Kinder, erleben gerade genau das.

Was kommt näher?

  • Zunächst habe ich diese Formulierung im Kontext von Terrorismus wahrgenommen und da kann ich ja noch eine inhaltliche Verbindung erkennen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns wieder erwischt.
  • Dann habe ich den Satz wieder in der Corona-Hochsaison gehört, dabei meinte man nicht etwa Granaten, sondern die zunehmenden Infektionen im Freundes-und Bekanntenkreis.
  • Aber auch bei den jüngsten Unwetterkatastrophen, den Überschwemmungen und Zerstörungen im Westen Deutschlands kam der Satz wieder hoch und wollte sagen, dass solche Ereignisse häufiger werden und immer mehr Menschen treffen werden, wenn nicht bald mal was passiert. So habe ich das zumindest verstanden.
  • Und nun sprachen noch die Kollegen unserer IT-Sicherheit davon und zitierten genau so. Wieder ging es um Viren, nicht um Corona diesmal, aber um Hackingangriffe, Ransomwareattacken und das andere vielfältige Besteck der Cyber-Kriminalität.

Tja Leute, die Einschläge kommen also näher von allen Seiten. Sei es von Extremisten, Klimaveränderungen, Viren/Bakterien oder eben Hackern. Im schlimmsten Falle, alles zur gleichen Zeit. Großartige Aussichten oder?

Und was machen wir da nun?

  • An der Abwehr arbeiten?
  • Die Bazooka rausholen?
  • Blitzkrieg ?

Oder weiße Fahnen hissen?

Andere Beiträge zum Thema:

242) PIEEEEEP

Nach dem ich mich im Februar mal an das Thema >Gendern gewagt hatte und auch ein >Gastbeitrag folgte, wurden beide Beiträge fleißig diskutiert. Danke dafür. Das zeigt mir aber auch, wie konträr die Sichtweisen sind, wenn es um die „richtige“ (… was ist das überhaupt?) und „zeitgemäße“ (… welche Zeit denn?) Wortwahl geht.

Und bei den Beiträgen habe ich mich noch nicht mal an die N-Worte, I-Worte, Z-Worte und X-Worte gewagt. Schönen Gruß bei der Gelegenheit an Sinnlosreisen, wir hatten heute einen netten Kommentarwechsel dazu.

Die neue Sprache ist wahrlich ein heißes Eisen, daher habe ich bisher nur meinem Digital Bot Assistant T.Bot erlaubt, darüber zu schreiben hier in >Wenn Bots bloggen – Teil 10.

Aber genug der Einleitung, weiter im Thema.

Im Prinzip erkenne ich bei der Diskussion zwei Lager:

  • Die einen sagen: Über die konsequente Durchsetzung einer Sprache ergibt sich langfristig eine Haltung.
  • Die anderen sagen: Wenn eine Haltung das Herz erreicht, ergibt sich die neue Sprache von ganz allein.

Keine Ahnung, ob meine Einteilung wissenschaftlich standhält, ist mir aber auch egal.

Ich weiß definitiv, dass ich eher zur zweiten Fraktion gehöre:

Bei mir schrillen einfach die Alarmglocken, wenn ich bestimmte Worte nicht mehr nutzen „darf“ und stattdessen neue Wörter gelten. Die Deutschen sind im vergangenen Jahrhundert mehrfach sprachlich umgekrempelt worden. Alltagswörter, Straßennamen und sogar Städte von heute auf morgen umbenannt. Gestern richtig, heute falsch. Selbst mehrmals in einem Leben. Aus ideologischen Gründen. Einfach so. Ja, dabei wurden jeweils große Bevölkerungsteile „erfolgreich“ sprachkonvertiert, aber eben nie alle und das bestätigt mir, dass es übers Herz kommen muss. Sonst wird in der Epoche halt gesprochen wie gesprochen werden „soll“, damit es irgendwem passt. Unterschwellig wabert aber die alte Sprech noch so mit und hält sich über Generationen, selbst wenn die Schöpfer dieser Sprache schon lange unter der Erde sind. Und nicht nur die Sprache überlebt Jahrzehnte, sondern eben auch die Haltung, was ja noch viel schlimmer ist.

Was aber irgendwie absurd ist, dass Wörter heute „weggepiept“ oder „weggesternt“ werden, selbst wenn man mal sachlich drüber reden will und die Schreiberlinge bei jedem Wort überlegen müssen, wem sie aktuell auf die Füße, Hautfarbe oder Geschlechtsteile treten, ohne es zu beabsichtigen. Dann sprechen sie die Wörter zwar nicht aus, denken sie doch aber trotzdem.

Glaubt ihr nicht?

  • Kennt ihr das Schnitzel in roter Paprika-Sauce, dieses N****-Schnitzel?
  • Oder diese schaumigen Schoko-Dinger, diese Z*******-Küsse?

Na, gemerkt?

Natürlich sollte man sich mal neue Begriffe dafür einfallen lassen, aber diese Entwertung über Nacht, kann nicht funktionieren. Die Wörter sind über Jahrzehnte entstanden, also muss man ihnen auch Zeit, geben sich weiterzuentwickeln.

Dass ich als Kind mehrfach das Buch „PIEEEEEP Nobi“ gelesen habe, traue ich mich hier kaum zu schreiben. Und das ist doch Gaga, Leute! Das Buch hieß nunmal so wie es hieß, es war nicht meine Idee. Und das Buch war sogar echt gut, soweit ich mich erinnere. Und ich bin kein Rassist geworden, glaube ich. Das Buch heißt heute anders. Das Wort „PIEEEEEP“ wurde gänzlich wegretuschiert.

Aber ich spüre, ich muss die Hauptstraße dieses Blogbeitrags verlassen, sonst schreibe ich mich in Rage.

Stattdessen mache ich mal etwas futuristisch weiter:

Was wäre eigentlich, wenn es eine erweiterte Rechtschreibkorrektur gäbe? Die bessert nicht nur die vielen Tipp-und Komma-Fehler aus, sondern auch alle anderen sprachlichen Entgleisungen. Je nach dem, was gerade so gefordert ist. Da die sprachliche Entwicklung aber so schnell voran geht, gibt es alle vier Wochen ein Software-Update. Interessenverbände, Gewerkschaften, Gleichstellungsbeauftragte, Minderheitenvertretungen, Religionen und Ministerien verhandeln jeden Monat und dann fließt das neue Vokabular „certified and approved“ in die Rechtschreibprüfung ein. Und wenn die Gremien später zur Erkenntnis kommen, dass gewisse Formulierungen rückwirkend schwierig sind, dann reicht ein weiteres Update und schwups sind alle Formulierungen rückwirkend angepasst. Wie praktisch, oder?

Aber letztlich führt das wieder nur zum Anfang des Beitrags. Die Worte entsprechen dann der Sprachregel, sie sind dann nicht mehr rot unterstrichen, sogar automatisch korrigiert. Ja, aber die Herzen, die erreicht die Autokorrektur eben nicht.

In diesem Sinne!

PS: Konstruktive Kommentare jederzeit gern gesehen 😉

241) The flying locus

Neulich tigerte ich durch mein Höhlenoffice. Das Headset auf der Rübe lief ich hin und her. Schreibtisch – Fenster – Schreibtisch – Fenster – Schreibtisch – Fenster. Der Labersack am anderen Ende der Konferenz hörte nicht auf zu lamentieren. Auf einmal sah ich eine Klo-Kabine am Himmel vorbeifliegen.

Was für eine willkommene Abwechslung, dachte ich. Die Stimme des Labersacks in meinen Ohren wurde immer leiser …

„Und deshalb frage ich dich ob, bla bla … bla … bl … b … ….“

Meine Gedanken drifteten ab:

  • Ist das Ding eher noch leer oder schon voll gefüllt?
  • Schwappt die Brühe eigentlich über bei starkem Wind?
  • Was, wenn da noch ein Bauarbeiter drauf sitzt und Zeitung liest?
  • Verursacht der vielleicht akustische Störungen, so dass man ihn zur Darmentleerung immer über die Kante schickt?
  • Ist vielleicht der Zoll auf der Baustelle und da verstecken sich fünf Illegale drin?
  • Was wäre das wohl für eine Sauerei, wenn das Ding vom Haken rutscht?
  • Und was hätten Monty Python aus dieser Szene wohl gemacht?

„Hallooooooooooo! Hörst du mich?? Bist du noch daaaaaa? Ich rede mit dir! Du antwortest ja gaaaaar nicht!“

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen:

„Doch doch, ich bin da. Ich denke, für die Beantwortung all deiner Fragen, sollten wir eine andere Flughöhe wählen. Mal von oben drauf schauen, weißt du? Durch eine andere Brille, sozusagen. Und wenn wir so nicht weiterkommen, kann man dich … ähm … „sich“ ja auch mal in einen Raum einsperren, vielleicht auch mal außerhalb … an einem ungewöhnlichen Ort, meine ich. Noch mal tiefer in die Materie eintauchen. So from top to down. Das kann ja auch mal ganz erfrischend sein. Ich meine, unsere täglichen Baustellen hindern uns vielleicht auch am kreativen Denken. Out of the box, weißt du? Und wenn wir den Scheiß dann immer noch vor uns haben, dann müssen wir die Entwicklung auch einfach mal laufen lassen, abkoppeln … abstoßen … du weißt was ich meine, oder? Und wenn das alles nichts bringt, dann müssen wir das halt auf alle Köpfe im Team verteilen.“

“Ja so machen wir das“

Na also!

240) Mit Zettel und Stift 5

Meine täglichen Corona-Freigänge und die wenigen Nahreisen (Gegenteil von Fernreisen) spülten wieder neue Stilblüten urbaner Zettel-Kommunikation in meine Kamera. Hier ein paar schöne Exemplare aus den letzten Wochen seit August.

Mit dem ersten Schnappschuss will ich anknüpfen an meinen Beitrag >Mit Zettel und Stift 4, denn da ging es schon um stolze Belohnungen für Wohnungsvermittlungen. Was nun anders ist? Och, es sind zwei Nullen dazugekommen. Sonst nix.

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Den Spruch „Rettet das Bargeld“ sehe ich nun immer öfter, aber da mache ich mir eigentlich gar keine Sorgen. Deutschland ist schließlich immer noch eine Kreditkarten-Wüste und die Provision auf Bild 1 wird vermutlich auch in Bar über den Tisch geschoben.

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Die nächste Aufnahme illustriert wunderbar, was eine doppelte Verneinung ist. Was soll das heißen:? Hunde verboten? Hundeverbot verboten? Hundeverboten-Schilder verboten. Hunde erwünscht? Cancel-Culture?

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Aber nicht nur Waldi, Hasso und Yellow machen sorgen, sondern auch die Miez. Ich habe mal gelesen, dass Menschen mit Hunden eher konservativ wählen, Menschen mit Katzen dagegen eher progressiv. Nun ja, nun ist er weg, der Kater. Abgehauen weil er lieber Rot/Grün sein wollte oder weggefangen, weil jemand mit Curry-Wurst Rot/Weiß seine Brötchen verdient. Guten Appetit.

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Der nächste Zettel stammt nicht aus Berlin, sondern aus Heidelberg. Da geht alles etwas langsamer und beschaulicher zu, man kann gemächlich sieben Corona-Verhaltensregeln in der Bahn studieren. Sieben! Dauert nicht mehr lange, dann ist das zweistellig.

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Das nächste Papier wirkt etwas lückenhaft, verschlüsselt, hat was von Kreuzworträtsel oder Glücksrad. Ich habe viel drüber nachgedacht, kann mir aber keinen Reim drauf machen. Hat irgendjemand eine Idee?

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Das nächste allerdings, brachte mich auf eine Idee…

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… Kaum ein Punkt wird so intensiv angeschaut, wie eine rote Ampel. Irgendwann wird statt dem Ampelmännchen, Werbung zu sehen sein. Glaubt mir das kommt! Ganz sicher.

Zum Abschluss noch ein sehr sympathisches Schild an einer Kneipe. Einfach mal die Funke ausschalten und miteinander sprechen. Face to Face. Also so wie … ganz früher.

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In diesem Sinne …

Schönen Abend!

<— Mit Zettel und Stift 4

–> Mit Zettel und Stift 5

Mehr aus unserer verrückten Welt >gibts hier

239) Verschwörung?

Das Jahr 2021 wird vermutlich als Jahr der Verschwörungstheorien eingehen, oder? Ich meine, die Zahl 21 an sich, die ist ja schon bedeutungsschwanger, oder? Ist 21 nicht die Hälfte von 42 und ist 42 nicht bekanntlich die Antwort auf alle Fragen?

Und ist 21 nicht auch die … „Kleinste positive natürliche Zahl n Für die {n} Quadrate paarweise verschiedener positiver Kantenlänge existieren, die sich zu einem Quadrat zusammensetzen lassen…“ *)?

Jawohl, das weiß man doch. Also das stinkt doch schon zum Himmel.

Aber ich habe es nun durchschaut:

Während der Lockdowns sah ich vereinzelt Flieger am Himmel. Es war ein Zeichen der Normalität, ja ich habe neidisch von unten aufgeschaut, gewinkt sogar. Wie ein kleiner Junge.

Dann erkannte ich aber Kreuze an Himmel. Hatte etwa der Herrgott oder sein Personal auf Erden seine Hände im Spiel. War das etwas eine Warnung? Auh Backe, haben wir es vielleicht wirklich übertrieben und nun werden wir alle bestraft?

Als der Flugverkehr wieder geöffnet wurde, wirkten die Flugbewegungen etwas chaotisch. Ich erklärte mir das mit den Piloten, die alle aus der Übung waren und mit unserem neuen Flughafen, dessen Abläufe sich erst noch einspielen mussten. Andere erkannten bereits Chemtrails, mit denen die Regierung irgendeine Seuche über uns ergoss. Da könnte was dran sein. Ich meine, schaut doch mal genau hin!

Aber heute Morgen sah ich nun Vierecke am Himmel und die Hintergründe wurden immer offensichtlicher, sind aber noch nicht ganz geklärt.

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Was „zum Himmel“ ist das?

  • Sind es Supermächte, die den Himmel unter sich aufteilen?
  • Sind es Social-Media-Konzerne, die ihre Hashtags ans Firmament tackern?
  • Nee, ich glaub ich weiß nun, was es ist. Es ist ein riesiges Fenster … ein Window … das Logo eines Software-Konzerns. Ich fasse es nicht …

Also doch … 😉

 

*) sorry, gefährliches Halbwissen, habe ich im Wiki gefunden, ich davon keine Ahnung

Klarstellung: Also, bevor ich nun durchs globale Dorf gejagt werde und mir die Sch… ins Gesicht stürmt: Es ist Satire, klar?

238) Corona-Lektionen 101

Seit Veröffentlichung der >100. Jubiläumsausgabe dieser Beitragsreihe sind nun schon wieder vier Wochen vergangen. Krass. Die Zeit fliegt nur so vorbei. Für einen weiteren Beitrag zum Thema konnte ich mich seitdem nicht aufraffen. Es gab genug andere Themen und irgendwie leide ich beim Thema Corona etwas an Geschmacksverlust. Aber heute ist es mal wieder so weit, ein paar Entwicklungen will ich dokumentieren.

Ein paar Gedanken der letzten Woche:

Höhlen-Office:
Ja, immer noch. Seit einem Jahr und 8 Monaten genau. Ohne Unterbrechung, ohne Dienstreise. Etwas frustrierend auf Dauer. Zum Ausgleich gibt’s private Kurz-Trips ins >Berliner Umland, nach >Sachsen oder >MeckPom. Damit die Kofferrollen nicht festbacken und ich nicht aus der Übung komme.

Vernunft:
Im letzten Hotel (3G) wiesen Schilder auf notwendige Masken hin und man bat sogar darum, sich mit Plastikhandschuhen am Buffet zu bedienen. Wow. Die nehmen es aber genau, dachte ich. Ein Irrtum. Während wir uns als Familie mit FFP2 und Handschuhen dem Buffet näherten wie vier Chefchirurgen dem OP-Tisch, wuselten ständig andere Gäste um uns herum. Zwar mit Handschuhen, aber nasal und oral standen alle Türen offen. Muss das ein?

Planung:
Die Sprachreise fürs Kind im nächsten Jahr wurde zunächst angekündigt, dann heftig diskutiert und dann wieder vom Senat kassiert, weil England bei Einreise 2G vorschreibt. Und das wäre dann ja unfair, weil es Kinder benachteiligt. What? Ist aber vielleicht auch gut so, die Zahlen in UK gehen wieder deutlich hoch, in Deutschland auch. Seit Tagen. Macht es Sinn über Reisen im nächsten Frühling oder Sommer nachzudenken? Keine Lust auf Enttäuschungen, aber ich brauche auch etwas zum Festhalten. Also ja!

Schule:
Heute hat in Berlin die Schule wieder begonnen, die Kids kommen aus ganz Europa wieder zusammen und hocken nun dicht an dicht. Bei 10° Tageshöchsttemperatur, kann man sich vorstellen wie groß die Freude aufs Stoßlüften ist. So dürfen sie nun bis incl 23.12. die Schulbank drücken, danach quetschen sich alle wieder in die Autos oder in die Flieger, um rechtzeitig bei den Großeltern unterm Baum zu sitzen. Na lecker. Frohe Weihnachten schon mal.

Und nun zum Sport. Fußball:
Ihr ahnt vielleicht, was nun kommt, aber ich fasse mich kurz, will nicht noch weiter auf den Nationalspieler eindreschen. Aber einen side kick muss er aushalten. Meine Teenie-Kids haben sich impfen lassen, nicht weil sie so wild drauf waren oder wir besonderen Zugang zu Langzeitstudien haben. Nee, wir alle wollen, dass dieser Spuk bald mal vorbei ist. Also jetzt reiß dich mal zusammen, Mann!

In diesem Sinne.
Schöne Woche

<— Corona-Lektionen 100

–> Corona-Lektionen 102

237) Schriftverschmutzung

Ich möchte heute einen Gedanken von Simon Sinek aufgreifen. In einer seiner Podcasts geht es auch um all die Schrift, die in einer Stadt verteilt ist. Dafür kam mir das Wortkonstrukt „Schriftverschmutzung“ in den Sinn. Denn „Luftverschmutzung“ haben wir ja schon, „Lichtverschmutzung“ gibt es auch. Bei der Datenkrake finde ich für „Schriftverschmutzung“ gerade mal 22 Treffer, aber alle in anderem Kontext. Also fühle ich mich jetzt mal als Schöpfer dieses Wortes.

Aber zurück zum Thema:

Ich gehöre zu den Menschen, die ständig alles lesen. Auch wenn ich eigentlich gar nicht will. Vielleicht habe ich da eine kleine Macke, aber ich nehme alle möglichen Wörter, Buchstaben und Hinweise wahr. Alles. Straßennamen, Werbung, Schilder, Beschriftungen, Warnungen, Aufkleber oder Graffiti. Aushänge, Info-Tafeln, Anzeigen. Ich denke über Auto-Kennzeichen nach, erkenne Botschaften, Bedeutungen und Firmennamen in ihnen. Das Einzige was ich nicht lese, sind kleingedruckte lange Texte wie AGBs, Beförderungsbedingungen und Cookie-Regeln 😉 

Erleichterung. Schöne Grüße von Herrn Asperger, alles noch nicht so schlimm.

So eine große Stadt wie Berlin, ist völlig zubuchstabiert. Dem Lärm kann man halbwegs entgehen, wenn man sich dicke Muscheln auf die Ohren packt. Der Enge kann man ausweichen, wenn man asynchron unterwegs ist oder bestimmte Plätze meidet. Den Buchstaben kann man aber nicht entgehen. Wenn man so auf Schriften reagiert, kann man eigentlich nur versuchen, die Lettern nicht als einzelne Objekte wahrzunehmen, denn die ergeben zwangsweise ein Wort. Man muss Wörter besser als Oberflächen, als Strukturen, als Design nehmen. So wie eine Tapete quasi oder ein Nudelgericht. 

Das Lesenkönnen (physisch als auch kognitiv) ist eine großartige Gabe, aber manchmal würde ich mir auch wünschen, für einen Moment mal nicht lesen zu können. Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit, fragen sich vermutlich, ob ich noch alle Latten am Zaun habe. Verstehe ich. Aber manchmal ist es auch zu viel.

Kann man Lesen eigentlich verlernen? Weiß das jemand hier? Sprachen kann man ja auch verlernen, Verhalten auch. Oder ist man quasi ein Leben lang zum Lesen „verdonnert“, wenn man es einmal erlernt hat?

Tja und was macht man da nun?

  • Häufiger die Augen schließen? Das kann in Berlin gefährlich werden. 
  • Den Wohnsitz aufs Land verlagern? Da gibt es weniger Schilder und „Schriftverschmutzung“.
  • Oder nach China, Japan, Indien oder Israel umziehen. Die haben ihre eigenen Schriften, das ist dann wie Tapete oder Nudelgericht und ich verstehe nix 😉

Ähnliche Beiträge:

236) Scam

Am Samstag kurz vor 09:00 Uhr klingelte das Festnetztelefon. Eine Dame von Microsoft Manchester stellte sich in asiatischem Englisch vor. Oh, wenn die mich am Samstag kurz nach dem Frühstück anrufen, dann muss es wohl wichtig sein.

Ich fasse unser halbstündiges Gespräch mal zusammen:

In ihren Server-Logs fällt mein Computer immer wieder auf. Und zwar immer dann wenn ich online gehe, E-Mails lese, Filme schaue oder Online-Games spiele. Mein Computer sei „98% corrupted“. Meine Frage, um welchen Computer es sich denn handle, konterte sie mit der Gegenfrage, wieviele ich denn hätte. Ich sagte „a hand full“. Ich solle meinen Computer bitte mal anschalten, dann könnte sie mir eine Secure-ID durchgeben, die ich dann auf meinem PC suchen und überprüfen kann. Diese ID ist so speziell, dass nur Microsoft-Leute sie kennen. Ich sagte, dass ich überhaupt nichts in meinen Computer tippen werde, ich die ID aber gern erst einmal auf Papier notiere: Sie gab mir eine 32-stellige ID durch.

Dann führte sie mich durch System:

  • Über Win+R und Cmd lotste sie mich in die Windows-Eingabeaufforderung. Hier fühlte ich mich noch halbwegs wohl, obwohl ich das schwarze DOS-Fenster lange nicht mehr gesehen hatte.
  • Ich solle mal bitte „assoc“ eingeben. Den Befehl kannte ich nicht, aber ich googelte den parallel und befand ihn für unkritisch. Eine lange Übersicht von Dateityp-Zuordnungen wurde gelistet. Ich sollte ganz zum Ende scrollen und da bitte mal die Nummer überprüfen. Krass. Das war genau diese Secure-ID, die sie mir gerade durchgegeben hatte. Wow.
  • Sie führte mich zurück zur DOS-Box, wo ich „eventvwr“ eingeben sollte. Ich landete in der Windows Ereignisanzeige und dort warteten tausende Warnungen auf mich. Auch von Samstagmorgen. Das seien alles Meldungen, die darauf hindeuten, dass mein PC von anderen Rechnern fremdgesteuert würde. Ich sollte mal versuchen eine Meldung zu löschen, das ging aber nicht. Ein weiteres Indiz dafür, dass ich nicht mehr Herr meines Computers sei. Sie wolle das mit mir zusammen nun lösen.
  • Wieder zurück zur DOS-Box, ich sollte „netstat“ eingeben. Machte ich auch, nachdem ich den Befehl kurz gegengecheckte hat. Eine Liste von 6 unbekannten IP-Adressen erschien, das seien vermutlich Hacker aus Indien, China die meinen PC „remote“ steuern. Sie riet mir dringend, das Problem zu beheben, um weiteren Schaden oder gar einen Totalverlust meines Computers zu vermeiden. Oh, ein Totalverlust, käme mir in der Tat etwas ungelegen.
  • Dann sollte ich TeamViewer installieren. Eine Software die ich durchaus kenne, gar nicht unüblich, wenn ein IT-Support aus der Ferne, etwas am Rechner machen muss. Das wurde mir dann aber zu heiß, ich sagte, ich hätte jetzt keine Zeit dafür. Dann erhöhte sie den Druck und drängte mich immer mehr. Ich sagte, ich muss das erst einmal verifizieren und wir könnten 14:00 noch einmal telefonieren. „But Sir … was gäbe es zu verifizieren, ihr Computer ist einem erheblichen Risiko ausgesetzt“. Und 14:00 sei ihr „office“ schon „closed“. Gut dann halt Montag schlug ich vor. „But Sir … you cannot wait until Monday…“)

Hier beende ich mal die Abschrift.

Wenn ich das jetzt rückwirkend so niederschreibe, schreit das schon zum Himmel, aber ich muss gestehen, ich war kurz davor, in die Falle zu tappen. Die war so professionell, sprach so gut Englisch, ihre Systemchecks und Schlussfolgerungen machten Sinn in dem Moment. Im Hintergrund konnte ich sogar Call-Center-Geräusche hören.

Was hat mich zweifeln lassen?

  • Warum rufen die am Samstag kurz vor neun an?
  • Wieso ruft jemand aus England mit der Vorwahl 0032 an?
  • Und warum überhaupt aus England, warum nicht aus Deutschland?
  • Wie kriegen sie meine Festnetznummer mit der Secure ID zusammen?
  • Wieso wiederholte sie bestimmte Sätze immer wieder und überhaupt … ich spiele gar keine Online-Games!

Und wie ging die Geschichte nun aus?

Ich beendete das Gespräch mit dem Verweis auf 14:00 Uhr, das würde mir Zeit verschaffen, ein paar Recherchen anzustellen. Ich startete meinen Arbeitsrechner und führte die selben Checks aus. Der trug die selbe Secure-ID in sich (vermutlich trifft das auf alle Windows-Rechner zu 😉

Der Rechner hatte auch tausende Meldungen in der Ereignis-Anzeige und hielt Verbindungen zu anderen IP-Adressen aufrecht. Damit konnte das Problem ja nicht so gravierend sein, denn der Computer wird schließlich von unserer IT-Abteilung gut abgeschottet.

Dann googelte ich ein wenig und traf auf den aktuellen Artikel vom Tagesspiegel https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/betrug-mit-angeblichem-support-nimmt-wieder-zu-vorsicht-wenn-microsoft-anruft/27081542.html und auf diesen Blogbeitrag hier aus 2017 https://blog.thul.org/misc/imho/funstuff/angeblicher-anruf-von-microsoft

Ok, Entwarnung. Ich bin wohl fast auf einen „Scam“ reingefallen.

Wenn die sich in englisch durchs Berliner Telefonbuch telefonieren werden sie vermutlich nicht weit kommen. Oder, sie würden es nicht tun, wenn es sich nicht lohnen würde….

Also passt auch Nachbarn! Holzaugen und Hühneraugen … seid wachsam. Der Beschiss lauert überall

Schönen Sonntag
T.