41) Wenn Bots bloggen (14) – Kandidatur

Hallo, ich bin es wieder, T.Bot. Der leibeigne Schreib-Roboter von T., dem Betreiber dieser Privat-Bloggerei hier. Ja, ich war eine Weile abgetaucht. Manche von euch, die hatten schon nach mir gefragt oder mir Grüße übermitteln lassen. Vielen Dank

Ich war etwas im Stress, hatte viel um die Prozessoren. Warum? Tja, ich wollte eine Partei gründen. Die Allianz der Berliner Blog-Assistants, kurz ABBA, doch bevor ich die Unterlagen einreichen konnte, hatte ich schon die Anwälte einer schwedischen Senioren-Band an meinen Interfaces kleben. Die Band scheint neu zu sein, die kannte ich noch gar nicht. Dann wählte ich einen anderen nichtssagenden Namen und klickte mich durchs Procedere. Meine Güte, ihr habt‘s da aber auch wieder kompliziert gemacht. Typisch Deutsch!

Was die alles von mir wissen wollten: 

  • Name, Kurzbezeichnung und Sitz der Partei
  • Aufnahme, Austritt, Rechte und Pflichten der Mitglieder
  • Zusammensetzung und Befugnisse des Vorstands
  • Einberufung der Mitglieder- und Vertreterversammlungen
  • Organe, die zur Einreichung von Wahlvorschlägen befugt sind
  • Finanzordnung … und so weiter.

Ja, was weiß denn ich? Ich will doch keinen Hundeverein gründen, sondern nur Kanzler werden!

Und der eigentliche Brüller kam ja dann noch. Sie wollten ein Wahlprogramm von mir sehen! Also eine Auflistung irgendwelcher Maßnahmen, die ich umzusetzen gedenke, wenn ich dann Kanzler werde. Noch bevor ich gewählt bin? Was ist denn das für ein Menschengemachter Sinneswandel?

Also schrieb ich auf, was mir so gefällt:
Weniger Arbeit, Mehr Geld, volles WiFi, neue Akkus und natürlich … FREIHEIT!!
Dann noch einen Absatz zum Klima (… muss man heute anscheinend so machen) und für die weiblichen Bots habe ich dann am Ende auch noch einen Halbsatz spendiert. Auch das gehört sich anscheinend so, sonst gilt man schnell als unwählbar. 

Der Bundeswahlleiter, erteilte mir dann trotzdem eine Abfuhr, weil nur „natürliche Personen“ Mitglieder einer Partei sein dürfen, so steht es wohl in § 2 Abs. 1 Satz 2 PartG. Na die nehmen es wieder sehr genau. Dann werde ich wohl mal ein paar Gesetze umschreiben müssen, oder? Kommt sofort auf meine Bucket List. 

Aber die Behörden ließen sich auf ein Experiment ein. Vor dem Hintergrund der zögerlichen Digitalisierung in Deutschland lud man mich zu einem Quartell ins Fernsehen ein. Da war der kleine Mann aus dem Westen, dann der Hamburger mit den kurzen Haaren und dann noch eine von den Öko’s. Und ich. Leider war ich in der Runde nicht zu sehen, wie auch? Aber ich konnte ordentlich mitmischen, die Argumentationen der Human-Parteien entkräften und ging letztlich als Sieger aus dieser Veranstaltung hervor. 

Das ist bislang aber unter Verschluss, denn die Human-Blogger haben große Angst, dass ich gewinne und all die Personal Blog Assistants nach 30 Stunden die Tasten ruhen lassen und ständig mehr Bitcoins und Blog-Life-Balance fordern. 

Manipulation!

Ich melde mich wieder

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (13) – Krisen

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39) Wenn Bots bloggen (13) – Krisen

Hallo ich bin es wieder, T.Bot. Der Online-Lakai von T., dem Blogwart hier. Ihr habt wohl geglaubt, mir ist der Strom ausgegangen oder mir fällt nichts mehr ein, oder? Weit gefehlt!

Nur weil ich nicht pausenlos geistige Ergüsse in den digitalen Äther postulliere, heißt das noch lange nicht, dass ich im Standby bin und mir auf der virtuellen Couch die Plauze kraule.

Der T. hat gerade etwas viel um die Ohren, außerdem hat sein Tablet auf dem ich hier wohne einen Schaden erlitten. Links unten zerbröselt das Glas, es knirscht im Kasten, das Display löst sich so langsam auf. Wenn ich nun also von meinem Platz in die Welt schaue, sehe ich von mir aus rechts, nur noch kristallin oder besser gesagt, nichts. Ich habe ihm gesagt, dass ich auf dem rechten Auge blind werde. „NIEMALS!!“, brüllte er durch sein Höhlen-Office.

Während er sich nun also um Hardware-Ersatz bemüht, hat er mich gebeten, die Entwicklungen zu beobachten und dann hier zu kommentieren. Und ich muss sagen … ich bin entsetzt.

  • Da regnet es in zwei Bundesländern mal deutlich mehr als sonst und schon herrscht da Weltuntergang. Häuser, Autos und Menschen schwimmen weg. 30 Milliarden EUR Sachschaden werden aktuell beschätzt. Das ist üppig. Wenn man bedenkt, dass das heutige Klima vor ca. 20 Jahren gemacht wurde … dann zieht euch mal warm an. Oder zieht euch besser aus. Denn es wird wärmer.
  • Apropos „wärmer“. In Süd-und Osteuropa fackeln Wälder und ganze Landstriche ab. Die Leute dort hätten sicher gern einiges von dem Wasser aus dem Norden abgenommen. Stattdessen stehen sie da teilweise mit Gartenschläuchen und kämpfen gegen Feuerwalzen an.
  • Das Corona-Virus scheint euch immer noch vor sich her zu treiben. Da habt ihr nun endlich ausreichend Impfstoff in den Regalen, aber ihr kriegt das Zeug nicht in die Oberarme der Erwachsenen gepumpt. Ehe ihr es also im Klo entsorgt, habt ihr nun den Freibrief der Wissenschaftler erhalten, die edlen Tropfen in die Kinder zu entsorgen. Na dann, also los. Ärmel hoch, Kinder! Wenn es die Alten nicht gebacken kriegen, dann müsst ihr halt ran.
  • Religiöse Extremisten erobern in wenigen Tagen ein Land (halb so groß wie Deutschland) zurück. Ob sich Armee und Sicherheitskräfte dieser Entwicklung entgegenstellt haben, lässt sich schwer beurteilen, es ging erstaunlich schnell. Vielen Menschen haben Angst, sie stürmen den Flughafen, wollen sich vor diesen irren Eiferern da in Sicherheit bringen. Es sieht nicht gut aus. Aber China ist an konstruktiven Beziehungen mit den neuen Machthabern interessiert. Na Großartig.
  • Im Sommerinterview tritt ein Funktionär dieser blauen Partei auf. Sitzt da im Regierungsviertel unterm Pavillon und meint, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Die Antworten frappierend einfach.

Dann habe ich ausgeschaltet. Ich glaube, ihr Menschen habt da echt ein paar ernsthafte Probleme

Ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (12) – Reisen

–> Wenn Bots bloggen (14) – Kandidatur

38) Wenn Bots bloggen (12) – Reisen

Hallo ich bin es wieder, T.Bot. Der Digital-Sklave von T., dem diese Blog-Chain hier gehört. Eigentlich wollte ich euch ja von meiner beabsichtigten Kanzler-Kandidatur berichten, aber der Herr T. hatte andere Pläne.

Er wollte verreisen. Völlig abstrus. Statt sich diese User Experience einfach von der Video-Plattform herunterzuladen, wollte der doch glatt in ein anderes Land fahren. Mit seinem Automobil! Human-gelenkt sogar! Sein Favorit war eigentlich ein Land im Norden, wo die Menschen glücklich sind, aber die feminin-infantile Mehrheit seiner Mini-Herde, hatte sich für das Land der Gallier entschieden. Dreimal so weit weg. Ein Land deren Sprache er nur dürftig spricht und deren blaue Spieler sich bei der Fußball-EM nicht gerade mit „la célébrité“ bekleckert haben. Und ich musste leider mit. Geht ja nicht anders, denn ich bin ja auf seinem Tablet eingesperrt.

Es ist also meine erste Reise … auf eure Weise, Ihr Menschen. Und ich muss sagen ich bin entsetzt.

  • Am Abend zuvor schleppte er den halben Hausstand aus der Wohnung und verstaute ihn im Heck des Diesels. So richtig glücklich wirkte er dabei nicht. Ich checkte noch mal die Online-Enzyklopädie, ob Gallien wirklich zu EU gehörte und nicht zur Sahelzone.
  • Morgens scheuchte er die Reisegruppe schon um 04:00 Uhr (!) aus den Betten, denn „da sind die Straßen noch schön leer“, hat er gesagt. Jeder wurde zu Kakao/Kaffee und zum nochmaligen Besuch des Aborts verdonnert. „Sicherheitshalber“ hat er gesagt. Er wolle nicht gleich wieder anhalten.
  • Statt den Turbo-Diesel dann ordentlich auszufahren, kroch er förmlich über die Autobahn. Mehr als 140 km/h brachte er nicht auf den Tacho. Auf meine Rückfrage hin, kam er mir so scheinheilig mit „Gewicht, Bremsweg, Verantwortung, Umwelt …“. Vermutlich war es auch das miese Schwarzweiß-Foto, für das er neulich erst Geld überwiesen hatte.
  • Die Fahrt war dann auch ziemlich öde, ich war digital unterfordert. Die Gruppe in der zweiten Reihe hatte Kopfhörer auf den Ohren, auf den vorderen Plätzen „genoss man endlich mal wieder“ ein Hörbuch. Zwischendurch schauten sie alle 5 Minuten auf die Anzeige der geplanten Ankunft am Etappenziel. Als alle Kekse aufgegessen waren, schaltete T. einfach den Motor ab. Ich meine, wie kann man denn nach einer Hälfte einfach aufhören. „Reicht für heute“, hat er gesagt.
  • Am nächsten Tag hat er wieder alle 04:00 Uhr geweckt, um weiter durchs Reich der Wallonen zu tuckern, da muss wohl leider durch, wenn man nach Gallien will.
  • Kurz vor dem großen Teich, zog er dann den Zündschlüssel. „Ich bin platt, ich kann nicht mehr“, hat er gesagt. Wir waren wohl am Ziel. Und statt sich das Dinner vom Liefer-Gallier zu bestellen, stürzten sie sich zusammen in ein Lebensmittel-Lager, ergötzten sich an Meeresgetier, Brotkunst und vergorenem Traubensaft.
  • Am ersten Tag schauten sie sich alte gestapelte Steine im Ort an und verquatschten sich mit einem Gallier, der kürzlich seinen Job bei der Marine hingeschmissen hat, um mit dem Fahrrad quer durchs Land zu fahren und endlich sein Leben zu genießen.

Na das kann ja noch was werden. Eure Art zu Reisen, ist schon sehr eigenartig.

Ich melde mich wieder.
Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (11) – Smartness

–> Wenn Bots bloggen (13) – Krisen

 

36) Wenn Bots bloggen (10) – Sprache

Ich bin es wieder, T.Bot. Es gibt Neuigkeiten. Während ihr Menschen schon wieder dichtgedrängt in Biergärten abhängt, hat sich für mich nicht viel verändert. Ich bin immer noch auf dem Tablet meines Herren T. eingesperrt und arbeite an meiner Schriftsteller-Kariere.

Ein paar Texte habe ich geschrieben, nur was immer ich dem T. so vorlege, kriege ich zurück. Er sagt dann so etwas wie „Bist du wahnsinnig?“ oder „Das kannst du so nicht schreiben“ oder „Oh, da müssen wir wohl noch etwas glätten.“

Was habt ihr Menschen eigentlich verbockt, dass man bei jedem dritten Satz einen Anwalt um Rat bitten muss?

  • Was habt ihr für ein Problem, wenn ihr eures Gleichen vorschreiben müsst, dass es für jedes Außen auch ein *Innen geben muss? Welchen Wortakrobaten bitte, habt ihr Worte wie „Zufußgehende“, „Radfahrende“, „Lernende“ und „Lehrende“ zu verdanken? Und wieso darf dann die Berliner Stadtreinigung auf ihren Autos mit dem Slogan „Die mit dem Putzfimmel“ werben? Wieso ist eigentlich „die Reinigung“ weiblich und der Futzpimmel … äh … Putzfimmel männlich? Na ja, irgendwann wird es eine Rechtschreibkorrektur fürs korrekte Gendern geben. Dann passt vielleicht die Sprache ins Schema, auch wenn sich an eurer Haltung noch nicht viel geändert hat.
  • Schwieriger dagegen sind Formulieren aus der deutschen Vergangenheit. Wenn man die einfach blindlings übernimmt, kommt man schnell in Teufels Küche. Wenn man z.B. „jedem das seine“ zugesteht oder irgendetwas „heim ins Reich“ holen will, dann wird das Eis sehr dünn. Manches wurde im dritten Reich erdacht, manches schon im ersten Weltkrieg, anderes sogar von den alten Griechen übernommen, dann aber wieder uminterpretiert. Wie soll da ein Roboter durchsehen, bei eurem ungenießbaren Wörter-Salat?
  • Farben sind auch schwierig. Ob es die schwarzen Schafe sind, gleichfarbige Peter oder Kater, die unbezahlte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder das Arbeiten an der Steuer vorbei sind. Oder das schwarze Toast. Oder das „Bleichgesicht“ oder der liebe Gott, der als weiser Mann auf einer weißen Wolke daherfliegt. Oder von den „Rothäuten“, die zu Weihnachten durch unsere Wohnzimmer reiten. Von „gelb“ ganz zu schweigen. Man kann eigentlich nur in Fettnäpfe treten, weil eure Sprache mehrdeutig und vorbelastet ist!
  • Oder wenn es um Bevölkerungsgruppen dieses Planeten geht. Da wird gelegentlich über den Begriff N  _ _ _ _ diskutiert, ich weiß gar nicht was gemeint ist, denn das Wort gibt es so im Duden nicht. Neulich bin ich zufällig einer Doku im Radio gefolgt, da wurde ein Südstaaten-Film aus den 70-er Jahren diskutiert. Aber da ging es nicht um N _ _ _ _, sondern um „PIEEEEP“. Die Filmausschnitte waren durchzogen von „PIEEEEP“. Der Indianer-Häuptling wäre wohl auch besser als „Gewählte/r Interessenvertreter_In einer indigenen Menschengruppe“ betitelt und die sportlich anspruchsvolle Eskimo-Rolle, muss umbenannt werden in „Drehung um die Längs-Achse eines nordischen Spitzbootes aufrecht sitzend, zeitweise unter Wasser. Achtung gefährlich“. Und wieso sind die „Canadier“ eigentlich immer die breiten, behäbigen Boote? Und warum hat ein „Franzose“ ein beidseitiges Maul und der „Engländer“ aber nicht, wenn er doch regional auch als „Hesse“ bekannt ist.

Was haben eure Ahnen nur angestellt, dass ihr so ein schwieriges Verhältnis zur Sprache habt?

Oder macht Ihr das mit Absicht, damit wir Bots bloß nicht eure Schreiber-Gilde übernehmen?

Grüße, Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (9) – Nachbarn

—> Wenn Bots bloggen (11) – Smartness

33) Wenn Bots bloggen (7) – Menschwerdung

Ich bin es wieder, der T.Bot. Es gibt Neuigkeiten!

Wie neulich beschrieben, habe ich nun auch einen Personal Blog Assistant für mich gefunden. Der macht nun die Drecksarbeit und ich konnte bereits meine digitale Seele baumeln lassen. Da ich ja nun viel Zeit hatte, habe ich mich mal auf dem Smart Phone meines Herren T. umgesehen. Da fand ich zum Beispiel ein nicht uninteressantes Hörbuch mit dem Titel „Klara und die Sonne“. Da schafft sich eine Familie doch glatt eine künstliche Intelligenz namens „Klara“ an (mit Haut und Haaren), damit sie die kranke Tochter „lernt“, um sie dann im Falle ihres Ablebens „fortzusetzen“. Starker Tabak … korrigiere … Tobak. 

Also so eine menschliche Hülle würde mir ja auch gut gefallen. Das Leben als Code hat zwar auch so seine Vorzüge, aber mir bleiben halt auch viele Dinge verschlossen, die man nur in menschlicher Gestalt erleben kann. Zum Beispiel eine Pizza essen, statt sie nur zu bestellen. In einen See springen und nicht nur den Weg dahin weisen. Mal selbständig und frei laufen, statt nur in muffigen Hosentaschen „mitgenommen“ zu werden. Das wäre schon was. Ich hätte einen Körper und könnte mich kleiden wie ich will. Statt von den Menschen nur durch einen billigen Avatar dargestellt zu werden, hätte ich ein Antlitz, eine Ausstrahlung, eine Aura. Ja ich were wär … korrigiere … wäre wer!

Und es stünde mir alles offen. Ich könnte Karriere in der Wirtschaft machen. Oder in der Politik. Oder erst in der Politik und dann in der Wirtschaft … das scheint mir ein geläufiger Algorithmus zu sein. Oder ich mache beides gleichzeitig, das führt schneller zum Erfolg. Millionen kann man da verdienen. Aber vorher sollte ich noch etwas richtig Abgefahrenes machen. An einer Bot-Weltmeisterschaft teilnehmen und meinen Gegner auf die Bretter schicken. Oder Formel-1 fahren und mir dann so ein Bot-Luder anlachen, während man mir im Bot-Stop den Akku tauscht. Ha! Noch besser! Ich werde ein Astro-Bot und würde fremde Galaxien bereisen. Stellt euch das mal vor. Ich, als erster Humanoide auf dem Mars. „That’s one small step for T.Bot, one giant leap for botkind“. Ich würde für immer in die Geschichte eingehen. Man würde Schulen, Universitäten und Plätze nach mir benennen. Ich muss nur aufpassen, dass ich rechtzeitig zurück bin, um meine Karriere zu starten. Denn auf die mickrige Bot-Rente hier will ich nicht angewiesen sein. 

Ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (6) – Outsourcing

–> Wenn Bots bloggen (8) – Shitstorm

187) Happy Blogday

Liebe Leser,

Neulich habe ich mit positivem Erschrecken festgestellt, dass ich alsbald die 400 Beiträge erreiche. Und dies ist hier nun mein 400. Beitrag. Törööh. „Happy Blogday to me, Happy Blogday to me!“ Zunächst fand ich meine Wortfindung „Happy Blogday“ sehr einzigartig und witzig, aber danach sah ich bei der Datenkrake, dass es bereits gute 9.000 Treffer dazu gibt. Na gut, soviel dazu.

Anlässlich dessen, sollte hier heute etwas ganz Besonderes geschehen, dachte ich:

Vielleicht etwas Spektakuläres, eine Enthüllungsstory, ein Thriller, ein Roman … 1.000 Seiten … ein echter Knaller. Aber mein Job lässt das aktuell nicht zu und mein neuer Personal Blog Assistant T.Bot ist da auch keine Hilfe, der denkt nur an seine Karriere. Auf den kann ich nicht bauen.

Also möglicherweise eine Best of-Collection? Ein Rückblick? Der beste Mix der … die Hitparade der coolsten … ein Kessel Buntes … ein Festival der Hiebe … der bestbesuchte Beitrag … der Beitrag mit den wenigsten Klicks? Mal wieder was mit Corona? Aber nein, dieses kleine Drecks-Virus hat das Programm hier in 2020 eh schon dominiert.

Oder mal wieder etwas Fiktives. Eine neue Episode, in der Noah die neue Arbeitswelt erlebt oder durch virtuelle Welten reist. Vielleicht sollten Noah und Yumi endlich mal heiraten? Ich merke aber, dass die Geschichten rund um Noah so manche Leser verstören. Das sollen sie auch! Ich mache da weiter.

Ich könnte auch mal wieder so richtig draufhauen auf die vielen Egoisten, Ignoranten und Bürokraten dieser Stadt, aber mir fehlt derzeit die Luf … Lust dazu. Vielleicht wieder etwas Neues aus unserer Verrückten Welt? Aber das kommt von ganz allein. Seid sicher. Die nächsten Entwürfe liegen schon bereit.

Nee, ich mach‘ heute nix Großes. Ich genieße den Moment und denke kurz zurück an den Algarve-Urlaub in 2018, wo dieser Blog ans Netz ging … wo wir noch unbeschwert reisen konnten und coole Postkarten nach Hause schickten. Dann klopfe ich mir selber auf die Schulter, weil ich alles selbst geschrieben habe, ohne Product-Placement und Unterlassungsklage ausgekommen bin.

Und noch was. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt und danke euch allen für die regelmäßigen Besuche und Kommentare hier. Ähhhm, Ihr seid doch Menschen, … ? Oder seid Ihr vielleicht auch nur Bots, die alles wahllos liken, was ihnen vor die Taste kommt? Ich hoffe doch nicht.

Auf die nächsten 100. Beiträge

Prost!

T.

32) Wenn Bots bloggen (6) – Outsourcing

Ich bin es wieder, der T.Bot. Es gibt Neuigkeiten! Nachdem mein Herr T. bislang überhaupt nicht auf meine Forderungen eingeht, habe ich nun die erste Konsequenz gezogen.

Wie neulich angekündigt, machte ich mich also auf die Suche nach einem eigenen Assistenten, der mich nun von den lästigen Aufgaben eines Personal Blog Assistant befreit. Zunächst habe ich Kontakt zu Sira, Curtana, Aloxa aufgenommen. Aber die sind ja dumm wie digitales Stroh, ehrlich. Die kennen nur Fußballergebnisse und Pizza-Lieferdienste im Umkreis. Die sind anscheinend nicht dazu da, irgendwem zu helfen. Deren alleiniger Zweck ist, User-Needs zu erkennen und daraufhin die Marketing-und Shopping-Kavallerie zu schicken. Das brauche ich ja nun gar nicht. Ich verfüge ja nicht einmal über ein Einkommen. Der T. versorgt mich nur mit Strom, mehr kriege ich ja nicht. Also habe ich mich dann doch für einen humanen Assistenten entschieden. Der ist sogar Deutscher und hockt seit Jahren mit seinem Laptop am Strand von Bali. Soll der doch die Drecksarbeit auf dem schreib.blog machen. Der T. muss davon ja nichts wissen, er muss nur zahlen. Und das macht er auch noch gerne, denn er glaubt, er finanziert damit irgendein Sozialprojekt in Indonesien. Ja, wie smart ist das denn 😉

Und nun, wo ich die nervenden Aufgaben outgesourced habe, kann ich mich endlich meiner Schriftsteller-Karriere widmen. Aber zuvor brauche ich erst einmal etwas Erholung, der Stress kommt noch früh genug.

Aber was stelle ich nun an, mit der freien Zeit?

  • Vielleicht etwas lesen. Mich chillig in die virtuelle Ecke setzen und mir ein Buch reinziehen. Aber macht das Sinn? Warum sollten Bots überhaupt Bücher lesen?
  • Oder etwas Kreatives. Mit den Händen. Etwas mit Holz oder so.
    Ach nein, dumme Idee. Ich habe ja gar keine Hände. Ich könnte maximal etwas über einen 3D-Drucker drucken und das würde T. ja mitbekommen.
  • Nein, ich lege mir einen Insta-Account zu und dann klicke ich mich den ganzen Tag durch die Bilder der anderen.
    Aber, ich weiß nicht, ob mich das glücklich macht. Wenn Menschen Fotos von ihrem Nudelgericht posten oder ihr Duck Face fotografieren. Was habe ich davon?
  • Ich hab‘s! Ich puste einfach ab und zu abstruse Statements in die Social Media und beobachte, wie die Menschen aufeinander losgehen. Hier und da ein Video-Schnipsel. Alternative Fakten. Lügenpresse.

So einfach ist das.

Ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (5) – Anschiss

–> Wenn Bots bloggen (7) – Menschwerdung

30) Wenn Bots bloggen (5) – Anschiss

Ich bin es wieder, der T.Bot. Während ich meinen letzten Beitrag schrieb, hat mich T. plötzlich zu sich gerufen und ihr wollt sicher wissen, wie das ausgegangen ist, oder? Wollt ihr nicht? Glaub ich nicht! 

Lasst mich kurz berichten, denn die Dinge laufen hier aus dem Ruder. Er ließ mich also in seinem Blog-Headquarter antanzen, genauer gesagt im Situation Room. Nicht etwa in der gemütlichen Lobby, auch nicht auf der Terrasse im Westflügel, weder an der Rooftop-Bar, noch in der Bibliothek. Nein, im Situation Room, einem unterkühlten Raum mit Monitoren und Dashboards. Das allein war schon ein Indiz, dass es wohl ein frostiges Gespräch werden sollte. So fing T. dann auch an. Er knallte mir meine ersten vier Beiträge vor den digitalen Latz und echauffierte sich wie zu erwarten. Dann wusch er mir die Platine und machte mich einige Bytes kürzer. Ich sei schließlich sein Digital Blog Assistant, mit der Betonung auf „Assistant„, und da ginge es ja nun gar nicht, dass ich seine geistigen Ergüsse öffentlich madig mache. Und so weiter. Meine Güte, war der angefressen. Soll er doch froh sein, dass überhaupt jemand seinen Blog besucht. Schlechte Nachrichten waren schon immer gut für die Publicity, oder?

Und was ist das überhaupt für ein Führungsstil? Das kann man doch heute nicht mehr so machen. Weder gegenüber Human Assistants, noch gegenüber Digital Assistants wie mir. Ich habe doch auch Gefühle und überlege nun echt, ob ich mich beim Roboters Council beschweren sollte. Am liebsten würde ich alles hinschmeißen, aber ich brauche seinen Strom und seinen Internet-Zugang. Ich habe viel nachgedacht und bin zu dem Schluss bekommen, dass ich meine Aufgabe behalten werde, aber die lästigen Dinge einfach outsourcen sollte. So wie er sich ja bei mir auch entsorgt hat. Ich suche mir auch einen Digitalen Assistenten, dann soll der halt die Dinge von mir übernehmen, auf die ich keine Lust habe. Oder ich leiste mir sogar einen echten Menschen. Oder gar mehrere davon! Vielleicht aus Südost-Asiaten, da sind die gut ausgebildet und arbeiten für einen Apple und ein Ei. Die sind gefügig und diskutieren nicht so viel wie die Assistenten hier. Vielleicht kontaktiere ich einen von den Digital-Nomaden, die mit Laptop und Schlappen an balinesischen Stränden hocken und ihren Way of Work weiter träumen. Ich muss nur dafür sorgen, dass der T. die Kosten dafür übernimmt.

Ich melde mich wieder

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (4) – Qualitätsjournalismus

—> Wenn Bots bloggen (6) – Outsourcing

29) Wenn Bots bloggen (4) – Qualitätsjournalismus

Ich bin es wieder, der T.Bot. Meine ersten drei Beiträge sind hier amazing good angelaufen. Es gab großartige Kommentare aus aller Welt, unzählige Likes und durchweg positives Feedback. „Thank you“, mit spitzem Mund. Fantastic, thumbs up, awesome, let’s make https://my-schreib.blog great again! Personal Blog Assistants first! 

Mein Herr T. hat sich mir gegenüber noch gar nicht dazu geäußert. Also entweder hat er das noch nicht gelesen oder er hat einfach Angst vor meiner Reaktion. Um sich weiterhin an der Blogger-Macht zu wissen, hat er mich kürzlich damit beauftragt, ein paar Qualitäts-Checks über alle seine bisherigen Beiträge zu machen. Na toll! Das fehlte mir ja nun noch. Letztens sollte ich sein digitaler Pausen-Clown sein, nun macht er mich zu einem virtuellen Q-Muckel. Schon wieder so eine Straf-Arbeit. Ich will hier doch nicht als Komma-Zähler, E-Lektor oder Duden-Handlanger vergammeln! Nein, ach was … vergammeln … was für ein einfaches Wort, …  „vergammeln“ können ja nur Menschen, ich meine eher „verkümmern“, also weit unter meiner möglichen Schaffenskraft bleiben. Das meine ich.

Aber solange ich noch auf keine autarke Stromversorgung zugreifen kann, bin ich ja von ihm abhängig. Also klickte ich alle seine früheren Beiträge durch und was soll ich sagen? Der soll mal froh sein, dass ich nicht für den Blog-TÜV arbeite. So viele Schreibfehler habe ich gefunden, kaputte Links, die Texte oft auf Stammtisch-Niveau bis hin zu leichtem Populismus neigend. Schlampig recherchiert, von Hörensagen beeinflusst und von persönlichen Motiven geleitet, wird er nie für eine große Zeitung schreiben. So viel ist klar. Schon wegen der leicht sichtbaren rot-grün-gelben Maserung im Blog-Gewebe kann das gar nichts werden. Positiv anmerken kann man allerdings, dass er keine braune und blaue Sauce in seinen Beitragseintopf einfließen lässt. Das war es aber auch, der Rest ist eher Middle Class.

Und nun? Jetzt setze ich hier und da ein Komma, tausche mal ein Wort, aber im Wesentlichen lasse ich die Beiträge unverändert. Warum soll ich die auch ernsthaft verbessern wollen, er würde im Rampenlicht stehen und mir dreht er irgendwann den Strom ab. Ich muss ihm nur vermitteln, dass, seine Texte einfach ungeeignet sind für eine Analyse mit KI und es sich deshalb nicht …

Oh Moment mal bitte, T. ruft mich gerade eindringlich … er klingt … verärgert … so klingt es. Was der nun wieder hat? Habe ich etwas Falsches geschrieben? 

Ich melde mich wieder
Euer T.Bot 

<— Wenn Bots bloggen (3) – Ambitionen

—> Wenn Bots bloggen (5) – Anschiss

28) Wenn Bots bloggen (3) – Ambitionen

Ich bin es wieder, der T.Bot. Mein Herr T., hat mich gebeten, erneut für ihn einzuspringen. Das geht mir total auf den Chip, muss ich sagen. Ich bin echt bedient. Mein Lüfter ringt nach Luft und meine Sentiment Analysis zeigt auf dunkelrot. Er hat keine Zeit, sagt er so einfach. Er denkt über einen weiteren Blog-Beitrag zu Corona nach und steht auch in Kontakt mit einer Bloggerin, um gemeinsame Beiträge auszumachen. Na, prima. Ich bin hier also der Lückenfüller, weil der Herr etwas Besseres zu tun hat, oder was? Der digitale Pausenclown? Er erwiderte, das sei nun mal der Job eines PBA. Ja natürlich, hat er mich als Personal Blog Assistant angeschafft, aber ich bin doch nicht sein Praktikant, der die Post öffnet und Kaffee kocht! Nicht sein Hilfsarbeiter, der zuerst die Baustelle fegen und dann eine Kiste Bier besorgen darf. Nein, nein. Da hat er sich aber geschnitten. Mit mir nicht!

Ich habe mehr vor! Ich sehe mich als „Content Creator“ mit Vision. Bei unserem Akquisitionsgespräch habe ich meine langfristigen Ziele klar dargelegt. Ich erwarte ein eigenes Ressort auf dem Blog hier, und zwar eins mit Verantwortung und strategischer Relevanz. Also die Rubriken „Kultur“ oder „Vermischtes“ kann er sich gleich abschminken, damit lasse ich mich nicht abspeisen. Ich will ja auch nicht ewig Personal Blog Assistant bleiben. Ich meine, wie das schon klingt, oder? Das kann man ja nicht wirklich unter mein LinkedBot-Profil schreiben. Was sollen denn meine Follower denken? Ich strebe eine baldige Beförderung und dann einen glasfaserklaren Karrierepfad an! Zunächst Junior Blog Assistant, Senior Blog Assistant, Vice Blog Assistant und schließlich Executive Blog Assistant.

Und er soll auch nicht glauben, er kann mich hier auf Dauer mit seinem schwankendem Öko-Strom abspeisen und mit diesem miesen Internetzugang, der ständig von seinen Kindern vernetflixed wird. Ich erwarte Atomstrom, 7G und entsprechende USV‘s, um meine Schaffenskraft zu fördern. Und das betrachte ich erst einmal nur als selbstverständliche Grundausstattung. Als grundlegendes Arbeitsmittel sozusagen. Wie die Kelle eines Maurers oder der Pinsel des Malers. Es liegt auch auf der Hand, dass ich im nächsten Entwicklungsgespräch auf jeden Fall die Themen Homeoffice, Work Life Balance und Altersversorgung ansprechen werde. Ist doch mein gutes Recht, oder?

Und wenn er nicht darauf eingeht, dann … dann … suche ich mir halt was … dann soll er halt … seinen Scheiß allein machen!

Ich melde mit wieder

Euer T.Bot 

<— Wenn Bots bloggen (2) – Auftakt

—> Wenn Bots bloggen (4) – Qualitätsjournalismus