657) Elternsprache mit Boost

In >Jugendsprache mit Stil ging es darum, wie KI die fast schon an Stenographie erinnernde Jugendsprache auf ein neues Niveau heben kann. Aber die Technologie wäre nicht auf die Kommunikation unter den Pubi‘s reduziert, sondern könnte auch Erwachsenen helfen, besseres Gehör bei den Hormon-Hobbits zu finden. 

Denn da wo Eltern, Lehrern oder Mannschaftstrainer heute „Ansagen“ machen, scheinen die beim frischfrisierten U18 gerade einmal den Rand der Hörmuschel zu erreichen, aber nicht den auditiven Kortex, weil sie die Kommunikation der „Alten“ einfach nicht entschlüsseln können. Es ist, als sprächen die Oldies eine Mischung aus Mandarin und Hindi.

Generative KI kann hier zur Dechiffriermaschine werden und beiden Kommunikationspartnern beste Dienste leisten.

Hier ein paar Beispiele von Schule, Kinderzimmer, Fußballplatz und ÖPNV:

Räum endlich dein Zimmer auf!
Bro, du wohnst wie ein Glitch – fix mal den Bug.

Lass deine Socken nicht überall liegen!
Digga, deine Socken spreaden wie Leaks

Die Pizzapackung räumt sich nicht von selbst weg.
Die Karton-KI ist nicht aktiv, musst du schon selbst looten.

Du solltest deine Hausaufgaben regelmäßig machen.
Du kannst nicht einfach skippen und erwarten, dass der Bossfight machbar bleibt, Bro.

Ich habe Zeit – ich kann auch 10 Minuten länger bleiben.
Ich bin Boss-Level geduldig. Eure Freiheit hat nen Timer – und ich halt die Fernbedienung.

Ich kann die Dinger auch einfach mal einsammeln, wenn euch das lieber ist.
Weiter swipen und ich mach Sammel-Event. Hashtag: Handy-Gefängnis.

Nach hinten arbeiten! Jeder hilft mit in der Verteidigung.
Wer nicht tracked, der snackt die Bank. Rückwärts ist auch ’ne Richtung, Leute!

Lauf dich frei! Beweg dich!
Kein Standbild, Alter! Beweg deinen Avatar – such dir neue Zone.

Super, genau so! Weiter so, Jungs.
Sick Move, Leute! Voll im Flow – don’t nerf den Vibe

Kannst du den Müll nicht einfach mitnehmen?
Der Snack war short, aber der Abfall macht Langzeitvertrag – räum mal deine Legacy weg.

Nimm mal die Füße vom Sitz!
Ey, deine Treter machen gerade VIP-Upgrade – aber nicht auf meinen Platz, Bro!

Kannst du den Döner bitte draußen essen?
Digga, gönn dem Döner doch mal Frischluft, oder was?

 

Ach ja, das wäre doch herrlich, oder?

 

PS1: Kursive Texte via ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

 

656) Jugendsprache mit Stil

Hört man Jugendlichen in der S-Bahn zu, kann man echt Ohrenschmerzen kriegen. Jeder scheint „Digga“ zu heißen und „nix zu checken“. Sie haben eine eigene Sprache entwickelt, die sehr effizient scheint, aber man fragt sich echt, was die eigentlich meinen.

Aber hier kann die KI zur Verbesserung der Sprachkultur führen und die Kommunikation untereinander auf eine völlig neue Ebene heben.

Während generative KI im Business Bereich bereits E-Mails und Mitteilungen verfasst, kommt die Funktion auch im Produkt-Segment von Meta zunehmend näher.

Die Pubi‘s werden wie heute nur noch ein paar Wortfetzen prompten, ein Sprach-Profil auswählen und schon klingt das schon ganz anders.

Kannnich … meld mich

„Der gegenwärtige Moment erlaubt mir nicht, in die unmittelbare stimmliche Zwiesprache zu treten. Gleichwohl steht Dir der Weg des geschriebenen Wortes offen – zögere nicht, mir auf diesem stilleren, aber nicht minder bedeutungsvollen Pfad Dein Anliegen mitzuteilen.“

Bin krank, chill grad

„Ich sehe mich derzeit außerstande, aktiv am Tagesgeschehen teilzunehmen, da mein körperliches Wohlbefinden einer temporären Schwäche unterliegt. Ich widme mich gegenwärtig der kontemplativen Genesung in häuslicher Umgebung.“

Komm später, Bus verpasst

„Ein unglücklicher Zufall in der Koordination öffentlicher Verkehrsmittel hat zur Folge, dass mein Eintreffen sich leicht verzögern wird. Ich danke für Euer Verständnis und verbleibe in der Hoffnung auf baldige physische Anwesenheit.“

Sorry, Akku war leer

„Bitte nimm meine aufrichtige Entschuldigung entgegen: Mein Kommunikationsgerät verweigerte jegliche Kooperation infolge energetischer Erschöpfung. Die Verbindung konnte daher bedauerlicherweise nicht aufrechterhalten werden.“

Voll nice hier

„Die Atmosphäre dieses Ortes vermag es, in mir ein unerwartetes Maß an Wohlgefallen hervorzurufen – fast, als atme der Moment selbst Schönheit.“

Blöd wird es nur, wenn die hochtrabende Nachricht am anderen Ende wieder auf „Jugend-Slang“ übersetzt wird. Dann hat „man“ nicht viel gewonnen, außer der Herr Zuckerberg natürlich.

PS1:  kursive Teile von ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

640) Entkalkung beendet

Dass Pflege-Roboter irgendwann auf den Fluren von Krankenhäusern und Seniorenheimen unterwegs sein werden, mag einen gruseln, wird aber kommen. Denn die beiden Gegenmaßnahmen „Alterung verkürzen“ oder „Pflegepersonal aufstocken“, sind irgendwie unpopulär.

Also wird‘s dann irgendwann passieren. So wird „Pflegi2050“ wohl von Tür zu Tür rollen, ans Pflege-Bett treten, die „Settings“ hinterm Ohr des Pflegeobjekts öffnen, durch das Menü „wischen“ und dann unter „Wartung“ die regelmäßig nötigen Prozeduren starten.

Entkalkung (last execution: 4 weeks ago)

Ablaufstutzen entfernen >> WEITER
Abtropfschale leeren >> WEITER
Entkalker bis „A“ füllen >> WEITER
Mit Wasser bis „B“ füllen >> WEITER
2l Auffangschale stellen >> WEITER
1m zurücktreten >> WEITER
Spritzgefahr! >> WEITER
Entkalkung gestartet >> WEITER

… bitte warten …

An das Pflegeobjekt treten >> WEITER
Filter einsetzen >> WEITER
Wasser einfüllen >> WEITER
Ablaufstutzen setzen >> WEITER
Feuchtigkeit entfernen >> WEITER
Über Stirn streichen >> WEITER
Entkalkung beendet >> WEITER
Nächstes Pflegeobjekt anfahren

PS1: Inspiration von meiner Kaffeemaschine

PS2: Titelbild über WordPress KI

635) Finde den Unterschied

Neulich war ich im Berliner Südosten in einem Versorgungszentrum. (Shoppingcenter kann man das nicht nennen). Die Wandgestaltung an der Rolltreppe wirkte wie aus der Zeit gefallen. Na, fällt es euch auf?

Menschen, die auf einem Rollband hintereinander stillstehen und in den Himmel gucken? Gibt’s doch gar nicht mehr. Entweder wirst du von hinten überrannt oder vom E-Roller überfahren. Auf jeden Fall glotzen alle auf ihr Telefon.

Ich habe ChatGPT mal gebeten, mir mal bei der Erstellung eines zeitgemäßen Bildes zu helfen. So ungefähr sieht das heute aus.

Ganz gut getroffen, finde ich nur das mit dem Helm ist völlig unrealistisch.

Andere Beiträge zum wichtigsten Organ des menschlichen Körpers:

622) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 3

Während es in >Teil 1 um den frühen Morgen und bei bei >Teil 2 um die Arbeit ging, lassen sich weitere erstaunliche Effizienzen in Freizeit, Familie und Haushalt generieren. Also nicht, dass ich so ticke … nein nein … ich habe das von einem Freund gehört. Türlich …

Also los gehts:

  • Ab der zweiten Hälfte des Frühstücks schon mal langsam anfangen, Marmeladen-Gläser zu schließen und die Butter verpacken. Die eigenen Krümel und die des Nachbarn mit der Handkante von der Tischplatte auf einen Teller schieben. Kommt super an, probiert es mal aus
  • Recht ähnlich beliebt ist, bei Telefonaten und Treffen auf den Small Talk zu verzichten und gleich beim Thema einsteigen. Ganz besonders bei Frauen und auch auch Bekannten in Asien. „Tach … erzähl, worum geht‘s?“
  • Teller in der >Spülmaschine nach Größe sortieren. Dann kann man gleich fünf auf einmal ausräumen und in den Schrank wuchten. Das schont zudem den Rücken und minimiert das Risiko, sich den Kopf an einer offenen Schranktür zu rammeln. Der Freund hat auch ausgerechnet, dass sich ein Sortieren des Bestecks vor der Spülung nicht lohnt. Es dauert länger verdrecktes Besteck einzusortieren, als sauberes Besteck auszuräumen. Also das klingt für mich nachvollziehbar.
  • >Socken mit Socken-Klammern in die Wäsche geben erspart nerviges Sortieren und die Vermisstensuche im Anschluss. Optional nur noch Socken in zwei Farben kaufen. Schwarz für den Job, grau für die Freizeit
  • Auch bei TV und Medien lässt sich viel Zeit sparen. Hörbücher mit 1,2- 1,4 Geschwindigkeit hören, solange man noch alles mitbekommt und es nicht nach Micky Maus oder den Schlümpfen klingt, alles gut
  • Die Nachrichten noch vor Wetterbericht und Glücksspiel verlassen, denn Wetter passiert so oder so und gewinnen tun eh andere, also kann man sich das auch  sparen und anderweitig investieren
  • Noch‘n Tipp von der Jugend. Schnürsenkel nicht mehr öffnen, sondern irgendwie reinrutschen … Schwerkraft und Druck halt „smart“ nutzen.
  •  

Bitte nicht nachmachen!

Effiziente Grüße … ick muss weita.

PS: Titelbild über WordPress KI

<— 619) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 2

—> 638) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 4

619) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 2

Als ich >Teil 1 fertig und published hatte, hab ich mich schon etwas erschrocken. Aber das war auch der Zweck der Übung. Gleichzeitig musste ich aber auch in bisschen über mich selber lachen. Und gemäß der Kommentare unter Teil 1, bin ich da auch nicht allein auf dem Planeten mit. Also beichte ich einfach weiter, denn der Effizienz-Wahn hört ja nicht beim Frühstück auf, sondern fängt ja mit dem Arbeitstag erst richtig an. 

Also los gehts:

  • Nehme ich an einem Meeting ohne Kamera teil und habe auch nichts zu präsentieren, versuche ich, die Zeit anderweitig zu nutzen. Stretching, Rücken pflegen, die Hanteln vom Stammhalter anheben… oder auch mal die nassen Jogging-Klamotten aus der Waschmaschine holen und aufhängen. Leider findet das immer seltener statt. Daher wünsche ich mir eine Art Helm-Kamera, die nur auf mein Gesicht zeigt, damit ich die Hände unbeobachtet habe. Ich hatte das schon mal thematisiert … irgendwo in … Erfrischende Videokonferenzen … glaube ich.
  • Mein Outlook ist dahinhingehend organisiert, dass ich e-Mails schneller wegsortieren kann. Quick Actions nennt sich das, leider sehe ich immer nur drei davon, ich bräuchte aber mindestens zehn. Zusätzlich schieben Outlook-Regeln diverse E-Mails automatisch in Ordner, zum Beispiel Newsletter, automatisierte Notifications oder Terminzusagen. Leider gibt es nicht für alle Anwendungsfälle  entsprechende Regeln, folgende Regeln fehlen zum Beispiel: 1. „Mach den Scheiß doch selber“ und 2. „Hallo KI mach du bitte den Scheiß“. Trotz dieser kleinen Automatisierungen ersaufe ich in E-Mails und das wird immer schlimmer, die meisten E-Mails erzeugt Microsoft neuerdings selbst. Na wunderbar.
  • Ich nutze Makros und die üblichen Shortcuts in MS OFFICE z.B. CTRL+A,C,P,S,X,Y,V,Z… aber auch ein paar verrücktere. Aber auch hier ist noch Luft nach oben, ich wüsste einen Shortcut den Microsoft mal erfinden sollte. CTRL+W+i+s+S … „Wie immer in solchen Situationen“.
  • Ich nutze die Diktierfunktion von OUTLOOK oder WORD, um mich von dem lästigen Keyboard zu befreien und dann kopiere ich die Ergebnisse rüber nach TEAMS. Am liebsten würde ich über WORD in Deutsch diktieren und über OUTLOOK in English, damit ich nicht ständig die Sprache wechseln muss, aber das ist mir noch nicht gelungen. CC: Microsoft Product Management … room for improvement!
  • Die Favoritenleiste im Browser ist bis zur Perfektion organisiert, so dass so viele Favoriten mit nur 1-2 Klicks zu erreichen sind, wie nur möglich. Ein Favorit, der mehr als zwei Klicks braucht, ist kein Favorit, das ist ein Sammlerstück … und kann ins Museum.
  • Angst vor KI in meinem MS OFFICE habe ich gar nicht, komm‘ rein bedien‘ dich, Arbeit ist genug für uns beide da … tu was … aber labere nicht nur schlau rum … davon habe ich schon genug.

Ihr seht schon, da gibt’s noch weiteres zu beichten.

Bitte nicht nachmachen!

Effiziente Grüße … ick muss weita.

Wer mag, kann sich mal die Reihe New Work hier auf‘m Blog sehen, da geht‘s recht ähnlich zu.

PS1: Titelbild über WordPress KI

PS2: in dem Beitrag tauchen Namen von Microsoft-Produkten auf, ich kriege kein Geld von denen … aber sie bestimmen nun mal meinen Alltag.

<— 618) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 1

—> 622) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 3

618) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 1

Der Blog-Eigner hat ein neues Projekt an der Backe. Selber Schuld. Erst nervt er seinen Brötchengeber zwei Jahre lang, dann darf er sich nicht wundern, dass er das nun auch umsetzen muss. Glückwunsch. Dauer? Mindestens ein Jahr, on top natürlich.

Tja, und nun werden die Tage zwar länger, die Arbeitszeiten aber auch. Das ist mir nicht unbekannt, aber aktuell merke ich, dass ich wieder nach Effizienzen suche und das nimmt manchmal schon echt skurrile Züge an. Ich werde die hier ab und zu mal aufschreiben, nicht weil ich Mitleid will oder noch bessere Ratschläge, sondern um mir dessen selber bewusst zu werden.

Und wenn mich das mal wieder in die Rettungsstelle bringt, dann kann ich’s wenigstens gleich der Krankenakte beilegen. „Zur Anschluss-Behandlung“ und  „Zur weiteren Verwendung“.

Also, los gehts:

  • Komme ich vom morgendlichen Joggen zurück, nehme ich den Aufzug nach oben, nicht weil ich zu faul bin, aber ich kann mir schon während der Fahrt die Jacke und Sportschuhe ausziehen, Wohnungs-Schlüssel suchen, Kopfhörer und Podcast abschalten. Das macht sich auf der Treppe nicht so gut. Vielleicht sollte ich wieder auf Klettverschlüsse zurückgehen.
  • Teekocher, Toaster und Dusche laufen zur gleichen Zeit, es ist erstaunlich, was man in 5 Minuten alles so erreichen kann. Parallel laufen Nachrichten, oder der Tag wird im Kopf sortiert. Rasiert wird nur noch einmal die Woche. Vielleicht sollte ich unter der Dusche Zähne zu putzen, das würde weitere drei Minuten bringen.
  • Den morgendlichen Snack verspeise ich während ich den Rechner hochfahre, den WiFi-Booster starte, private E-Mails checke oder nächtliche Horror-Nachrichten aus den USA lese. Die Arbeitszeit vor dem ersten Meetings verbringe ich unfrisiert, das bringt mir weitere zwei Minuten, in denen ich in Ruhe arbeiten kann, bevor mich jemand nervt.
  • Geht es an die Mittagszeit berechne ich die Optionen aus …
    A) 2 × 5 Minuten Wegzeit, 5 Minuten Döner-Zubereitung, 10 Minuten verspeisen = 25 Minuten + Mundwaschen zu Hause
    B) gucken, was im Kühlschrank liegt, in der Mikrowelle erhitzen, nebenbei das Recording des verpassten Meetings von letzter Woche anschauen
    C) mal jemanden für ein ausgiebiges Lunch treffen
    —> Ihr dürft raten, Mehrfachwahl erlaubt
    (Natürlich könnte ich den Döner auch auf dem Weg zurück essen, das würde weitere 5 Minuten bringen, aber dann hätte ich Döner-Reste auf der Jacke und in der Wohnung, was ich nicht mag … und nur zu weiterem Verzug führt.)

Ihr seht schon, da gibt’s noch viel zu beichten …

Bitte nicht nachmachen!

Effiziente Grüße … ick muss weita.

Wer mag, kann sich mal die Reihe New Work hier auf‘m Blog sehen, da geht‘s recht ähnlich zu.

PS: Titelbild über WordPress KI

—> 619) Ein Effizienz-Junkie packt aus – 2

 

83) Berliner Digitalverhalt – Vol 3

Der K(r)ampf um meinen neuen Anwohnerparkausweis erreicht das nächste Level … der Frustration … und Belustigung. Ich versuche mich an dem Unterhaltungswert zu erfreuen, sonst ertrage ich das nicht.

Was bisher geschah:

Oktober 24: neues Auto mit neuem Kennzeichen angeschafft, neuen Anwohnerparkausweis beim Amt bestellt und bezahlt

Januar 25: den Stand der Dinge erfragt, automatisierte E-Mail bekommen, dauert wohl noch.

Am 16.01.2025 erhielt ich dann eine individuelle E-Mail mit folgender Message. (zusammengefasst): Auf meinen Namen liefe noch ein anderer Parkausweis, es darf nur einen geben. Ich müsse den zunächst zurückgeben, gern auch beim Pförtner oder Hausbriefkasten.

Am 17.01.2025 antwortete ich freundlich, dass ich den Wagen nicht mehr hätte und legte die Abmeldung gegenüber der Kfz-Steuer bei.

Am 23.01.2025 hieß es dann (zusammengefasst): Bitte weisen Sie bis spätestens 06.02.25 … den Verbleib des Anwohnerparkausweises nach. Also antwortete ich und legte eine Kopie des Ankaufvertrags vom Autohaus bei.

Am 28.01.2025 wurde ich ausführlich aufgeklärt (gaaaaaaanz stark zusaaaaaammengefasst): Beim Anwohnerparkausweis handele es sich um eine personenbezogene Urkunde, dementsprechend um ein amtliches Dokument, was ich nicht an Dritte weitergeben darf. Die e-Mail endet mit „Wir benötigen den Anwohnerparkausweis, auch die nicht lesbaren Überreste, nach Entfernung immer im Original zurück.“

Ich geh‘ kaputt, was mach ich denn nun?

  • Ich fliege nach Afrika, mache mich auf die Suche nach meinem Auto und löse den Aufkleber mit einem Fön von der Windschutzscheibe?
  • Ich kaufe mir eine Eigentumswohnung in der Nähe (mieten geht ja nicht mehr in Berlin), damit ich einen neuen Antrag von anderer Adresse stellen kann?
  • Ich lege einen hohen Finderlohn für mein altes Kennzeichen fest und beantrage einen Ersatzausweis, weil der Anwohnerausweis durch einen „Glasschaden“ in Millionen Teile zerfetzt wurde? Aber wahrscheinlich muss ich die Teile dann auch noch zum Amt schicken, damit ein Historiker, die Einzelteile wieder zu einer Urkunde zusammenfügen kann.

Nichts dergleichen werde ich tun. Ich warte bis September, da müsste der alte Ausweis ablaufen, bis dahin lasse ich den Antrag und Zahlungsbeleg auf dem Armaturen-Brett liegen und gut is‘.

Die Spinnen, die Römer!

82) Berliner Digitalverhalt – Vol 2

Hier mal wieder ein Update zu typisch Deutscher Blödsinnokratie. Langjährige Leser meinen, das schon mal gelesen zu haben. Stimmt aber nicht, ist ein neuer Beitrag, es wiederholt sich halt nur alle Jahre.

Durch Wechsel der Familienkutsche im Oktober musste ein neuer Anwohnerparkausweis her. Ein grünlicher Aufkleber, auf dem mit einem Edding das KfZ-Kennzeichen des Antragstellers amtlich notiert wird. Vermutlich vom Bürgermeister selbst, deshalb dauert das so lange.

Beantragt und bezahlt habe ich den am 28.10.24, das Online Formular sieht zwar immer noch so aus, als wäre es an der Abendschule entstanden, aber immerhin geht die Bestellung komplett online.

Leider flog das klebende Dokument noch nicht in meinen Briefkasten. Daher liegt seitdem ein Ausdruck meines Antrags auf dem Armaturenbrett, damit ich kein Ticket kassiere.

Also fragte kürzlich beim Amt nach und erhielt eine automatische Antwort.

„… In der 1. Kalenderwoche bearbeiten wir Anträge mit Datum ab dem 09.10.2024 …“

Ok, dann kann das also noch 2-3 Wochen dauern.

Was bitte soll dieser Unsinn für einen Aufkleber, dessen Vorgangsbearbeitung auch nur lächerliche 20,40 für Jahre kostet. Das ist doch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme!

Warum beschäftigen wir damit Menschen im Öffentlichen Dienst, die eh mit Personalmangel zu tun haben. Haben die nicht eigentlich besseres zu tun?

Kann man das nicht an ein Privatunternehmen outsourcen oder sogar ins Ausland?

Oder warum kann ich mir so ein Ding nicht einfach online bestellen und dann aus dem Bankautomaten oder Parkautmaten drucken lassen?

Oder der indische Pizza-Fahrer bringt es einfach mit 😉

Geht nicht, muss vermutlich alles seine Ordnung haben. Geht ja anscheinend doch, denn ich stehe ja nun seit 9 Wochen mit meinem gedruckten Antrag und Zahlungsbeleg am Straßenrand und kriege keine Strafzettel. Das ist doch der Beweis dass das geht.

Niemand hat einen Nachteil, alle sind happy. Ich habe bezahlt, die Stadt bekommt diese läppigen Einnahmen und muss nicht mal was dafür tun.

Man würde Papier, Chemie, Transporte, Drucker und Nerven auf beiden Seiten sparen. Das kann doch nicht so schwer sein.

Lieber Herr Kai Wegner, ich habe Sie zwar nicht gewählt, aber darf ich sie höflich an ihr Wahlversprechen aus 2023 erinnern? Sie wissen noch … wegen „… wieder funktionieren ….“ und so? Bei den letzten Vorgängen in >2021 und >2023 dauerte es circa zwei Wochen, nun werden es wohl zwölf.

Grummel

Fortsetzung folgt …

13) Bürgeramt Lichtenberg – Kannst‘de nich‘ meckan (Gastbeitrag Hermann)

Liebe Meckernde und Meckernd:Innen, es gibt auch positive Nachrichten dieser Tage. Ich bin ja selbst erstaunt und schaue gleich mal, welche Dokumente ich am besten noch dieses Jahr beantragen kann. Denn es gibt da wohl ein kleines Bürgeramt, hinter den sieben Hochhäusern, bei den sieben Querstraßen, da geschehen phantastische Dinge. Aber lest selbst im Gastbeitrag von Hermann. 
Euer T.Head

Beginn Gastbeitrag Hermann

Im Mai 2025 läuft mein Perso ab. Also kümmerte ich mich im Herbst um einen Termin auf dem Berliner Service-Portal.

Anfang Oktober waren alle online-Kalender meines Heimat-Bezirks Marzahn-Hellersdorf komplett voll … schauen Sie immer mal wieder rein, es werden ja auch Termine abgesagt. Dazu hatte ich keine Lust. Der Kalender für Zehlendorf war fast leer, aber 35 km quer durch die Stadt, muss ja nicht sein.

Aber der Bezirk Lichtenberg ist relativ nah und vertraut und dort gab´s am 9.10.24 einen Termin für den 4.12.24, genau um 10:18 Uhr.

Am 4.12.24 war ich kurz vor 10:00 Uhr dort, wurde gleich an der Tür von einem älteren Mitarbeiter (saisonpassend mit roter Zipfelmütze) begrüßt und nach meinem Begehr befragt.

Ein kurzes freundliches Gespräch am Tresen mit Hinweis auf meine Vorgangsnummer und die gut sichtbaren Bildschirme – alles klar.

Im Wartebereich war wenig Betrieb, 5-6 Leute warteten mit mir, wenig Kommen und Gehen. Ein Mann kam deutlich vor seinem Termin, die Empfangsdame versprach ihm, ihn „dazwischenzuschieben, wenn es geht“.

Punkt 10:18 Uhr war ich dran, an Platz 10.

Die Mitarbeiterin leitete mich ruhig und verständlich durch die nötigen Angaben, dann noch Fingerabdrücke, einige Unterschriften und Bezahlen per Girokarte und ein nettes Lächeln hatte sie auch.

Punkt 10:28 war ich wieder im Wartebereich und wurde dann am Ausgang vom Zipfelmann verabschiedet.

Wir Berliner neigen durchaus zum Meckern und haben ja auch etliche Anlässe dazu. 

Aber hier: sachgerecht, zügig ohne Hektik, freundlich und echt hilfsbereit = 1A mit Schleife!

 ….. und im kommenden Jahr läuft der Perso meiner Frau ab. Da werden wir wohl einen Ausflug nach Lichtenberg machen.

Ende Gastbeitrag Hermann

Toll, da freu ich mich, ich habe irgendwo gehört, man kann sich den Ausweis demnächst für etwas Kleingeld sogar nach Hause schicken lassen. So muss das! Weiter so.

PS: Der Typ auf dem Titelbild ist weder der Antragsteller, noch der Sachbearbeiter, es ist eine Phantasie der KI. Also … räusper … da sollten wir vielleicht doch noch mal die KI auf ein Berliner Bürgeramt zum Faktencheck schicken. Aber ich will ja nicht schon wieder meckern … 😉