722) Geschichten vom Techno-Dino – Vol 3

What? Seit >Geschichten vom Technodino – Vol 2 zwei sind nun schon wieder zweieinhalb Jahre vergangen? Wow. Die Zeit rennt, die Technik erst recht, aber manche Dinge bleiben eben auch stehen.

Heute geht’s mir darum, wie Technik unsere Sprache, aber auch unsere Gesten, Symbole und Gewohnheiten, noch bis heute beeinflusst. Selbst wenn sie längst nicht mehr existiert. 

„Jemanden an die Strippe bekommen“ bedeutet immer noch, jemanden telefonisch zu erreichen, obwohl die meisten Telefone längst keine Strippe mehr haben. Das private Festnetztelefon ist seit Jahren schnurlos. Schon allein der Begriff Festnetz

Man verspricht gern, später noch einmal „durchzurufen“ oder sich zu „melden“. Auch das ist völliger Blödsinn. Man muss weder die Hand heben, noch die Dame vom Fernmeldeamt bemühen, und „rufen“ muss man erst recht nicht, obwohl manche Fahrgäste in der Bahn immer noch glauben, dass es hilft.

Wenn ich jemandem wortlos signalisiere, dass ich ihn anrufen werde, spreize ich Daumen und kleinen Finger ab und halte diese Geste ans Ohr, wie ein alter Telefonhörer. GenZ hingegen hält sich ein imaginäres Knäckebrot an den Mund. Andere Zeiten, andere Hörer.

In Outlook spricht Microsoft immer noch von Postfächern. Der Speichern-Button in Office wird weiterhin durch ein Diskettensymbol dargestellt. „Was ist eine Diskette?“ fragen mich die Kids. Es ist schwer zu erklären.

Wenn man einer Schrift mehr Kraft verleihen soll, dann macht man sie „fett“, ein Begriff, den man heute kaum noch unkommentiert stehen lassen kann. Und das Gegenteil heißt dummerweise auch noch „normal“, und nicht etwa „dünn“. Auweia, zum nächsten Punkt bitte.

Die Festplatte heißt immer noch C:. Und das C steht natürlich nicht für Cloud, sondern schlicht deshalb, weil A: und B: früher für Diskettenlaufwerke reserviert waren. Also blieb C:. Logisch.

Ich spreche weiterhin von Bookmarks, während die jungen Leute um mich herum von Favoriten reden. Für mich ist das ein riesiger Unterschied: Ein Lesezeichen bedeutet nicht automatisch, dass es auch ein Favorit ist. Jemanden zu kennen, heißt schließlich auch nicht, ihn zu bevorzugen.

Bevor ich mich in Excel oder Word auf die nervige Suche nach Buttons mache, die Microsoft mal wieder verschoben hat, feuert mein Gehirn zuverlässig etwa 30 Shortcuts ab. Urgedächtnis aus frühesten Windows-Jahren.

Und während Kollegen mit Zweit- oder Drittmonitor arbeiten, sitze ich mit nur einem Bildschirm da und hüpfe fröhlich mit ALT+TAB durch die Anwendungen – eine Tastenkombination, die ich schon aus Windows 3.11 kenne. Das gab es auch noch keine vermüllten Desktops, weil es keine Desktops im Computer gab.

So, ich mach jetzt mal Feierabend

Alt+F4

Rundgang durchs Museum. Abteilung Techno-Dinosaurier:

708) Fünf Köpfe und ein Telefonfall

Neulich Freitagabend:

Festnetztelefon: Düdeldüt, Düdeldüt
Tochter: Ja, Hallo
Onkel: Ich bins … Problem … knirsch … Handy verloren … habt ihr noch … altes Gerät … rausch … vielleicht … leihen?
Tochter: Wir gucken mal nach, melden uns.
Onkel: Aber nicht auf dem Handy … habe ich ja … nicht  … mehr … weißt ja …
Tochter: Ja, ja…

Tochter: Haben wir noch alte Handys?
Mutter: Ja, bestimmt.
Vater: Guck’ mal da im Schrank, such dir eins aus. Apple, Samsung alles da.
Tochter: Cool, ich rufe den Onkel an.

Festnetztelefon: Freizeichen … wähl … düt, düt, düt
Tochter: Kannst ein Handy haben.
Onkel: Ich … hab‘ … Handy gefunden … lag hier … einfach so
Tochter: Häh?
Tochter: Blickt fragend zum Vater, reicht ihm das Festnetztelefon
Vater: Wir haben alte Handys hier, Bruder. Komm doch vorbei!
Bruder: Rausch … knirsch … ein Handy gefunden …
Vater: Ja, ist doch toll. Dann ist doch alles gut.
Bruder: Rausch … würden es gern übergeben, wir sind hier … Knirsch
Vater: Häh? Wie bitte? Wer wir?
Bruder: Na wir und das Handy?
Vater: Gehts dir gut mein Bruder, hast du zu viel gefeiert?
Bruder: Ich bin kein Bruder, ich bin Typ, ich hab das Handy gefunden.

Vater: …

Vater: Ähhhhhmm. Ich verstehe … erst einmal danke, dass ihr anruft. Wirklich nett
Typ: Ich hab nicht angerufen, du hast doch angerufen
Vater: Ich doch nicht, meine Tochter hat … auf dem Festnetz … meines Bruders … ach vergiss es …
Typ: Das Telefon lag hier und hat gebrummt, da sind wir rangegangen
Vater: Warte mal, ich rufe meinen Bruder … also den Eigentümer … an
Typ: Ach das ist gar nicht dein Handy?
Vater: Nee, gehört meinem Bruder
Typ: Aber warum rufst du dann du dem Handy von deinem Bruder an?
Vater: Schwer zu erklären … warte mal

Mutter: Freizeichen … wähl … düt, düt, düt
Bruder: Ja
Mutter: Hier ist ein Typ, der hat dein Handy gefunden
Bruder: Wo?
Mutter: Na, hier am Handy.

Bruder: …

Bruder: Ja aber ihr solltet doch auf dem Festnetz …
Mutter: Ja, aber da ging der Typ dran
Tochter: Ich habe nicht das Festnetz gewählt, sondern aus Versehen sein Handy
Bruder: Schlaue Nichte … auf den Gedanken, hätte ich auch kommen können, dann hätte ich jetzt mit dem Typ reden können

Vater: Ahhhhhhhhhhhh

Typ: Wollt es ihr noch abholen?
Vater: Ja, wo denn?
Typ: Nähe Alexanderplatz, Weltzeituhr?
Vater: Ok, kriegt er bestimmt hin, warte mal …
Mutter: Hey Schwager, in 30 Minuten an der Weltzeituhr. Kriegst du dein Handy wieder, schaffst du das?
Bruder: Ja, kriege ich hin, habe eine Pizza im Ofen aber die kann ich ja ausmachen
Vater: Sag mal Typ, wie erkennt er dich denn da bei all den Leuten?
Typ: Schwarzer Tommy-Hilfiger-Pullover, schwarzes Cape und eine Bauchtasche
Vater: Mhm … nicht so einfach
Vater: Hey, Bruder, wie erkennt man dich?
Bruder: Ich werde einen grünen Hut aufhaben.
Vater: Okay, Jungs, mach das unter euch aus, ich bin raus,

Epilog: die beiden haben sich Tatsache an der Weltzeituhr gefunden, das Handy und ein paar Scheine Finderlohn wechselten den Besitzer

678) Pränatal gepromptet: Digital pre-Natives

Dass in Bus und Bahn selbst Kleinkinder mit dem Handy in der Hand sitzen, scheint inzwischen völlig normal.

Im besten Fall gucken sie die Teletubbies. Es bleibt eine Frage der Zeit, bis ChatGPT die Gute-Nacht-Geschichten schreibt und auch vorliest, während Mama und Papa im Kino sitzen. Gruselig, aber vermutlich ist das auch schon State of the Art.

Klein-Kinder kriegen also die KI schon mit der Mutter-Milch, oder gar schon vor der Geburt. Während mancher Senior noch nie was von „prompten“ gehört hat, gehört das zur Basisausstattung eines jeden neuen Erdenbürgers und wenn man das weiterdenkt, werden also irgendwann schon die Föten prompten. (Siehe unten)

Für alle, die sich fragen, was das mit dem „Prompten soll“ – hier ein kurzer Bildungsteil. Könnt ihr auch überspringen.

Prompting, prompten bedeutet, dass man der KI verklickert, was man von ihr will. Das tut man in normaler Textform, man muss kein IT-Freak sein.

Es gibt verschiedene Prompt-Muster, zum Beispiel über „klare Vorgaben“ z.B. „Zeichne ein Bild im Dali Style, es soll ein blaues Auto drauf sein, darin drei Personen und die Sonne scheint über der Toskana.“

Oder ein Prompt in Verbindung mit „Kontext und Bedingungen“ z.B. „wir sind demnächst drei Tage in Barcelona, interessieren uns für x und y, Opa ist nicht gut zu Fuß, bitte generiere ein passendes Ausflugsprogramm.“ (… das „bitte“ ist verzichtbar, mache ich aber trotzdem)

Und dann gibt es einen sogenannten „Persona-Prompt“, bei dem man die KI in eine Rolle versetzt, um weniger Bedingungen vorzugeben und mehr aus der Maschine kriegt z.B. „Du bist ein Stadtführer aus Barcelona, hast dich auf Erlebnisse für Familien spezialisiert, bitte mach uns einen Programm.“

Soweit zum Prompting

Und so sieht‘s dann ein typischer Prompt kurz vor Geburt aus:

Prompt

Liebe Eltern, nun, gut 39 Wochen nach eurem „Candlelight Dinner“ ist es bald soweit. In einer Woche ist euer bisheriges Leben zu Ende. (… Kontext und Bedingung …)

Ihr werdet auf einmal Eltern sein (… nun Personaprompt …) und umstellen müssen.

(… und dann klare Anweisungen …)

Wenn immer ich auch nur ansatzweise schreie oder quietsche, steht ihr bitte sofort auf und besorgt Milch, Windeln oder Zuneigung.

Task auslösen: Aktiendepot öffnen und bis zum 18. Lebensjahr auf 10.000 € füllen + Inflation … ich bin nicht blöd.

Zum dritten Lebensjahr hätte ich gerne ein Tretauto, du Papa hattest damals keins, du weißt, wie schlimm das war.

Task auslösen: Kitaplatz buchen, bilingual, vegan.

Zum sechsten Lebensjahr gehe ich auf die International School, ein großes Sommerfest mit allen Freunden und Bekannten wäre angemessen.

Task auslösen: Bewerbung schreiben.

Zum 18. Lebensjahr, das Sparguthaben bitte via PayPal auszahlen und mein Zimmer von jeglicher Nachnutzung ausschließen.

ENTER

 

635) Finde den Unterschied

Neulich war ich im Berliner Südosten in einem Versorgungszentrum. (Shoppingcenter kann man das nicht nennen). Die Wandgestaltung an der Rolltreppe wirkte wie aus der Zeit gefallen. Na, fällt es euch auf?

Menschen, die auf einem Rollband hintereinander stillstehen und in den Himmel gucken? Gibt’s doch gar nicht mehr. Entweder wirst du von hinten überrannt oder vom E-Roller überfahren. Auf jeden Fall glotzen alle auf ihr Telefon.

Ich habe ChatGPT mal gebeten, mir mal bei der Erstellung eines zeitgemäßen Bildes zu helfen. So ungefähr sieht das heute aus.

Ganz gut getroffen, finde ich nur das mit dem Helm ist völlig unrealistisch.

Andere Beiträge zum wichtigsten Organ des menschlichen Körpers:

98) iFriedhof

Heute war der große Tag gekommen. Die unangenehme Aufgabe, die seit Wochen beharrlich prokrastiniert wurde, musste vollendet werden. Auch wenn damit viel Schmerz verbunden sein wird. Eine Kiste voller Handys, Smartphones und Tablets sollten der fachgerechten Entsorgung zugeführt werden. Damit wir nicht nur deswegen zum Recycling-Hof gurken, wurde der Kofferraum mit weiterem Krempel aus dem Keller beladen, der auch schon länger für die Fahrt in den Schrott-Himmel vorgesehen ist.

Kurz nach 09:00 fuhren wir am BSR-Friedhof vor, senkten am Pförtnerhäuschen das Haupt und beschrieben die Wertstoff-Leichen, die wir im Kofferraum gestapelt hatten. Der Bestattungsfachmann im orangen Gewand nickte pietätvoll und sprach dann die letzten Worte.

Jut … nun … also …

  • Hartschalenkoffer in die 6
  • Bürostuhl in die 9
  • Lampen in die 4
  • Farbreste in die 1, uff’n Wagen stellen
  • Tretroller in die … äh … ist da ne Batterie drinne?

Ich: Nee, janz klassisch

  • … na dann oooch inne 9
  • Det Plastikding da wieder in die 6 … logisch
  • Die Kabel in die 4
  • Altholz inne 3, wenn Schrauben dran dann 9
  • Glas … können se ooch in Hausmüll packen
  • Und die Handys … haben die Akkus verbaut?

Ich: Mal so, mal so.

  • Jut dann Handys mit verbautem Akku zur 4, in die Rote Tonne, die da vor steht. Handys mit herausnehmbaren Akku, bitte auseinandernehmen , Akkus in die rote Tonne, Handys in die 4.

Alles klar?

Ich:  … 

—> 44) Container-Wechsel

539) Screenschrott 6 – Bunte Mischung

Ach ja, einen Screenshot machen zu können, ist sicher einer der besten Erfindungen neben Geschirrspülmaschine, Küchenrolle und Klebeband.

Screenshots mache ich Dutzende am Tag, möchte mir das gar nicht ohne vorstellen. Und weil man damit quasi seinen Bildschirm abfotografieren kann, kann man auch allerlei Schwachsinn und Wortungeheuer fotografieren und man fragt sich, ob man vielleicht mal die Scheibe putzen sollte.

Hier ein paar Fundstücke aus den letzten Monaten:

Bei der Suche nach einem Appartement für meine Reise nach >Bengaluru vertrödelte ich viel Zeit auf einer mir zugewiesenen Booking-Plattform. Also 3.200 Rupien pro Nacht ist ein Schnäppchen, aber 3.969 EUR per night ??? … also ich wollte die Hütte nicht gleich kaufen.

2023-09-18 07_31_53-

Bei dem Laden hier, handelte es sich vermutlich wirklich nicht um einen Anzeigefehler. Die meinen das ernst. 1.350 EUR draufzahlen, um Business von Berlin nach Bengaluru zu fliegen und zurück noch einen Tausi drauf? Verständlich, ist geht ja auch nach München und nicht nach Berlin.

IMG_7926

Bei den Griechen kann ich nur erahnen worum es geht, aber das muss ein Deep-Fake sein. Es gibt scheinbar kein Gyros, kein Souvlaki und kein Tsatsiki an Bord. Kann nicht sein.

IMG_9218

Hier hatte ich letztes Jahr mal ein paar Covid-Tests bestellt und die schlaue Amazone, hielt auch Socken, Staubsauger und Schwangerschaftstests angebracht. Sollte ich mal beim RKI nachfragen?

IMG_7761

Beim großen Gemüseladen aus Palo Alto verzichtet man besser auf Bilder, sondern schwurbelt von „Dankbarkeit praktizieren“ und „Wohlbefinden steigern“. Nach dem iOS Update ging es mir gleich viel besser.

IMG_7829

Hier dagegen ist man sehr sparsam mit Text und von „Windows“ halten die auch nichts.

IMG_7139

Hier wollte ich eigentlich mal nach den aktuellen Nachrichten schauen und mir blieb fast der Prozessor stehen. Ein Bild sagt zwar mehr als tausend Worte, aber das Kleingedruckte lesen, beruhigt manchmal ungemein.

Screenshot

Hier hat man schon wieder Großmachts-Phantasien. Die Schweiz wird einfach überrollt.

IMG_8167

Im folgenden Beitrag ging es um Bildung. Man sei noch weit weg von „Weltbester Bildung“, messerscharf beobachtet.

IMG_1879

Mit mehr Bildung kommt hoffentlich auch Sprachförderung. Ja bitte mehr Geld investieren!

IMG_9283

Das war‘s heute, mehr dann beim nächsten Mal 😉

<— 478) Screenschrott 5 – Nepper, Schlepper, Fehlerfänger

—> 575) Screenschrott 7 – dritte Zähne

509) Hürdenlauf nach Bengaluru

Dass mein Nervenkostüm die letzten Tage vor Abreise extrem angespannt war, kann ich nicht leugnen … und das werden die mir nahe stehenden Menschen auch gemerkt / erlitten haben. Heut früh ging es los und es warteten dann doch so einige Überraschungen auf mich 😉

Kurz vor 06:00 Uhr marschierten wir los zur nahegelegenen S-Bahn. Die Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen begleitete mich. Zwei Gepäckstücke rollten wir über den Berliner Asphalt, ein beliebtes Geräusch am frühen Morgen. Auf der Hälfte des Weges, kam mir die Frage in den Kopf, wo denn eigentlich mein Handy sei. Shit, das liegt noch an der Ladestation, der Akku ist schon sehr schwach. Ich bat die Ministerin schon mal weiter zu rollen, denn ich müsse nun zurückrennen. Tat ich auch, gut dass ich in Dänemark wenigstens zwei mal joggen war. Also zurück, hoch, Handy holen, runter und wieder zur Ministerin aufschließen und dann mit dem schweren Koffer die Treppe zur S-Bahn hoch. Hätte ich ein Belastungs-EKG dabei gehabt, hätte der Doktor Abbruch befohlen. Ein Minute verging und dann kam die avisierte S-Bahn. Das ging ja schon mal gut los.

Wir fuhren zum Berliner Ostkreuz, das Umsteigen zum Flughafen-Zubringer durchaus schon geübt, ich rollte der Ministerin hinterher zum Gleis 13. Da war aber gar nichts los außer „Kein Zug-Verkehr“. Die 13 ist keine gute Zahl. Sie checkte die App, „oh … Gleis 1 … sorry“. Also wieder flot, flot zum Gleis 1, bei Zieleinlauf war der Regio gerade eingefahren. Ich hoffte, das ginge jetzt nicht so weiter.

Die nächste Hürde war die Koffer-Abgabe. Obwohl der Lufthansa-Automat mich identifiziert hat, wollte er Buchungsnummer oder Ticket-Nummer von mir wissen … nerv. „Wie hat ihnen der Vorgang gefallen?“. Roter Smiley. Die heimische Kofferwaage zeigte 23,3 kg an, die offizielle am Flughafen könnte also auch 24 kg anzeigen und dann müsste ich meine Unterhosen auf dem Fliesenboden ausbreiten und Dinge in Berlin lassen. Doch die Waage zeigte glatt 23 kg, genau das Maximum. So kann es gern weitergehen. Läuft!

Die Sicherheitskontrolle passierte ich ohne Stress, das gab‘s nichts Aufregendes, außer dass ich auf einen Berliner Comedian in Jogging-Anzug traf, der wohl auch früh aufgestanden ist. Seinen Namen verrate ich hier nicht, Datenschutz … aber wir haben sicher Einiges gemeinsam.

Nach 08:00 Uhr begann es in Berlin zu schneien, was zwangsweise die nötige Enteisung der Maschine bedeutete … in „Berlin aber nicht routiniert eingeübt“ ist und deshalb noch einige Minuten länger dauern kann, so der Captain über Board-Lautsprecher. 60 Minuten waren es dann bis der Flieger endlich abhob. Erneut Puls. „Wir sind uns ihrer Anschlussflüge bewusst.“ Gut so.

Der Transfer in München lief flott, kurz vor Boarding fand ich mich am Gate L13 ein. Oh Oh, schon wieder eine „13“. Wir durften einsteigen, die Flugbegleiterin wollte Bordkarte, Pass und Visum sehen. Visum?? Hier in München? Hatte ich nicht in Papier. Nur ein verwackeltes Photo auf DEM Handy (siehe oben). Das reiche vollkommen aus … sie müsse nur das Ablauf-Datum sehen … das auf dem Photo natürlich … nicht zu sehen war. Shit. Ich also wieder raus aus der Schlange, Laptop hochfahren, Windows-Anmeldung passieren …“last call for Passangers to Bengaluru“ … und das blöde PDF suchen. Mit dem Laptop auf der Hand durfte ich dann einsteigen.

In der Kabine war schon „Indian high life“, die Fächer voll und ich hatte Stress mich zu sortieren. Endlich saß ich auf meinem Platz und wollte das der Familie kundtun. Aber mein Handy war … wieder … weg. Erneut Puls, Panik. Taschen, Jacken, Rucksack alles durchgesucht, auch das große Staufach vor meinen Knien. Nichts. Aber es musste an Board sein, 100 %, denn ich hatte im Flieger noch mal nach meiner Platz-Nummer gesehen. Ich bat den Nachbar um Licht und wir suchten den Boden und die Spalten zwischen den Sitzen ab. Nix. Das kann doch nicht sein … „Boarding completed“ … ohne Handy bin ich total … „Bitte nehmen sie ihre Sitzplätze ein“ … angeschmiert! Grüße nach Berlin Mahlsdorf. Panisch ging ich zur nächsten Flugbegleiterin und jammerte von meiner Not. Ob ich denn schon in den Jacken, Taschen, Rucksäcken gesucht hätte, fragte sie. „Ja, natürlich, fünf mal.“ Und in der Sitz-Tasche vor ihnen auch? „Natürlich, zigmal“. Um ihr das zu beweisen, tat ich es noch einmal … diesmal aber im kleinen Staufach und siehe da … mein Handy. 

Mir reicht’s wird für heute.
Schlimmer kann es heute nicht mehr werden.
Aber wehr weiß.

Noch 3 Stunden bis Bengaluru.
Bloggen bei 1.085 km/h …
Wowwwww

Nachtrag 06-01-24, 03:00 Uhr Indian Time
Wir erreichten Bengaluru 30 Minuten früher, mich erwartete ein herzensguter Kollege, hat mir sogar ein paar Starter besorgt, jetzt noch einen Absacker und dann ab in die Falle

500) 500 Gigabyte

Beitrag Nummer 500 dieser Kategorie widme ich mal wieder dem Internet und den schier unendlichen Möglichkeiten, wenn man genug Bandbreite und Datenvolumen hat. Bei letzterem wurde ich kürzlich reich beschenkt. Der Mobilfunkbetreiber meines Vertrauens, dem ich seit über 25 Jahren die Treue halte (eigentlich auch nur weil ich zu faul bin, das zu ändern) möchte sich gern mit einem Datenpaket bei mir bedanken. Dazu müsste ich nur eine SMS mit dem Text „Happy“ schicken und schon würde ich 500 GB bekommen.

Als Vollblut-Skeptiker witterte ich sofort Verrat und vermutete einen Phishing-Angriff mit darauffolgenden Erpressungsersuchen. Oder mindestens mal mit einer Zustimmung zu einer Vertragsänderung zu meinem Nachteil

Aber ich habe dann „Happy“ verschickt … es war einfach zu verlockend. Nun habe ich 500 GB Datenvolumen und bin quasi „Gigadär“ und ganz happy. Nur weiß ich gar nicht wohin damit, denn die laufen am 04.01.24 ab und ich bekomme die auch nur im Inland gestellt. 500 GB … alter Schwede. Das sind circa 150 Kino-Filme, also 13 Tage 24h-Dauerbeschallung. Selbst wenn ich dabei nur selten aufs Klo gehe und wenig schlafe, schaffe ich das gar nicht mehr bis zum 04.01.24. Und meine CO2 Bilanz erst. Das sind dann ca. 45 Kilo CO2 die ich in die Luft „gucke“.

Also, was tun damit?

  • Einen ganzen ICE damit mit per Hotspot versorgen? Wäre eine Idee, geht aber auch nur, wenn Funkempfang ist. Denkfehler. 
  • Kann ich das vielleicht spenden? Aber vermutlich ist das nicht übertragbar und mein Budget muss zweckkonform abgebaut werden.
  • Oder tauschen, umwandeln? In Geld, Kilowattstunden, Freizeit oder andere wertvolle Einheiten?

Meine Güte, wat für‘n Stress.

Schönen Sonntag

478) Screenschrott 5 – Nepper, Schlepper, Fehlerfänger

Das Wetter ist heut‘ nicht so pralle, also beschließe ich, mein Handy mal von ein paar Screenshots zu befreien und die der Allgemeinheit zu „schenken“. Hier habt‘ da …

Also ganz blöd, stelle ich mich mit Technik ja eigentlich nicht an, bildet sie doch das Fundament für den Erwerb meiner Brötchen. Die folgende Meldung hatte ich mehrfach gelesen und … nicht kapiert. Vielleicht sollte ich noch mal umschulen, die IT wird mir vielleicht langsam zu komplex.

IMG_5815

Bei UPS ist man super-transparent. Man teilt nicht nur mit, wann die Lieferung bereitgestellt wird, sondern auch wann der Liefertermin bereitgestellt wird. Ich wäre für eine zusätzliche App, die die Information bereitstellt, wann die App zur Sendungsverfolgung den Liefertermin bereitstellt, an dem dann meine Bestellung bereitgestellt wird, damit ich mich dann voll darauf einstellen kann und entsprechende Türöffner-Kapazitäten bereitstellen kann.

IMG_7359

Beim Verfolgen meines Paketes, bekam ich dann allerdings wirklich Verfolgungsängste. Ist die Deutsche Sprache wirklich so arm an Worten, dass ich mir vorkomme, wie beim Passieren eines Kontrollpunkts. Wie beim Geheimdienst?

IMG_7348

Der große Gemüseladen aus Palo Alto muss die Smartphones updaten lassen, weil die Smilies mit den „schiebenden Händen“ nur hellhäutig. Ach du meine Güte, dass geht ja nun gar nicht. Da war bestimmt teuer und derjenige, der den Tycoon verklagt hat, hat vielleicht ein ordentliches Sümmchen erstritten. Aber nun sind die Hauttonvariationen nicht mal in allen Regionen verfügbar. Das geht so nicht. Das ist diskriminierend!

IMG_5813

Die folgende Nachricht habt ihr bestimmt auch bekommen, oder? Ja, ist billig und schlecht gemacht, aber solche Aktionen macht man auch nicht nur weil einem langweilig ist. Jemand verdient sein Geld damit, offensichtlich. Und das lohnt sich nur, wenn genügend User den Anweisungen folgen. Das macht mir noch mehr Sorgen. Ich war kurz davor zu Antworten: „Mama, Nummer und WhatApp“ schreibt man immer noch groß, das Komma ist auch an der falschen Stelle. Und um 02:41 da schlaf‘ ich für gewöhnlich, mein Kind! Außerdem … ich bin dein Vater!

IMG_7351

Die nächste Nachricht, lädt zu zusätzlichem Brötchenerweb ein. 700 Scheine für Nebenbei-Klick-Work am Tag, klingt ja schon verlockend. Und es gibt „keine akademischen Qualifikationsbeschränkungen“, na da bin ich ja beruhigt. Jeder Honk kann das machen, sogar jeder Nobelpreis innehabende Astro-Physiker.

IMG_7301

So … ich klicke mich jetzt mal raus hier.
Klick

—> 478) Screenschrott 5 – Nepper, Schlepper, Fehlerfänger

460) Kein Anruf unter dieser Nummer

Letzten Mittwoch, fiel mir auf, dass ich mein Dienst-Handy schon lange nicht mehr gesehen habe. Mit schlechtem Gewissen begann ich mit dem Suchen und bald wurde mir klar, dass das Telefon gar nicht verschollen war, sondern am Boden des Rucksacks lag, den ich Kanada nutzte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir aber bereits schon wieder 10 Tage zurück in Berlin. Kein Schwein hat in den 10 Tagen angerufen. Keiner hat es vermisst. Ich schon gar nicht, ich hasse „kalte“ Anrufe und ich finde es mittlerweile auch übergriffig, wenn mich jemand aus dem Arbeitsumfeld ohne Vorwarnung anruft. Genauso wenig mag ich irgendwo anrufen. Meine erste Wahl, ist wenn möglich, immer ein Online-Weg.

Ich nutze das Dienst-Handy durchaus, aber eben als kleinen Computer, nicht als „Telefon“ nur um mit anderen zu sprechen. Von mir aus können die Hersteller die Telefon-Funktion da gern ausbauen 😉

Sorry Mr. Bell und Kollegen, eure Erfindung war großartig, aber nun gut 150 Jahre später, wage ich mal die Prognose, dass klassische Anrufe über Telefonnetz / Mobilfunk irgendwann wieder aussterben.

Natürlich habe ich das Telefon wieder aufgeladen und auf meinen Schreibtisch gelegt. Ich sollte ja schließlich erreichbar sein. Gehört sich ja so. Kann ja mal was sein. Seit dem tut es nichts und ich musste an mein erstes Handy ca. 1997 denken. Ein S6 der Firma Siemens, welches ich voller Bewunderung aus der Verpackung nahm, erst einmal mit Strom versorgte und dann auf den Tisch legte, um zu beobachten, wie es „nichts“ tat.

Hier nachzulesen >Aus der digitalen Mottenkiste – Teil 4