Soll man Kindern und Teenagern den Zugang zu Social Media einschränken?
Spätestens nach diesen zwölf Worten stehe ich vor einer gespaltenen Leserschaft, wie der Moses vor diesem Meer dort, oder?
Und ich sag mal: Ja. In irgendeiner Weise schon.
Zumindest sollten wir ernsthaft darüber sprechen. Dass das Thema überhaupt endlich auf dem Tisch liegt, finde ich gut.
Es gibt aus guten Gründen Altersbeschränkungen für alles Mögliche: Alkohol, Zigaretten, Filme, Führerschein, Kaufverträge, Zutritt zu Veranstaltungen.
Und ausgerechnet beim Teufelszeug Social Media, und ich würde ja fast schon den ganz normalen Internet- bzw. Google-Zugang dazuzählen, lassen wir die Scheunentore sperrangelweit offen?
Und laden wir die gesamte Verantwortung bei Eltern und Lehrkräften ab? Find ich nicht richtig.
Natürlich muss man über Details sprechen: Welche Inhalte genau? Für welche Altersstufen? Wie differenziert muss das sein?
Aber dass wir uns nach 30 Jahren „Internet-Neuland“ überhaupt mal ernsthaft mit Regeln beschäftigen müssen, steht für mich außer Frage.
Was mich an der aktuellen Debatte am meisten stört: Der Vorschlag wird oft reflexartig mit dem Argument zerrissen, dass Kontrolle schwierig sei und sich alles sowieso umgehen lasse.
Ja, natürlich ist das nicht einfach.
Aber seit wann ist „nicht perfekt kontrollierbar“ ein Argument dafür, es gar nicht erst zu versuchen?
Wir haben früher auch heimlich geraucht. Hatten auf der Klassenfahrt irgendwo eine Flasche Cola-Schnaps-Mix versteckt.
Und?
Hat deshalb jemand den Jugendschutz abgeschafft?
Wohl kaum.
Also: Macht mal.
Diskutiert, streitet, verbessert, aber hört auf, so zu tun, als wäre Nichtstun die vernünftigere Option. Ich glaube es wäre besser für unsere Gesellschaft, denn was da so jeden Tag auf die Kids eintrommelt … das macht mir echt Sorgen. Und das meiste kennen ich ja noch nicht einmal …
PS: Titelbild via ChatGPT












