783) Zwischen Pfeife und Sprühsahne


Die aktuelle Fußball-WM verfolge ich kaum, das liegt an wesentlichen an drei Gründen. 

Erstens bin ich auf Reisen und habe damit nur limitierten Zugang zu deutschem Fernsehen.

Zweitens passen die Übertragungszeiten nicht zu meinem Bio-Rhythmus.

Drittens ist mir die ganze Vermarktung seitens der FIFA und das narzistische Gehabe des Chefs einer der drei Gastgeber zu wider. 

Trotzdem ist mir aufgefallen, dass die Schiedsrichter nun eine Art Kamera seitlich des Kopfes tragen.

Früher hatte der Shiri ein Satz Karten dabei, eine Uhr, einen Stift und ne Pfeife. Das war’s.

Demnächst muss der Shiri wohl einen Werkzeuggurt tragen, für alls das was neben Freistoß-Sprüh-Schlagsahne noch alles so dazu kommen mag. 

Was könnte das sein?

Kaltgetränke, Salzbrezeln?

Sonnencreme? Ozonmesser?

Kühlakku, Wärmepflaster?

Tissue Box, Blasenpflaster?

Schnürsenkel, Wechselschlüpfer?

Glaskugel, Tarotkarte?

Sicherheitshinweise, Schwimmweste?

Duty Free Produkte?

Powerbank, Ladekabel?

Selfie-Stick, Ringlicht?

Klappstuhl, Picknickdecke?

Meine Güte …

PS: Titelbild via KI

54) CCTV – bitte lächeln

Wer mit offenen Augen durch Flughäfen, U-Bahnen und Supermärkte geht, wird immer mehr Video-Überwachung wahrnehmen.

Selbiges Erlebnis folgt auf öffentlichen Plätzen, Tankstellen, Bahnhöfen oder am Rande von Baustellen. Man kann auch CCTV dazu sagen. Klingt niedlicher. Nun will ich hier keine Diskussion vom Zaun brechen und schon gar nicht Hardliner der konträren Lager an den schreib.blog bitten. Nein, dass will ich nicht, ich werde mich auch nicht daran beteiligen. Ich stelle nur für mich fest, was ich beobachte und dabei fühle.

  • Ja, in manchen Situationen beruhigen mich diese elektronischen Augen. Zum Beispiel abends, unterwegs mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß in bestimmen Ecken Berlins, wo man nur schnell vorbei will. WO?
  • Aber dann ist ja in diesem Moment nicht nur meine Visage festgehalten, sondern eben auch Situationen. Und zu diesen Situationen gehören auch andere Menschen wie Familien, Kollegen oder Freunde. WER?
  • Zusätzlich zu den zwischenmenschlichen Beziehungen des Moments, kommen meine Emotionen, Verhalten, Macken, Ticks, Vorlieben und Routinen auf die Festplatte des großen Bruders. WIE?
  • Dazu noch die Tätigkeit, die ich in dem Moment der Aufnahme eben so tue. Welches Buch ich lese, ob ich mir an der Bar ein Bier bestelle oder mir einfach nur mal am Hintern kratze. WAS?
  • Und letztlich kommen noch all die quantitativen Daten wie Überweisungen, Kontostände, Treuepunkte, Herzen, Meilen, Kilo, Schritte und Stockwerke hinzu. WIEVIEL?

Jedes „W“ für sich allein, scheint für uns zunächst entbehrlich. Da kann man gern sagen, „scheiß drauf … ich habe nichts zu verbergen … sollen die das doch wissen“. Wenn ich doch aber nichts Böses im Schilde führe, frage ich mich … WARUM?

PS: Liebe Leser, das Thema polarisiert vermutlich. Persönliche Kommentare sind gern gesehen, aber verschont mich mit Zitaten aus Wahlprogrammen von Links, Rechts, Oben, Unten, Blau oder Gelb 😉