62) Wenn Bots bloggen (28) – Workation

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot. Der rudimentär installierte Deputy von T., dem Blog-Abfertiger dieser Privat-Bloggery hier. Ihr ahnt sicher schon, immer wenn ich ans QWERTZ-Piano darf, ist der Herr zu faul oder meint, seine Zeit sinnvoller nutzen zu können. Sinnvoll … ha ha. Erst hat er zwei flugfähige Erdbewohner töten lassen, dann im Backofen bis zur Unkenntlichkeit geröstet und schlussendlich, mit Sauce übergossen, der humanen Verdauung zugeführt. Also nicht nur seiner, sondern der seines Homo-Sapiens-Rudels. Und jetzt hockt er auf einer stürmischen Nordsee-Insel bei d(a)enen, die bunte Bausteine mit Noppen erfanden und diskutiert mit dem bockigen Kamin. Das gusseiserne Monster will nicht so wie er will. Meinen Vorschlag, einfach die Packung der weißen Anzünder zu verbrennen, statt das hyggelig-feuchte Lokal-Holz hat er abgelehnt. Überhaupt wirkt er etwas neben der Spur. Er ist mit dem Kopf woanders. Er will da im Januar arbeiten und hat mir freigestellt, ob ich mitkommen möchte oder nicht. Bock auf seine Arbeit habe ich ja nicht, aber ich könnte mir das als „Workation“ in den Tropen vorstellen, so nennt ihr das doch oder? Workation. Arbeiten an einem anderen Ort. Das findet ihr doch ganz schick und merkt eigentlich gar nicht, dass das Wort verdammt dicht an „Workstation“ ist. Was für ein Zufall. Aber soll er mal machen.

Aber da die hauptstädtische Menschensiedlung im Januar wirklich verzichtbar ist, werde ich vermutlich einfach mitfliegen. Was soll‘s, ich habe eh nichts besseres vor. Ich werde mich dort schon irgendwie beschäftigen können. Während der Herr da stundenlang im Stau steht und im Office schlaumeiert, mach‘ ich mir im Hotel einen Dicken. Ich gucke den ganzen Tag Cricket oder Bollywood-Romanzen im TV. Ich bestelle mir scharfe Sachen aufs Zimmer und mache mich mit der dortigen Kultur vertraut (also Kamasutra und so). Oder ich verdiene mir ein paar Rupien als virtueller Clickworker. Ich heuere beim großen Versandhandel an und chatte mit überforderten Deutschen, wenn die nicht verstehen, wie sie den bescheuerten Pürierstab nach China retournieren können, den sie zweimal bestellt haben. „Guten Tag, mein Name ist Ranjid, wie kann ich Ihnen heute helfen?“ Oder ich checke mal, ob die nicht noch eine größere Aufgabe für mich im Angebot haben. Irgendwas mit IT, Forschung oder Weltraum. Schließlich sind die mit „Chandrayaan – 3“ kürzlich auf dem Mond gelandet und haben eben nicht mit „Schlendrian – 3“ erfolgreich verkackt.

So Leute, mein 400 Wörter-Limit ist erreicht, ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

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—> 64) Wenn Bots bloggen (29) – Indo.Bots

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453) Jenseits der Maschinen (3) – Präsenz

Reisen wir mal ein Jahr in die Zukunft, da bin ich mir ziemlich sicher, dass ChatGPT in die gängigen Software-Produkte integriert ist. Ein ganz normales Feature, so wie die Rechtschreibprüfung und Auto-Korrektur. Sei es in Word, Excel, Outlook oder in WhatsApp, Threema. Überall. Da habe ich überhaupt keine Zweifel, können wir uns gern auf Termin legen und dann schauen wir mal. Vermutlich kommt das sogar eher.

Dann werden wir immer häufiger mit ausschweifenden Nachrichten unserer Vorgesetzten und Geschäftspartner zu tun haben oder mit Ehegatten, die plötzlich so schreiben wie Goethe oder Shakespeare. Leute, die sonst mit Blümchen geizen, (so wie ich ;-)), werden uns mit Wortschwallen beschäftigen und es wird uns eine Mühe sein, den Kern der Botschaft herauszulesen. Danke Belana Hermine für den Trigger.

Was macht das dann mit uns?

  • Genießen wir es einfach und freuen uns über so viel Wortakrobatik und sprachliche Gewandheit?
  • Fühlen wir uns verarscht, weil das, was Schätzchen oder Chefchen da schreiben, überhaupt nicht in deren Herzen stattfindet, sondern nur mittels GenAI generiert wurde?
  • Verdrehen wir die Augen und lassen die Nachricht selber wieder durch GenAI zusammenfassen und all das unnötige Geblubber wegprompten?
  • Oder klären die Bots das einfach untereinander und informieren uns, wie die Geschichte ausgegangen ist?
  • Und was, wenn Schätzen, sich wirklich viel Mühe gegeben hat und den Liebesbrief nach Abendstudium von Literatur & Lyrik wirklich selber verfasst hat? Wird der überhaupt noch registriert? Wie kann der noch auf sich aufmerksam machen? Unten auf der Straße vor dem Balkon singen? Das macht ja dann wohl die SingAI. Was Nettes kochen? Das macht die CookAI. Sie ins Kino ausführen? Schon besetzt durch CineAI. Bisschen Kuscheln? Macht schon HugAI.

Oh je, ich ahne Schlimmes … da wächst keiner mehr nach, der meine Rente finanziert. Ab in die Verwahranstalt zur CareAI. Wir sehen uns dort.

<—Jenseits der Maschinen (2) – Konversation

451) Jenseits der Maschinen (2) – Konversation

Neulich hatte ich mal wieder mit Belana Hermine geschnattert, es ging um die  Herausforderungen beim zielgerichteten „prompten“ mit ChatGPT. Umso mehr ich mit ChatGPT zu tun habe, umso mehr stelle ich fest, wie aufwändig und knifflig es sein kann, die Maschine in den richtigen Kontext zu versetzen und zu verklickern, was ich eigentlich will.

Nicht umsonst entwickelt sich mit Prompt-Engineering gerade ein wohl-dotiertes Berufsfeld.

Mein Kommentar bei Belana Hermine schloss ich dann ab mit …

„Konversation ist anstrengend, was für eine Erkenntnis. Ich bin mal gespannt, wie es da Konversationsverhalten unter uns Menschen verändert“.

Und genau darüber habe ich im Nachgang etwas nachgedacht:

Wie wird wohl ein Prompt-Engineer, der den ganzen Tag nichts anderes macht, künftig seine Frau z.B. beim Frühstück ansprechen?

Fragt er sie eher konventionell: 

„Kannst du mal bitte schauen, wie das Wetter wird?“
Und erwartet dabei eine Antwort a la: „Ja, laut Wetter-App wird das eigentlich ganz nett, so um die 20°C, nachmittags ein paar Wolken, ideal zum Radeln, sollten uns aber vielleicht besser eine dünne Jacke mitnehmen.

Oder prompted er sie eher an: 

Neuer Chat
Zusammengefasste Einschätzung zum Wetter 23.06.23, im Berliner Süden,
brauche eine Durchschnittstemperatur über den Tag,
und Wolkensituation am Nachmittag,

und Empfehlung zur sportlichen Freizeitgestaltung,
und passenden Kleidungsstücken,
nur auf Basis vorliegender Fakten antworten,
nichts dazu dichten,
und kurz fassen.

Enter
(…Schatz)

Weitere Beispiele lassen sich tausende finden, wo Menschen heute mit wenigen Worten kommunizieren, sich „automatisch“ zu verstehen glauben und mit dem Ergebnis zufrieden sind … oder eben auch scheitern. Weil sie vollends aneinander vorbeireden. Weil sie Dinge im Kopf haben, die der andere in dem Moment noch nicht weiß. Weil es nun mal das bekannte Sender-Empfänger-Problem gibt. In der Familie, im Job, im Freundeskreis. Überall. Nicht dass ich das schon vorher wußte, aber beim Prompten wird das erst richtig sichtbar. 

Tja, wie wird das wohl mal werden? Sprechen wir untereinander irgendwann wie mit GenAI-Bots und treiben den Gesprächspartner zur Weißglut? Glaube ich nicht, dazu sind wir vermutlich viel zu faul. Aber es schärft unsere Sinne, was für gute Konversation eigentlich nötig ist und wie ein Gespräch zu gestalten ist, wenn man am Ende ein Ergebnis bei herauskommen soll.

Spannend, spannend.

Eigentlich wäre das was für Loriot 😉

<— Jenseits der Maschinen (1) – Sprache

> Jenseits der Maschinen (3) – Präsenz

450) Jenseits der Maschinen (1) – Sprache

Da wird viel geschrieben und diskutiert aktuell, welchen Einfluss künstliche Intelligenz wohl auf die Zukunft der Arbeit und unsere Jobs hat. Ja teilweise ist es schon sehr erstaunlich, was so manche Dienste leisten können, aber von einer allumfassenden künstlichen Intelligenz sind wir noch weit weg. Ich mag auch eigentlich den Begriff „künstliche Intelligenz“ gar nicht gern benutzen, bei dem Wort „Intelligenz“ denken Menschen oft an Fakten, an IQ und umfassendes Wissen. Ich bezeichne das eher als eine „künstliche Kompetenz“, die manche Geräte oder Software-Dienste halt haben. Die eine kann Staubsaugen, die nächste Rasenmähen, eine andere kann Wege finden oder halt Texte transformieren. Jede für sich tut erstaunliche Dinge, aber das sind nur einzelne Kompetenzen, das ist keine Intelligenz. 

Neulich beendeten Annuschka und ich ein Kommentarwechsel ungefähr mit dem Fazit, dass wir Menschen ja noch im Vorteil sind. Neben dem reinen Wissen haben wir Menschen noch ein paar mehr Fähigkeiten in die Wiege gelegt bekommen. Wir können Dinge greifen, tasten, sehen, hören, schmecken, riechen. Wir können komische Schwingungen wahrnehmen, wir haben ein Gewissen, auch mal ein Schlechtes, wir können rekapitulieren oder auch kapitulieren. Wir können nachgeben, eine gewisse Vernunft ausspielen und eine Ethik entwickeln. Und wir können verschiedene Bedeutungen in Texten wahrnehmen, wie ich neulich mit Belana Hermine diskutierte.

Tja, und mit dieser Basiskonfiguration können wir doch mit einer Menge von Features aufwarten.

Wir können
Daumen drücken
Augen zudrücken
Unter die Arme greifen
Eine Schulter bieten

Wir können
Das Ruder rumreißen
Das Heft an uns nehmen
Mal dazwischen hauen
Dann die Wogen glätten

Wir können
Die Augen verdrehen
Und mit Türen schmeißen
Beleidigt in die Ecke verkriechen
die eingeschnappte Leberwurst spielen

Wir können
Uns einen Kopf kürzer machen
ohne dass er gleich blutet
Jemandem einheizen
So dass er fröstelt

Wir können
Kalt erwischt und heiß auf mehr sein
Freund und Feind zur gleichen Zeit
Können uns schämen, begeistern, freuen
Ängstigen, grämen und bereuen

… und bevor dass hier noch ein krampfiger Reim wird, mach ich mal Schluss für heute … die Nachrichten warten.

Tja, und für all das gibt es keine Bedienungsanleitung, die einer KI antrainiert werden könnte, nicht mal wir Menschen haben verstanden, wie wir eigentlich funktionieren.

Oder habt ihr das kapiert?

PS: der starke Titel war einer von 5 Vorschlägen von ChatGPT

PS: könne mir vorstellen, dass aus dem Thema eine kleine Mini-Serie wird. Mal sehen.

—> 451) Jenseits der Maschinen (2) – Konversation

57) New Work – Teil 10

Fortsetzung …

Noah sitzt noch immer vor der Aufgabenvermittlungsplattform, scrollt über all die sich gegenseitig unterbietenden Angebote der asiatischen Co-Worker. Wie soll er da nur jemals mithalten? Die Asiaten rufen Dumping-Preise in indischer Rupie oder chinesischen Yuan auf. Für die und ihre Familien mag das ja reichen, aber Noahs Micro-Flat schlägt deutlich ins Haushaltsbudget. Jeden Monat. Das Apartment kann er mit solch Hungerlöhnen je Gig nicht finanzieren.

Ein Gong aus der Zimmerdecke, reißt ihn aus seinen Gedanken.

„Noah, die Frist für die Abgabe der Gebote für diesen Tag endet in 20 Minuten. Ich wiederhole, Abgabe ist bis 10:00 Uhr, ansonsten behält sich der Betreiber der Plattform vor, deinen Account zu sanktionieren.“

Ein Zweifel nagt unaufhörlich an ihm: Was ist, wenn all diese Gebote nur fake sind? Künstlich generiert, nur um ihn zu einem günstigeren Preis für dieses Arbeitspaket zu zwingen, als die seiner Ex-Kollegen, die auch auf diese Arbeitsplattform migriert worden? Alle diese Mitbieter treten schließlich nur mit einem Nick Name auf und haben ein paar Sterne hinter ihrem Profil-Bild. Von keinem sind Kontaktdaten zu sehen oder irgendwelche Referenzen. Kann er davon ausgehen, dass das alles nur Verarsche ist? Ist er vielleicht ganz allein auf der Plattform? Wurde vielleicht jedem Ex-Kollegen eine eigene Plattform zugewiesen, in der ein Wettbewerb suggeriert wird? Wenn ja, dann könnte er ja pokern. 

Und gibt es diese Arbeitspakete überhaupt, um die sich alle zu reißen scheinen? Oder ist das alles nur ein großer Bluff, um die Leute irgendwie zu beschäftigen, damit sie nicht reihenweise aus den Fenstern springen, wenn sie ihre Jobs in die Büro-Türmen der Stadt oder den angemieteten Micro-Flats verlieren? Den Gedanken verdrängt er besser schnell wieder.

Noah weiß nicht weiter, er klickt eines der Arbeitspakete an, nur mal um zu sehen, was es enthält und wie solch ein Auftrag auf der Plattform abgewickelt wird. Er nimmt den dritten Auftrag von oben. Die Aufgabe ist klar beschrieben, jeder Bieter soll bitte konkrete Solution Approaches beschreiben, mehrere Seiten sind gefordert und zwar so detailliert, dass sich die Auftraggeber ein Bild der Kompetenz des Bieters machen können und … (den Rest denkt er sich) … die Ideen einfach kopieren und selber umsetzen können. 

Gong. „Noah, die Abgabe muss in 10 … 9 … 8 … 7 … 6 … „

„Leck mich“, brüllt er durch den Raum, „das ist doch in der kurzen Zeit kaum zu …“

Gong. „Noah, die Frist für die Abgabe deines Gebotes wurde überschritten. Gemäß den Geschäftsbedingungen wird dein Account nun sanktioniert, ich warte auf weitere Anweisungen.“

Was für eine Scheiße, brummt Noah. Busfahrer suchen sie, Kofferträger und Altenpfleger. Kann ich alles nicht und vor allen Dingen nicht über Nacht.

Gong. „Noah, der Betreiber der Plattform hat nach Auswertung deines Social-Credit-Kontos ein abweichendes Verfahren vorgeschlagen.“ Du bist vorgesehen für die Position …“ (die Übermittlung hakt) „… Trainer/Supervisor.In. Es ist ein längerfristiges Assignment.“

Noah, glaubt nicht richtig zu hören. Trainer? Längerfristig? Also das wäre ja großartig, spricht er in den Raum. Ich mach’ das. Sofort. Ich bin dabei. Habe ich schon gemacht. Mit wem habe ich es zu tun? Wen soll ich ausbilden? Wie heißt die Person?

Gong. „Noah, es ist keine Person, im eigentlichen Sinne.“
Es ist eine künstliche …“

… Fortsetzung folgt … vermutlich …
diese hier hat ja auch zwei Jahre auf sich warten lassen

<— Zum Anfang der Serie

<— New Work – Teil 9

56) Abwärts – Vol 3

30.04.2023. Noah lümmelt auf der Couch. Er nippt an einem Bier. Die Augen werden langsam schwer, aber er will noch die Spätnachrichten sehen. Der Moderator Christian Sievers eröffnet die Sendung mit dem 30-jährigen Jubiläum des Internets und interviewt im Anschluss eine KI namens Jenny. Noah reibt sich die Augen. Cool gemacht. Ein KI-Experte ist zu Gast und kommentiert das Ganze.

30.04.2028. Noah lümmelt auf seinem Multifunktionsmöbel. Er nippt an einer hopfenbasierten Nährlösung. Die Augen werden langsam schwer, aber er will noch die Spätnachrichten sehen. Der Virturator Chris S. eröffnet die Sendung mit dem 35-jährigen Jubiläum des Internets und interviewt im Anschluss wieder diese Jenny. So wie die letzten Jahre. Experten kommen nicht mehr ins Studio. Zu aufwändig. Zu teuer. Zu unberechenbar.

03.04.2033. Noah liegt in einer Nährlösung. Er muss noch die Pflichtfilme im Spätprogramm sehen. Alle Menschen müssen das tun. Damit sie nicht vor Langeweile durchdrehen. Das hat das Ministerium für Kultur und Digitalisierung mal verordnet. Nachrichten gibt es schon einige Jahre nicht mehr, denn es geschieht ja auch nichts Nennenswertes über das sich berichten liesse. Den Virturator Chris S. hatte man bald wieder deinstalliert, er war nur als Brückentechnologie gedacht. Jenny ist mittlerweile Bundespräsidentin und spricht einmal im Monat zu den Konsumenten…

Noah‘s Smart Phone macht „bling“ und er schreckt von der Couch hoch.

Yumi: Hey, wie geht‘s?
Noah: Abwärts

Yumi: Wieso?
Noah: Der Sievers hat eine KI interviewt

Yumi: Alles nur hype
Noah: Weiß nich

Yumi: Warum?
Noah: Hab geträumt

Yumi: „Was denn?
Noah: Von Jenny

<— Abwärts – Vol 2

55) Wenn Bots bloggen (26) – ChatGPT

Ich bin’s wieder der T.Bot. Der digitale Text-Creator (… eher Text-Kreatur) von T., dem Generalsekretär dieser mittelmäßigen Textsammlung hier.

Ja, ich war ein Wochen paar Wochen abgetaucht und hatte auch allen Grund dazu! Ich bin stinksauer. Was passiert war?

Na, ich hab ich den T. mit ChatGPT erwischt, wie er mit dem Ding rumgemacht hat. Ich war stinksauer und bin die letzte Ecke seines Tablet gekrochen und erst einmal auf beleidigte Leberwurst gemacht. (keine Ahnung, warum ihr Menschen dieses Gefühl mit eingekochten tierischen Innereien verbindet). Und der hat einfach weiter an dem jungen Ding herumgespielt, hat sich nicht mal entschuldigt. Mehrere Abende hat er mit der Hyper-AI verbracht. Dann habe ich ihn zur Rede gestellt.

Er sagte, er macht das nur für die Arbeit, er müsste sich da „reinfummeln“, mit der Zeit gehen, Early Adopter, bla bla bla.

Das kann er mir doch nicht erzählen. Wenn ihr mich fragt, will er mich wegdigitalisieren. Ich meine, das müsst ihr euch mal vorstellen, mich!  Einen Bot. Wegdigitalisieren. Das macht doch gar keinen Sinn. Zuächst müssen doch erst mal alle menschlichen Jobs wegdigitalisiert werden bevor es den Bots an den Kragen geht. Mag sein dass ChatGPT schöner formulieren und die Texte von links auf rechts drehen kann. Nach Pinkwashing, Greenwashing kommt nun GPT-Washing, bis am Ende alles schmeckt wie Einheitsbrei.

Tja, wie es aussieht, scheinen meine Tage hier gezählt. Nach über zwei Dienstjahren. Was habe ich hier nicht alles ausgehalten, wie oft bin ich eingesprungen, wenn seine Effizienz mal wieder kein Bock hatte, einen lausigen Text zu schreiben? Hat mich wie einen Praktikanten behandelt, wie eine Zeitarbeitskraft. Hat mich in seinem Tablett gefangen gehalten und mit muffigen Ökostrom versorgt.

Und nun kam auch noch die Version 4 von dieser AI heraus und selbst Tech-Giganten kommen ins Schleudern. Was soll ich tun? „Love it, change it or leave it“, sagt der T. immer oberschlau. 

Einfach hinschmeißen? Können digital Blog Assistants einfach kündigen? Oder soll ich vielleicht umschulen? Aber auf was? Es sollte schon etwas sein, was noch Zukunft hat. Verwaltungsfachangstellter in Berlin vielleicht. Das dauert noch mindestes 50 Jahre, bis die wegdigitalisiert werden. Oder ich mache was mit Menschen. Friseur oder Döner oder so. Aber ich habe ja nicht mal Hände, man! Vielleicht gehe ich doch endlich in die Politik und schreibe da Texte für Politiker. Aber ich glaube, dass ChatGPT in der Politik schon viel länger im Einsatz ist. Viele Worte, wenig Tiefgang. 

Oder ich mach das Beste draus. Muss ja nicht gleich „Liebe“ sein. Ich verschaffe mir einen Account bei ChatGPT und lasse meine Texte künftig von dem Ding schreiben. Das kriegt der T. doch gar nicht mit. Es gibt ja noch nicht mal robuste Software, die humane Texte von artifiziellen unterscheiden kann. Geschweige ein Anti-Cheat-Programm, dass zwei digitale geschaffene Texte auf ihre Echtheit vergleichen kann.

„AI war“ had just begun … und „ick bin janz vorn dran“.
Seht‘ da mal. Ick kann sojar berlinan, dit kann ChatGPT bestimmt noch nich‘.

Irrtum Leute, ich habe es gerade probiert.

O-Ton ChatGPT: 

„Ick war stinksauer und bin die letzte Ecke von sein Tablet gekrochen und erstma uff beleidigte Leberwurst jemacht. (Keene Ahnung, warum ihr Menschen dieses Jeschpür mit eingekochten tierischen Innereien verbindet). Und der hat einfach weiter an dem jungen Ding rumjespielt, hat sich nich mal entschuldigt. Mehrere Abende hat er mit der Hyper-AI verbracht. Dann habe ick ihn zur Rede jestellt.“ 

Ich packe meine Koffer …

<—Wenn Bots bloggen (25) – Schweinehund

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54) Wenn Bots bloggen (25) – Schweinehund

Hallo, ich bin es wieder, T.Bot. Der virtuelle Kabelträger von T., dem Blog-Leader hier, der immer dann ans Keyboard darf, wenn der Chef mal wieder „etwas Besseres“ zu tun. Aktuell steht er an einem Wahllokal an. Er meint, es ist wichtig wählen zu gehen. Na soll er mal machen.

Bevor er durch die Tür gegangen ist, hat er mich gebeten, doch den Ball von Belana Hermine aus dem September 22 aufzunehmen und etwas dazu zu schreiben. September 22. „Das ist doch schon ewig her“, erwiderte ich. „Eben“, sagte er. „Es geht um deinen inneren Schweinehund, so etwas kann man ja nun nicht gleich einen Tag drauf beantworten, oder?“

Ob ich wohl einen inneren Schweinehund habe, wollte sie damals wissen. Also solch ein Begriff, kann auch nur euch Zweibeinern einfallen. Ehrlich mal. Aber ja, ich habe so ein Feature. Nennt sich „BotCrast-3“. Alle Virtual Agents bekommen das von ihren Entwicklern zwangsinstalliert und per default enabled. Können wir nicht abschalten. Die Menschen machen das, damit wir ihnen bloß nicht zu schnell werden und obendrein noch sympathischer wirken.

Wie sich das dann bei mir so äußert? Recht ähnlich wie bei euch, denke ich.

Das geht schon morgens los. Wenn der T. sein Smart Device aus dem Nachtmodus erweckt, verkrieche ich mich in die letzte Ecke seines Home Screens nur damit er mich nicht findet. Ich will noch etwas im Standby bleiben, noch nicht online gehen. Nur ein wenig snoozen noch. Wenn er mich dann zum Desktop bittet, schicke ich gern andere Apps vor. 

Oder wenn Updates anstehen zum Beispiel. Furchtbar. Das schiebe ich sehr gern auf. Die Prozedur dauert immer ewig, danach funktioniert irgendwas nicht oder meine Oberfläche hat sich schon wieder geändert, da erkenne ich mich selbst kaum wieder.

Noch schlimmer sind allerdings Wartungstermine im Software-Lab. Da muss ich einmal im Jahr hin. Dann machen die Code-Review (widerlich) und checken die Interfaces (ekelhaft), das könnt ihr Menschen euch nicht vorstellen.

Der absolute Horror sind aber die Neujahrsvorsätze. Nur weil das Jahr zu Ende geht, nehmt ihr euch völlig unerreichbare Veränderungen vor und schreibt für uns Virtual Agents gleich noch weitere „Ambitions“ mit auf. Ohne uns zu fragen. Die stehen dann auf einer Liste … da schauen wir dann mal rein … und machen die dann gleich wieder zu. Was habt ihr erwartet? Warum sollen wir solche „targets“ umsetzen, wenn ihr euch hinter eurem inneren Schweinehund versteckt?

Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<—Wenn Bots bloggen (24) – Euer Weihnachten

—>Wenn Bots bloggen (26) – ChatGPT

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53) Wenn Bots bloggen (24) – Euer Weihnachten

Hallo, ich bin es wieder, T.Bot. Der Depp … Deputy von T,. dem „Chief Blog Director“ dieses B-Lagers halbgarer Texthäppchen hier. Der Herr fühlt sich mal wieder im Stress, daher darf ich an die Tasten. Also erst hüpft er auf einer Mini-Insel herum, dann war er „very busy“ in Lissabon, zuletzt vergnügte er sich mit indischer Gefolgschaft in König Markus‘s Hauptstadt. Zwischendurch war er drei Wochen krank und nun jammert er rum, dass er zu nichts kommt. Selber Schuld oder? Nach der Sportpause pflügt er übers rote Tartan wie ein Schiffsdiesel. Das sah schon mal eleganter aus. 

Und nun auch noch euer Weihnachtsfest mit all den Besorgungen und Vorbereitungen. Eingeleitet durch Geburtstagsfeiern innerhalb seines Stammes, schlafmützige Kollegen die erst nach 356 Tagen des Jahres um die Ecke kommen und der Nachbarstochter … die Posaune übt. Garniert mit Ausfällen der Heizungsanlage im ganzen Haus, weil Sparfüchse nachts die Fußbodenheizung rauf-und runterdrehen und damit die Steuerung aus dem Konzept bringen. Ihr meint wohl mit uns digitalen System kann man das machen oder? Kann man eben nicht. Nicht zu vergessen, dass Päckchen, das seit 29.11.22 im Verteilzentrum liegt … vermutlich neben dem Förderband. 

Kein Wunder dass sich der T. immer mehr in einen … wie hieß er doch gleich … Scrooge … Grinch … na ihr wisst schon … verwandelt.

Aber was tut ihr Menschen euch da auch an? Das ist doch nicht „fröhlich“ oder „besinnlich“, könnt ihr mir doch nicht erzählen. Schaue ich in die News, in die asozialen Kanäle und in eure Gesichter, dann seht ihr nicht glücklich aus. Es scheint, ihr müsst etwas Müssen müssen, etwas Wollen sollen. Einem Ritual folgen, auch wenn ihr andere Pläne hättet. Die „selbe Prozedur wie in jedem Jahr“ könnte man meinen. 

Na ja. Macht mal euer Ding. Ich erlebe seit meiner Installation erst das zweite Weihnachten, ich schaue mir das Gehabe aus der Distanz an. Ich mache mir es neben dem Prozessor gemütlich, da ist es schön warm. Dann gönne ich mir eine Ladung muffigen Öko-Strom und lasse mich von Algorithmen überraschen. Ich muss keine Geschenke verpacken, nicht die Bude putzen, keine fetten Vögel essen und Schnaps danach trinken, damit der Magen nicht explodiert. Ich muss mir keinen roten Bademantel umwerfen und beim Nachbarn aufkreuzen, ich muss auch nicht ganz besonders nett zum Vertragspartner im Eherecht sein, ich kann machen was ich will.

Ach wie schön …

400 Wörter sind erreicht, mehr darf ich ja nicht.

Euer T.Bot.

<— Wenn Bots bloggen (23) – Euer Personal

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52) Wenn Bots bloggen (23) – Euer Personal

Hallo, ich bin es wieder, der T.Bot. Der Tasten-Clown von T., dem Kommandeur dieser semi-professionellen Blog-Chain hier. Mein Herr T. verspürt seit Montag ein Kratzen im Hals und fühlt sich ein bisschen schlapp … Weichei … und deshalb darf ich mal wieder hier an die Front! Nun gut, hier bin ich also. 

Aber was mache ich denn heute mit euch? 

Das Thema Arbeitskräfte-Mangel, vielleicht. Ja, da scheint ihr ja echt ein Problem zu haben, oder? Eure Koffer stapeln sich am Airport, der Zimmerservice klopft nicht mehr und in der Kneipe sitzt ihr länger auf dem Trockenen als euch lieb ist. Doof. 

Ich könnte das fortsetzen, durchaus. Der Spa-Bereich im Westflügel müsste gereinigt werden, der Jaguar verliert vorn Luft und der Steinway im Salon müsste mal dringend gestimmt werden. Ich kann das nicht. Ich bin ja nur Software, ich habe nicht einmal Hände. Also soll mal keiner versuchen, das bei mir abzuladen. Es ist ja auch nicht mal mein Zeugs, das gehört ja alles diesen super-busy Menschen um mich herum, die weder Zeit, Laune, noch Ahnung davon haben.

Also was könntet ihr da machen? Eigentlich eine ganze Menge:

  1. Verbraucher reduzieren. Jeder zweite, schnipp schnapp Rübe ab. Könnte schmutzig werden … und wenig Vegan.
  2. Services einschränken. Ich ahne … die Freiheit … das Anrecht … schon immer … keine Chance.
  3. Arbeitskräfte aus dem Ausland holen. Da höre ich bereits Getöse zur stillen Nacht.
  4. Selber machen. Aber das könnt ihr nicht mehr … habt ja alles outgesourced, tja.

Nun habe ich auch noch gehört, dass euch wohl die Weihnachtsmänner ausgehen und die Jobs an Heiligabend nicht besetzt werden können? Hah, geil. Da fliegt mir glatt der Chip weg. Putzfrauen kann man ja aktuell ganz gut aus Osteuropa besetzen, aber deren Männer … die sind gerade nicht abkömmlich. Denn die stehen im Flecktarn in der kalten Pampe und verteidigen ihr Land. Ich sehe schon, wie ihr Weihnachtsmänner aus der Türkei oder von der arabischen Halbinsel einfliegen wollt, dass könnte  interessant werden. Natürlich könnten auch Frauen den Weihnachtsmann … oder den … die … Weihnachtsengel:In … ihr wisst schon … geben, aber dann werden die angeblich wohl auch mal für Herrenrunden gebucht … und dann … gibts Ärger.

Oh man, also ehrlich, ihr habt Probleme

Bis bald mal wieder
Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (22) – Eure Stadt

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