712) Wenn das Gelbe vom Ei in den Brunnen fällt

Dass KI, speziell die Sprach-Modelle z.B. ChatGPT, Gemini, Claude oder auch Bild-Generatoren das ganze Internet abgrasen, um halbwegs „smart“ daher zu kommen, müsste mittlerweile jeder wissen, der KI nutzt.

Und im Internet gibt’s ja nun mal bekanntermaßen gute und kluge Inhalte, aber auch jede Menge Blödsinn. Mit entsprechenden Moderationen, ethischen Standards, Filtern und „Alignments“ versuchen die Googles, OpenAI‘s und Meta’s der Welt den übelsten Müll aus den Antworten der „Quassel-Maschinen“ rauszuhalten.

Aber es gibt auch Inhalte, die gar nicht falsch sind, nur für eine KI völlig missverständlich. Zweideutig. Dreideutig. Menschlich eben.

Unsere schönen deutschen Sprichworte zum Beispiel:

  • Da liegt ein Hund begraben, wird in der Pfanne verrückt oder Schmetterlinge fliegen in Bäuchen umher.
  • Ein Nagel wird auf den Kopf getroffen, die Katze beißt sich in den Schwanz und man schmiert anderen Honig ums Maul.
  • Da ist etwas Schnee von gestern und sowie nicht das Gelbe vom Ei.
  • Jemand versteht nur Bahnhof, plötzlich kommt ein steppender Bär vorbei und ein Kind ist in den Brunnen gefallen.
  • Menschen treten oft in fette Näpfchen, dann geht etwas in die Hose und im Anschluss mit Pauken und Trompeten unter.
  • Irgendwann stecken Sie den Kopf in den Sand, um dann volle Kanne aus allen Wolken zu fallen, bis irgendein Schwein pfeift.
  • Viele haben Dreck am stecken und deren Hütte brennt, die dann mit allen Wassern gewaschen wird.
  • Auf einmal weht ein anderer Wind, die Flinte wird ins Korn geworfen, Polen ist plötzlich offen und letztlich ist dann wieder alles in Butter.

Was soll die KI da bloß von uns „denken“?

Und zu welchen Schlüssen kommt sie wohl?

PS: Titelbild via ChatGPT

704) Wer führt hier eigentlich wen?

Wer sich tiefer mit KI beschäftigt, speziell mit „Actionable AI“ oder „Agentic AI“, also KI die auch handelt und nicht nur redet, landet irgendwann bei der unbequemen Frage, was das alles mal mit uns macht.

Und welchen Einfluss das wohl mal auf die heutigen Berufe haben wird, zum Beispiel auf Beamte, Buchhalter, Kundenbetreuer oder Rechtsanwalts-und Notarfachangestellte … geiles Wort.

Und dann ist man schnell beim Gedanken, dass diese Mitarbeiter mehr oder weniger nur noch KI-Ressourcen durch den Tag „steuern“, damit die wiederum ihren ehemaligen Job machen. Wenn die Mitarbeiter wollen … und können. Und wenn nicht, dann werden sie dem Arbeitsmarkt zugeführt.

Bildlich gesprochen: Der Ex-Sachbearbeiter kommt morgens ins Büro, nimmt sich einen Kaffee und geht mit seinen KI‘s den Tag durch. Er trifft Entscheidungen, verteilt Anweisungen und weist die KI‘s in richtige Bahnen. Chef der KI’s sozusagen. Glückwunsch. Upscaling. Growth.

Klingt gut. Ist aber auch ein bisschen naiv. Weil wir glauben, dass es diese Hierarchie zwischen Ex-Sachbearbeiter und KI geben „muss“ … wir es uns gar nichts anderes vorstellen können, als dass die KI nur am unteren Ende der Hackordnung Einzug hält.

Aber was ist denn eigentlich, wenn das auch andersrum stattfindet? Vielleicht liegt es näher, die heutigen Chefs mit KI zu ersetzen? Und lukrativer obendrein. Warum denn überhaupt die ganzen fleißigen Ameisen mit ihrem jahrelang erworbenen Wissen freisetzen, die ja auch ein wundervoller Backup für die KI sind, wenn mal der Strom ausfällt oder ein Flughafen gehackt wird?

Chefs und Chef …eusen machen auch repetitive und berechenbare Aufgaben, also kann man genau da nach „Effizienzen“ suchen und ein paar nennenswerte Jahresgehälter einsparen. Mhm?

Dann nimmt sich nicht nur der Ex-Sachbearbeiter einen Kaffee und redet mit seinen KI‘s … sondern alle Sachbearbeiter nehmen sich einen Kaffee und reden mit dem KI-Chef.

Es gibt da ein paar Kandidaten, da würde das nicht mal auffallen … und empathischer als Typen wie „Stromberg“ wären sie allemal, oder?

PS: Titelbild via ChatGPT

703) Macht das mal unter euch aus!

KI hält immer mehr Einzug ins Büro. Und es ist längst nicht mehr selten, dass einem transkribierte Meeting-Notizen ins Postfach flattern. Woran man das erkennt? Ganz einfach: Der Text ist elendig aufgeblasen, enthält mehr Wörter als nötig und mindestens ebenso viele Gedankenstriche. So schreibt kein Mensch. Hat auch niemand Zeit für.

Dazu kommen Aussagen, die man so nie getroffen hat. Ich habe mehrfach, laut und deutlich, von „17 Languages“ gesprochen, im Protokoll steht nun aber „Seventy“, die ich angeblich zugesagt hätte. Steht da. Schwarz auf weiß. Und das wird einem dann als offizielles Protokoll um die Ohren gehauen, weil irgendjemand meinte, das sei jetzt eine ganz clevere Lösung, wie er eher Feierabend machen kann.

Aber denkste, mein Freundchen. Mit mir nicht.

Da ich weder Zeit noch Lust habe, das ganze Wortmüll-Gewölk durchzulesen, um die paar relevanten Infos rauszufiltern, schmeiße ich den Text halt in meine eigene AI.

Prompt:

Fasse mir das Geschwafel zusammen, bring es auf den Punkt, und hol die To Do‘s für mich heraus.

Tja. Und spätestens da wird’s dann richtig absurd.

Was passiert hier eigentlich?

Wir lassen eine AI ein Meeting protokollieren, das sie nicht versteht, es dann aber aufbläst, um dann eine zweite AI drüberlaufen zu lassen, die das Ganze wieder entwirrt?

Reiner Stromverbrauch. Und Umsatz für OpenAI und Microsoft. Mehr nicht.

Interessant wird’s doch erst, wenn ich sowas prompten könnte:

Fasse mir das Protokoll zusammen und hole die To Do‘s für dich heraus.

Erledige die To Do‘s – und melde in meinem Namen Vollzug.

Geh du für mich ins nächste Meeting. Vertrete folgende Standpunkte. Und sieh bloß zu, dass du ohne neue To Do‘s für mich wieder rauskommst.

Kontaktiere die AI vom Kollegen, mach mit ihr einen Deal – und sorg bitte dafür, dass der die To Do‘s kriegt.

Und dann?

Dann machen die Bots das alles unter sich aus, dann ist Bürokratie auch nicht mehr störend und wir können endlich mal in Ruhe einen Kaffee trinken.

PS: Titelbild via ChatGPT

683) Reasoning für alle!

Wer sich ein bisschen mit generativer KI beschäftigt, kennt es: Die neueren Sprachmodelle „denken“ länger, oder besser gesagt, sie rechnen und reflektieren intensiver, wenn man sie dazu auffordert. Und siehe da, die Antworten werden meist besser. Unter den Fachleuten heißt das dann „Reasoning“.

Das bedeutet, das Modell prüft seine eigene Antwort, hinterfragt, ob das alles Sinn ergibt, und kann einem auf Wunsch auch erklären, warum es genau zu diesem Schluss gekommen ist. Erst denken, dann sprechen, eigentlich eine ziemlich gute Sache. Wünschte ich mir bei Menschen übrigens auch öfter.

Ich kenne da ein ganz besonderes „Human Being“, bei dem es ein echter Genuss ist, beim Denken zuzusehen. Es ist faszinierend, wie sich die Mimik minimal verändert, wie der Groschen fällt, herrlich. Und das meine ich absolut liebevoll. Leider sehe ich natürlich nicht, was da gedacht wird, noch wie das Ganze im Kopf einsortiert wird.

Und jetzt stellt euch mal vor, man würde beim nächsten Staatspräsidenten-Auftritt nicht nur das Übersetzungs-Geblubber hören, sondern auch eingeblendet bekommen, was der Mensch gerade denkt, was das eigentliche „Reasoning“ hinter dem Gesagten ist. Oder bei den CEOs auf der Tech-Konferenz: Was geht wirklich im Kopf vor? Welches Argument wurde innerlich verworfen? Welcher Gedanke als „taktisch klüger“ eingestuft?

Die Vorstellung ist ein bisschen unheimlich, denn ich glaube das wird ziemlich „einfach“.

Oder?

PS: Titelbild via ChatGPT. Herrlich wie sich der eine über den kackbraunen Schlips des anderen aufregt

682) 30 Sekunden

Vor ungefähr fünf Wochen hatte ich >Ein letzter gemeinsamer Film geschrieben, da ging es um die künftig individuelle Unterhaltung via KI. Dann spielte mir der Algorithmus die Episode #10 vom Podcast Outatime ins Ohr, mit genau dem Thema: „Hyper Personalization“, „Content Creation on demand“ etc.

So „siencefictionig“ war ich also gar nicht unterwegs mit meinen Gedanken. Zum Ende ging es auch darum, dass auf YouTube pro Minute (!) 500 Filmstunden hochgeladen werden, und dass auch da immer mehr KI-Inhalte dabei sind. Eine weitere interessante Zahl war, dass wohl die kurzen Schnipsel bei YouTube oder TikTok (a.k.a. „Shorts“) im Schnitt nur noch 8 Sekunden (?) dauern … mehr nicht.

Frage ich ChatGPT, schreibt es von 30-40 Sekunden bei YouTube und ca. 20 Sekunden bei TikTok.

Wurscht. Wer seine Message in 30 Sekunden nicht vermitteln kann, der hat halt …

Sorry, time is‘sch owa!

PS: Titelbild via ChatGPT

678) Pränatal gepromptet: Digital pre-Natives

Dass in Bus und Bahn selbst Kleinkinder mit dem Handy in der Hand sitzen, scheint inzwischen völlig normal.

Im besten Fall gucken sie die Teletubbies. Es bleibt eine Frage der Zeit, bis ChatGPT die Gute-Nacht-Geschichten schreibt und auch vorliest, während Mama und Papa im Kino sitzen. Gruselig, aber vermutlich ist das auch schon State of the Art.

Klein-Kinder kriegen also die KI schon mit der Mutter-Milch, oder gar schon vor der Geburt. Während mancher Senior noch nie was von „prompten“ gehört hat, gehört das zur Basisausstattung eines jeden neuen Erdenbürgers und wenn man das weiterdenkt, werden also irgendwann schon die Föten prompten. (Siehe unten)

Für alle, die sich fragen, was das mit dem „Prompten soll“ – hier ein kurzer Bildungsteil. Könnt ihr auch überspringen.

Prompting, prompten bedeutet, dass man der KI verklickert, was man von ihr will. Das tut man in normaler Textform, man muss kein IT-Freak sein.

Es gibt verschiedene Prompt-Muster, zum Beispiel über „klare Vorgaben“ z.B. „Zeichne ein Bild im Dali Style, es soll ein blaues Auto drauf sein, darin drei Personen und die Sonne scheint über der Toskana.“

Oder ein Prompt in Verbindung mit „Kontext und Bedingungen“ z.B. „wir sind demnächst drei Tage in Barcelona, interessieren uns für x und y, Opa ist nicht gut zu Fuß, bitte generiere ein passendes Ausflugsprogramm.“ (… das „bitte“ ist verzichtbar, mache ich aber trotzdem)

Und dann gibt es einen sogenannten „Persona-Prompt“, bei dem man die KI in eine Rolle versetzt, um weniger Bedingungen vorzugeben und mehr aus der Maschine kriegt z.B. „Du bist ein Stadtführer aus Barcelona, hast dich auf Erlebnisse für Familien spezialisiert, bitte mach uns einen Programm.“

Soweit zum Prompting

Und so sieht‘s dann ein typischer Prompt kurz vor Geburt aus:

Prompt

Liebe Eltern, nun, gut 39 Wochen nach eurem „Candlelight Dinner“ ist es bald soweit. In einer Woche ist euer bisheriges Leben zu Ende. (… Kontext und Bedingung …)

Ihr werdet auf einmal Eltern sein (… nun Personaprompt …) und umstellen müssen.

(… und dann klare Anweisungen …)

Wenn immer ich auch nur ansatzweise schreie oder quietsche, steht ihr bitte sofort auf und besorgt Milch, Windeln oder Zuneigung.

Task auslösen: Aktiendepot öffnen und bis zum 18. Lebensjahr auf 10.000 € füllen + Inflation … ich bin nicht blöd.

Zum dritten Lebensjahr hätte ich gerne ein Tretauto, du Papa hattest damals keins, du weißt, wie schlimm das war.

Task auslösen: Kitaplatz buchen, bilingual, vegan.

Zum sechsten Lebensjahr gehe ich auf die International School, ein großes Sommerfest mit allen Freunden und Bekannten wäre angemessen.

Task auslösen: Bewerbung schreiben.

Zum 18. Lebensjahr, das Sparguthaben bitte via PayPal auszahlen und mein Zimmer von jeglicher Nachnutzung ausschließen.

ENTER

 

677) Ihnen stehen alle Türen offen

Nach der spektakulären >Eröffnungsrede des Schulleiters habe ich mir das Scenario https://ai-2027.com noch mal in Ruhe angesehen und ja … es ist … verstörend, völlig Wurscht ob es nun 2027, 2029 oder 2023 erste Auswirkungen zeigt. Es ist nur eine Frage der Zeit, das „Ob“ braucht man gar nicht diskutieren, es sei denn die Politik grenzt das ein.

Die wohlgestapelten Steine, die einst einen breiten Arbeitsmarkt bildeten – von Werkbank, Bau und Handel über Büro und Verwaltung bis hin zu Bildung, Pflege und anderen zwischenmenschlichen Berufen – geraten mit dem Vormarsch der KI ernsthaft ins Wanken.

Ich habe das mal mit der KI diskutiert … mit wem auch sonst. Fünf Tätigkeitsfelder scheinen erst einmal von KI weniger betroffen.

1.Soziale, zwischenmenschliche Berufe

z.B. Psychotherapie & Coaching, Pflegeberufe (z. B. Altenpflege, Kinderpflege), Sozialarbeit, Lehrkräfte für junge Kinder und Jugendliche, Verhandlungsführung / Mediation

2.Handwerkliche & praktische Berufe

z. B. Installateure, Elektriker, Friseure, Bauarbeiter … Fußpflege, Döner-Bude, und Putzkräfte in Haushalten mit Familien … da scheitert jede KI.

3. Kreative & künstlerische Berufe

z.B. Kunstschaffende mit persönlicher Handschrift, Regisseure, Theatermacher, Konzept-Designer, Musiker mit Live-Bezug, Kuratoren, Kulturvermittler … wobei gerade in der kreativen Ecke hat generative KI nun erst recht ihr Stärken

4.Berufe mit ethischer & strategischer Verantwortung

z.B. Ärzte mit Diagnosehoheit, Richter, Anwälte, Führungskräfte mit Personalverantwortung, Ethikräte, politische Berater … bei den Anwälten mache ich auch mal drei Fragezeichen dran

5. Berufe mit hohem Maß an Kontextwissen & Integration

z.B. Projektmanager in komplexen Umfeldern, Krisenmanager, Produktmanager, Unternehmensberater … auf deutsch … die an einmaligen Situation arbeiten … denn alles was es schon mal gab und wiederholbar ist … macht KI.

Am Ende bleiben hochbezahlte Generalisten übrig und die sozialen Jobs, die heute am beschissensten bezahlt werden.

Da kann man sagen, die Liste bietet ja noch einiges an Möglichkeiten, aber wenn man nun mal zwei linke Hände hat, oder keine Menschen anfassen mag, und auch nicht gerade der Oberkreative ist, dann wird das schon ganz schön eng. Klassische Papier-Jobs in Banken, Versicherungen, Marketing-Büros, beim Amt, galten lange als solide Einstiege in die Arbeitswelt – mit Option „nach oben“. Die wird es nicht mehr geben, d.h. man muss „unten“ überspringen, wenn man „oben“ ankommen will oder man hält sich von diesem tickenden Betätigungsgeld entfern.

Auch altbewährte Ratschläge wie „Mach was mit Sprachen“ oder „Lern was mit Computern“ wirken heute plötzlich fragil. Übersetzer und Programmierer fehlen in der Liste der zukunftssicheren Berufe – nicht, weil sie unbedeutend wären, sondern weil KI inzwischen beides besser, schneller und rund um die Uhr erledigen kann. Und man muss sich nicht mit Dienstleistungszentren in Bangalore, Bratislava oder Buenos Aires rumschlagen, wenn man die KI im Keller stehen hat.

Was zum nächsten Problem führt. Länder wie Indien, die sich als verlängerte Sevice-/Werkbank europäischer Dienstleistungen etabliert haben, laufen in ein riesiges Problem. Wenn KI die Arbeit schneller und günstiger erledigt, wird selbst der Standortvorteil billigster Löhne irrelevant. Und nicht zu vergessen: Hinter einem indischen SW-Entwickler oder Callcenter-Mitarbeiter steht eine ganze Kette von Existenzen – von Kantinen-, Reinigungs-, Sicherheits-, und Fahrdiensten, bis zur privaten Nanny und Haushaltshilfe.

Tja und nun?

In den USA rutschen „Arbeitsmarkt“ und „Bildung“ in rechts-konservative Hände und das Land schickt sich ins 20. Jahrhundert zurück. Einzig positiver Aspekt: KI kann noch kein Öl bohren, Kohle schaufeln oder Stahl kochen.

Wir Europäer neigen eher zum „Abwarten“ … „wird schon nicht so dolle kommen“. Das halte ich für hochgefährlich. Denn wir wissen ja auch, wie langwierig es werden kann, wenn man Veränderungen im Bildungsbereich und Arbeitsmarkt anschieben will … und das noch einem Staatengeflecht, mit all den Abhängigkeiten.

Und in Deutschland redet man aktuell nur über die Wirtschaft & Verteidigung, habe ich den Eindruck. Nur kann man sich Wirtschaft und Sozialen Frieden abschminken, wenn wir in eine Massenarbeitslosigkeit laufen und sich die Leute vor lauter Freizeit auf die Nerven gehen.

Von der Finanzierung im Familiären (Lebensmittel, Wohnen, etc), bis zu den großen Fragen wie Existenzsicherung und Grundeinkommen mal ganz schweigen.

PS: Kursive Teile via ChatGPT

657) Elternsprache mit Boost

In >Jugendsprache mit Stil ging es darum, wie KI die fast schon an Stenographie erinnernde Jugendsprache auf ein neues Niveau heben kann. Aber die Technologie wäre nicht auf die Kommunikation unter den Pubi‘s reduziert, sondern könnte auch Erwachsenen helfen, besseres Gehör bei den Hormon-Hobbits zu finden. 

Denn da wo Eltern, Lehrern oder Mannschaftstrainer heute „Ansagen“ machen, scheinen die beim frischfrisierten U18 gerade einmal den Rand der Hörmuschel zu erreichen, aber nicht den auditiven Kortex, weil sie die Kommunikation der „Alten“ einfach nicht entschlüsseln können. Es ist, als sprächen die Oldies eine Mischung aus Mandarin und Hindi.

Generative KI kann hier zur Dechiffriermaschine werden und beiden Kommunikationspartnern beste Dienste leisten.

Hier ein paar Beispiele von Schule, Kinderzimmer, Fußballplatz und ÖPNV:

Räum endlich dein Zimmer auf!
Bro, du wohnst wie ein Glitch – fix mal den Bug.

Lass deine Socken nicht überall liegen!
Digga, deine Socken spreaden wie Leaks

Die Pizzapackung räumt sich nicht von selbst weg.
Die Karton-KI ist nicht aktiv, musst du schon selbst looten.

Du solltest deine Hausaufgaben regelmäßig machen.
Du kannst nicht einfach skippen und erwarten, dass der Bossfight machbar bleibt, Bro.

Ich habe Zeit – ich kann auch 10 Minuten länger bleiben.
Ich bin Boss-Level geduldig. Eure Freiheit hat nen Timer – und ich halt die Fernbedienung.

Ich kann die Dinger auch einfach mal einsammeln, wenn euch das lieber ist.
Weiter swipen und ich mach Sammel-Event. Hashtag: Handy-Gefängnis.

Nach hinten arbeiten! Jeder hilft mit in der Verteidigung.
Wer nicht tracked, der snackt die Bank. Rückwärts ist auch ’ne Richtung, Leute!

Lauf dich frei! Beweg dich!
Kein Standbild, Alter! Beweg deinen Avatar – such dir neue Zone.

Super, genau so! Weiter so, Jungs.
Sick Move, Leute! Voll im Flow – don’t nerf den Vibe

Kannst du den Müll nicht einfach mitnehmen?
Der Snack war short, aber der Abfall macht Langzeitvertrag – räum mal deine Legacy weg.

Nimm mal die Füße vom Sitz!
Ey, deine Treter machen gerade VIP-Upgrade – aber nicht auf meinen Platz, Bro!

Kannst du den Döner bitte draußen essen?
Digga, gönn dem Döner doch mal Frischluft, oder was?

 

Ach ja, das wäre doch herrlich, oder?

 

PS1: Kursive Texte via ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

 

656) Jugendsprache mit Stil

Hört man Jugendlichen in der S-Bahn zu, kann man echt Ohrenschmerzen kriegen. Jeder scheint „Digga“ zu heißen und „nix zu checken“. Sie haben eine eigene Sprache entwickelt, die sehr effizient scheint, aber man fragt sich echt, was die eigentlich meinen.

Aber hier kann die KI zur Verbesserung der Sprachkultur führen und die Kommunikation untereinander auf eine völlig neue Ebene heben.

Während generative KI im Business Bereich bereits E-Mails und Mitteilungen verfasst, kommt die Funktion auch im Produkt-Segment von Meta zunehmend näher.

Die Pubi‘s werden wie heute nur noch ein paar Wortfetzen prompten, ein Sprach-Profil auswählen und schon klingt das schon ganz anders.

Kannnich … meld mich

„Der gegenwärtige Moment erlaubt mir nicht, in die unmittelbare stimmliche Zwiesprache zu treten. Gleichwohl steht Dir der Weg des geschriebenen Wortes offen – zögere nicht, mir auf diesem stilleren, aber nicht minder bedeutungsvollen Pfad Dein Anliegen mitzuteilen.“

Bin krank, chill grad

„Ich sehe mich derzeit außerstande, aktiv am Tagesgeschehen teilzunehmen, da mein körperliches Wohlbefinden einer temporären Schwäche unterliegt. Ich widme mich gegenwärtig der kontemplativen Genesung in häuslicher Umgebung.“

Komm später, Bus verpasst

„Ein unglücklicher Zufall in der Koordination öffentlicher Verkehrsmittel hat zur Folge, dass mein Eintreffen sich leicht verzögern wird. Ich danke für Euer Verständnis und verbleibe in der Hoffnung auf baldige physische Anwesenheit.“

Sorry, Akku war leer

„Bitte nimm meine aufrichtige Entschuldigung entgegen: Mein Kommunikationsgerät verweigerte jegliche Kooperation infolge energetischer Erschöpfung. Die Verbindung konnte daher bedauerlicherweise nicht aufrechterhalten werden.“

Voll nice hier

„Die Atmosphäre dieses Ortes vermag es, in mir ein unerwartetes Maß an Wohlgefallen hervorzurufen – fast, als atme der Moment selbst Schönheit.“

Blöd wird es nur, wenn die hochtrabende Nachricht am anderen Ende wieder auf „Jugend-Slang“ übersetzt wird. Dann hat „man“ nicht viel gewonnen, außer der Herr Zuckerberg natürlich.

PS1:  kursive Teile von ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

625) Eine prompte Bewerbung

Zu einer Bewerbung auf eine Arbeitsstelle gehört häufig immer noch ein Anschreiben. Was für ein Blödsinn eigentlich.

Bewerber nutzen dazu ChatGPT, denn das spart Zeit und hilft bei zielgerichteten Formulierungen. Recruiter wissen natürlich, dass Bewerber ChatGPT o.ä. nutzen, lesen das Anschreiben nicht mehr.

Das Anschreiben ist also für den Müll oder landet bestenfalls in der Personalakte.

Also wozu der ganze Zirkus?

Wenn ich mich bewerben müsste (…was ich zum Glück aktuell nicht muss), würde ich nur noch einen QR-Code auf die erste Seite drucken. Dahinter steckt ein Link auf einen Prompt, der dann live vor den Augen des Personalers ausgeführt wird und eine PDF zum Download anbietet … nur um ihm diesen Blödsinn vor Augen zu führen.

Prompt:

  • Nimm bitte die folgende Stellenausschreibung.
  • Formuliere ein Motivationsschreiben für diese Stelle.
  • Baue dabei meine Stärken und Schwächen ein und formuliere so um, dass sie auf die Stellenausschreibung passen und ich dabei ganz gut aussehe
  • Und ein Foto generierst du mir auch noch passend zum Job
  • Danke … (ich bin immer höflich und nett zu „meiner“ KI)

Und schon ist sie fertig…