770) Wenigstens nicht mehr Fenster putzen

Dass der achtwöchige Tankrabatt vermutlich zu den dämlichsten Ideen gehört, um einer langfristigen beziehungsweise dauerhaften Ölverknappung zu begegnen, dafür muss man kein Volkswirtschaftler sein. Finanzpolitisch ergibt er keinen Sinn, ökologisch ohnehin nicht und sozial erst recht nicht. Denn von diesem Rabatt profitieren vor allem Menschen, die große Autos über weite Strecken fahren. Und selbst das nur dann, wenn der Rabatt überhaupt vollständig weitergegeben wird und nicht zum Teil in den Kassen der Tankstellenbetreiber hängen bleibt.Ich bin dagegen. Das Volk wird verarscht, weil man ihm die Wahrheit vorenthält. Aber ich wiederhole mich. Siehe auch > 750) Straße voll Hummus?

Ein Anwohner im Kiez hat schon vor Wochen große Geschütze aufgefahren, um die Energiewende selbst in die Hand zu nehmen. Er hat seine Fensterfront fast vollständig mit Solarpaneelen verhängt.

Ob das bei Nordwest-Ausrichtung wirklich sinnvoll ist? Vermutlich nicht. Im besten Fall kann er damit die höheren Kosten für elektrisches Licht ausgleichen.

Aber immerhin kann jetzt keiner mehr reinschauen. Und Fenster putzen muss er auch nicht mehr. Smart move.

327) Die kriegs‘t du nich‘ Alter

Gestern war Energie-und Wirtschaftsminister Robert Habeck im Interview beim Heute Journal und hat mir zu später Stund‘ dann doch noch einen Schenkelklopfer beschert.

Zunächst sprach er über die aktuellen Verknappungen und Maßnahmen im Energiebereich. Inhaltlich will ich da gar nicht weiter drauf eingehen, könnt ihr euch ja selber anschauen.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/habeck-schmerzhafte-entscheidungen-100.html

Zum Ende bekommt er die Frage gestellt, ob man das Energie-Sparen im Privatbereich über eine Energiesparprämie anreizen könne. Geld vom Staat weil man Energie spart? What? Prompt sitze ich aufrecht.

Habeck argumentiert sachlich, dass die aktuell hohen Preise doch schon Anreiz genug zum Sparen seien.

Und dann später

… dass er nicht in einem Land leben will wo man sich nur noch bewege, wenn es Geld dafür gibt …

noch etwas später mit Augenrollen

… „und wenn dann jemand sagt, ich helfe nur, wenn ich noch mal 50 Euro kriege, dann würde ich sagen … die kriegst du nich‘ Alter.“

Hah! Großartig. You made my day Robert.

Nun kann man drüber diskutieren, ob die Wortwahl nun so passend für einen Bundesminister ist, aber ich fand’s super. Wirklich.

Es zeigt, wie angespannt die Lage ist und wie angenervt man sein kann, von einer Anspruchs-und Nehmerkultur, die hier eingezogen ist.