Mensch, jetzt bin ich schon gute sieben Tage auf großer Fahrt und habe noch keine Postkarte abgeschickt. Yep, aber erstens bin ich im Urlaub und zweitens gab es Gründe. Gute Gründe. Aber nun ein paar Eindrücke der ersten Woche meiner fünf-wöchigen „Nordpolen-durchs-Baltikum-bis-hoch-nach-Helsinki-und-ähnlich-zurück-Reise“. Ich will eigentlich gar nicht so viel schreiben und wenn ich sonst auf der Jagd nach Skurrilitäten bin, wirds diesmal eher beschaulich und … schön. Am Ende gibts ein Fazit und ein paar Beobachtungen … Cliffhanger
Świnoujście und Szczecin




Kołobrzeg und Ustronie Morskie (hier wirds mal kurz etwas skurriler)






Bei Łeba fressen sich 40 Meter hohe Dünen in den Wald hinein … sehr beeindruckend … man läuft quasi auf dem Wald und manchmal lugt noch eine Baumspitze hervor. Crazy



Die eher neuere Stadt Gdynia kommt im Wesentlichen mit Hafen daher und allerlei Gebooten.




In Chmielno (in Kaschubien), endlich die Motive, die ich suche. Wasser, Weite, Licht.



Und dann endlich Gdansk, steht schon so lange auf der Liste. Tolle Stadt, lohnt sich!



Und dann geht es weiter in die Masuren … was auf der Liste noch höher stand. Mein Highlight bislang.
Tag 1: Mikołajki und der Süden






Tag 2a: Wilczy Szaniec a.k.a. „Wolfsschanze“
Sehr interessante Anlage und Ausstellung. Viele Bunker sind noch gut „erhalten“ und es ist auch auf eine gewisse Weise beeindruckend, aber genauso absurd und erschreckend was dort in dieser Zeit so abging. Dass sich der Hitler dort quasi über 800 Tage eingeschlossen hat, erklärt einiges. Wenn er nicht schon vorher irre war, dann wurde er es dort.





Tag 2b: Mikołajki und der Norden
Nach dem Bildungsprogramm möchte ich einfach nur fahren. Langsam. Auf und ab.



Und nun gehts weiter nach Osten. Morgen fahre ich nach Litauen. Ich bin schon etwas aufgeregt …
Melde mich.
Anmerkungen:
Punkt 1: in meinem Kopf war Polen irgendwie als „Hinterhof“ von Deutschland abgestempelt, bisschen B oder C-Klasse und dann natürlich auch diese üblichen Schubladen von wegen Kriminalität und Auto-Klau. Hier möchte ich in meinem Kopf und auch gegenüber euch Lesern einiges gerade rücken. Ich bin 1.800 km durch den nördlichen Teil Polens gefahren, größtenteils Landstraße. Alles ist Tipi-Topi in Schuss. Wohnhäuser, Schulen, Fußwege, Radwege, Zebrastreifen, so als wären die Bauarbeiter erst gestern abgerückt. Die Menschen sind freundlich, offen und wenn wir sprachlich nicht zueinander finden, dann machen wir das halt mit Hand und Fuß, so wie überall auf der Welt. Es fehlt hier an nichts und es scheint hier bergauf zu gehen. Jeder der Norddeutschland mag, oder auch Schweden, Holland oder Dänemark ist im nördlichen Teil Polens bestens aufgehoben
Punkt 2: Die Mehrheit der Menschen hier ist … weiß. Ihre Hautfarbe meine ich. Klingt blöd, ist aber so. In den Orten gibt es durchaus mal einen Kebab-Imbiss oder Barber-Shop, aber das war es dann auch. Ich habe auf der Straßen einige Audio-Formate über Polens ältere und jüngere Geschichte gehört und kann ein Verständnis dafür entwickeln, dass sich Land und Leute erst einmal selber wieder finden wollen … aber trotzdem Leute … ein bisschen mehr Öffnung muss schon sein.
Punkt 3: Und hier muss ich wirklich mal schimpfen. Um mir das Leben etwas zu vereinfachen und weil mein Navi im Auto schon etwas veraltet ist, habe ich im wesentlichen mit der großen Daten-Krake G***** navigiert. Und es ist schon echt dreisst, wenn ich ich mir mühe gebe die Städtenamen in Polnisch einzugeben, um sie dann sofort in ihren altdeutschen Namen aufgelöst zu bekommen. Das ist vorbei man, vorbei …
Also hier in dem Blog-Post bekommt ihr sie auf Polnisch.
Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this
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