91) Buddelflink und Maulwurf in der großen Stadt

Als ich ein kleiner Junge war, liefen im Fernsehen entweder „Buddelflink“, diese Puppenfigur aus der DDR, oder „Der kleine Maulwurf“ aus der damaligen CSSR. Beides knuffige Figuren, die für ihr Leben gern buddelten. Die Sendungen dauerten ein paar Minuten, dann war das Buddel-Erlebnis auch schon wieder vorbei.

In Berlin ist das anders. Hier wird gebuddelt, was das Zeug hält. Am liebsten erst mal alles „auf“, dann verschwinden alle in die Pause und irgendwann, ganz langsam, wieder „zu“. Und dann geht das wieder von vorn los.

Es läuft immer nach folgendem Schema:

  • Es beginnt meist mit verdächtigen Markierungen auf dem Gehweg. Leuchtend rosa, gelb oder grün.
    Da ahnt man schon, was demnächst anrollt: Bauzäune, Baken, Pylonen und die nächsten Monate Ausnahmezustand.
  • Dann kommt eine Firma und setzt neue Laternenmasten.
  • Monate später taucht die nächste Firma auf, um diese neuen Laternenmasten mit Strom zu versorgen.
  • Wieder Monate später baut eine weitere Firma die alten Laternenmasten ab.
  • Dann die Jungs vom Frischwasser …
  • Die vom Abwasser …
  • Die mit dem Glasfaser …
  • Die mit den Lade-Säulen …
  • und so weiter und so weiter.

Ja, von Planwirtschaft und mag man halten, was man will.

Aber das hier ist einfach nur bekloppt.

Mit Effizienz, Ressourcenschonung oder einem halbwegs intelligenten Umgang mit Budgets und den Nerven der Anwohner hat das jedenfalls nichts mehr zu tun.

 

PS: Das Basis Foto fürs Titelbild ist von mir, danach veredelt von KI. Interessant zu beobachten, wie schwer sich amerikanische KI tut, den Buddelflink aus dem Osten halbwegs detailgetreu hinzukriegen. Der war zwar nie so fusselig, aber so gehts halbwegs. Meine Güte … kann doch alles nicht so schwer sein …


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8 Kommentare zu „91) Buddelflink und Maulwurf in der großen Stadt

  1. Nach dem Buddelflink habe ich gleich mal geguckt, ich erinnerte mich nicht an ihn, und auch nicht an seine Freundin, Maus Gertrud. Da gibt es wenig Bildmaterial, wie soll die arme amerikanische KI darauf zugreifen können? Der kleine Maulwurf ist ja ganz gut gelungen.

      1. Ach was! Vielleicht buddelte Buddelflink ja zu Zeiten, zu denen ich schon 1199 guckte. Ein paar Jahre trennen uns ja. Ich war, als ich klein war, Team Pittiplatsch, Herr Fuchs und Frau Elster sowie Drehrumbum, der Runde. 😉

      2. Ah genau, Elf99 schrieb sich das. Und, hast du Mitschnitte von deinen Auftritten? Oder vom laufenden Bildschirm abfotografiert?

  2. An solche etappenweise Buddelei in alt-sozialistischen Zeiten kann ich mich aber auch erinnern. Damals dachte ich, das liegt am Materialmangel und im Überfluss-Westen müsse das alles nur so flutschen.

    Ein solche Flutsch-Beispiel konnte ich 1979-81 beim Bau des Sport-und Erholungs-Zentrum (SEZ) durch einen schwedischen Baukonzern bewundern. Nach der Wende wurde das gerade mal 10-jährige Top-Ding dann politisch schlechtgemacht, hin-und her verscherbelt und geschunden und wird jetzt bald als Schrottobjekt abgerissen – Großartige Berliner Bauerei – und in Hohenschönhausen steht eine ganzes DDR-Ende Wohngebiet mit ca, 400 Plattenbau-Wohnungen seit über 30 Jahren rohbau-aber abrissfertig tot rum!!

    1. Wenn die Baustelle „länger“ offen wäre und nacheinander kommen die Gewerke rein, könnte ich ja noch verstehen, aber hier reißt ja jeder erneut auf … und dann passiert lange nichts.

      Die Geschichte ums SEZ ist wirklich eine Trauerspiel, aber nun wird es Zeit dass es wegkommt. Dreißig Jahre planlos rumstehen, hilft ja auch keinem

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