83) Die Kartoffel-Formel

Was können wir denn heute kochen?
Vielleicht irgendetwas mit Kartoffeln.
Wir haben da noch so einige liegen.
Gute Idee. Denn der Küchenchef mag es überhaupt nicht, wenn sich Reste ansammeln.

Und so geht das dann seinen Lauf: 😉

Der Küchenchef holt die Kartoffeln hervor und fängt eifrig an zu schälen.
Es geht ihm gut von der Hand, er ist geübt darin.
Bald ist der Sack leer, die Kartoffeln liegen im Topf.
Zweifelnd schaut er von oben herab.

Reicht das für alle? Müsste doch eigentlich, oder?
Ungefähr vier Stück pro Kopf hat man ihm beigebracht.
Demnach müsste es eigentlich reichen.
Aber die sind auch unterschiedlich groß. Mhm.
Und diese Faustregel stammt aus dem letzten Jahrtausend.

Besser er macht mal lieber ein paar mehr.
So marschiert der Küchenchef zum Supermarkt.
Und weil er der Kassiererin nicht zwei lose Kartoffeln vor die Nase legen will, nimmt er gleich fünf mit.

Zurück in der Küche macht er sich wieder ans Schälen.
Nach zwei weiteren Kartoffeln kommt er zum Schluss.
Das reich nun jetzt aber wirklich.
Und was machen wir mit den drei Kartoffeln?
Die verbrauchen wir beim nächsten Mal mit.
Ah ja. Er ahnt schon wie das ausgeht.

Um diesem Mysterium auf den Grund zu gehen, bittet er die AI um eine Formel.

KitchenGPT schreibt:
Aber keine Sorge, meine Freunde, denn ich habe eine Lösung für dieses allgegenwärtige Problem gefunden. Ich präsentiere euch stolz die Kartoffelformel – die ultimative mathematische Gleichung, um das richtige Schälmaß zu berechnen.

Kartoffelformel: S = P + (M x A)

Erklären wir kurz die einzelnen Variablen. S steht für die Anzahl der geschälten Kartoffeln, P für die geplante Anzahl, M für die mysteriöse „Mehr-Kartoffel-Magie“ und A für die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines Kartoffelschälenden.

Lasst mich euch ein Beispiel geben. Nehmen wir an, ihr habt vor, 10 Kartoffeln zu schälen. Ihr seid jedoch eine äußerst faszinierte Kartoffelschälerin oder ein äußerst faszinierter Kartoffelschäler und eure durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne beträgt nur 5 Kartoffeln. Und hier kommt die „Mehr-Kartoffel-Magie“ ins Spiel, denn wir wissen alle, dass Kartoffeln eine Art Zauber haben, die uns dazu verleitet, mehr als geplant zu schälen.

Mehr solche nervenaufreibenden Kleinigkeiten >gibts hier

318) Fear of Failure

Gestern habe ich ein sehr interessante Doku über die frühen Tage der Pandemie gesehen. Doch es geht mir hier nicht um das blöde Virus und ich werde auch diesbezüglich nichts kommentieren. Heute geht es mir eher um den Vorspann. Denn da lief ein großartiges Statement von Mike Ryan (WHO), welches man sich mal auch für andere Widrigkeiten des Lebens an die Wand nageln kann.

Ich zitiere einfach mal das Original, aber ihr könnt zwei Wörter flexibel ersetzen, so wie Zutaten in einem Kochrezept.

Beispielsweise lässt sich „Virus“ durch „Climate Change“ ersetzen oder durch „Conflict“ oder durch „Change“ oder „Challenge“ im Allgemeinen.

Also los geht‘s:

„You must be the first mover
The Virus will always get you if you don‘t move quickly
And I say this:
If you need to be right, before you move, You will never win

Perfection is the enemy of the good
When it comes to emergency management
Speed drums perfection
And the problem in society we have at the moment is

Everyone is afraid of making a mistake
Everyone is afraid of the consequence of error
But the greatest error is not to move
The greatest error is to be paralyzed by the fear of failure“

Mike Ryan
Direktor für Nothilfe-Koordination WHO
(Persönliche Abschrift des Statements aus Sendung
„Der Ausbruch – War die Pandemie vermeidbar?“
ZDF 17.05.2022, Hörfehler vorbehalten)

Cool oder?