600) Generation ohne Despoten?

Dass Fußballer mittlerweile jünger sind als ich, daran habe ich mich schon länger gewöhnt. Aber da waren wenigstens die Nachrichtensprecher noch älter und Politiker kamen mit einem greisen, weisen Antlitz daher.

Das scheint sich nun auch zu ändern. Irgendwie kapiere ich jetzt erst, dass meine Generation an prominenten Stellen in der Gesellschaft angekommen ist, manche ihren Zenit sogar schon überschritten haben oder … gar nicht mehr leben.

Mit einigen würde ich gern mal ein Bier trinken gehen … mit anderen weniger. 

Hier ein paar Namen aus Politik, Sport, Kunst, Medien derer, die so +/- ähnlich alt sind: Christian Lindner, Annalena Baerbock, Lars Klingbeil, Emmanuel Macron, Dunja Hayali, Jessy Bellmer, Judith Rakers, David Beckham, Ralf Schumacher, Michael Ballak, Alexander Gerst, Jamie Oliver, Benedict Cumberbatch, Chris Martin, Christian Ulmen, Wladimir Klitschko, Alexei Nawalny (R.i.P).

Ich habe nur oberflächlich recherchiert, mag noch mehr geben, doch konnte ich zum Glück noch keine Despoten, Diktatoren, Populisten, Ober-Nazis finden … was mich echt freut. Aber es würde mich wundern, wenn die Jahrgänge um mich herum wirklich frei von denen wären. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt … vielleicht ist das aber auch ein ganz besonderer Jahrgang.

Wir werden sehen

Nachtrag: bitte jetzt nicht alle Fieslinge der Welt nachmelden, ich habe nur 1975, 1976, 1977 betrachtet, danke 😉

599) All cups in the cupboard?

Wer kennt ihn nicht den Tech-Milliardär, geboren in Südafrika, vermutlich bald sogar Mitglied der neuen US Regierung. Auf der einen Seite habe ich ja irgendwie schon Respekt, was der mit seinen Unternehmen technisch auf die Beine gestellt hat, aber so wie der sich in letzter Zeit in den Medien und gegenüber anderen Regierungen gibt, würde ich ihn am liebsten fragen …

Sorry Sir, excuse me please … few questions …

  • Do you have all the cups in the cupboard?
  • Do you have all the slats on the fence?
  • Do you have a screw lose?

Wundervolles denglisch, „I know“ … aber ich bin sicher … so manche Regierung „thinkt da quite similar“ aktuell.  Man glaubt in einem „wrong movie“ zu sein „or is waiting for the one from the hidden Kamera“ … or what?

Sechster Vorsatz für dieses Jahr: wenn ich ein E-Auto kaufe, dann nichts aus diesem Laden

Siebter Vorsatz für dieses Jahr: den eh schon schlummernden Twitter Account löschen

Man mag sich beruhigen, dass er nicht US-Präsident werden kann, weil er nicht auf amerikanischen Boden geboren wurde, aber ich trau ihm alles zu. Der sägt den Südzipfel von Afrika ab, schleppt den an den amerikanischen Kontinent und tackert den dann da irgendwo dran.

Die armen Südafrikaner …

Nachtrag 09.01.25: Einen Facebook Account habe ich nie besessen, aber den kündige ich gleich mit.

PS: Titelbild via WordPress KI

82) Berliner Digitalverhalt – Vol 2

Hier mal wieder ein Update zu typisch Deutscher Blödsinnokratie. Langjährige Leser meinen, das schon mal gelesen zu haben. Stimmt aber nicht, ist ein neuer Beitrag, es wiederholt sich halt nur alle Jahre.

Durch Wechsel der Familienkutsche im Oktober musste ein neuer Anwohnerparkausweis her. Ein grünlicher Aufkleber, auf dem mit einem Edding das KfZ-Kennzeichen des Antragstellers amtlich notiert wird. Vermutlich vom Bürgermeister selbst, deshalb dauert das so lange.

Beantragt und bezahlt habe ich den am 28.10.24, das Online Formular sieht zwar immer noch so aus, als wäre es an der Abendschule entstanden, aber immerhin geht die Bestellung komplett online.

Leider flog das klebende Dokument noch nicht in meinen Briefkasten. Daher liegt seitdem ein Ausdruck meines Antrags auf dem Armaturenbrett, damit ich kein Ticket kassiere.

Also fragte kürzlich beim Amt nach und erhielt eine automatische Antwort.

„… In der 1. Kalenderwoche bearbeiten wir Anträge mit Datum ab dem 09.10.2024 …“

Ok, dann kann das also noch 2-3 Wochen dauern.

Was bitte soll dieser Unsinn für einen Aufkleber, dessen Vorgangsbearbeitung auch nur lächerliche 20,40 für Jahre kostet. Das ist doch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme!

Warum beschäftigen wir damit Menschen im Öffentlichen Dienst, die eh mit Personalmangel zu tun haben. Haben die nicht eigentlich besseres zu tun?

Kann man das nicht an ein Privatunternehmen outsourcen oder sogar ins Ausland?

Oder warum kann ich mir so ein Ding nicht einfach online bestellen und dann aus dem Bankautomaten oder Parkautmaten drucken lassen?

Oder der indische Pizza-Fahrer bringt es einfach mit 😉

Geht nicht, muss vermutlich alles seine Ordnung haben. Geht ja anscheinend doch, denn ich stehe ja nun seit 9 Wochen mit meinem gedruckten Antrag und Zahlungsbeleg am Straßenrand und kriege keine Strafzettel. Das ist doch der Beweis dass das geht.

Niemand hat einen Nachteil, alle sind happy. Ich habe bezahlt, die Stadt bekommt diese läppigen Einnahmen und muss nicht mal was dafür tun.

Man würde Papier, Chemie, Transporte, Drucker und Nerven auf beiden Seiten sparen. Das kann doch nicht so schwer sein.

Lieber Herr Kai Wegner, ich habe Sie zwar nicht gewählt, aber darf ich sie höflich an ihr Wahlversprechen aus 2023 erinnern? Sie wissen noch … wegen „… wieder funktionieren ….“ und so? Bei den letzten Vorgängen in >2021 und >2023 dauerte es circa zwei Wochen, nun werden es wohl zwölf.

Grummel

Fortsetzung folgt …

598) Hektik in der Notdurftzentrale

Am 31.12.2024, pünktlich abends zur Silvester Party, gab es zeitweise kein Wasser mehr aus dem Hahn.

Da guckt die Party erst mal etwas dumm aus der Wäsche. Denn auch wenn der Balkon ausreichend mit Kaltgetränken bestückt ist, müssen die ja nach reichhaltigem Genuss ja auch irgendwo entsorgt werden und das geschieht in Deutschland meistens „untenrum“ und mit der Hilfe von Trinkwasser (was an sich schon irre ist).

Und während man nur noch verhalten am Glas „nippt, kommt man etwas ins Grübeln und fragt sich:

Ist nur diese Wohnung oder der Aufgang betroffen? Dann würde das Problem mit Sicherheit nicht mehr im alten Jahr erledigt werden, aber man könnte notfalls Flüssigkeiten beim Nachbarn entsorgen. Wenn der mitspielt und die Partygesellschaft durch seine Bude zum Klo marschieren lässt.

Ist der ganze Stadtteil ohne Wasser? Dann gäbe es ordentlich „Druck“ (im wahrsten Sinne), dann würden entsprechende Notdienste aktiviert, aber beim Nachbarn braucht man in den nächsten Stunden auch nicht klingeln, denn dem steht die Suppe ja auch bis ans Augenlied.

Irgendwann wurde dann klar woran es lag, ein Wasserrohrbruch im Bezirk Wedding, wodurch mehrere andere Stadtteile vom Frisch-Wasser abgeschnitten waren. Das Problem wurde recht flott gelöst (Lob an dieser Stelle). Nach zwei Stunden lief das Wasser wieder, is’ noch mal jut jejangen.

Aber jetzt mal angenommen, der Schaden wäre nicht so schnell reparabel gewesen. Lass mal mehrere Berliner Bezirke ohne Wasser sein, auf … zwölf  Stunden oder so … wat‘n dann?

Treffen die Männer sich dann auf der Straße und schauen sich die Bäume mal detaillierter an? Spülen die Damen ihr Geschäft mit bestem Aperol Spritz  runter? Und was, wenn das Essen schlecht war und alle Gäste unter Erbrechen und Durchfall leiden? Herrlich, da kommt Stimmung in die Bude. Das vergisst man wohl nie.

Alles in allem kein Drama, aber mal ganz interessant zu spüren, wie es denn so wäre, wenn in einer Großstadt Strom, Wasser oder andere Selbstverständlichkeiten ausfallen.

An dieser Stelle sei wieder mal die Kurzgeschichte „Schöne Scheiße“ vom guten Andreas Eschbach empfohlen. Genau das passiert dort nämlich und alle Menschen können wunderbar mit Maus und Tastatur umgehen, aber keiner kann mehr einen Abfluss reparieren.

Oder ihr schaut mal die ersten Minuten von „Slumdog Millionär“, da gibts auch ne nette Szene in der Slum-Latrine.

In diesem Sinne

Wasser imarsch

597) 1000

Schwupps, da ist er nun, der 1000. Beitrag meiner kleinen Privat-Bloggerei. Pünktlich zum Neujahr. Hätte ich ja damals nicht gedacht, als ich den Blog 2018 in einem Portugal-Urlaub gestartet hatte.

Tja, und was machen wir nun zu dieser besonderen Ausgabe? Ein Quiz? Eine Verlosung? Ein Best of? Ein making of? Ein Werkstatt-Gespräch? Vielleicht ein anderes Mal.

Heute will ich euch zunächst einmal euch fürs Lesen und Kommentieren danken. Und dann selbstverständlich den Menschen um mich herum, die diesen Zweit-Job unterstützen und tolerieren, wenn ich mal wieder mit dem Tablet verschwinde.

1000 Beiträge ist eine menge Holz, wie man so schön sagt. Und es wäre auch noch gar nicht dazu gekommen, hätten wir die Pandemie nicht gehabt, die natürlich etwas mehr Freizeit mit sich brachte aber auch genügend Dinge zum Nachdenken und Kommentieren.

Alle sechs Kategorien haben sich gut entwickelt.

Die Kategorie >Verrückte Welt ist mit knapp 600 Beiträgen die umfangreichste geworden, da steckt aber auch das ganze Thema COVID drin und alle sonstigen Beiträge, die sich nicht in die anderen fünf Kategorien einsortieren lassen.

Die >Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial, haben nun auch die Schallmauer von 100 Beiträgen durchbrochen und belegen damit den zweiten Platz. Eigentlich dachte ich, dass die Rubrik mal austrocknet aber es gibt immer was Neues im Alltag, worüber ich mich herrlich aufregen kann.

Bei >Metropolen-Egoismus und andere Aufregbarkeiten scheint mit circa 80 Beiträgen eine gewisse Sättigung einzutreten, wenn doch eigentlich das Blog-Projekt mit dieser Kategorie gestartet ist.

Die Kategorie >Fiction wuchs auf ca. 70 Beiträge und macht mir sehr viel Spaß, auch wenn es mich echt fordert, Stories komplett auszudenken. Aber es gibt mir mehr Raum für Kreativität und ich kann Dinge loswerden, die ich sonst nicht schreiben könnte. Und mein virtueller Mitstreiter >T.Bot und mein Alter Ego >Noah helfen mir dabei. Dank auch an dieser Stelle.

Bei den >Gastbeiträgen ging’s auch vorwärts, es sind nun schon 13 Beiträge. Danke fürs gelegentliche Schreiben, hier kann 2025 noch mehr passieren Leute 😉

Liebe Grüße auch an das Blog-Büro in Warnemünde. Dort wird man nicht müde, mich auf fehlende Kategorisierungen oder Fehler in der Nummerierung der Beiträge hinzuweisen. Weiß eigentlich gar nicht warum ich das mache. Habe halt mal begonnen damit.

Also dann, machen wir mal weiter …

und freuen uns auf den Frühling …

der bei mir etwas eher eintreten wird …

aber mehr dazu in in KW 4.

PS: Titelbild via WordPress KI

596) 810

Ja, 810 Kilometer waren es dieses Jahr auf walkende / joggende Weise. Damit blieb das Läuferjahr zwar hinter der eigentlichen Planung zurück, aber das aus guten Gründen.

Im Januar konnte ich nur ein bisschen in >Bengaluru joggen und obwohl es da durchaus etwas Grün in der Nähe des Hotels gab, war das nicht wirklich ein Vergnügen.

Im April waren wir auf >Peloponnes, aber ich konnte mich nicht aufraffen, Olympia und seine Strapazen war zu präsent und das leckere Gyros Pieta an jeder Kreuzung zu haben.

Die Monate Juli und August waren aus sportlicher Sicht ein Totalausfall wegen >Kettensäge im Fuß und Urlaub in >Nordspanien, beides irgendwie aufregend aber nicht förderlich für Sport.

Aber Schluss mit den Ausreden. 810 Kilometer ist auch nicht so übel und entspricht ca. 90 Stunden bei denen ich wunderbar Podcast und Hörbuch hören konnte.

Meine Begleiter

Und natürlich Hörbücher,
Da wird‘s nie langweilig.

595) 2025

Morgen am späten Abend beginnt das Jahr 2025. Meine Güte, was für eine Zahl, oder? Zweitausendfünfundzwanzig. Klingt schwer nach Zukunft irgendwie. „Computer-Logbuch der Enterprise, wir schreiben das Jahr 2025 …“ hört man Captain Kirk im Off sprechen.

Für mich als Kind war ja das „irgendwann mal kommende“ Jahr 2000 schon Science-Fiction. Nun sind wir sogar schon 25 drüber und haben Falten, Rücken und fressen Pillen. Und eigentlich hätte ich erwartet, man könnte mit Autos durch die Stadt fliegen, das Beamen wäre erfunden oder mit einem Mausklick ließen sich fiese Krankheiten heilen. Aber so schnell geht das dann eben doch nicht und Entwicklungen brauchen ihre Zeit. Das fände ich auch alles gar nicht so schlimm, wenn es stetig vorwärts gehen würde, von mir aus auch in kleinen Schritten. Leider scheint es aber aktuell wieder rückwärts zu gehen und in manchen Dingen nähern wir uns wieder Zuständen, die längst überwunden galten. Zum Beispiel im Umgang mit Minderheiten, bei den Frauenrechten, bei der Frage, wie wir mit unserem Planeten und den Ressourcen und Staatsgrenzen da drauf umgehen. Da ging es doch mal eine Zeit lang echt gerade aus, aktuell sieht mir das nicht so rosig aus.

Aber die optimistische Fraktion der Familie sieht ein gutes Jahr 2025 voraus also werde ich mich daran mal festhalten und zumindest im Kleinen versuchen, meinen Anteil zu tun.

Rutscht gut rein, lasst es krachen, aber bitte nicht so laut, gegen 02:30 Uhr will ich pennen.

T.Head

101) Hat das jemals einer benutzt? 

Die Frage stelle ich mir recht oft, wenn ich Produkte benutze. Da haben hochbezahlte (?) Produkt-Designer anscheinend viel (?) Zeit in die Optik investiert, als es aber um die reine Handhabung ging, war vermutlich schon Freitagnachmittag. Am meisten ärgert mich das dann, wenn man eben keinen Billo-Kram aus Fernost kauft, sondern sogenannte Markenware.

Ein paar Beispiele:

Vor Jahren hatten wir uns mal ein neues Kuppelzelt angeschafft, von J* einem renommierten Hersteller für Outdoor-Equipment. Die Reißverschlüsse waren dermaßen bescheuert gebaut, dass man immer zwei Hände brauchte um sie zu öffnen. Entweder will man aus dem Zelt raus oder wieder hinein. Wer jemals Zelten war, der weiß, dass man immer irgendetwas in den Händen hat, was man ungern im Dreck drumherum ablegen will.

Beim Staubsauger von S* und auch bei dem Akku-Schrauber von B*, beides Deutsche Hersteller, muss man bei einem Mechanismus einen Teil von sich wegschieben, während man ein anderes Teil an sich heranziehen muss. Sorry, das kriegt mein Kopf nicht hin. Beide Funktionen sind nicht sicherheitsrelevant, also kann ich mir das nicht mit einer Kindersicherung erklären, sondern einfach nur damit, dass die Dinger niemals im echten Leben getestet wurden.

Meine kleinen Unterwegs-Kopfhörer von B* haben einen tollen Klang, mag ich wirklich, nur warum sagen die mir nur beim Anschalten, dass die Batterie nur noch 10% geladen ist, statt beim Ausschalten. Das macht doch gar keinen Sinn. Vor ein paar Monaten habe ich neue Jogging-Kopfhörer von A* in die Tonne geschmissen, weil die Dinger bestimmte Funktionen nicht mehr mit gesprochenem Text bestätigten, sondern nur noch mit „dideldum“ oder „dadadi“. Woher soll ich denn wissen was „dideldum“ und „dadadi“ bedeute?. Die aktuellen Laufkopfhörer von T* sind auch Misst. Zum einen gibt‘s da nur noch drei Knöppe, die man jeweils 1,2,3,4,5 drücken muss um irgendetwas zu erreichen. Ich will doch keine Bedienungsanleitung mitnehmen, Mensch! Zum anderen, sind die Knöppe so flach gebaut, dass man sie beim Rennen kaum ertasten kann.

Ich wäre für ein neues Label.

„Real-Life approved“
Oder
„Praxis Check – Nicht nur schön, sondern auch brauchbar.“

594) Kulinarische Abgründe

Wer hat sie nicht, geheime Lieblingsspeisen, die so lecker sind, aber doch so unvernünftig, unkorrekt und irgendwie un… , na so dermaßen un… halt, dass man sie nicht an die große Glocke hängen will.

Vielleicht weil sie völlig ungesund sind. Oder auf unangebrachte Weise hergestellt. Oder unvereinbar mit dem Tierschutz. Oder irgendwie nicht ganz im Zeitgeist liegen. Oder ekelig aussehen. Oder schweineteuer sind und von weit weg zu uns transportiert werden.

Ich will mal überlegen, welche das vielleicht vielleicht bei mir sind:

Bei den warmen Speisen steht ganz oben auf jeden Fall der Broiler. Ja, totes Huhn, vom Grill. Gigantisch, ein Hochgenuss, am besten mit Butter-Erbsen und Pommes.

Bei den Snacks sind es wohl die Erdnüsse. Ihr könnt mir ne Kiste Schokolade vor die Nase stellen und eine Büchse salzige Erdnüsse und ich weiß genau was passiert. Mit Erdnüssen könnt ihr ein Geständnis aus mir herauspressen. Upps. Hätte ich wohl besser nicht schreiben sollen.

Beim Obst, ist es wohl die Mango. Na, da gibt’s ja häufig nur die steinharten Wurfgeschosse aus Peru, die wochenlang lang auf dem Schiff unterwegs waren oder das Flug-Obst für fünf Euro das Stück. Nun ja … was soll ich sagen … —> Rezept unten

Aus Kuchen oder Nachspeisen, da mache ich mir eigentlich gar nichts draus. Kann ich locker vorbeigehen, sollte mir aber jemand ne Erdbeertorte vor die Nase stellen oder eine Schüssel eiskaltes Rhabarberkompott mit Vanille-Sauce … —> siehe Erdnüsse.

Aus der Gemüseecke würde ich vermutlich Wald-Pilze nennen. Sie tragen nicht nur Schwermetalle oder Radioaktivität in sich, sondern wunderbarste Kindheitserinnerungen an Urlaube in schwarzweiß. Auch ganz großartig sind Auberginen … leider nicht mehrheitsfähig hier … deshalb darf die „Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen“ auch ab und zu mal auf Dienstreise. … —> Rezept unten

Und nicht zu vergessen: „Kaviar“-Creme (aus Heringsrogen) aus der Tube, Hering in Tomatensauce aus der Büchse, Sriracha Sauce (roter Deckel) und natürlich Bautz‘ner Senf (orange) … am liebsten aus dem Eimer.

Was sind denn eure heimlichen Lieblingsrezepte, die man besser für sich behält?

Beste Rezepte ever:

Reife Mango in Stücke schneiden.
Banane in Stücke schneiden.
Beides zusammen, Zitrone drüber … fertig.
=Gedicht.

Aubergine in Scheiben schneiden
In Oliven-Öl anbraten
Stück für Stück in den Ofen zum warmhalten
Zaziki drüber, Sriracha Sauce, Schnittlauch
=Bombe

Spaghetti kochen
Salami anbraten, Nudeln drauf
Würzen, wenden, warten
Streuselkäse drüber
=Satt

Also wenn ich jetzt so drüber nachdenke, fallen mir da noch andere Leckerheiten ein.

12) Akteneinsicht 1991: Abklingbecken

Ich kann gleich vorweg nehmen, dass das Hausaufgabenheft 1991 etwas öde und lückenhaft ist. Das Datum zur jeweiligen Woche fehlt oft, was für eine Schlamperei, das hätte es zu DDR-Zeiten nicht gegeben. Und im Vergleich zu 1990 steht auch kaum noch etwas Spannendes drin. Alles bezieht sich „nur noch“ auf die Schulfächer. Ich könnte jetzt so etwas wie „Kittel mitbringen!!“ zitieren, „Mathearbeit“, „Scheibenkupplung“, „Kolonialpolitik lernen“ oder „Freude, schöner Götterfunken“, aber das wäre langweilig.

War das Schulleben mit der Deutschen Einheit wirklich so trist geworden? Hatten die Lehrer den Eltern nichts mehr mitzuteilen? Gab es denn nichts mehr an mir herumzukritisieren, nichts mehr zu “formen“? Keine Klagen über mein Betragen zu notieren, keine Gängeleien mehr in roter Schrift, die vom Elternhaus gegengezeichnet werden mussten?

Oder hatte ich einfach nur langsam eingesehen, dass es nicht weitergeht, wenn ich nur auf „anti“ spiele?

Vermutlich war es von beidem etwas. Die Lehrer zogen sich aus dem viel beschworenen Dreieck „Schule – Elternhaus – Pionierorganisation“ zurück und überließen die Erziehung den Eltern … und dem neuen Privat-Fernsehen. Aber da zu Ende 1991 das Ost-Berliner Schulsystem umkrempelt werden sollte, musste ich mich auch etwas zusammenreißen, wenn ich mit meinen beiden „Blutsbrüdern“ R. und S. auf das selbe Gymnasium wechseln wollte.

Im Folgenden nun wieder Einblicke in mein Hausaufgabenheft, meine Einträge belasse ich „normal“, die von Lehrern/Schülern mache ich fett und heutige Kommentare gestalte ich kursiv.

<<Hausaufgaben>>
14.01.91: Essensgeld, 20 DM (Oktober 1990 waren es noch 42 M)
25.01.91: Betragen 2 (wat‘n nu ? … Neujahrsvorsätze?)
04.05.91: Betragen 3, Mitarbeit 2+, Fleiß 2 (is‘ ja widerlich)
13.05.91: Wandertag (Fahrschein 4,00 + Döner = 7,50 M) … ja Döner 3,50 kaum zu glauben

<<Auszug Geographie-Arbeit>>
…Es fehlt hauptsächlich Geld, denn mit Geld kann man den Hunger stillen, Bildung organisieren und damit das Bevölkerungswachstum verhindern. Aber bei einem Kreislauf ist es schwer anzufangen. Gibt mein Geld für Nahrung, ernähren sie auch die kleinen Kinder -> Bevölkerung wächst …
Also, sterben lassen? Das geht doch wohl nicht!

<<Auszug, Russich-Arbeit>>
… Nach der Prüfungsbewertung wäre das „5“ , da du nur eine Stunde Zeit hattest und trotzdem vieles richtig hattest, würde ich dir eine „3“ geben. Entscheide selbst ob du sie haben willst.

Ich war erste Stunde nicht da!!!

<<Zeugnis>>
T. hat in diesem Schuljahr trotz der schwierigen Lernbedingungen der Klasse erkennbar versucht, in verschiedenen Fähigkeiten sein Leistung zu steigern. … im kommenden Schuljahr selbstverständlich seinauch sein Arbeitsstil auf Gewissenhaftigkeit und systematisches Vorgehen zu überprüfen … wird in die neunte Klasse versetzt

<<Außerunterrichtliche Veranstaltungen>>
Elternversammlung am 6.3.1991, 19:00 Uhr, Aula
Thema: Perspektive der Schule

<<Mitteilungen>>
In Informatik Hefter:
16 Bit-Rechner, No Name Computer.

Betriebssystem (MS DOS)

  1. Laufwerkswechsel zum Beispiel von C: nach A:
  2. Inhaltsverzeichnis anzeigen „DIR“ (directory)
  3. Verzeichniswechsel „cd“ (change directory)
  4. Ausführer Programme COM, EXE, BAT

<<Hinweise>>
DEPECHE MODE
Pimpf
Behind the wheel
Strange Love

Never been down again.
Question of last.
Master And Servant

Just can’t get enough.
Everything Counts

… ein riesiges Meer ab musikalischen Möglichkeiten tat sich auf.

<— 11) Akteneinsicht 1991: Zwischen Heimat und System