113) Lieber `ne Taube auf dem Dach

… als ein Täuberich auf dem Balkon.


Es ist Frühling, ja, ick weiß. Die Vögel suchen sich lauschige Plätzchen für ihren Nachwuchs. Soll ja auch so sein, aber bitte nicht bei mir auf der Terrasse.

  • Den schwarzen Raben aus Plastik haben sie letztes Jahr schon nicht ernst genommen. Die spiegelnden Silber-Girlanden umflogen sie bereits einen Tag nach der Installation.
  • Bei den Windmühlen im Blumenkasten habe ich eher Angst, dass sie in den Hof segeln und dem Typen im Erdgeschoss auf den Streuselkuchen fallen.
  • Im Baumarkt gibt es so Stachel-Dinger, die sehen ganz schön martialisch aus. Sie nennen sich „Taubenschutz“. Ja, Schutz. „Taubenschutz“, so wie „Sondervermögen“ oder „finaler Rettungsschuss“.
  • Es gibt auch Anbieter, die Tauben mit „Tönen“ und „Ultraschall“ vertreiben wollen. Aber da dreht irgendwann die ganze Nachbarschaft durch.
  • Morgen werde ich mal durch den Kiez gehen. Es gibt bestimmt schon Tauben-Pflüsterer, Entwicklungsberater oder Start-ups, die den Vögeln helfen, ihr Nesting-Potenzial zu entfalten.
  • Nach kurzer Recherche sind alle Mitbewohner erstaunt, wie schlau die Biester wohl sind und welch irres Seh-, Orientierungs- und Erinnerungsvermögen sie haben. Nicht umsonst haben sie früher die E-Mails zugestellt.

    Der Stammhalter referiert über diverse Fundstellen im Internet, wonach Tauben mit verschwörerischer Wahrscheinlichkeit eher Technische Abhör- Und Beobachtungs-Einheiten sind. Ganz bestimmt. Ich sehe es quasi vor mir.

    PS: Titelbild via KI … die Taube verhält sich sehr Ressourcen-schonend, sie benutzt auch die Rückseite des Tablets 😉

16) 1000 Tage Balkonkraftwerk – eine Bilanz (Gastbeitrag Hermann)

Die Ausbeute meines kleinen Balkonkraftwerks hält sich in Grenzen, das liegt aber nicht an der Technologie oder der Sinnhaftigkeit des Ganzen, sondern eher an den baulichen Gegebenheiten bei uns zu Hause. Insofern bleiben neben ein paar kleinen Erträgen hauptsächlich ein gutes Gefühl … und die Erkenntnis, wie denn nun die Sonne hier im Detail verläuft.

Bei Hermann rollen Euro und kWh deutlich besser, ein positiver Bericht aus Berlin-Mahlsdorf

Beginn Gastbeitrag Hermann:

Kürzlich ging durch die Nebennachrichten, dass sich die Solarenergieerzeugung in Deutschland sehr gut entwickelt hat. Eine Gesamtleistung von fast 100 Gigawatt ist schon deutlich mehr als die Windkraft.

Darin stecken auch ca. 450.000 sogenannte Balkonkraftwerke. Die machen natürlich nur einen geringen Anteil an der Gesamtkapazität aus, aber immerhin….

……. und ich konnte den 1000. Betriebstag feiern!

Anschubser:

Fernsehwerbung der Fa. Greenakku und die überraschende Erkenntnis, dass unser Stromverbrauch im Sommer höher als im Winter ist. 

(In der Coronazeit hatten wir uns einen Pool in den Garten gestellt, dessen Pumpe aber viele Stunden täglich laufen soll) Dazu die bekannten Grausamkeiten der Weltpolitik.

Bilanz:

Anlage Mitte 2022 selbst installiert, Leistung 600W maximal. Solarpaneele, Wechselrichter und Auswertungs-App als Paket eines deutschen Händlers; alles aus China, Kosten damals 800 €.

2 Platten je 1, 4 x 1m auf einen Schuppenflachdach. Eine nach Süd-Ost, eine nach Süd-West ausgerichtet, um möglichst viel Sonnenlicht über den Tagesverlauf zu nutzen.

Die Bilder unten zeigen Daten aus der App.

Immerhin wurden 1,38 Mwh erzeugt, pro Jahr also rund 500 kwh. Das sind rund 20% unseres jährlichen Stromverbrauchs.

Die zulässige peak-Leistung von 600W wird auch erreicht, sogar an diesem besonderen Tag.

Die knapp 1400 kwh konnten wir weitgehend selbst verbrauchen. Der nicht genutzte Überschuß, der leider unentgeltlich ins Netz abgeliefert werden muss (eine Spende an die Energiewirtschaft, die meinen Strom an die Nachbarn verkauft) betrug 180 kwh, also knapp 13% „Verlust“.

Mit der Verringerung des Stromeinkaufes amortisiert sich das Ding in ca. 5 Jahren und leistet einen kleinen guten Beitrag zur Umstellung auf saubere Energie.

Der auch damit gespeiste Elektroroller für Kurzstreckenfarten ist rd. 5000 km (fast) nur mit Sonne gefahren und hat 500 l Sprit vermieden.

Fazit: 

wenn das Verbrauchsprofil passt (mit einem gewissen Verbrauch tagsüber) ist ein Balkonkraftwerk ein sinnvoller Beitrag zur Energiewende.

Ende Gastbeitrag Hermann:

Na, das sind doch ma gute Nachrichten oder? Für mich geht’s morgen Richtung Norden, Richtung Wind-Energie, mal sehen, was man von dänen noch so lernen kann 😉