Der Stammhalter singt oft, und ich höre gern zu. Er wird kein Presley, Mercury oder Collins werden. Soll er auch gar nicht. Er soll einfach ungezwungen in die Welt der Musik und deren Texte eintauchen.
Er versteht und wiederholt die englischen Lyrics mit einer Leichtigkeit, da werde ich blass vor Neid. Ich habe jahrelang irgendeinen Stuss gesungen, weil ich die Texte nur erraten konnte. CDs mit Booklets waren teuer, und das Internet gab es noch nicht. Manchmal gabs ausgeblichene Kopien von Songtexten, mehr aber auch nicht.
Immer häufiger singt er Refrains oder ganze Strophen, bei denen ich denke: Das ist doch … na … weißt schon… wie war das noch gleich … kenne ich von früher… liegt mir auf der Zunge … na der … man jetzt sag schon … genau der.
Das macht mich wirklich happy. Er ist nicht in düsteren Gangsta-Rap, Death Metal oder weichgespültem Privatradio abgetaucht, sondern in Musik, in der ich mich auch wiederfinde und auch einen internen Film parat habe. Und das, ohne dass ich ihm das aufgedrückt habe.
Also blättern wir gemeinsam durch die verbliebenen CDs. Er entdeckt den „Disc-Modus“ der HiFi-Anlage und die mögliche Lautstärke die in ihr steckt. Bediene dich, mein Sohn, hau rein. Aber du gehst an die Tür, wenn der Nachbar klingelt.
Vorhin liefen die Chili Peppers, dann „Don’t look back in anger“ von Oasis und nun… oh… ich glaube, ich höre die ersten Takte von Radiohead‘s „Creep“.
Ich glaube mir ist gerade ein Saharastaubkorn ins Auge geflogen.
Nun ja.
PS: Titelbild via KI … der linke bin ich wohl 😉
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Unsere Jüngste und ich haben unsere gemeinsame Leidenschaft für ABBA entdeckt. Wenn wir zusammen in der Küche werkeln, üben wir immer für unseren nächsten gemeinsamen Karaoke-Auftritt😊
das kann ich mir gut vorstellen, singt ihr dann auch in den Kochlöffel? … musst nicht antworten … ich weiß es 😉
Was in der Küche geschieht, bleibt in der Küche😁
Hah, ja genau!
Die Zeiten haben sich geaendert. Frueher hat man deutsche Schlagertexte gelernt, jetzt helfen englische Texte die Sprachkompetenz zu erweitern. Die Deutschen sind da schon fast gleichberechtigt. Es gab und gibt in Deutschland aber auch viele Unterhaltungskuenstler die englisch als Muttersprache haben und deutsch singen koennen. Das fing mit Elvis Presley an und hat mit Howard Carpendale aufgehoert. Der singt zwar immer noch auf deutsch, aber meistens alte Lieder.
Mein Lieblingslied aus den 60ern ist:“Ich kauf mir lieber nen Tiroler Hut der steht mir so gut, der steht mir so gut. Dann spiel ich immer wieder Blasmusik, immer nur das selbe Stueck.“
Auch der Saenger dieses Lieder sprach englisch bevor er sich in die deutsche Lyrik verliebte.
Oh ja und nicht zu vergessen … Roger Whittaker … lieben Gruß an meine Oma … wenn es da oben schon WiFi gibt