570) Mit Zettel, Stift und Tastatur – 15

Ein paar Schnappschüsse der letzten Wochen, bitten eindringlich entlassen zu werden. Na jut. Hier sind sie.

Fangen wir mit einem „nachhaltigem Label für Frauen in allen Größen an“ …

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… und machen mit einer schwierigen Kombination aus „Vergewaltigung“ und „Advertisement“ weiter.

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Man könnte meinen, es gehe um „untenrum“, aber es geht wohl um Eigentumswohnungen. Wieder was gelernt.

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Und noch ein Bild aus der Kategorie „hintenrum“. Fällt denn den Werbeagenturen nichts besseres mehr ein?? Man stelle sich dort einen Frauen-Hintern vor … da wär aber was los gewesen.

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Hier kümmert sich ein junger Kerl mal um die Ampel und fordert Veränderungen.

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Apropos Ampel, nächstes Wochenende wird in Brandenburg gewählt. Ich hoffe, 4,2 % der Wähler schalten noch ihren Kopf ein. (Quelle: https://dawum.de/Brandenburg/)

Und nun zur Digitalisierung in der Region.

„Wir möchten die Potenziale der Digitalisierung zum Wohle der Menschen und der Unternehmen in unserem Land ausschöpfen. Um das zu erreichen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören vor allem gut ausgebaute und flächendeckende digitale Infrastrukturen.“ (Auszug aus „Digitales Brandenburg“ https://digitalesbb.de/ubersichtsseite/digitales-land/)

Jup, ein Anfang ist gemacht.

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Beim anderen Mega-Thema Nachhaltigkeit, sind die Erlanger Bürger schon weiter. Sie haben einen Nachhaltigkeitstag.

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Und im hippen Berlin gibts eine Krabbelgruppe für Eltern. Schade, dass meine Kinder schon älter sind.

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Und zum Schluss noch das Thema Wassermangel. Aber zum Glück gibt es noch Alternativen.IMG_0990

568) Guten Morgen ihr Vögel!

Neulich drehte ich meine Runden auf dem Sportplatz. Wie immer unter Einsatz von Kopfhörern, das ist meine Art zu lesen. An der Zielgeraden trennt ein Zaun den benachbarten Fußballplatz ab und dient nebenbei noch als Tribüne für viele Tauben. Also trottete ich an dem Federvieh vorbei wünschte gedanklich guten Morgen und dachte kurz drüber nach, was die sich wohl so zu unterhalten haben.

„Der Typ da, der hat ja auch‘n Vollschaden, … rennt hier 06:30 Uhr durch unseren Vorgarten.“

„Wieso denn, so‘n bisschen Sport würde dir auch mal ganz gut tun, mein lieber.“

„Ach, so lange ich hier nicht hinten runter kippe und noch fliegen kann, ist doch alles gut.“

„Geht ja auch darum, dass man sich etwas fordert, Selbstdisziplin und so weißt du?

„Hunger hätte ich, was gibt‘s zum Frühstück? Pizza, Chips? Soll ich mal gucken fliegen?

„Ich mag gar nicht an Essen denken, der Döner-Rest gestern liegt mir noch im Magen. Mir reichen ein paar Krümel.“

„Vielleicht solltest du mal aufs Klo fliegen, der Wagen vom Hausmeister sieht recht sauber aus.“

„Aber der steht nun auch wirklich mitten auf dem Weg, vielleicht finde ich noch ein privateres Plätzchen.“

„Und was machen wir heute so? Haben wir schon was vor?“

„Wir gehen es mal etwas ruhiger an, sitzen hier noch etwas herum, dann fliegen wir vielleicht mal um den Block auf‘n Eis oder so.“

„Heute Nachmittag soll hier ein Riesen Sportfest sein, habe ich gehört.“

„Oh, das wird voll und laut. Vielleicht sollten wir doch lieber die Fliege machen.“

„Wir könnten mal beim Stadtfest vorbeifliegen, müssen ja nicht lange bleiben, könnten dort aber einen Happen essen.“

„Na gut, sollten aber nicht so spät zurückkommen. Muss morgen nach Bayern fliegen, Tauben-Treffen weißt ja, der Chef will uns auch mal wieder sehen.“

„Auf der Strecke soll es Gegenwind geben für die nächsten 6 Monate“.

„Echt, oah dann muss ich ja noch früher raus. Nerv …“

„Könnt ihr das nicht virtuell machen?“

„Kapiere ich auch nicht.“

„Na dann, lass uns abfliegen.“

Tja, Tauben sind auch nur Menschen 😉

567) Hot town, Summer in the City

Wir erleben, … genießen oder erleiden … je nach Belieben, einen heißen Spätsommer. Politik und das große Weltgeschehen klammere ich mal aus, mir geht’s jetzt hier mal nur ums Wetter. Seit Tagen herrschen in Berlin jeden Tag um die 30°. Heute Morgen 5:30 Uhr zeigte das Außenthermometer 23°, tropische Nächte in Folge. Ich finde das gar nicht so schlimm, denn ich hocke auch den ganzen Tag im gut isolierten Höhlen-Office, wundere mich über den anhaltenden Sommer, wenn ich mittags mal kurz vor die Tür gehe. Würde ich im Freien arbeiten, oder mich jeden Tag in eine volle S-Bahn zwängen müssen, würde ich vielleicht anders über diese Temperaturen denken.

Ist das denn noch normal?

Die Klimatabelle bei wetter.com zeigt den durchschnittlichen Höchstwert der letzten Jahrzehnte bei 19° für den September. Beim Rückblick auf die letzten 7 Tage lagen wir mit 25°C  bis 34°C also deutlich über Schnitt. Allerdings gab’s wohl auch schon mal einen Klimarekord von 34° im September, unklar, ob das aus einem früheren September stammt oder aus diesen Tagen. Und es gab wohl auch schon mal ein absoluten Tiefstwert von 0°. Oh nein. Bitte nicht dann gerne noch die 30° für die nächsten Wochen, denn an 0°, auch nicht 10° möchte ich aktuell gar nicht denken.

Also genieße ich jeden Tag, versuche Zeit draußen zu verbringen, denn Herbst und Winter kommen bestimmt und das nehme ich dann auch an meinem Stimmungsthermometer war. Menschen um mich herum vermutlich auch.

Parallel lote ich Arbeitsoptionen in wärmeren Gefilden für den Januar aus. Mich schon mal so langsam an die „senioren Winterflucht“ heranarbeiten …

(C) Titelbild: Screenshot WeatherPro

552) Datenstriptease beim Wohnungsgesuch

Kaum geht man hier durch den Kiez, kommt man schnell an Wohnungsgesuchen an Laternenmasten vorbei. Liebevoll gestalte Abrisszettel, mittlerweile auch mit stolzen Prämien garniert. Aber mit Geld winken, reicht da wohl auch nicht mehr, so scheint es. Am Wochenende fand ich ein Wohnungsgesuch mit Familienfotos. Glückliches Paar mit Kind, in drei verschiedenen Posen, Beschreibung des Begehrs, ergänzt um diverse QR-Codes mit Kontaktmöglichkeiten. So weit ist es schon gekommen, vorbei die Zeit wo drei Gehaltsnachweise und ein Kasten Industrie-Konfekt ausreichten. Heute, da muss man schon mehr auffahren.

Wo das wohl noch hinführt?:

  • Polizeiliches Führungszeugnis, Bürgschaft des Brötchengebers
  • Laborbericht plus Haarlocke, HIV-Test versteht sich von selbst
  • Letter of Intent, Lebenslauf, Schriftprobe mit links und rechts
  • Familienstammbaum bis ins Jahr 1924, gern auch Ahnenpass
  • Zugriff auf die Schritte-und Stop-Smoking-App
  • Gewicht, Bauch-und Brustumfang je nach Geschlecht
  • Keine Erdnüsse im Schrank, keine Cannabis-Pflanzen auf dem Balkon
  • Partyveranstaltungsverzichtserklärung, Schweigegelübde für den Hausflur
  • Standpunkt zu Ukraine, Palestina, Europa, … Syrien  … Kashmir, Tibet, Taiwan etc

Sonst noch was?

Frühere Beiträge zum Thema:

108) Postkarte aus Berlin: Mit Demokratie 2

What? Schon wieder so ein Postkarte aus Berlin … mit Demokratie? Ja, schon wieder. Die letzte gab es —> hier vor einigen Tagen und da morgen Europawahl ist, kann das nicht schaden. Morgen entscheidet sich, wie die knapp hundert Sitze für Deutschland verteilt werden und wieviele davon die AfD bekommt, die mit der EU eigentlich nichts zu tun haben will. Schon absurd, dass die da überhaupt rein-und rausgehen dürfen und deren Abgeordnete ja dann auch noch ein Gehalt von der EU … uns … beziehen. 

Zu Fuß ging’s vom Alex, über Dom, Spree, Lustgarten und Unter den Linden …

… zum Brandenburger Tor, was ja nun schon so Einiges erlebt hat …

… und noch erleben wird, denn es wird ein zweites Tor gebaut, für die kommende Fußball-EM …

… und dann ging’s weiter zur Demo-Demo. Jawoll. Demo-Demo. Doppelt hält besser.

In diesem Sinne, geht morgen hübsch wählen … ich hab‘ da mal was vorbereitet … müsst nur ankreuzen. Nummer 4 hat sich disqualifiziert, schade ums Papier.

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Schönen Wahl-Sonntag!

548) Wohntraum in HD

In einem Kommentarwechsel mit Anuschka https://annuschkasnorthernstar.blog/2024/05/21/kleine-umfrage/ kamen wir doch recht schnell zur Sache, dass dieser Tage doch eher zum Neukauf angeregt wird (z.B. Auto, Fernseher), statt weniger zu konsumieren oder die Dinge bestenfalls länger zu nutzen.

Eine Milchjungenrechnung macht das Problem schnell klar. Einen Fernseher aus Fernost kriegt man für 400,00 €, eine Mietwohnung kostet monatlich schnell das dreifache. Wenn man überhaupt eine Wohnung bekommt. Ein Jahr Warmmiete für eine Bude, hat also ungefähr den Gegenwert von 36 Fernsehern.

36 Fernseher haben ungefähr eine Fläche von sagen wir mal 20 Quadratmetern, nicht gerade üppig, aber eine Parkbank für die Nacht hat noch weniger Fläche.

Dann braucht man noch 4 Seitenwände …  a 2,50 m hoch … macht ungefähr 72 weitere Fernseher … also kann man sich mit ca. 100 Fernsehern ein schicke Hütte bauen. Baut man Reihenhäuser aus Fernsehern spart man Seitenwände, bei Hochhäusern spart man Zimmerdecken. Das sollte auch recht flott gehen, die Chinesen liefern so schnell, da hat das deutsche Planfeststellungsverfahren noch nicht mal begonnen. Man muss eigentlich nur den Suez-Kanal offen halten. Fernseher produzieren genug Abwärme und wenn man jeden 5 Fernseher durch eine Solar-Fläche ersetzt, kann man noch Strom erzeugen. Liefern auch die Chinesen. Man hat immer (zugegeben schlechte …) Unterhaltung, aber der Mietmarkt ist halt auch kein Pony-Hof. Man sollte nur auf abgeschirmte Fernbedienungen achten, sonst gibts schnell ein großes Chaos. Oder man delegiert die Programmwahl einfach an den Vermieter oder die nächstliegende Populisten-Partei, dann muss man sich da nicht drum kümmern.

Schöne neue Welt.
Ihr wisst ja, „Sun always shines on TV“ … (h)a-ha

PS 1: Wer wissen will, wo das mal enden kann … dem sei Black Mirror Staffel 1, Folge 2 ans Herz gelegt. Auch mehrfach sehenswert.

PS 2: Der Text ist von mir, aber der Titel ist von ChatGPT. Hier noch weitere Vorschläge, falls ihr was dazu schreiben wollt.

  1. „Glotzbauten: Die Zukunft des Wohnens“
  2. „Fernsehtürme: Ein Baukonzept der Extraklasse“
  3. „Bildschirme statt Backsteine“
  4. „Wohntraum in HD“
  5. „Pixelpaläste: Wo Wohnen zum Erlebnis wird“
  6. „Flachbildfassaden: Die Revolution des Bauens“
  7. „Von der Mattscheibe zum Mauerwerk“
  8. „Wohnzimmer 2.0: Fernseher als Ziegel“
  9. „Die Baukunst der Zukunft: Fernsehen, nicht Beton“
  10. „High-Tech-Heime: Wohnhäuser aus Fernsehern“

107) Postkarte aus Berlin: Mit Demokratie 1

Die Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag des deutschen Grundgesetz haben der Stadt Berlin eine großen Open-Air-Veranstaltung beschert. Bei einer Mischung aus Volksfest und Tag der offenen Tür waren nicht nur alle Ministerien, Verfassungsorgane, Sicherheitsbehörden vertreten, sondern alle möglichen Verbände, Vereine und Organisationen. Also sind wir ganz demokratiefest zum Demokratiefest gedackelt und es ergaben sich interessante Motive, die man sonst nicht so oft vor die Linse bekommt.

Zunächst ging es mit der Party-Tram M10 zum Hauptbahnhof, dann über die Moltke-Brücke rüber zur Schweizer Botschaft und zum Paul-Löbe-Haus mit Blick auf den Bundestag.

Gegenüber des Paul-Löbe-Hauses war eine großer Bühne aufgebaut und nun passiert etwas ganz Seltenes. Ich veröffentliche ein Foto von mir. Ich bin der Typ da auf dem riesigen Bildschirm, der die Hand zum Gruß hebt. Die linke Hand wohlgemerkt, ich wurde von hinten gefilmt.

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Dann tingelten wir die Pavillons der Ministerien ab. Beim Außenministerium wies man uns den Weg nach außen … ein paar Meter weiter deutete man mit Kreide auf die Digitalisisierungsstrategie.

Nach ausführlichem Sicherheits-Check … das Abtasten nahm schon fast erotische Züge an … durften wir uns das Kanzleramt von innen anschauen. Schon beeindruckend. Und warum draußen auf ein olles Dixi-Klo gehen, wenn man ein Urinal im Bundeskanzleramt nutzen darf. Ich kann alle Kritiker beruhigen, die gegen „die da in Berlin“ schimpfen. Die Wasserhähne sind nicht aus Gold und die Seife tropft wie an jeder Raststätte nach DIN/ISO 0815 aus dem Spender.

Die Fahrbereitschaft des Mercedes mit Kennzeichen 0-2 (Bundeskanzler) war auch dort.

Im Kanzlergarten stand ein Heli der Bundespolizei, 20 Menschen finden and Bord Platz, 4 Stunden kann so ein Ding fliegen. Schon beeindruckend, aber fliegen will ich damit nicht.

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Bei der Kleiderordnung nehmen sie es da drinnen nicht so genau. Der Ostsee-Ort Prerow war vermutlich Partner der Veranstaltung. An der Wand der Kanzlerbilder vermissten wir Frau Dr. Merkel … vielleicht ist sie ja … ok … wir „skippen“ das jetzt mal

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Im internationalen Konferenz-Saal kriegt man mal einen Eindruck … aber ich würde die Tassen umdrehen … fällt ja sonst Staub rein. Und Kekse fehlen übrigens auch.

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Am Informationsstand des BND warben sie mit markigen Sprüchen für Nachwuchs. Ich war mit stattlichem Homeoffice-Pelz im Gesicht dort, aber immerhin hatte ich ein frisches  Hemd an … trotzdem fühlte ich mich mächtig beobachtet. Die Umfänge von Brust, Oberarmen und Knöpfen im Ohr nahmen schlagartig zu, ich habe mich nicht mehr getraut ein Foto zu machen.

Zum Schluß ging es über die Straße des 17. Juni (bald wieder Fan-Meile) zurück in die Höhle und wir bekamen mal einen Eindruck, wie das Ausritts-und Jagdgebiet „Tiergarten“ wohl früher mal ausgesehen haben muss, als es noch keine asphaltierten Straßen gab.

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546) Tanzen über 40 … wohl eher unter 50

Neulich hat es mich nach verdammt langer Zeit mal wieder in eine Disco … wie sagt man … Diskothek … Zappelhalle … Tanzveranstaltung … Tanzlustbarkeit … Club … mit drei „Floors“ verschlagen. Und das auch nur, weil ich das Wochen vorher großspurig gegenüber einer kleinen Gruppe zugesagt hatte. Zudem unterlag der Event einer „enggefasst nostalgisch anhauchenden Themenstellung“, so dass weder Gangsta-Rap, noch Techno, noch Schlager laufen würden.  

Der Abend rückte näher und insgeheim hoffte ich auf eine Absage der anderen „Mittänzer“. Kopfschmerzen, Schnupfen oder Kind krank, aber nix da, die hielten am Plan fest. Das Ankleiden verlief recht simpel. Schwarze Jeans, schwarzes Hemd, bei den Schuhen wurde es schon schwierig. Die bequemsten Schuhe wären etwas uncool, aber bei den coolen Schuhen würden mir nach drei Songs die Hacken bluten. Also entschied ich mich für uncool, aber der Laden würde eh voll werden und da glotzt mir keiner auf‘s Fuß-Textil.

Und so ergab sich dann ein toller Abend, mit vielen Beobachtungen, wie sich das „Abhotten“ im U50-Segment doch verändert hat:

  • Der Laden öffnete 21:00, 20:50 standen wir da auf der Matte. Wann geht‘s los, ich will nicht so spät ins Bett.
  • Ein paar Teenie-Girls vor uns hatten die falschen Zahlen auf dem Perso stehen und mussten wieder abdampfen. Wir empfanden ernsthaftes Mitleid.
  • Bier kostete früher 4 DM, jetzt sind‘s 5 EUR, aber irgendwas zum Festhalten braucht man ja schließlich.
  • Auf unserem Floor gab‘s keine Sitzgelegenheiten, so konnte sich auch kein abwartender Stuhlkreis bilden, die Tanzfläche war ab Takt 1 gut gefüllt. Eine erstaunliche Effizienz die da an den Abend gelegt wird.
  • Abstellfläche für Getränke gab‘s auch nicht, also behielt ich es in der Hand. Etwas blöd irgendwie, machten aber alle so. Und jetzt bloß nicht die Pulle wie ein Mikro vor die Schnauze halten, das wäre dann sicher sehr „cringe“ … denn da waren ja auch noch jüngere Tänzer:Innen … tanzende Menschen … dem Gesellschaftstanz frönende Personen … unterwegs.
  • Das schöne an Ü40 bzw. U50 ist, dass mir der eigene Tanzstil ziemlich Wurscht ist. Das befreit ungemein und wenn ich mir dann so anderstanzende XY-Chromosomen anschaute, zählte ich mich selbst immer noch zu den coolsten Jungs des Abends. Logisch.
  • Mir ist aufgefallen, dass ich dann noch erstaunlich textsicher bin. Trotzdem vermied ich es aber, übermäßig laut zu singen, denn sollte doch mal ein Textzeile verrutschen, könnte das peinlich sein. Siehe oben „cringe“.
  • Tanzen scheint wirklich therapeutisch zu wirken, für die Dauer der „coolen moves“ scheint der Verfall gestoppt, es tut nichts mehr weh, die Zipperlein sind verschwunden. Also bloß nicht aufhören.
  • Geht das Bier in der Hand zur Neige oder wird es warm, hätte man(n) gern Nachschub, will aber nicht zur Theke gehen. Erstens dauert das ewig und zweitens besteht die Gefahr, dass man die „Tanzgruppe“ nicht mehr findet oder in einem anderen „Floor“ rauskommt.
  • Die Nebelmaschine wird noch mal angeschmissen, der Sauerstoff wird langsam knapp, wenn ich dann noch drüber nachdenke, dass wir in solchen Läden noch übelst geraucht haben … au weia. Ein Mitglied der Tanzgruppe bittet den Veranstalter doch bitte mal die Entlüfter anzuwerfen. Tun die dann auch. Oh, Zugluft … gefährlich;-)

Ich kann zwar nicht sagen, was als Rausschmeißer lief, aber es war schöner Abend, mit vielen Erinnerungen an Cisch Club und Waabe in den 90-er des letzten Jahrtausends.

Wiederholung nicht ausgeschlossen … wenn man uns da noch reinlässt. 😉

Weitere Beiträge der Ü40-Reihe:

10) Schulneubau Ostkante Berlin – 3 (Gastbeitrag Hermann)

„Hier jeht aba ooch nüscht mehr vorwärts!“.  Ja, in diesen Jammer- Kanon stimme ich gern mit ein, wenn ich mir die Baustellen in der näheren Umgebung betrachte. Im Prinzip ist hier alles noch wie >Anfang März beschrieben, in der dritten Auflage wohlgemerkt. In ganz Berlin stehen die Krane still, könnte man meinen. In ganz Berlin? Nein. Im kleinen Stadtteil Mahlsdorf, nur einen Steinwurf von der Grenze zu Brandenburg entfernt (ihr wisst vielleicht … Wälder, Wölfe, Seen, Alleen … SUV, AfD … Tesla an der Spree …  um gleich mal alle Klischees abzuräumen), geht doch noch etwas vorwärts. Das erklärt vermutlich, warum sich die mehrheitlich osteuropäischen Bauarbeiter nicht mehr in Prenzlauer Berg blicken lassen. Die bleiben einfach an der Ostberliner Stadtgrenze, ist kürzer nach Hause, sparen sie eine Stunde Fahrweg. Homeoffice quasi 😉

Hier nun ein kurzer Bautenstandsbericht von Hermann, der jeden Tag eisern, mit zwei „scharfen“ Hunden bewaffnet, nach dem Rechten sieht. Vielleicht ist genau das, was das Geheimnis des Fortschritts ausmacht … jemanden den es interessiert.

Aber lest selbst
T.

Gastbeitrag Hermann:

Nach viel Regen kam ordentlich Frost, Anfang Januar 2024 bei -10 C. Arbeiten gehen weiter, Kanäle baggern, Rohre verlegen, Schächte setzen, Erde abtransportieren.

Im Februar, egal ob Regen (davon gab´s viel) oder kalter Sonnenschein: es wurde fleißig gearbeitet, viel Erde bewegt, abtransportiert und verlagert. Rohre, Schächte, Verteiler verschwanden in der Erde; zeitweise waren große Seen entstanden (Mahlsdorfer Lehmboden). Wunder, dass kein Bagger versackt ist. Am 28.2. wurden drei provisorische Gehwegüberfahrten gelegt, damit bald auch an andern Stellen geackert werden kann.

Im März wurden Teilflächen umgearbeitet und erhielten schon eine Form und teilweise auch anderen Untergrund

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Am 18.03.24: Beginn einer neuen Phase; Pre-erection activities in Progress – Vorspiel in Anlehnung an T.´s Bericht aus Bangalore mit dem Bauschild „Erection in Progress“. Während es bisher ja um´s „Unterherum“ ging zeigt sich ein Mobilkran im Sonnenlicht und bereits einige angelieferte Elemente eines Baukrans.

„Erection completed“ Nach dem echt großen Turmdrehkran wurde flugs noch ein etwas Kleinerer hingestellt und tags drauf schwebt schon erster Fertigbeton und ein Teilstück

… und nach Dämmplatten kamen am Gründonnerstag noch Stahlmatten drauf.

Fazit für Quartal 1:

Jeden Tag, egal ob Regen, Schnee, Pampe, teilweise sogar bis abends 18 Uhr und gelegentlich auch Samstags vormittags – es wurde immer gearbeitet und täglich waren die Veränderungen sichtbar –

„ Da jb´s nischt zu meckern“

Ende Gastbeitrag Hermann

Wie jetzt? Nischt zu meckern? Oah, das ärgert mich nun aber.

541) Termin beim Amt – jetzt erst Recht!

Zum Amt? Schon wieder? Ja schon wieder, denn im Herbst brauche ich vielleicht einen Pass, der dann auch noch ein weiteres halbes Jahr gültig ist. Und dafür begibt man sich in Berlin besser bald auf Termin-Jagd.

Die Benutzerführung der „Online-Terminvereinbarung“ ist noch genauso grottig wie >letztes Jahr. Ein Feature haben sie aber neu dazugebaut. Man kann die Seite nun nicht mehr pausenlos „refreshen“, nein, man muss nun eine Minute warten, um eine neue Abfrage starten zu können. Währenddessen glotzt man auf einen Countdown. Schön, dass sie an die Stabilität der Server denken, die Stabilität der Bürger scheint nachrangig.

Wenn man meint, man kann während des Countdowns in einem anderen Browser-Fenster arbeiten, kann man das tun, der Countdown läuft dann aber 50% langsamer in der Zeit. Habe ich nachgemessen.

Auf diese Weise versuche ich nun schon seit Tagen immer mal wieder, einen Termin zu ergattern. Aus Griechenland war mir der Zugang zu den Terminen sogar gesperrt. Und ob das nicht schon alles nervig genug wäre, empfinde ich es als Frechheit, was da so teilweise drumherum geschrieben steht:

Ein paar Auszüge:

„Die Auswahl “Termin buchen” führt Sie nun direkt zu dem Kalendermonat, in dem ein Termin frühestens buchbar ist. Sie müssen sich nicht mehr manuell zu einem Monat mit freien Termin durchklicken.“
-> Blödsinn. Es werden eh nur zwei Monate angezeigt, das muss man sich überhaupt nicht „manuell zu einem Monat durchklicken“. Schön wär‘ es ja.

„Sollte für Ihre Auswahl kein Termin verfügbar sein gelangen Sie auf eine Hinweisseite, auf der Sie die Terminsuche wiederholen können. Mehr dazu unter: Es ist nichts mehr frei, was nun?“
-> Klick ich drauf.

„Wählen Sie auf der rechten Seite – Termin berlinweit suchen – und Sie erhalten eine Kalenderansicht mit den frühest möglichen Terminen in der alle Standorte, die diese Dienstleistung anbieten, berücksichtigt sind.
-> Ja meint ihr im Ernst ich habe meinen Bezirk selektiert? Ich bin schon davon ausgegangen, dass ich mich mit einem 50 Kilometer-Radius über ganz Berlin begnügen muss und habe „Alle Bezirke“ gewählt.

„Sie können die Terminsuche auch örtlich einschränken. Dazu wählen Sie unterhalb der Dienstleistungs-Beschreibung direkt einzelne Standorte aus oder suchen innerhalb eines Bezirks.“
-> Völlig, albern. Siehe oben

„Termine können im Kalender nur an blau markierten (= freien) Tagen gebucht werden. Rot markierte Tage sind ausgebucht.
-> Also da ist eigentlich immer alles rot. Wenn man Glück hat, flackert mal ein Tag in blau auf, wählt man ihn aus, kommt dann aber schon wieder sehr schnell eine Sorry-Message „da war wohl jemand schneller“ … Ha ha ha …

„Sollte für Ihre Auswahl kein einziger Termin verfügbar sein gelangen Sie auf eine Hinweisseite, auf der Sie nach einer Minute die Terminsuche wiederholen können. Eine häufigere Terminsuche hätte keine höheren Erfolgsaussichten und würde das Terminbuchungssystem belasten.“
-> Von mir aus soll das Ding anfangen zu qualmen. Wenn mein Team so etwas ausrollen würde, würden wir zu ernsthaften Gesprächen gebeten. Und irgendwie vermisse ich da schon wieder ein Komma.

„Die Ämter aktualisieren ihre Terminressourcen in der Regel am frühen Vormittag, sobald Daten über die tatsächliche Personalverfügbarkeit vorliegen. Aufgrund von Terminabsagen oder Kontingenterhöhungen kann sich ein regelmäßiges Nachschauen lohnen, um auch mal sehr kurzfristig einen Termin zu bekommen.“
-> Ja, kurzfristige Termine wurden ab und zu angezeigt, aber Termine noch am selben Tag kann ich nicht wahrnehmen, bisschen was zum Arbeiten habe ich ja auch noch.

Ich hätte einen Vorschlag:
Jetzt, wo Marihuana schrittweise legalisiert wird, haben die Dealer in den Parks doch freie Kapazitäten. Sollen die doch mit Terminen handeln!

PS: am Montag war ich nun erfolgreich. Mit drei Geräten gleichzeitig, habe ich diesen blöden Countdown gedribbelt und mir einen Termin ergattert. Anfang Juni in Berlin Neukölln.

Das schreit schon nach einem neuen Beitrag.

Das letzte große Erlebnis im Frühjahr 2023: