Nein, es war weniger Zufall, sondern eher ein Unfall, der mich über den Jahreswechsel nach Fischland Darss teleportiert hat. Allein. Aber nicht einsam.
Und so hatte ich also wunderbare Wintertage mit blauem Himmel und Sonnenschein, ein bescheidenes Silvesterfest mit wenig Krach und Dreck und danach zwei eher regnerische Tage, um zu …
reflektieren und rekapitulieren,
notieren und akzeptieren,
sortieren und strukturieren,
orientieren und positionieren,
reorganisierenund priorisieren.
Und
Fisch dinieren
Körper trainieren
Podcasts konsumieren
…
Guten Start ins Jahr 2026 „ieren“seits und du lieber L. komm bald wieder auf die Füße!
Schon wieder ein Postkarte vom Darß? Gab‘s da nicht erst kürzlich eine? Ja, die gab es. Im Oktober letzten Jahres (> hier). Dieses Jahr ist alles etwas anders, also müssen auch meine Postkarten nachziehen. Weniger nachdenklich, weniger skurril, dafür aber um so mehr Reim…
Eigentlich wollt´ ich nach Korsika
Da wo ich noch niemals war
Aber nun wegen SARS
Ging’s auf‘n Darß
Und dorthin, unsere Reise
War sparsam, eher leise
Kein Flug mit Check In
Fuhren mit dem Auto hin
Schöner Flecken Erde
Fische, Kühe, Pferde
Und nackig darf man baden
Fahrrad stärkt die Waden
Nur der Netzausbau
War´n bisschen mau
Musste zur Verwaltung
Für ´ne schnelle Leitung
Verbrachten schöne Tage
Irgendwie vertraut, keine Frage
Frag mich, was wird nächstes Jahr
Klappt‘s dann mit Korsika?
Selbst wenn man zu Hause gar keine Tapete hat, ist der Darß an der Ostsee eine gute Möglichkeit, mal eine Andere zu sehen. Auch wenn es eine weiße Raufaser ist.
Man kann auf dem Darß bestens Radfahren oder stundenlang am Strand entlanglaufen und mit ihm die großen Fragen des Lebens diskutieren. Antworten hat er auch nicht parat, aber wenigstens dient er mit viel frischer Luft und Wind, der mal wohltuend durchs Obergeschoss pfeift.
Und natürlich gab es hier oben auch wieder ein paar Skurrilitäten zu entdecken. Auch an der See halten die urbanen Trends ihren Einzug. Da hier aber nun mal nicht unzählige epochale Bauwerke herumstehen, werden die beliebten Liebesschlösser halt am Fußtritt des Fernglases festgemacht. Sicherheit wird groß geschrieben in diesen Tagen. Auch hier.
Der Souvenirladen um die Ecke konfrontiert uns mit dem Schild „Eisfreie Zone“. Hmmm. Was das wohl bedeuten mag…?
Gibt‘s kein Eis mehr in der „Zone“. Wie vor 30 Jahren? Nicht mal Vanille oder Schoko? Auch kein Soft-Eis?
Ist es das schriftliche Versprechen, im kommenden Winter vor dem Geschäft immer ordentlich Salz zu streuen?
Dürfen die Eltern zwar ihr hart verdientes Geld dort ausgeben, aber die Kids sollen gefälligst nicht mit ihren verklebten Eisfingern die Postkarten anfassen?
Oder ist das alles viel zu kleinteilig gedacht und hier werden die großen Themen der Zeit angekündigt. Gibt’s auch hier nun nie wieder Frost? Von nun an Palme, Sangria und Ballermann statt Einsamkeit, Wind und Wetter. Ich hoffe doch nicht …