750) Straße voll Hummus?

Auch wenn einem bei den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten der Kopf schüttelt … oder schleudert … , hat das Ganze zumindest einen positiven Nebeneffekt: Die westliche Öffentlichkeit hat drei Dinge gelernt.

1. Hormus ist kein kichererbsenbasierter Brotaufstrich und auch keine Beilage zum ansonsten sehr leckeren Shawarma-Teller beim Syrer des Vertrauens.

2. Es gibt eine weitere Engstelle auf den Gewässern dieser blauen Kugel, die internationale Lieferketten durcheinanderbringt, sobald sie blockiert ist.

3. Und Benzin kommt tatsächlich immer noch nicht aus dem Bodentank der Tankstelle, sondern von „ziemlich weit weg“. Zumindest die Rohstoffe dafür. 

Bei der aufgeregten Diskussion um deutsche Spritpreise rollen sich mir die Fußnägel hoch. Ein Gejammer, meine Güte. Natürlich sind die Preise mit einem ordentlichen Aufschlag versehen, aber dass Sprit immer teurer wird, ist doch kein Geheimnis mehr. Selbst ohne Kriege und Blockaden. Das ist doch logisch, und jeder normale Bürger sollte sich längst Gedanken gemacht haben, wie er künftig mobil sein will. In Städten bietet sich der ÖPNV an. Eigenheimbesitzer auf dem Land können das Auto mit Strom oder Sonne laden. Schwieriger ist die Lage für Wohnungsmieter auf dem Land und in Kleinstädten oder Menschen die aus gesundheitlichen Gründen einen fahrbaren Untersatz brauchen.

Aber sind das die Menschen, denen das ganze Getöse gilt?

Wenn ja, wäre das zumindest noch ein positiver Nebeneffekt dieses ganzen Schlamassels.

In anderen Ländern fehlt Gas zum Kochen man! Jetzt kriegt euch mal ein ..

 

PS: Titelbild via ChatGPT

 

748) Ich krieg‘ zu viel

Neulich ging es in einem Podcast um den zunehmenden Cyberwar. Aber auch um die Vorbereitung konventioneller Kriegshandlungen mit digitalen Maßnahmen, etwa Hacking, Spionagekameras oder manipulierte Apps.

Im Gespräch fiel mehrmals der Begriff „kinetischer Krieg“. Damit waren die klassischen, also physisch geführten Kriege gemeint, als Abgrenzung zu den digitalen. Mir war der Begriff neu.

Damit war das Thema Krieg für meine Joggingrunde gesetzt. Und da fielen immer mehr die Kriege ein, über die ständig berichtet wird.

Ehekrieg. Nachbarschaftskrieg. Drogenkrieg. Bandenkrieg. Preiskrieg. Kulturkrieg. Papierkrieg. Cyberkrieg. Informationskrieg. Handelskrieg. Guerillakrieg. Hybrider Krieg. Kalter Krieg. Bürgerkrieg. Krieg, Krieg, Krieg. Da kriegt man irgendwann zu viel.

Ganz schön viel Krieg für eine Welt, in der doch jeder einzelne, vermutlich eher seine Ruhe haben will. Also Frieden.

Wie wäre es eigentlich mal mit Ehefrieden, Nachbarschaftsfrieden, Drogenfrieden, Bandenfrieden, Preisfrieden, Kulturfrieden, Papierfrieden, Cyberfrieden, Informationsfrieden, Handelsfrieden, Guerillafrieden, hybrider Frieden, Kalter Frieden, Bürgerfrieden.

Die Nachrichten kämen ganz anders daher und es gäbe sogar Friedensberichterstatter 😉

 

PS: Titelbild via ChatGPT, warum der Typ nun drei Hände hat … keine Ahnung … aber vielleicht braucht das einfach mehr Hände?

 

731) Wenn die Zeitenwende zu uns spricht

Über diesem Beitrag werde ich vermutlich länger sitzen, und es wird nicht einfach sein, die richtigen Worte zu finden. Denn es geht um Botschaften, die ich über Medien, Nachrichten und Podcasts empfange. Botschaften, bei denen ich mich zunehmend frage, ob ich im falschen Kinosaal Platz genommen habe oder ob der Saal sogar korrekt ist, jemand aber eine andere Filmrolle eingelegt hat.

Drei Beispiele:

  • Mit einer Selbstverständlichkeit wird mittlerweile täglich über Waffengattungen, Mannstärken und Fähigkeiten diskutiert – da kann einem nur schlecht werden. Ich habe darüber schon oft geschrieben, siehe unten. Selbst hochkarätige Sicherheits- und Wehrexpert:innen, die ihre Worte normalerweise sorgsam wählen, sprechen nur noch von „Masse“, wenn sie eigentlich Mensch und Material meinen. So, als wäre das lediglich ein Buchstabe an der Kreidetafel, der mit einem anderen Buchstaben multipliziert werden muss, um … schwuppdiwupp … die volle Schlagkraft zu entwickeln.
  • In Podcasts meines Vertrauens fragten die Hosts ihre Gäste, wann für sie denn das Maß voll sei und wohin sie gedenkten, das Land zu verlassen, sollte Deutschland weiter nach rechts kippen. Allein schon diese Frage lässt mich schaudern. Ich kann ja verstehen, dass sich manche Menschen diese Frage ernsthaft stellen – aber muss sie uns deshalb so zweifelsfrei präsentiert werden, als ginge es um die Pläne fürs kommende Wochenende? Gibts vielleicht bereits eine Booking-App, die ich mir noch runterladen sollte? Also FOBL statt FOMO, FOBI und FOBO? „Fear of being last“
  • Ebenfalls dieser Tage gehört: die Frage, was denn wäre, wenn es zum Verteidigungsfall käme. Was wäre man(n) selbst bereit zu leisten? Würde man seinen Mann „stehen“ oder sich gar „verpissen“? Ja, das Wort „verpissen“ wurde tatsächlich genutzt, im Kontext von Wehrdienstentzug. Man sprach sogar von den „Verpissern“. Und das in einem links-grün gewürzten, progressiven Podcast, der mir eigentlich sympathisch ist. Natürlich hatten die Gastgeber in einem Punkt durchaus recht: Man muss sich ja nicht „verpissen“, denn man kann auch auf andere (…legale)  Weise etwas für die Gesellschaft leisten. Das Wort „Vaterland“ hatten sie dankenswerterweise vermieden.

Diese Worte, diese Formulierungen, sie tropfen langsam durch die Decke, wie bei einem undichten Dach. Sie scheinen normal zu werden, gehen in den alltäglichen Sprachgebrauch über. Man gewöhnt sich dran. Tropf … Tropf … man kann einen Eimer mit eigenen bubbles drunterstellen natürlich … oder weghören, dann stört’s nicht so. Das macht mir ernsthaft Sorge. Das erinnern an Zeiten, von denen wir doch gehofft hatten, sie hinter uns gelassen zu haben.

Bin ich der Einzige, der dieses wording zunehmend lauter hört?

Oder bin ich mal wieder der Letzte in der Reihe, der es nun auch endlich gecheckt hat?

Ist das von nun an die neue Sprache, die mit der Zeitenwende frei Haus mitgeliefert wurde?

PS: Titelbild via ChatGPT

Andere Beiträge zum Thema:

728) Die AutokratEnte

Die meisten Familien überlegen sich dieser Tage, was sie zu Weihnachten kochen werden. Autokraten, Diktatoren und andere Despoten sind da keine Ausnahme. Auch sie schätzen Traditionen – vor allem solche, die sich bewährt haben. In ihrem Fall: die AutokratEnte.

Hier ein mögliches Rezept:

Ente abspülen, trockentupfen. Allen herumstehenden klarmachen, da man le Chef ist und dieses ein great meal wird. 1 EL Apfelsaft mit Salz, Pfeffer, Piment würzen, die Ente damit innen und außen einreiben. Die Küche flächendeckend mit Kameras ausstatten, Ofen auf 200° vorheizen, Rost zuvor herausnehmen. Im Anschluss Ansprüche aufs Nachbarküche erheben, weiträumig ausräumen und nach Belieben neu einrichten.

Zwiebeln schälen und würfeln. Die Herkunft aller Zutaten erneut gründlichst überprüfen. 3 Äpfel waschen, ohne Kernhaus in Spalten schneiden, mit Zwiebeln, Maroni, 75 g Cranberrys und Rosmarin in die Ente füllen. Hände gründlich waschen und wirre Gedanken auf Social Media posten. Ente mit Zahnstochern zustecken, das Tablet starten, grünes Land suchen und mit weiterem Zahnstocher festpinnen.

Ente in den Bratschlauch packen, diesen verschließen und einstechen. Bratschlauch erneut überprüfen, dass nichts unkontrolliert einsickern kann, was nicht zu den Zutaten gehört. Auf den Rost legen und in den Ofen (Mitte, Umluft 180°) schieben. Nach 1 1/2 Std. den Schlauch öffnen und nach Aufenthaltsstatus fragen. Kann der nicht erbracht werden, den Braten umgehend vor die Tür setzen. Den Fond in eine Pfanne ablassen, die Ente in einem Bräter in weiteren 30 Min. offen knusprig braten. Nun Stärke aus dem Schrank holen und breit grinsend herumzeigen.

Vom Fond das Fett abschöpfen. Der jungen Küchenkraft ein schlüpfriges Kompliment machen und bei Gelegenheit an den Hintern fassen (lässt sich anderweitig kombinieren). Vorsicht Bitte, könnte heiß sein, unbedingt vermeiden in dokumentierten Akten zu landen.

Übrigen Apfel waschen, ohne Kernhaus in schmale Spalten schneiden, in 1 EL Entenfett andünsten und die Nationalhymne anstimmen. Restliche Beeren und Fond zugeben, die Sauce mit Apfelsaft und Schmand verfeinern. Das Rezept neu schreiben, das ganze ausländische Zeugs streichen und mit Zutaten aus der Heimat ersetzen.

Nun zu Tisch bitten, dem Herrgott für all die Gaben danken, Guten Appetit und frohes Fest!

PS1: Titelbild via ChatGPT

PS2: Basis-Rezept von Chefkoch.de

 

725) Der große und der kleine W.

Der große W. hatte eine riesige Wohnung. Vielleicht nicht grad die beste Einrichtung, aber er hatte Platz, viel Platz. Die Wohnung war nach Osten ausgerichtet und bekam nur am Morgen Sonne ab, manche Zimmer waren aber unbewohnbar. Dafür flossen in seiner Wohnung Wasser, Strom und Gas einfach so aus der Wand. Er wusste gar nicht wohin mit so viel Energie, deshalb verkaufte er sie im ganzen Wohnviertel, und die Nachbarn steckten ihm zum Ausgleich Geldscheine in den Briefkasten.

Der kleine W. hatte die deutlich kleinere Wohnung nebenan. Sie war nach Westen ausgerichtet, das bekam seinen Pflanzen gut, und er war erfolgreich im Gartenbau. 

Seine Wohnung verfügte sogar über einen Steg, der zum Wasser hinterm Haus führte. Der kleine W. versuchte seit Jahren, in den Rat der Hausgemeinschaft aufgenommen zu werden, aber die verlangten immer weitere Anstrengungen von ihm.

Der große W. und der kleine W. hatten schon immer ihre Zwistigkeiten, keine Frage. Der große W. wollte mal wieder die ganze Etage für sich und auch wieder den Zugang zum See. Den hatten seine Vorfahren schon einmal. Da könnte er sich ein paar Boote hinstellen und müsste nicht immer mit dem Auto durch die Stadt fahren.

So kam es dann, dass der große W. eines Tages die Wohnung des kleinen W. aufbrach und schlimme Verwüstungen anrichtete. Der kleine W. und seine Familie versuchten, sich zu wehren, aber es war klar, dass sie keine Chance hatten. Denn der große W. hatte viel mehr Geld und obendrein seinen ganzen  Stamm verpflichtet, ihm zu helfen, um den kleinen W. aus dem Haus zu jagen.

Obwohl der kleine W. noch kein offizielles Mitglied der Hausgemeinschaft war, bat er die Nachbarn um Unterstützung. Manche schlossen die Türen, einige griffen ihm wenigstens mit Worten unter die Arme, andere halfen mit Material und alten Waffen aus dem Schuppen. Aber keiner von ihnen wollte einen Fuß in die Wohnung des kleinen W. setzen, denn das hätte den großen W. unkontrollierbar erzürnt.

Immerhin beschlossen viele, kein Gas mehr beim großen W. zu kaufen. Soll er doch darauf sitzenbleiben. Einige Mitbewohner unterliefen das jedoch und steckten ihm weiterhin Geldscheine in den Briefkasten des großen W. . Das gefiel der Hausgemeinschaft aber gar nicht und irgendwann sperrte sie den Briefkasten mit einem Vorhängeschloss ab. Der große W. kam nun nicht mehr in dieses Geld heran.

Die Hausgemeinschaft rief schließlich den schwergewichtigen Vetter D. aus dem Nachbarort um Hilfe. Der war reich und hoch verschuldet zugleich, aber er hatte ein riesiges Firmennetzwerk und einen prall gefüllten Waffenschrank. Die ersten Waffen verschenkte Vetter D. noch, Ehrensache natürlich, für die Freiheit.

Doch er verlor bald das Interesse und verwies das Problem zurück an die Hausgemeinschaft. Gerne stellte er weiterhin kräftige Waffen bereit, aber die sollten bitte bezahlt werden. Das tat die Hausgemeinschaft zögerlich, und stellte sie dem kleinen W. auf den Fußabtreter.

Irgendwann bekam Vetter D. dann auch Wind vom gut gefüllten Briefkasten des großen W. und dachte sich, dass er sich doch diese Batzen Geld doch einverleiben könnte.

Und wenn der Streit zwischen dem großen und dem kleinen W. endlich mal  beendet ist und der kleine W. endlich auszieht, will Vetter D. dieses Geld gern gewinnbringend in der kaputten Wohnung investieren und mit dem großen W. weitere Projekte finanzieren. Denn ihre Beziehung soll gestärkt werden.

Und die Hausgemeinschaft guckt zu und wird wohl die Schatulle öffnen.

Tja und wenn sie nicht gestorben sind, dann grinsen sie noch heute

Ende

PS: Titelbild via ChatGPT

697) Wehr darf, wehr pflicht, wer hat noch nicht?

Da der Reiner für seinen >Beitrag so einen tollen Titel gefunden hatte, will ich natürlich gleich nachziehen. Herr >Sinnlos Reisen schreibt wohl auch gerade was, wie ich so gehört habe, ich verlinke es dann hier.

Das Thema Wehrpflicht war hier auf dem Blog nur selten zu Gast. Das liegt daran, dass der Fall für mich abgeschlossen schien und bis vor, sagen wir mal, zwei Jahren auch gar keine Rolle mehr spielte.

Nun ändert sich das wieder, denn der Stammhalter kommt in das relevante Alter, die politische Großwetterlage ist angespannt, die Deutsche Regierung will schrittweise zurück zur Wehrpflicht … und weiß nicht so Recht, wie sie das anstellen soll.

Mit dem Thema Wehrpflicht kann man in Windeseile ein familiäres Abendessen sprengen und da werden noch ein paar Essen folgen. Aber ich kann die Argumente verstehen, schließlich war ich auch damit konfrontiert und habe noch „gedient“, zwar nicht dem Militär, aber anderweitig und ausreichend.

Im Frühherbst 1995 wurde ich gemustert, habe dann 1996 mit einer grandiosen  Schriftsammlung den Kriegsdienst verweigert und mich dann auf 7 Jahre Katastrophenschutz im Sanitätsdienst verpflichtet (vorher mal 10 Jahre). Das war ein Modell, bei dem man seinen Dienst am Abend und Wochenende ableisten konnte, waren aber trotzdem noch 200 Stunden im Jahr für mich. Zudem war ich örtlich gebunden, was meinem Job-Start etwas im Weg stand. Wehrdienst und Zivildienst wurden dann Stück für Stück gekürzt und somit auch die Dienstzeit für mich. Zum Ende überzeugte ich den Verein, doch unbedingt eine Website haben zu müssen, die … natürlich nur ich … aufsetzen könnte. Also brachte ich den Verein ins Internet und konnte dafür ein paar Stunden schreiben. Was für ein Glück

Anfang 2003 kam der ersehnte Brief: „Da Sie … mehr als 6 Jahre Dienst geleistet haben … endet ihre Pflicht gemäß Paragraph 14 Abs. 4 Satz 1 ZDG Zivildienst zu leisten“. Erleichterung.

Zwei Fragen beschäftigen mich in diesen Tagen:

  1. Was würde ich machen, wenn ich heute noch mal als junger Mensch entscheiden müsste?
  2. Was würde ich tun, wenn das Kreiswehrersatzamt heute Männer im wehrfähigen Alter zusammentrommeln würde?

Frage 1: Ich würde wieder versuchen, den Dienst an der Waffe zu verweigern, würde aber vielleicht doch eher den kompakteren Zivildienst machen, denn eine Verpflichtung auf 7 Jahre ist halt schon ein ganz schöner Happen … und in 7 Jahren passiert eine ganze Menge … aber gut … egal … „hätte hätte Panzerkette.“

Frage 2: Die Frage hat es schon mehr in sich. Angenommen, es erfolgen Aufrufe an die deutsche Bevölkerung, dass ausgebildete Soldaten, Sanitäter, Kat-Schützer und Menschen mit ähnlich nützlichen Profilen sich doch bitte dannunddann einfinden mögen. Zunächst freiwillig.

Tja … was tun?
Schwierig.

Heute komme ich zu keiner Antwort

Frühere Beiträge zum Thema:

654) Flug ohne Linie

Schaut man sich die üblichen Flight Tracker an, sieht man wo die Menschen so hinwollen. In die Metropolen und an die Küsten, weniger in die Wälder, Berge und Wüsten. So weit so klar. Man sieht aber auch deutlich welche Krisenherde aktuell weiträumig umflogen werden. Ukraine, Israel, Irak, Iran.

Also von wegen „Luftlinie“.

Die wirkliche Fluglinie wird bestimmt durch Thermik, Wetter, Sprit, Geo-Profil … und Politik. Gut, dass die Routen der Flugzeuge mittlerweile programmiert werden, sonst wird es für die Piloten echt schwierig. Scharf links, scharf rechts, runter und schnell wieder hoch.

Denn überall ist irgendwas. Krisenherde, NASA, Space-X, Wolkenkratzer, Berge, Truppenübungsplätze, Eiswüsten … Jugendliche die an Böllern basteln.

Was mag da wohl noch alles kommen?

  • Drohnenverkehr in höheren Lagen
  • Orbitale Flugtaxis statt Business-Class
  • Daytrip ins All für Milliardäre, Millionäre
  • Buchbare Influencer-Korridore
  • Luftraum-Maut für Ausländer
  • Flugverbotszonen wegen VIP-Hochzeiten
  • ??

PS1: Kursive Teile von ChatGPT inspiriert

PS2: Titelbild via ChatGPT

650) Wenn Drohnen drohen

… das kam mir gestern Abend bei den Nachrichten in den Sinn und seitdem kaue ich drauf rum.

Dass Drohnen um mich herumfliegen, dass ist zum Glück noch eine Ausnahme, denn ich mag die Dinger nicht in meiner Nähe haben.

Selten passiert das mal, vielleicht bei einem Gruppenfoto, aber ansonsten spielen die bei mir im Alltag keine Rolle.

Der Technologie kann ich durchaus etwas abgewinnen, speziell als Lieferdienst über Land, oder über Wasser. Auch zur Inspektion von Ölleitungen, Kabeltrassen, Landschaften, Wäldern und Feldern mag das alles gut sein und Sinn machen. Keine Frage.

Aber wenn täglich Drohnen drohen,
Nicht nur Herren, die oben wohnen,
Auch den Leuten, die unten fronen,
Normalen Menschen ohne Kanonen,
Müttern, Töchtern und den Sohnen,
Weder Kranke noch Kinder schonen,
Sich das für die eingemauerten Kronen,
Mit ihren Visionen und Schablonen,
Auch für andere Regionen,
Scheint zu lohnen …
und kümmert …
wie ein Sack Bohnen.

Dann nicht.

PS: Titelbild via ChatGPT

648) Vom Büro an die Front?

Man könnte meinen, der Ton um uns herum wird immer militanter. Doch das ist kein neues Phänomen aus Nachrichten und Medien, sondern in Unternehmen völlig normal.

Im War for Talent werden Headhunter beauftragt, um neue Ressourcen für die Divisions und das Headquarter zu rekrutieren.

In den Stabsstellen werden Schlachtpläne geschmiedet, Strategien entwickelt und Offensiven gestartet. Taskforces werden in Stellung gebracht und Einsatzteams entsandt.

Kollegen arbeiten an mehreren Fronten gleichzeitig, führen interne Gefechte und kämpfen mit harten Bandagen.

Da wird der Quartalsabschluss uns Visier genommen und wiederholtes Wachstum angepeilt.

Die Fronten verhärten sich gelegentlich und man muss aufpassen, mit der eigenen Nebelkerze nicht auf verlorenem Posten zu stehen, wenn mal scharf geschossen wird.

Wenn niemand mehr weiterweiß, wird mit Pioniergeist ein Feldversuch gestartet und gegenseitig Schützenhilfe geleistet – während man vorsichtshalber schon mal in Deckung geht, wenn der Chief HR Officer über den Gang schwebt.

Am Ende wird alles ein Bombenerfolg – oder man schießt übers Ziel hinaus und tritt den Rückzug an.

Also sprachlich zumindest, bin ich gerüstet

PS: Titelbild und einzelne Begriffe via ChatGPT

628) Feuer frei

Erkundet man die Insel Rømø, wird man im Norden hinter Juvre zwangsläufig auf die „Rømø Shooting Area“ treffen, dann die Fahrt verlangsamen und sich kieselknirschend mindestens mal drei folgende Fragen stellen.

  • „Ähhhhm ….dürfen wir weiterfahren?“
  • „Sollten wir vielleicht besser umdrehen?“
  • „Und was ist wenn die auf einmal doch …?“

Ich gehe jede Wette ein, dass diese Zweifel dann häufig mit

  • „Wir können ja wenigstens mal kurz gucken“.

abgeräumt werden. Und so geschah es dann auch.

Obwohl die Anlage nicht sehr einladend aussieht, gibt es einen kleinen Parkplatz, eine Informationstafel und schließlich war Karfreitag … eher unwahrscheinlich dass nun gerade an diesem Tag Krieg geübt werden sollte.

Die mitreisende Jugend beruhigte sich etwas, als sie an der Tafel las, dass Schießübungen eine Stunde vorher über schwarze Ballons angezeigt werden, die dann in die Höhe gezogen werden. 

Also stapften wir an einem Wall entlang, der sowohl als Deich und auch Sichtschutz zum Übungsgelände diente, an einer Stelle konnte man den Wall über eine Treppe besteigen und bekam einen Überblick. Eine riesige platte Fläche lag dahinter, die wohl auch Überschwemmungsgebiet ist, ein paar Kühe fraßen Gras und einzelne Panzer standen in der Ferne. In Sichtweite lag ein Skelett auf dem Boden, was die Phantasie der Jugend erneut befeuerte und nur mit wiederholten Blicken auf die Ballons beschwichtigt werden konnte.

Auf dem Weg zurück zum Auto entspannte sich die Jugend wieder, übte trotzdem hin und wieder einen unauffälligen Schulterblick. Und obwohl die Ballons weiterhin unten blieben, war das Gedankenfeuer in meinem Kopf eröffnet.

  • Ein Familien-Auto, dass auf einen Plattenweg gerät und von Soldaten angehalten wird.
  • Schulausflug in eine Kaserne bei Lehnin, bei dem Jungs in einen Panzer krabbeln.
  • Grummeln und Wummern in der Ferne beim Pilzesammeln in Brandenburg.
  • Jagdflieger die über die Mecklenburgischen Seen hinwegdonnern und Ruderboote zum Wanken bringen.

  • Musterung,
  • Einberufung,
  • Kriegsdienstverweigerung

  • Bosnien, Kosovo, Tschetschenien …
  • Krim, Donbas …
  • Donezk, Saporischschja, Charkiw …

  • Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Noch dann sahen wir zwei Autos zögernd herankommen, sie stoppten, setzten fort … hielten und rollten wieder an. Damit war mein Kopf abgelenkt und das Moll verwandelte sich in ein Dur. Denn nun konnten wir herzlich spekulieren, welche Dialoge sich in den Autos wohl abspielten.

  • „Heinz, denkst wir dürfen hier weiterfahren?“
  • „Renate, hier steht doch nicht das wir nicht dürfen.“
  • „Du, Heinz meinst du nicht, wir sollten besser umkehren?“
  • „Aber die laufen doch auch da lang.“ … (und zeigt auf uns)
  • „Aber Heinz, was ist wenn die doch schießen?“
  • „Ach, Renatchen, mach dir mal kein‘ Kopp, is‘ doch Ostern.“
  • “Peter, was denkst du?“
  • “Lass uns mal gucken, aber du fährst vor Heinz.“

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