87) Bettdecken-Gewurschtel (Eskalation)

Ein Trauma aus dem vergangenen Kanada-Urlaub muss ich noch verarbeiten, bevor es sich zu einer posttouristischen Belastungsstörung entwickelt. Eigentlich schienen ähnliche Erlebnisse seelisch zu den Akten gelegt, als ich in 2019 während einer Indien-Reise drüber schrieb (>Bettdecken-Gewurschtel) und mich damit von den Grausamkeiten des hospitalen Gewerbes befreite. Aber nun sind die Narben wieder aufgerissen. Schlimm genug, wenn nun vergessen Geglaubtes wieder an die Oberfläche drängt. Schlimmer noch, dass damit eine weitere Eskalation meines eh schon angespannten Verhältnisses zu Effizienzextremisten im Hotellerie-und Mastgewerbe zu befürchten steht. 

Es geht um „Bettwäsche“, deren Begriff das gute Wikipedia wie folgt beschreibt:

„Bettwäsche ist die Gesamtheit von Textilien, mit denen Bettware zum Schutz vor Abnutzung und aus Gründen der Hygiene bezogen wird.“

Und, nur um Sicherzugehen, dass ich im Deutschunterricht nicht immer gepennt habe, checke ich noch mal das Verb „beziehen“ und auch da schreibt Wiki von … „etwas mit Schonmaterial umgeben“. Ja genau. Umgeben. Und das kommt von drumherum. Vollständig! Und nicht wie ein Schichtkuchen gestapelt, Mensch!

Erst liegt eine Art roter Schal zu meinen Füßen. Kenn’ ick. Weg damit, der ist für die Füße. Dann folgt eine dünne Decke. Ist die wichtig? Ist das eine Tagesdecke? Kann die weg? Als Nächstes kommt eine Art Steppdecke zum Vorschein, die nur oben und unten in ein Laken „eingeschlagen ist“. 

Das Ergebnis am nächsten Morgen könnt ihr euch vorstellen. Dieses Laken-Dings liegt irgendwo, die Steppdecke mir mitten im Gesicht, so wie all den anderen Gästen vor mir. Na lecker. Wenigstens die Schrift des Hersteller-Logos ist noch über Kopf zu sehen, also scheint es nicht das Fußende zu sein, na immerhin.

Liebe Hotel-Manager Nord-Amerikas. Ja, ick weiß, IKEA* wurde erst nach Kolumbus’s Entdeckungen erfunden, aber schaut euch deren Läden mal an. Da gibt‘s Bettbezüge. Manchmal fehlen auch da die „Knöppe“ unten, aber immerhin wird die Steppdecke von Textil umgeben. 

*) nur einer von vielen versteht sich.

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11 Kommentare zu „87) Bettdecken-Gewurschtel (Eskalation)

  1. Ja, es ist bisweilen ein Kreuz mit der Bettwäsche in anderen Ländern. Da habe ich auch schon viel Gruseliges erleben dürfen. Und das nicht nur in Indien oder Nordamerika. Posttouristische Belastungsstörung: was für eine geniale Wortschöpfung! Die werde ich doch gleich mal in meinen. Wortschatz integrieren.

  2. Schöne Grüße von mir als Touristin in Italien, wo zu dieser Jahreszeit glücklicherweise das frische Laken zum Zudecken reicht. Sonst schläft man hier auch geschichtet. Da hilft nur, sich das Rumwurschteln des Nachts möglichst zu verkneifen. 😉

  3. Ach, für solche Traumata muss man dann aber wirklich nicht über den Teich schippern… Vergleichbares gibt es auch beim Nachbarn mit der schönen Sprache zu erleben, aber auch in der anderen Richtung über die Teiche. In diesem Sommer fing einer der Herbergsväter an, mir das System ausführlichst in seiner Sprache zu erklären. Da es mir nicht unbekannt war, fragte ich mich eher, warum er hier so viel Aufwand und Mühe verwendet, es mir zu erklären, und habe wohl entsprechend unverständig geschaut, was ihn zu weiteren, zusätzlichen Erklärungen animierte. Naja, was soll’s. Es gibt dann ja auch Herbergen ohne alles, weshalb also immer ein (Hütten)-Schlafsack im Rucksack steckt – nur für den Fall, dass ich an der entsprechenden Hygiene zweifle.
    Um sich an Zustände zu gewöhnen, gegen die man eine Abneigung hat, wird manchmal Hypersensibilisierung eingesetzt. Allerdings würde ich das hinsichtlich der nicht-Bettwäsche lieber ablehnen 😉

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