478) Screenschrott 5 – Nepper, Schlepper, Fehlerfänger

Das Wetter ist heut‘ nicht so pralle, also beschließe ich, mein Handy mal von ein paar Screenshots zu befreien und die der Allgemeinheit zu „schenken“. Hier habt‘ da …

Also ganz blöd, stelle ich mich mit Technik ja eigentlich nicht an, bildet sie doch das Fundament für den Erwerb meiner Brötchen. Die folgende Meldung hatte ich mehrfach gelesen und … nicht kapiert. Vielleicht sollte ich noch mal umschulen, die IT wird mir vielleicht langsam zu komplex.

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Bei UPS ist man super-transparent. Man teilt nicht nur mit, wann die Lieferung bereitgestellt wird, sondern auch wann der Liefertermin bereitgestellt wird. Ich wäre für eine zusätzliche App, die die Information bereitstellt, wann die App zur Sendungsverfolgung den Liefertermin bereitstellt, an dem dann meine Bestellung bereitgestellt wird, damit ich mich dann voll darauf einstellen kann und entsprechende Türöffner-Kapazitäten bereitstellen kann.

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Beim Verfolgen meines Paketes, bekam ich dann allerdings wirklich Verfolgungsängste. Ist die Deutsche Sprache wirklich so arm an Worten, dass ich mir vorkomme, wie beim Passieren eines Kontrollpunkts. Wie beim Geheimdienst?

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Der große Gemüseladen aus Palo Alto muss die Smartphones updaten lassen, weil die Smilies mit den „schiebenden Händen“ nur hellhäutig. Ach du meine Güte, dass geht ja nun gar nicht. Da war bestimmt teuer und derjenige, der den Tycoon verklagt hat, hat vielleicht ein ordentliches Sümmchen erstritten. Aber nun sind die Hauttonvariationen nicht mal in allen Regionen verfügbar. Das geht so nicht. Das ist diskriminierend!

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Die folgende Nachricht habt ihr bestimmt auch bekommen, oder? Ja, ist billig und schlecht gemacht, aber solche Aktionen macht man auch nicht nur weil einem langweilig ist. Jemand verdient sein Geld damit, offensichtlich. Und das lohnt sich nur, wenn genügend User den Anweisungen folgen. Das macht mir noch mehr Sorgen. Ich war kurz davor zu Antworten: „Mama, Nummer und WhatApp“ schreibt man immer noch groß, das Komma ist auch an der falschen Stelle. Und um 02:41 da schlaf‘ ich für gewöhnlich, mein Kind! Außerdem … ich bin dein Vater!

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Die nächste Nachricht, lädt zu zusätzlichem Brötchenerweb ein. 700 Scheine für Nebenbei-Klick-Work am Tag, klingt ja schon verlockend. Und es gibt „keine akademischen Qualifikationsbeschränkungen“, na da bin ich ja beruhigt. Jeder Honk kann das machen, sogar jeder Nobelpreis innehabende Astro-Physiker.

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So … ich klicke mich jetzt mal raus hier.
Klick

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5 Kommentare zu „478) Screenschrott 5 – Nepper, Schlepper, Fehlerfänger

  1. Wenn man sich mit der heutigen Technik und dem damit verbundenen Vokabular beschaftigt fragt man sich was haben die Leute vor 20 Jahren gemacht? Auf jeden Fall kann man sagen dass eine Sprachveranderung eingetreten ist. Zuerst war es das Handy. Jetzt haben wir whatsup und den Screenshot. Das sind alles komische Woerter mit denen ein Volksschueler von 1955 nichts anzufangen weiss. Wenn ich dann aber etwas ueber Screenschrott lese verstehe ich das teilweise. Es handelt sich um Schrott. Den sollte man zum Schrotthandler bringen. Ich habe mal bei Google nachgefragt was eigentlich „Screen“ bedeutet. Die Antwort war „Bildschirm“. Jetzt habe ich verstanden es handelt sich um elektronischen Schrott. Der sollte auf jeden Fall entsorgt werden. Ansonsten frage ich mich ob man die deutsche Sprache nicht auch entsorgen sollte denn fur mich ist es oft leichter englisch als denglisch zu verstehen. Das fing mit dem handlichem Handy an und wird sicherlich nicht mit dem Screenschrott enden.

    1. Nun muss ich fairerweise gestehen, dass die Wortschöpfung Screenschrott auf meinem Mist gewachsen ist, glaube ich zumindest. Sie ist mir in den Kopf gekommen, da ich beruflich recht viele „Screenshots“ (also Bildschirmabdrucke sozusagen) mache.

      Ein Problem ist sicherlich, dass vieles automatisch übersetzt wird, sachlich vielleicht sogar richtig, aber sprachlich total vermurkst ist wie der Screenshot von UPS Sendungsverfolgung oben.

  2. Du musst eben zwischen (oder hinter?) dem Screenschrott lesen…
    Ganz oben – wann: ist völlig klar. In der echten oberen Ecke steht ETA (estimated time of arrival) 00:05
    Dann der Hilferuf des Kindes – recht authentische RS/Gr für heutige Verhältnisse. Und Mama, Papa – wer kann das heute schon noch wissen?
    Und was die fehlende Qualifikationsbeschränkung anbetrifft – da sind eben auch die ganz hoch Qualifizierten nicht ausgeschlossen.
    Habt ein schönes Wochenende miteinander.

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