688) Die Götter und ich

1.111 geschriebene Beiträge zeigt mir die WordPress-Konsole heute Morgen an. Nette Schnapszahl, hat sich einiges angesammelt in den letzten Jahren.

Gerade jetzt, wo ich mal wieder in Südost-Asien bin und hier Tempel, neben Moschee und Kirche steht, fällt mir auf, dass keiner meiner 1.111 Texte direkt mit Religion zu tun hatte. Au weia. Das zeigt aber auch, welchen Stellenwert die Religionen in meinem Leben haben. Ich habe ein allgemeines Wissen davon, wie sie sich unterscheiden, mehr auch nicht. Ich respektiere die Religiosität anderer, ich beachte die Zeiten und Tage für ihre Riten und kann auch gewisse „Schwingungen“ empfinden, wenn ich in ihren Bauten oder Stätten bin.

Manchmal sage ich „Oh Gott“ oder „Um Gottes Willen“, einfach so, aber ehrlich gesagt würde mir nicht eine Religion einfallen, wo ich mich vollumfänglich „einschreiben“ würde.

Das mag gläubigen Menschen sehr befremdlich erscheinen, wenn man an „nichts“ glaubt, das Visa-Formular für Indien bietet die Option „nichts“ zum Beispiel gar nicht an … aber so ist es nun mal und dieses Verständnis mir gegenüber erwarte ich im gleichen Maße.

Meine Religion müsste wohl erst noch gegründet werden.

Sie sollte …

  • Bunt und hell sein, offen für jeden, gern polytheistisch
  • Im „Heute“ leben, eine Vorstellung der Zukunft haben
  • Friedlich gesinnt sein, besonders zu anderen Glauben
  • Ihre Werte klar und deutlich vermitteln können
  • Männlein, Weiblein und dazwischen gleich behandeln
  • Sich um Mitglieder und andere Menschen ernsthaft bemühen
  • Mir freistellen, ob, was, wann ich esse oder trinke
  • Sich als Angebot verstehen, fernab von Staat und Bildung
  • Mir erlauben, mein Seelenheil jederzeit woanders zu suchen

Tja … und weil es die … glaube ich (… uuups …) noch nicht gibt,
mache ich wohl erst einmal ohne weiter.

*) Aufmerksame Beobachter werden festgestellt haben, dass drei Bilder dieses Beitrags nicht aus Malaysia stammen, ich wollte sie aber ergänzt haben, um die Auswahl halbwegs  komplett zu machen … und damit fangen die Probleme schon mal an


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17 Kommentare zu „688) Die Götter und ich

  1. Wie sagte einst der weise Lenin:“Religion ist das Opium fuer das Volk.“ Ganz kluge Leute haben erkannt man sollte keine Religion ueber die andere stellen.

  2. Ganz meine Rede. Religion brauche ich nicht, aber die Werte dahinter sind manchmal ganz gut. Ich glaube, wenn ich mich für eine entscheiden müsste, würde ich den Buddhismus wählen.

  3. Buddhismus geht immer 🙂 Aber bei der Vielfalt kannst Du Dir doch selbst was zusammenstellen, ein wenig fürs Jenseits (vielleicht mit im Taman Negara, mit ’nem Namensschild am Regewald-Baum) oder einen für den Alltag einen von der K.I. erzeugten Chat-Gott, eh ich mein Bot – mit einem Aussehen wie Murugan. Die Welt steht offen 🙂 Viel Glück auf der Weiterreise!

  4. Deine Punkte sind gut und würden auch zu mir passen. Vielleicht wäre eine wichtige Frage, wozu Du eine Religion willst. Was soll sie Dir „bringen“?

    Kleine Anekdote aus der Pilgerherberge:
    Eine Pilgerin fragte meine Mit-Hospitalera und mich, welcher Religion wir seien. Keiner. Aber wir müssten doch zu irgendwas getauft sein. Nein. Da machte sie sich vor Lachen fast den Feinripp nass. Nun ja, möge Gott oder wer auch immer ihr vergeben…

    1. Ich brauch gar keine Religion, ich hab schon genug am Haken … Und wüsste nicht, wo mir die noch helfen sollte.

      Ganz im Gegenteil, ohne das Streiten um den richtigen Gott, hätten wir ein paar Konflikte weniger.

      1. Oh, die Frage war eher allgemein gemeint, auch wenn sie mit „Du“ gestellt war.

        Ich denke, das ist ein recht komplexes Thema. Religion nicht gleich Kirche; muss immer ein Gott dabei sein; oder geht es nicht eher um die grundsätzlichen Lebensfragen woher, wohin, warum; etc. etc.

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