Aus Nordirland wird es nur eine Postkarte geben, denn hier zwischen Ost, Süd und West zu unterscheiden ist vielleicht etwas tooo much. Sorry.
Sehr interessant, aber irgendwie auch nachvollziehbar, fand ich schon mal die Einreise per Auto, von Süden aus der Republik Irland kommend. Nicht ein einziges Straßenschild deutete dort auf „UK“, „United Kingdom“ oder die Staats-Grenze an sich hin. Auch auf britischer Seite hieß uns kein Schild willkommen. Dabei gibt es die Grenze ja. Politisch, wirtschaftlich, historisch und schwer belastet. Nur für einen kurzen Moment, wurde das alte Problem sichtbar.

Der weitere Fahrtverlauf war mathematisch anspruchsvoll. Die Geschwindigkeitsreduzierungen sind in Meilen ausgestellt, das Navi sprach auf einmal auch in Meilen. In einer viertel Meile links abbiegen. In 1000 Fuß rechts abbiegen. What?
Bei Downhill gibt es einen gigantischen Strand, einen als Bibliothek erbauter Tempel auf einer 120m hohen Klippe und die Überreste eines dreistöckigen Herrenhäuschens, erbaut von einem exzentrischen Bischof. Schöne Grüße nach Limburg.



In Bushmills erwartet einen der Giant’s Causeway, zwei riesige nebeneinanderliegende Buchten mit „rund 40.000 Basaltsäulen, die vor etwa 60 Millionen Jahren entstanden, als erkaltende Lava riss und dabei die charakteristischen meist sechseckigen Säulen bildete“. Wirklich beeindruckend was die Natur da so hingestellt hat, zu Zeiten als es noch keine Zollstöcke gab. Oder vielleicht doch?






Und in Bushmills gibt‘s natürlich auch die älteste offizielle Whiskey-Destillery weltweit. Seite 1608 wird dort Whiskey produziert, von der Gerste bis zur Flasche. Alles aus einer Hand in zwei Destillery-Gebäuden. Die eine noch sehr traditionell, mit über 100 Mitarbeitern, die zweite vollautomatisiert mit nur noch einer handvoll Mitarbeitern. Wer in der Nähe ist, sollte eine Werksführung machen, ist sehr interessant. Und wer mag darf auch mal kosten. Cheers!






Nach Bushmills ging es weiter in Richtung Nordost, die Landschaft wurde wieder bergiger und rauer. Hier zum Beispiel am Hafen von Ballintoy.



Oder hier entlang der kurvigen und bergigen Kliffstraße zwischen Ballyvoy und Cushendun namens Torr Road, zum Glück kam mir nicht viel Verkehr entgegen.


Belfast hat eine kompakte nette Innenstadt, es sieht durchaus anders aus als in der Republik Irland, aber spätestens bei den Pub’s und den Souvenieren ist es dann doch wieder so gleich. Es sind halt zwei „Irlande“ auf einer Insel. Kommt mir irgendwie bekannt vor.






Zwei, drei Kilometer außerhalb der Innenstadt, bei den Peace Lines (Wikipedia) lässt sich durch die Wohnviertel und um die ehemaligen Sicherheitszäune bummeln. Man bekommt (wieder) ein Gefühl für eine geteilte Stadt, wo man selbst heute noch nicht mal eben schnell auf die andere Seite kann, sondern einen größeren Umweg laufen muss und wo Anliegerstraßen plötzlich vor einer meterhohen Wand enden. Da wo die Reste der Berliner Mauer bereits sehr museal wirken, sind diese Anlagen noch intakt und werden „aus Gründen“ funktional gehalten und wohl auch geschlossen. Auf der einen Seite wohnen überwiegend katholische Nationalisten/Republikaner und fühlen sich als Iren, auf der anderen Seite wohnen protestantischen Unionisten/Loyalisten und fühlen sich als Briten






Sehr interessant und einen Kurztrip wert.
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