Alle paar Monate sitzen an der Supermarkt-Kasse auf einmal andere Menschen, meistens junge Leute, die offensichtlich gerade erst angefangen haben. Das erkenne ich an ihren Bewegungen, den Abläufen die noch nicht ganz rund laufen. Damit kann ich leben, jeder hat mal irgendwo angefangen, nach ein paar Tagen läufts schon besser.
Was ich aber überhaupt nicht abkann ist, dass sie verwundert in meine Brötchentüte gucken und mich dann fragen, was das ist.
Er: Die habe ich ja noch nie gesehen, wissen Sie wie die heißen?
Ich: Nein tut mir leid, das ist mir auch herzlich egal.
Mein Güte, früher gab‘s „Schrippe“ oder „Doppelte“ oder „vom Vortag“. Ihr macht das doch so kompliziert …nicht ich.
Er: Mhm …
Ich: Irgendwas mit Dinkel … oben links im Regal.
Gleich neben den anderen, deren Name ich auch nicht weiß.
Er: Wissen Sie zufällig den Preis?
Ich: Nein, auch den weiß ich nicht.
Ihr ändert den sowieso andauernd.
Hinter mir bildet sich bereits eine nervöse Schlange an Menschen. Der neue Mitarbeiter erhebt sich aus dem Stuhl, geht rüber in die Gemüseabteilung und fragt den Chef, aber auch der kann nicht helfen.
Also tappert der Kassierer bis ins hintere Ende des Supermarkts und macht sich auf die Suche, nach dem Namen meines EINEN Brötchens.
Er watschelt zurück, setzt sich wieder und tippt schweigend in die Kasse.
Ich: Und, wie heißt es nun?
Er: Bio-Dinkel-Krüstchen
Ich: Aha
Aber, glaub‘ mal nicht, dass ich mir das merke.
Den Hinweis, dass ich schon mehrfach vorgeschlagen habe, doch mal vorn im Kassenbereich ein paar Bilder der Backwaren auszuhängen, schlucke ich runter. Bringt nix.
Ich gehe nach Hause und esse jetzt mein …
wie hieß es doch gleich?
Irgendwas mit Dinkel … oben links im Regal.
PS 1: ich könnte es mir auf den Unterarm tätowieren lassen
PS 2: Titelbild via KI
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In unseren Supermärkten, die Backwaren anbieten, wiegt und preist man die direkt selbst am Backwarenregal aus, ehe man damit zur Kasse geht. Keiner muss in die Tüte gucken, um die Rechnung zu machen. Schick mal den Verantwortlichen zu uns nach Italien, kanna was lernen.
seht‘ da mal. Selbst bei den Römern guckt keiner mehr in die Tüte. Beim Teutates!
Das Prinzip wie bei DHL : Ahnungslose Mitarbeiter, möglichst billig und beliebig einsetzbar da keinerlei Fähigkeiten und Kenntnisse. Das Ziel ist eine Gesellschaft aus beliebig steuerbaren Vollidioten, nonstop online und manipulierbar.
Und das hat man ja fast schon erreicht.
Liegt aber auch mit an den knausigren Durchschnittskonsumenten, die beim Billigheimer, die Preise und damit Löhne drücken. Am Ende sitzen nur noch Schüler an der Kasse oder man muss selbst kassiereren
Angesichts der Bilanzen bei Aldi und Co wären höhere Löhne kein Problem. Es geht eher um Gewinnmaximierung…
Ja, die Unternehmen / Aktionäre wollen Gewinne steigern,
ich glaube aber auch, viele Menschen „müssen“ nicht zu Aldi und Co gehen, tun es aber trotzdem, weil sie ihre Ausgaben senken wollen … und damit feuern sie diese Abwärtsfahrt noch an.
Willkommen zu Hause!
Ich habe es befürchtet