104) Doch noch nicht ganz blöd – Vol 3

Die folgenden Zeilen kommen leider nicht ohne die Nennung von Markennamen aus. Eigentlich widerspricht es den Statuten dieser Privat-Bloggerei hier, aber es geht nicht anders. Disclaimer vorab: Ja, ich habe einzelne Bekleidungsstücke von denen, aber alles selber bezahlt und nichts davon besonders hervorzuheben.

Die Mittags-Hitze Melaka‘s treibt uns in ein Shopping-Center. Während die XX-Exemplare unserer Reisegruppe in einem der Shops verschwinden, mache ich mich mal auf den Weg zum Klo. Vorsorglich.

Ich laufe an den Shops von „Sketchers“, „Puma“, „Vans“ vorbei und eine Etage tiefer noch an „Adidas“ und denke mir so: „Mensch, das solltest du mal dem Stammhalter stecken. Da findet der bestimmt etwas“. Das Klo finde ich nicht und eigentlich ist es auch unnötig, denn in Malaysia braucht man kein Keramik, man verdampft die Getränke einfach über die Haut. Also laufe ich zurück zum Stammhalter. „Du, ich habe Shops von „Sketchers“, „Puma“, „Vans“ und „Adidas“ gesehen. „Cool, lass uns gehen“ … erwidert der und ab geht’s.

Wir finden den „Adidas“-Store. Aber nichts spricht ihn an. „Du, hier gibt‘s auch noch einen Store von „Sketchers“, „Puma“ und „Vans“ … gleich hier nebenan … irgendwo“, sage ich. Aber die Shops sind verschwunden. „Ich bin doch nicht blöd man, die waren doch eben noch hier“, fluche ich. Das Schlimmste wäre jetzt, wenn der Stammhalter „Is’ nich’ schlimm Papa“ sagen würde … was er dann auch tut. Danke.

„Hey und wenn wir hier da ganze Nacht durchs Center laufen, wir finden diese Shops“, behaupte ich selbstbewusst. Und wir laufen und laufen, zwar nicht die ganze Nacht, doch beachtliche Zeit. Leider finden wir die Shops nicht, und keine Info-Tafel, keine Service-Kraft die wir fragen könnten. So langsam zweifele ich an mir selbst.

“Und wenn die Shops vielleicht oben im Erdgeschoss sind“, fragt der Stammhalter …?„

Öhm, ja … also hätte ich die erste Hälfte des Beitrags hier genauer gelesen, wäre ich auch drauf gekommen.

Es gibt sie also doch … und ich bin noch nich‘ ganz blöd …

128) Postkarte aus Singapur 3

Ein kurzer Gruß aus Singapur, denn morgen geht’s weiter nach Norden, ins Nachbarland.

Ich bin nicht zum ersten Mal hier, aber es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Nach acht Jahren Singapur-Pause bin ich doch echt erstaunt, wie durchdigitalisiert das alles hier ist und wie wenig man sich hier irgendeinen Kopf machen muss, ob man A) ankommt, B) ausgeraubt oder C) über den Tisch gezogen wird. Singapur ist Handels-und Finanzplatz, aber Raubfische scheint es hier nicht zu geben. Man glaubt es kaum.

Müll sieht man nur stellenweise in den C- oder D-Straßen, Graffiti habe ich nicht ein Einziges gesehen, Müll-Sammler, Obdachlose auch nicht. Fährt man hier mit der Circle-Line, mag man gar nicht sagen, dass wir in Berlin auch eine Ringbahn haben, inclusive Dreck, irren Typen, Notarzteinsätzen am Gleis, Stellwerkschäden, Kabelklau und Flüssigkeiten jedweder Art. Jibbit hier einfach nich‘.

Natürlich sind die Stadtfürsten mit Strafen und „Fines“ auch nicht gerade zimperlich. Man darf nicht in der Bahn essen, auch nicht dem Kneiper vor die Füße kotzen, öffentliches Küssen, Rauchen und Trinken ist auch nicht gern gesehen.

Aber ganz ehrlich … so isses schon schön.

Die Stadt bereitet sich auf das 60-jährige Jubiläum vor seit der Unabhängigkeit. Die Stadt ist mit Fahnen und roten Lichtern geschmückt.

Ansonsten Shops, Shops, Shops. In Little India fühlt man sich wie im kleinen Indien … nur halt mit Ampeln und sauberen Straßen und in Chinatown … muss man nicht erklären.

Im Waschsalon nebenan kann man während des Waschens daddeln und kalte Getränke konsumieren. Ist quasi Wasch-Bar bei 34°C. An der anderen Ecke, gibts lecker indisches Food für’n Appel, ein Ei und wenige SG-Dollar, noch eine Ecke weiter gibts Poridge mit Frosch oben drauf. Knurps …

Im Keller des Marina Bay Sands Hotel, kann man sich mit von einem Asia- Yul Brynner durch die gekachelten „Grachten“ schippern lassen. Widerlich. Sorry.

Singapur, ich komme wieder. Könnte sein, ich bringe mal einen Koffer mehr mit …

Andere Beiträge zu Singapur:

Diese Postkarte ist Teil einer Serie aus August 2025:

—> 129) Postkarte aus Melaka

684) Live-Podcast über den Wolken

Ich nehme im Flieger platz und mache es mir halbwegs „bequem“. Sechs Stunden soll der Flug nach Doha dauern. Irgendwie kriege ich die schon rum. Eine Zeitschrift habe ich mit, Musik, das Tablet und im Bildschirm vor wir währen auch noch Filme im Angebot. Aber ich muss mich noch mal erheben, jemand will auf einen der Mittelplätze, aber dieses kurze Aufstehen kommt mir sehr gelegen, denn nicht der Mangel an Unterhaltung wird die Herausforderung werden, sondern das lange Sitzen. Der junge Mann versucht noch jemanden anzurufen, bis auf ein „Eg“ kann ich nichts verstehen. Das „Eg“ bedeutet „eins“ in Hindi, aber da ich sonst nicht einmal das mir vertraute „Acha“ oder „TK“ höre, kann es kein Hindi sein. 

Er beendet das Telefonat, kurze überlege ich, ob ich ihn anquatsche, aber er kommt mir fast zeitgleich zuvor. Woher kommst du? Wo willst du hin? Ich möchte via Doha nach Singapur, er von Doha weiter nach Karachi. Er studiert in Berlin, lernt Deutsch und fliegt für zwei Wochen nach Hause zu seiner Family. Da beiße ich natürlich sofort an.

Und dann haben wir die vollen sechs Stunden geredet, durchgehend ohne Pause, selbst beim Essen. Wie im Podcast „Alles gesagt?“, der erst aufhört, wenn der Gast nicht mehr kann. Um „Gott und die Welt“ geht es dabei (obwohl wir Gott sogar ausgelassen haben), um Pakistan, Indien, Deutschland, USA, Energie, Verkehr, Bildung, Pluralismus, Verwaltung, Bürokratie, Digitalisierung, KI und noch jede Menge mehr. Meistens sprechen wir Englisch, zeitweise wechseln wir ins Deutsche, schließlich will er es ja lernen und das klappt schon ganz gut. Nicht einmal entstand so eine eigenartige Pause wo man sonst denkt, oh jetzt ist vielleicht genug gesagt oder man zieht sich mal für einen Moment zurück. Nein. Nicht ein verstohlener Blick auf die Uhr oder auf die Flugroute.

Als der Landeanflug über die Lautsprecher angekündigt wird, stellen wir fest, dass die „Zeit wie im Fluge vergangen ist“. Wieder was für sein Vokabelheft.

Tolles Gespräch. Toller Tag.
Telefonnummern getauscht, wir treffen uns in Berlin noch mal.
Es gibt noch so vieles zu bereden.

Grüße aus dem zweiten Flieger, ich kann nicht mehr sitzen.
Aber Land in Sicht!

683) Reasoning für alle!

Wer sich ein bisschen mit generativer KI beschäftigt, kennt es: Die neueren Sprachmodelle „denken“ länger, oder besser gesagt, sie rechnen und reflektieren intensiver, wenn man sie dazu auffordert. Und siehe da, die Antworten werden meist besser. Unter den Fachleuten heißt das dann „Reasoning“.

Das bedeutet, das Modell prüft seine eigene Antwort, hinterfragt, ob das alles Sinn ergibt, und kann einem auf Wunsch auch erklären, warum es genau zu diesem Schluss gekommen ist. Erst denken, dann sprechen, eigentlich eine ziemlich gute Sache. Wünschte ich mir bei Menschen übrigens auch öfter.

Ich kenne da ein ganz besonderes „Human Being“, bei dem es ein echter Genuss ist, beim Denken zuzusehen. Es ist faszinierend, wie sich die Mimik minimal verändert, wie der Groschen fällt, herrlich. Und das meine ich absolut liebevoll. Leider sehe ich natürlich nicht, was da gedacht wird, noch wie das Ganze im Kopf einsortiert wird.

Und jetzt stellt euch mal vor, man würde beim nächsten Staatspräsidenten-Auftritt nicht nur das Übersetzungs-Geblubber hören, sondern auch eingeblendet bekommen, was der Mensch gerade denkt, was das eigentliche „Reasoning“ hinter dem Gesagten ist. Oder bei den CEOs auf der Tech-Konferenz: Was geht wirklich im Kopf vor? Welches Argument wurde innerlich verworfen? Welcher Gedanke als „taktisch klüger“ eingestuft?

Die Vorstellung ist ein bisschen unheimlich, denn ich glaube das wird ziemlich „einfach“.

Oder?

PS: Titelbild via ChatGPT. Herrlich wie sich der eine über den kackbraunen Schlips des anderen aufregt

86) Stell‘ ab!

Laut der schlauen KI wird „Ein Fußgängerweg in Deutschland nach der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) definiert als ein Weg oder Teil der Straße, der ausschließlich dem Fußgängerverkehr vorbehalten ist.“ So, so.

Die StVO sollte an die Berliner Realität angepasst werden:

§ 47b STVO-E (Entwurf): Zweckentfremdung von Gehwegen

(1) Gehwege dienen vorrangig der dauerhaften Aufstellung beweglicher Gegenstände nicht-menschlicher Natur, insbesondere:

  •  a) Elektrokleinstfahrzeuge („E-Scooter“)
  •  b) Einkaufswagen
  •  c) Haushaltsmöbel mit „zu verschenken“-Hinweis
  •  d) Fahrräder in beliebigem Zustand

(2) Fußgängern ist die Nutzung von Gehwegen nur gestattet, sofern dort keine anderweitige Nutzung gemäß Absatz 1 erfolgt. In solchen Fällen ist die Fahrbahn zu benutzen, unter gebührender Vorsicht und Blickkontaktaufnahme mit dem Kfz-Verkehr.

(3) Zuwiderhandlungen können mit Geldbußen bis zu 5.000 EUR, zwei Wochen Ersatzfreiheitsstrafe oder temporärem Entzug des Mobiltelefons geahndet werden.

Denn dann könnte man das Angebot noch vervollständigen. Ein gefüllter Kühlschrank neben dem Sessel, eine Mikro-Welle oder Heißluftfritteuse für den kleinen Hunger zwischendurch und gern auch was zum Lesen. Eine Lampe vielleicht noch, im Winter wird‘s ja schon 16:00 Uhr dunkel. Einen ordentlichen Schreibtisch wegen der Ergonomie und ´nen Heizpilz. Ein Camping-Klo für‘s dringendste Bedürfnis, gutes WLAN vor allen Dingen und nebenan einen Späti.

PS: Kursiver Teil via ChatGPT

682) 30 Sekunden

Vor ungefähr fünf Wochen hatte ich >Ein letzter gemeinsamer Film geschrieben, da ging es um die künftig individuelle Unterhaltung via KI. Dann spielte mir der Algorithmus die Episode #10 vom Podcast Outatime ins Ohr, mit genau dem Thema: „Hyper Personalization“, „Content Creation on demand“ etc.

So „siencefictionig“ war ich also gar nicht unterwegs mit meinen Gedanken. Zum Ende ging es auch darum, dass auf YouTube pro Minute (!) 500 Filmstunden hochgeladen werden, und dass auch da immer mehr KI-Inhalte dabei sind. Eine weitere interessante Zahl war, dass wohl die kurzen Schnipsel bei YouTube oder TikTok (a.k.a. „Shorts“) im Schnitt nur noch 8 Sekunden (?) dauern … mehr nicht.

Frage ich ChatGPT, schreibt es von 30-40 Sekunden bei YouTube und ca. 20 Sekunden bei TikTok.

Wurscht. Wer seine Message in 30 Sekunden nicht vermitteln kann, der hat halt …

Sorry, time is‘sch owa!

PS: Titelbild via ChatGPT

85) Pizza-Pappen … aus Gründen …

Na, Leute? Wie war die Runde gestern Abend? Ganz nice? Und warum könnt ihr faulen Säcke eure Pizza-Pappen nicht mitnehmen?

„Faul? Wir? So kann nur ein Spießer aus Prenzlauer Berg denken. Wir haben uns schon was dabei gedacht:“

Der Linke:

„Lieber Pfandflaschen-Sammler, ca. 500 m von hier liegen noch ein paar Flaschen von uns (nicht alle bringen Pfand), könntest du diese Pizza-Pappen bitte auch mitnehmen (wir haben dir auch ein Stück übrig gelassen, weil der Staat anscheinend nicht für seine Bürger sorgen kann).“

Der Grüne:

„Das sind Wertstoffe, wir haben die Pizza-Pappen restlos leergegessen und extra nicht zusammengefaltet, man kann sie sofort erneut verwenden, ganz ohne Energie zu verbrauchen, ohne Einsatz von Chemie.“ 

Der Tierschützer:

„Wir müssen auch an die Tiere in der Stadt denken, Füchse, Ratten, Krähen haben auch hart mit dem Klimawandel zu kämpfen.“ #biodiversitybypizza

Der AfD-ler:

„Daran sind nur die Inder, Pakistanis und Syrer schuld, denn würden die nicht diesen  kulturlosen Italo-Fraß in unsere deutschen Parks tragen, hätten wir das Problem nicht.“

Der CDU-ler:

„Warum kann man den Pizza-Bote nicht einfach wieder anrufen, dass er seine Pappen wieder mitnimmt? Da könnte man doch eine Geschäftsmodell draus machen, vielleicht so  zwei Euro pro Rücknahme, der fährt doch eh durch die Stadt.“

Der FDP-ler:

„Wir hätten die ja wirklich gerne in den Mülleimer gesteckt, aber der ist nun einmal rund. Der scheint wohl aus dem letzten Jahrtausend zu sein. Warum baut man denn bitte noch runde Mülleimer? Pizza-Pappen sind schließlich viereckig, Amazon-und Zalando-Pakete auch. Wir müssen das Technologie-offen betrachten und die Infrastruktur mit großen Investitionen zukunftstauglich machen.“

T.Head:

Labert nicht rum, Ihr seid stinkendfaul. Basta

84) E-Roller

„Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten“.

So ähnlich soll es wohl der chinesische General Nun Tsu formuliert haben.

(Später hat er dann ein Videokonferenzsystem erfunden. Der allbekannten Hinweis „Mach mal Zoom zu ist an seinen Namen angelehnt und den kennt seit der Pandemie ja nun wirklich jeder.) 

Aber ich schweife ab. Den „Feind studieren“, darum soll es gehen. Und genau das ging mir durch den Kopf, als ich dem Stammhalter vorschlug, mal gemeinsam eine Runde mit einem E-Roller zu drehen. Das erste Mal hatte ich mich hier im Sommer 2019 > 47) E-Sharing-Wahn darüber aufgeregt.

Hier meine Experience:

Na klar, die App runterladen und sich so ein Ding schnappen, ist natürlich verlockend. Die Roller sind stabiler, als ich dachte. Nur das Signalisieren des Abbiegens ist bei so einer schmalen Lenkerstange nicht ganz easy, aber ich glaube mit dem Problem, bin ich in Berlin eh allein. Die meisten haben ein Handy in der Hand, da bleibt keine mehr fürs Handzeichen frei.

Auf glatten Straßen rollen die echt gut. Auf Berliner Pflaster wird man ordentlich durchgerüttelt. Die Beschleunigung ist supi, man hat zwei Bremsen und ’ne Klingel. Man ist dem Boden viel näher als auf einem Fahrrad, das hat schon seinen Charme. Man steigt schneller auf und ab, und es gibt keine Sattelstange wie beim Herrenrad. Trägt „Mann“ mal einen Anzug oder „Frau“ einen Rock oder Kleid, ist das definitiv praktischer, als einen Fahrradsattel zu besteigen.

Aber ein Schnäppchen ist es nicht:

18 Minuten für 5,60 Euro ist ein Wort. Und Kalorien verbrennt man auch keine.

Fazit:

Gar nicht soooo schlecht. Vielleicht mal für kurze Strecken oder zur Überbrückung zwischen ÖPNV und Ziel. Besonders dann, wenn man sich auf dem eigenen Fahrrad nicht wieder mit den ganzen Fahrrad-Rambos anlegen will.

Aber jetzt ist Schluss mit dem Lob.

Jetzt wird wieder gemeckert, schließlich sind wir in Berlin:

Du dämlicher Hornochse. Haben sie dir ins Gehirn geschissen? Warst du in der Schule Kreide holen, als das Wort Rücksicht besprochen wurde?

Wie blöd muss man eigentlich sein, seinen Roller nach der Miete mitten auf den Gehweg zu stellen? Ich meine, Ich kann da beim Joggen noch drüberhüpfen, nehme das sportlich. Aber hast du schon mal Menschen gesehen, die mit Sonnenbrille und weißem Stock durch die Stadt laufen? Oder andere, die auf eigenartigen Sitzmöbeln mit Rädern hocken. Gibt’s vielleicht nicht in deinem TikTok-Feed, aber hier im Viertel durchaus.

Vollidiot, Kackbratze, Honk, Pfeife, Vollpfosten, Knallcharge, Hirnkasper, Tütenkasper, Flachpfeife, Hackfresse, Dumpfbacke, Hirni, Dämlack, Trottel, … ich könnte noch weitere aufzählen … ist schon interessant wieviel Wörter es in der deutschen Sprache für solche Knalli‘s gibt, wird wohl einen Grund haben …

127) Postkarte von der Spree

Eigentlich war ein Herren-Wochenende geplant. Ein Herren-Wochenende ist eine zwanglose Veranstaltung, zu der ausschließlich Mitglieder die XY-Bande und zwar Ü18 zugelassen ist, es gibt Hopfenkaltschale, tiefgründige Gespräche über den bedauerlichen Zustand der Welt, immer verbunden mit körperlicher Betätigung und Frischluft, in diesem Falle sollte es Paddeln sein. Nun hat sich der Best Buddy allerdings das Knie verdreht und die Anreise aus dem Südwesten Deutschlands abgesagt.

Verstehe ich. Wer will schon sechs Stunden mit einem gefühltem Nagel im Knie Autofahren. Gute Besserung, mein Alter … ja wir sagen noch Alter … und nicht Digger.

Aber man kann so ein Herren-Wochenende auch mit sich allein machen. Gut, der Gesprächsanteil, wird zwar etwas kürzer, aber der Rest kann durchgezogen werden. Also 8:00 Uhr Abfahrt zum Landsitz, Kienäppel sammeln, Rasenmähen, den Bambus in die Schranken weisen, und das Schloss vom wilden Wein befreien, es hat viel geregnet die letzten Tage.


Kurz vor 14:00 Uhr gehts los ans Wasser, da mir nun aber ein Träger fehlt, wird improvisiert. Der selbstgebaute Bootswagen, wird mit einem Gurt „Achtern“ angebracht und den Rest macht die Physik, ich lasse die Yacht zu Wasser und es geht gleich nach links flussaufwärts die Spree hoch.

Sowohl Oberarme, Schulter, als auch Hintern machen wunderbar mit, ich paddele und paddele, bis zur Autobahn (A10 Berliner Ring). Da meldet sich das Untergeschoss mit erstem Widerstand, verstanden, ja ich werde auch nicht jünger. Ich  mache Pause und schaue mir die Autobahn von unten an. Mal ganz interessant.

Okay, bis zur Oder komme ich heute wohl nicht mehr, aber man sollte eh nicht zu weit nach Osten fahren dieser Tage, also besser zurück in Richtung Villa.

Mit der Strömung war ich dann deutlich schneller. Laut Google waren es wohl 6,knips Kilometer eine Strecke.

Und weil es so schön war, gibts heute mal ausnahmsweise mal ein Video. Hört ihr es?

Schöner Tag. Das Wetter war Spitze, nur zwei Idioten mit Motorboot und HiFi-Bumms … ansonsten tip top.

681) Post vom Landrat – 2

Man kriegt ja kaum noch Post dieser Tage, ich habe schon überlegt, den Briefkasten zu vermieten. Aber gestern lag ein Umschlag hinter‘m Blech. Ein alter Bekannter … der Landkreis Vorpommern-Rügen hat sich mal wieder gemeldet. Ach wie nett. Einmal im Jahr schreibt er mir, vielleicht auf zweimal, die Kommunikation ist aber recht einseitig, eine richtige Brieffreundschaft würde ich das nicht nennen. Ehrlicherweise liegt es an mir, ich bin einfach zu faul, zu antworten.

Diesmal hat er sogar Fotos mitgeschickt von einem Tatort „Parkplatz Rügenblick“, an dem ich, mit Geschlecht Fahrer: „männlich“, für den Tatbestand „141239“ verwarnt werde und zwar am Tattag „06.07.2025“, zur Tatzeit „13:53“ Uhr.

„Sie überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften um 7 km/h.“

Meine Güte was tat ich da nur? Was für eine Untat er mir da kundtat. Welche Tatmotiv hat mich leiten lassen? Das Heimweh? Der Tatendrang? Da mir das wirklich leidtat, besserte ich seinen Etat umgehend mit 20 EUR auf.

Das Foto ist gut geworden. Entspannter Typ, im besten Alter, visionär, tatkräftig, wacher Blick in die Ferne, zum Glück kein Handy in der Hand, beide Tatzen am Lenkrad, kein Brötchen im Gesicht.

Darunter noch mal das Bild der Tatwaffe von schräg vorn, dramatische Wolken im Hintergrund, dankenswerter Weise in schwarzweiß, da sieht man den Dreck nicht so.

Lieber Landrat, bei dieser Schandtat und der weiterhin zu erwartenden Tatendichte … wollen wir da nicht mal über Einzugsermächtigung reden?

Das würde die Sache tatsächlich vereinfachen.