349) Rückkehr ins Büro – Teil 6

Mission accomplished! Ich habe das nächste Level im Reality-Game „Rückkehr ins Büro“ gemeistert. Diesmal habe ich wieder das Scenario „Dienstreise“ gewählt, darin das Level „München“ und die Settings dann wie folgt eingestellt.

  • Zwei Nächte statt einer Nacht —> Unglaublich
  • Bahnfahrt statt Flieger —> Sinneswandel
  • Team-Event statt Dinner —> Krrrrass
  • Bildschirm „off“ —> Wahnsinn!
  • Headset„off“ —> Geht doch nich‘!
  • Social Mode „on“ —> Wirklich?

Aber ich wollte mich ja auch etwas fordern im Vergleich zu >Teil 4 und >Teil 5. Sozusagen eine „New Normal-Challenge“ eingehen, die „Comfort-Zone“ verlassen und etwas „socializen“ und „networken“ … müssen.

Kurzer Bericht für die Krankenakte:

Anreise per Bahn (ich will ja innerdeutsch nicht mehr fliegen). Plätze voll ausgebucht, Wifi „wechselhaft“, 30 Minuten Verspätung … also alles völlig normal.

Beim kurzen Bummel durch die Stadt nahm ich die Innenstadt als übervoll war. Da entwickelte sich etwas Pipi in den Augen, war ich doch „früher“ alle zwei Wochen dort und dann eben mal 2,5 Jahre gar nicht. Null, niente, nix. Komisch wieder dort zu sein. Vertraut irgendwie, aber auch fremd.

Der Campus und die Büros wirkten noch sehr ausgestorben, habe das Gefühl in einem Endzeit-Film rausgekommen zu sein. Alles wirkt gepflegt und sauber, Pflanzen sind noch da, aber es hängen zum Beispiel noch uralte Poster an den Wänden. Auch die typischen Zettelchen zur kollegialen „Erziehung“ sind noch da. „Bitte verlassen Sie diesen Ort, wie sie ihn selber vorzufinden mögen“ oder „Geschirrspülmaschinen kann man auch Einräumen!“. Es wirkt wie im Dornröschenschlaf, wo die Menschen am Hof langsam erwachten.

Zum Mittag war ich in der Kantine. Auf einmal schien es Menschen geregnet zu haben. Voll das Ding, inklusive Schlangen bei den Ausgaben! Jegliche Abstände dahin. Und dann natürlich all die bekannten Gesichter die zufälligerweise ihren „Büro-Tag“ geplant hatten. „Du, hier!???“ Hacke? Ellbogen? Faust? Hand? Bussi? Ungewohnt, ungewollt … unangenehm.

Abends dann der geführte Stadtbummel, der war recht luftig, wenig Sorge. Anschließend ging es in einen Biergarten, da war es dann natürlich deutlich lauter. Ich traf Kollegen die ich noch nie „live“ gesehen habe. Man rutschte dichter zusammen und brüllte über den Tisch, um sich verständlich zu machen.

Nun wieder zurück im Höhlenoffice, werde ich mir wir wohl mal in den nächsten Tagen ein Stäbchen in die Nebenhöhlen drömmeln …

Und dann mal sehen, welches Level als nächstes auf mich wartet 😉

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—> Rückkehr ins Büro – Teil 7

348) Zeh im Ohr

Der Reiner hatte mir neulich einen schönen >Beitrag der New York Times zugespielt.

Der begann so:

„Flying home from Paris recently, I suddenly had the creepy sensation of something hovering over my shoulder. Looking toward the aisle I spied nothing. Swiveling my head to the left, I saw what it was. The woman in the row behind me had somehow wedged her toes into the seat crevice alongside my ear….“ und danach thematisierte der Verfasser die zunehmende Stillosigkeit bei der Wahl von Schuhen und Klamotten für einen Flug.

Sicher, ziehe ich mir auch was bequemes für einen langen Flug an, aber ich würde sicher nie, nie, nie in Flip-Flops in einen Flieger steigen. Selbst im T-Shirt würdet ihr mich da nicht antreffen. Neben der Stilfrage hat das aber auch ganz praktische Gründe. Beim Zwischenstopp in Kangerlussuaq könnte es obenrum etwas frisch werden und für eine Notlandung in den Pyrenäen hätte ich gern festes Schuhwerk an den Füßen.

„I draw the line at bare feet,” said Pelayo Diaz, a fashionable Spanish digital strategist with a million Instagram followers. “Dress nicely, if not for yourself then for the rest of us,” Mr. Diaz wrote in a direct message. “At the very least wear socks. After all, we’re the ones that have to look at you.”

Tja, was kann man machen, um das wieder etwas anzugleichen?

  • Die Piloten kommen künftig in Schlappen und Netzhemd.
    Auch doof, denn dann dürfen die beim Einstieg nicht links ins Cockpit abbiegen und es gibt unnötige Verspätung
  • Die Passagiere kommen alle in Pilotenkleidung.
    Obwohl, nein, das könnte lebensgefährlich werden
  • Alle Fluggäste bekommen weiße Einweg-Overalls gestellt.
    Oh je geht auch nicht, ich höre schon wieder Geschrei nach Freiheit und Selbstverwirklichung.
  • Oder alle fliegen nackig.
    Och nööö. Muss ich nun auch nicht haben. Und sieht auch albern aus, wenn man eine FFP2-Maske trägt 😉
  • Alle kommen in Badekleidung, die Airline spart sich die Landegebühr weil die Fluggäste noch vor der Landung ins Wasser geschmissen werden.
    Was für ein Spaß. Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

Danke an >Reiner für die Inspiration und für das Kopfkino in meiner Birne.

PS: Morgen geht‘s für mich nach knapp 2,5 Jahren mal wieder nach München. Allerdings mit der Bahn, die Inlands-Fliegerei habe ich eingestellt.

71) Koffer-Theater

Als wir vergangenes Wochenende mal wieder Erfahrung mit müden Kofferbändern machten, fiel mir so beim Warten (… und Fluchen) eine nette kleine Geschichte ein. Ich glaube, ich habe das Ereignis schon mal am Rande erwähnt, aber ich weiß nicht mehr in welchem Beitrag. Es ist aber auch so herrlich „Deutsch“ irgendwie, die kann man auch gern mehrfach bringen.

Also, ich flog in 2019 von Melbourne nach München, neben mir saß ein gesprächiger Deutscher, sehr schrill gekleidet, irgendwie anders. Alternativ, Friseur, bisschen Punk, sehr bunt, bisschen Queen … eigentlich Wurscht, aber für den späteren Verlauf dann doch wieder irgendwie relevant. Auf dem langen Flug hatten wir etwas geschnattert, nach der Landung in MUC verabschiedeten wir uns für immer … um uns dann am Kofferband wieder zu treffen.

Auch dort dauerte es ewig bis die Koffer ans Tageslicht kamen. Irgendwann spuckte das Förderband erste Koffer aus dem Keller rauf auf das umlaufende Band. Leider wurden die Koffer mit „zu viel“ aber gleichzeitig „zu wenig“ Abstand gespuckt, so dass die Lichtschranke irgendwann verhinderte, dass weitere Koffer aufs Band gewürgt wurden. Weil weitere Koffer ja nicht in die schmalen Lücken passen würden. Meinte zumindest die Lichtschranke. Während das Förderband aus dem Keller bald seine Arbeit einstellte, drehte sich das umlaufende Band weiter und bot fleißig Koffer an. Die wollte aber keiner haben. Denn die Koffer, die dringend erwartet wurden, waren noch unter der Erde. Und da standen wir nun.

Wie ging es weiter?
Der deutsche Durchschnitts-Reisende beobachtete die Situation, schüttelte den Kopf, fluchte, meckerte, drohte mit einem Anwalt und machte ansonsten … nüscht. Außer noch mal meckern. Aber es tat sich eben nichts. Die Koffer, die auf dem umlaufenden Band routierten, interessierten niemanden. Vielleicht waren die sogar von einem anderen Flieger, weiß ich nicht mehr.

Na und dann?
Dann reichte es meinem schrillen Sitznachbar, er wackelte entnervt auf das umlaufende Kofferband zu und griff die fremden Koffer und sortierte sie um.

Unter den Reisenden entstand schnell ein Gemurmel:

Ja, der kann doch nicht einfach …?
Was bildet der sich denn ein …?
Der kann die doch nicht alle …?
Das sind doch nicht seine … ?
Wo kommt der denn her …?
Was macht der da …?
Was fällt dem ein … ?
Darf der das …?

Dabei hatte der schrille Vogel nur die schweren Trümmer verschoben …
damit zwischen den Koffern größere Abstände entstanden …
die es der obersensiblen Lichtschranke erlaubten …
dem Förderband aus der Erde zu genehmigen …
die ersehnten Koffer ans Tageslicht zu würgen …
damit endlich alle nach Hause können.

Und die Moral von der Geschicht?
Pack an, mach‘ was …
und mecker nicht!

In diesem Sinne

PS: Die Like-Funktion bleibt unsichtbar, aus gutem Grunde. Kommentieren dürft ihr gern, nur Einer nicht.

Weitere Beiträge zu Koffer in allen Lebenslagen:

347) Wo sind die alle nur hin?

Egal in welchem Berufs-oder Tätigkeitsfeld, es mangelt an Arbeitskräften, heißt es. Bei den Lehrkräften, in der Gastronomie, Hotellerie, im Ground Service bei den Airports, überall. 

Aber wo sind die alle nur hin?
Das hat sicher verschiedene Ursachen. Die Sport-und Veranstaltungsbranche lag während der ersten Corona-Monate brach, die Reisebranche genauso. Logisch, dass sich Mitarbeiter anderweitig orientierten. Sicher entstanden auch neue Jobs bei Covid-Test-Centern oder bei privaten Fahrdiensten. Manche Fachkräfte sind vielleicht auch wieder in ihre Heimatländer zurückgegangen. Bestimmt haben so einige Firmen die Lockdowns auch als willkommene Restrukturierungsmaßnahme genutzt. Kann alles sein, wird wohl von allem etwas dabei sein. Aber in der Größenordnung kann ich das trotzdem nicht verstehen.

Was machen die heute alle?
Sind die ehemaligen Küchenkräfte, Reinigungskräfte, Sicherheitsdienste, Köche, Kofferträger nun mit blauen Rucksäcken auf Fahrrädern unterwegs und verteilen labberige Pizza? Sind das die Menschen, die nachts die Akkus an den tausenden E-Rollern tauschen? Die > Car-Sharing-Autos durchsaugen? Die vielen Amazon-Kuriere, die durch die Stadt hetzen? Die DSL-Berater, die auf einmal vor der Tür stehen? Sind das die Kräfte an denen es woanders nun mangelt? Und jetzt mal angenommen, das ist wirklich so. Dann hieße das doch, dass die Mitarbeiter nicht in ihre alten Jobs zurück können … oder wollen.

Was heißt das nun für diese Branchen?
Haben die ausgedient? Wurden die wegdigitalisiert, weginfiziert? Verrammeln wir die Kneipen, kleben Foto-Tapete auf die Scheiben und lassen das Food ganz trendy > nach Hause delivern? Die Barista-Bar brauchen wir auch nicht mir weil wir uns den Chai-Latte zu Hause aus dem Vollautomaten ziehen oder auch bestellen? Schließen wir die Hotels und schlafen nur noch auf den Couches fremder Menschen? Verreisen wir letztlich dann doch irgendwann nur noch virtuell? So wie hier in der Reihe > Reisen 6.0.

Solche Fragen mitten in der Nacht …

  • Weil der Flieger aus Berlin schon deutlich verspätet in Bastia ankam …
  • und wir daher erst kurz vor dem Nachflugverbot 23:40 in Berlin landeten …
  • und der letzte Express-Zug in die Innenstadt mit 00:13 geht …
  • und der ganze A319 aber mit nur mit einem Flughafen-Bus geräumt wird …
  • und die Koffer 45 Minuten nach Landung immer noch nicht ans Tageslicht gewürgt sind …
  • und man deshalb auch die Bummel-S-Bahn um 00:33 verpasst …
  • und man die Koffer erst um 00:47 in den Händen hält …
  • und man der nach der nächsten Bummel-S-Bahn 00:53 flitzt …
  • und man dann 01:50 endlich zu Hause ist …
  • dann sind das sicher alles nur Luxusprobleme … hätten ja Regional verreisen können … aber zeigt doch auch, dass es da gehörig klemmt und an Human-Ressourcen mangelt.

Aber in der Bummel-S-Bahn 00:53, war die Stimmung gut. Kaum einer trug eine Maske, das Bier floss in Strömen. Hyper Hyper!

Alles gut also … Willkommen in der Bundeshauptstadt!

Ei, Ei, Ei … da kommt was auf uns zu.

67) Postkarte von Korsika

Bald geht’s zurück in die Heimat. Schade schon vorbei, hätte länger sein können. Aber bevor wir uns von den Korsen verabschieden hier nun noch ein paar Eindrücke. Wie immer bei meinen Postkarten, mit weniger Hochglanz und Schickimicki. Auf jeden Fall ohne Duckface am Strand, dafür eher mit Blick in die skurrile zweite Reihe, der B-Seite der Scheibe sozusagen.

Besucher, die Wasser und Berge zugleich mögen, werden sich auf Korsika pudelwohl fühlen. Denn die Insel hat beides, und zwar ausreichend.

Für Papa‘s die gern bergig Auto fahren ist Korsika ein Paradies. Wenn man einen nervösen Korsen hinter sich hat, dann einfach Spiegel ranklappen, nach vorne schauen und den Hintermann ignorieren, denn der Papa hat keine Lust den Mageninhalt der Mitreisenden aus den Polstern zu sammeln. Die Mitreisenden auf den hinteren Plätzen hätten ja eine Kotztüte aus dem Flieger mitgehen lassen können. Da gibts mittlerweile recht schicke Example, mit coolen Sprüchen drauf. Würde mich aber trotzdem mal interessieren, wie die Stewardess (…. sagt man das noch…? ) … also die Flugbegleiter:Innen gucken, wenn man ihnen solch Beutel voll und 37°C warm in die Hand drückt.

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Der Korse ist stolz, selbstbewusst und gern unabhängig, oder wenigstens italienisch. Die französische Fahne sieht man hier nur an Rathäusern und Polizeistationen. Die Fahne der Korsen, ist der Fahne der Sarden sehr ähnlich. Ich mag so etwas. Nicht ganz klar was sie bedeutet, aber schlicht, eindeutig und wiedererkennbar, grüßt überall der „La tête de Maure“, was man im Deutschen mit „Mohrenkopf“ übersetzen müsste … also könnte … wenn man wollte … aber nicht sollte. Ich schreibe mich hier um seinen Kopf und meinen Kragen.

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Ansonsten hängt der Korse und seine :In überall Würste und Schinken zum Trocknen auf. Aber keine Sorge, es gibt auch viel Gemüse und Früchte auf der Insel, Korsika ist sehr grün. Und der Korse mag Messer. Messer, Messer, Messer. In allen Formen, Größen und für alle Anwendungsfälle. Wenn ihr mal einem Korsen ein Messer abgenommen habt, dann schaut bitte gründlich nach, ob er er nicht noch einen ganzen Besteckkasten unterm Hemd trägt.

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Der Korse baut seine Dörfer gern mitten auf den Berg. Auch ein Zeichen seiner Gastfreundlichkeit 😉 Hier will man kein Amazon-Kurier sein. Wobei das geht ja vielleicht noch, sind ja oft nur kleine Päckchen. Hier will man auf keinen Fall eine Waschmaschine ausliefern müssen. Absolut.

Der Korse mag anscheinend gern Brühwürfel, und weil die bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können, baut er sich halt ein Außen-Klo auf den Balkon.

Der Korse verschanzt sich zwar gern hinter Mauern, hat aber immer Herz für die Schwächeren der Gesellschaft. Es gibt immer einen Platz für Arme.

Während sich manche Kommunen immer mehr dem Zeitgeist öffnen und daran arbeiten, komplett CO2 frei zu werden …

… verschanzen sich korsische Eigenbrödler in Felsen, die aussehen wie Champignons. Oder so. Ich würde jetzt gern fortsetzen.

Mit dem korsischen Schmetterling, der mich hier kürzlich begrüßte, habe ich Freundschaft geschlossen. Der kommt gern auf ein Bier vorbei geflogen.

Setz‘ dich. Hol dir auch eins … oder nimm‘ halt meins. Und sei frei … Papillon!

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PS1: Ich wusste ja nicht, dass Schmetterlinge einen solch langen Rüssel haben, dass die damit bis in die Pulle kommen. Ganz schönen Zug am Leib der Kerl. Na hoffentlich ist der wieder gut nach Hause gekommen 😉

Weitere Postkarten >gibt’s hier

PS2: Nicht wundern bitte, warum hier gerade keine „Likes“ ausgespielt werden, hat seine Gründe, mehr gern bilateral.

346) Lieferketten

Hier auf dem Gelände der Urlaubshütte gibts interessante Ameisenstraßen zu sehen. Irgendwie fällt mir da das Projekt „Neue Seidenstraße“ ein und die aktuell viel diskutierten Probleme in den internationalen Lieferketten.

Wenn man sich die Tierchen so ansieht …

  1. Sind die super-schnell
  2. Machen alles zu Fuß
  3. Haben keine Technik zur Hand, keine Gefäße, Körbe
  4. Hätten ja nicht mal Hände, um die zu beladen
  5. Folgen sie alle einer Richtung, einer Aufgabe, einem Auftrag

Wie kriegen die das hin?

  • Liegt das nur an ihrer schieren Menge? Daran, dass das alles nur einfache Soldaten sind, die dem Kommando der Königin folgen?
  • Vielleicht aber auch, weil jede Ameise nur das auf den Rücken packt, was sie tragen kann? Sie keine Schiffe und LKWs beladen, die dann irgendwo hängen bleiben, weil ein Tanker quer liegt oder die LKW-Fahrer streiken.
  • Oder weil sie ihr Zeug eben nur „regional“ organisieren, also auf dem Gelände hier? Weil Sie keine Delegationen nach China oder Indien schicken, um dort Verträge auszuhandeln?
  • Vermutlich aber auch, weil sie „nur“ Nahrung und Baumaterial heranschaffen? Sie sich nicht mit Flachbild-Fernsehern, Spielkonsolen und Billig-T-Shirts abschleppen?

Genug Stoff zum Nachdenken. 

Ach wenn ich die doch nur fragen könnte. Dann übernehme ich das Konzept und werde zum Oberlogistiker der Welt und verdiene mich dumm und dämlich 😉

Grüße von der Ameisenstraße


Nachtrag 28.07.22 20:16 Uhr:
Liebe Leser meines friedfertigen Blogs hier, dieser Beitrag wurde anscheinend von einem hirnlosen Nazi-Arsch geliked und mit einem Hakenkreuz besudelt. Tut mir Leid, das hat nichts mit mir oder meinen politischen Ansichten zu tun. Oder vielleicht ja doch? Jedenfalls habe ich das nicht initiiert. Ignoriert das bitte für den Moment. Ich muss sehen wie ich damit umgehe. Bis dahin habe ich erst einmal die Gefällt Mir-Funktion abgeschaltet. Danke fürs Verständnis

Nachtrag 28.07.22 ca. 20:30 Uhr:
Mir folgt anscheinend ein User mit unmissverständlichem Namen. Ich habe den erst einmal von der Liste der Follower entfernt.

Nachtrag 28.07.22 20:53 Uhr:
Liebe Leser, ich habe eine Beschwerde an die Betreiber von WordPress geschickt und darum gebeten, diesen User zu blocken / zu löschen.

Nachtrag 28.07.2022 21:00 Uhr:
Ich habe den Blog erst einmal auf „privat“ eingestellt, meine Beiträge sollten also erst einmal nicht im Internet auffindbar sein.

Nachtrag 29.07.2022 09:30 Uhr:
Der Blog ist nun erst einmal wieder für die Öffentlichkeit sichtbar.

Nachtrag 29.07.2022 10:00 Uhr:
Obwohl ich diesen User gestern von der Liste der Follower geschmissen habe, taucht er noch an bestimmten Stellen meines Blogs mit seinem hässlichen Hakenkreuz-Gravatar auf. Ich arbeite dran.

345) Klopf klopf, der Alltag

Meistens kommt man ja zum Ende einer Reise etwas zur Ruhe. Man hat ausreichend Kilometer geschruppt, die Dinge gesehen, die man sich anschauen wollte. Im letzten Drittel geht man die Tage vielleicht etwas langsamer an, um „mehr davon“ zu haben. Und dann arbeiten sich in mir irgendwann Gedanken hoch und klopfen an die Tür.

  • Klopf klopf. Ach ja, der Job. 
  • Klopf klopf. Da war doch noch was. 
  • Klopf klopf. Das aufgeschobene Gespräch mit dem Chef. 
  • Klopf klopf. Das Projekt, das erste Ergebnisse liefern muss.
  • Klopf klopf. Der Telekom-Techniker, der am Montag auf der Matte steht. 
  • … und so weiter.

Hartnäckig klopfen sich die Realitäten aus der Heimat zurück in meinen Arbeitsspeicher. Unangenehm. Und dann kann ich drauf warten, dass meine Rübe beginnt, Gegenentwürfe zu diskutieren. 

Muss ich denn überhaupt … könnte ich nicht weniger … was anderes … woanders?

Die Gedanken kreisen über der Hängematte, es ergibt sich aber leider kein klares Bild. Wie jedes Jahr. 

Hinzukommen diesmal noch die ganz dicken Bretter, die da im Herbst und Winter vor uns liegen. Das Virus will zurück auf die Bühne und der russische Bär dreht am Gashahn. Beste Voraussetzungen.

Klopf, Klopf … sind das die ersten Takte eines Post-Urlaubs-Blues?

344) Eure Armut kotzt mich an

Ich kann dieses Gejammer nicht mehr hören. Immer wenn von „oben“ und „unten“ gefaselt wird, von einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, von einer Einkommensschere die sich immer weiter öffnet. Das is‘n bisschen zu einfach, findet ihr nicht?

Klingt ja so, als hätten wir Bootseigner überhaupt keine Sorgen, nicht auch unsere Päckchen durchs Leben zu tragen. Stellt euch das mal nicht zu einfach vor bitte!

Der Klimawandel, die Pandemie, jetzt der Krieg, die Personalknappheit, das macht uns auch zu schaffen.

Glaubt ihr nicht? Okay, dann hier nur mal ein Auszug meiner Alltagsprobleme:

  • Mein Boot ist 65 Meter lang. Also finde da erst mal einen passenden Liegeplatz und genug Raum im Hafenbecken, um die Karre zu wenden. Das ist nicht so ohne!
  • Der Jacuzzi an Deck muss mittlerweile schon gekühlt werden, weil es draußen immer heißer wird. Da zweifele ich schon, ob der Energiezuschlag der Bundesregierung diese Mehrkosten kompensiert. Ich werde mich da auf eine Härtefallregelung berufen.
  • Meine Suite ist 130 Quadratmeter groß, es ist schon mal vorgekommen, dass ich da selber durchsaugen musste, weil die Putzfrauen nicht mehr für 7,20 EUR die Stunde arbeiten wollten. Die 8 Kabinen der 15 Crewmitglieder habe ich dann aber nicht gesaugt, da sollen die mal schön selber machen. Bin ja nicht die Heilsarmee, oder?
  • Wenigstens die Chinesen in der Kombüse und in der Wäscherei sind noch nicht abgehauen. Die waren noch nicht einmal an Deck, wissen gar nicht an welchem Ort wir eigentlich sind. Ich meine, was sollen die auch hier im Land der Franzosen machen? China-Pfanne verkaufen?
  • Wenn an den 12V 4000 M53-Motoren mal eine Wartung fällig ist, dann finde hier mal fachkundiges Personal. Die können hier einen Renault 5 wieder flott machen, aber doch nicht so etwas. Da muss dann ein Techniker von Rolls-Royce einfliegen. Das geht schon, der kann auf dem Heli-Deck landen, aber ich muss das bei der Hafenbehörde anmelden. Nerv….!
  • Ich habe ja schon mal überlegt auf E-Antrieb umzusteigen, ich will ja auch was für meine Umwelt tun. Aber wenn ich mir eine passende Batterie in das Boot baue, dann wäre die so schwer, da fällt die glatt durch die Bordwand, wohlmöglich direkt auf ein Korallenriff. Das wäre dann ja auch schade … also für die Batterie meine ich. Und für die Bordwand. Kostet ja alles sein Geld. Mein Geld.
  • Und am allerschlimmsten sind all diese Badelatschen-Touristen, die jeden Tag am Boot vorbeischlurfen und Selfies machen. Kommen gerade aus‘m SPAR-Supermarkt, weil sie zu geizig waren, im Restaurant 4 Teller Langusten mit Wein und Nachtisch zu bestellen. Dann mampfen die vor meinem Boot ihre Baguettes, saufen prekäre Erfrischungsgetränke und krümeln mir die ganze Promenade voll, auf die ich heute Abend noch einen Fuß setzen wollte. Um meine Gäste zu empfangen.

Also hört auf zu jammern! Macht mal was aus eurem Leben! Das wird nicht an die Haustür geliefert, da muss man sich auch mal ein bisschen bemühen! Von nix kommt nix.

PS: Liebe Leser, keine Sorge, die Sonne hat mir nicht das Hirn verbrutzelt. Aber wir haben heute ein paar riesige Yachten im Hafen gesehen. Zum Beispiel die „Triumph“ (könnt ihr selber googeln, kein Bock das zu verlinken). Nebenbei haben wir belegtes Baguette gefuttert und natürlich die Promenade vollgekrümelt. 😉

343) Feigenblatt

Hinterm Haus da steht `ne Feige
Und wenn sich der Tag dann neige
Entdeckt man im Gezweige
Wie die Sonne niedersteige

Frei nach T.

Oh, heute Morgen nur Trash in die Tasten geklopft und nun über Tage hat er sich wohl zum Poeten entwickelt oder was? Hat ihn die Muse geküsst? Oder Jean Paul, der Sartre? (-> tolles Wortspiel oder …?) Aber weit gefehlt, es war weder die Eine noch der Andere!

Es war nämlich die Sonne. Die geht hier übrigens auch im Westen unter. Hätte ich gar nicht gedacht. Ich hätte erwartet, die Korsen machen es genau anders herum, als auf dem französischen Festland. Irgendwann hatte sich die Sonne soweit gesenkt, dass sie kreisrund durch den Feigenbaum hindurch schien. Hätte an dieser Stelle eine Feige gehangen, wäre dieses Bild wohl nicht entstanden. Hätte, hätte, Fahrradkette. Fahrradkette heißt auf französisch übrigens „Chaîne de vélo“. Herrlich, wie das klingt oder? Erinnert an Stangenbrot unter der Achsel, Tour de France und Rotwein auf dem Tisch. Aber ich schweife ab.

Auf der linke Seiten erinnern mich die Feigenblätter an die Silhouette der Bremer Stadtmusikanten bzw. ihre veganen Ebenbilder. Im Wiki finde ich einen kurzen Abriss der Handlung, den ich hier für euch noch einmal auf den Kern zusammengekürzt habe.

„Der alte Esel soll geschlachtet werden. Deshalb flieht er und will Stadtmusikant in Bremen werden. Unterwegs trifft er nacheinander auf den Hund, die Katze und den Hahn … Sie entdecken ein Räuberhaus. Indem sie sich vor dem Fenster aufeinanderstellen und mit lautem „Gesang“ einbrechen, erschrecken und vertreiben sie die Räuber. Die Tiere setzen sich an die Tafel und übernehmen das Haus als Nachtlager. … Den Bremer Stadtmusikanten gefällt das Haus so gut, dass sie nicht wieder fort wollen und dort bleiben.“

Irgendwie passend. Also jetzt nicht das mit dem „Bremen“, sondern das „nicht wieder fort wollen“. Nur das mit dem „alten Esel“ … da müssen wir noch mal drüber reden 😉

Ansonsten wusste das schlaue Wiki über das Feigenblatt natürlich noch mehr: „Das Feigenblatt des Feigenbaums wurde in der bildenden Kunst zum Verbergen der Geschlechtsteile nackter Personen verwendet.“ Ja … ok … macht Sinn, die Blätter gibt’s in verschiedenen „Größen“ und „Formen“ … aber gerade die maskuline Bauweise sollte beim Anlegen gut aufpassen, damit auch wirklich nix verrutscht 😉

Und nun noch ein paar tolle Zitate aus dem Internetz zum Abspann:

„Von flexiblen Wechselkursen halte ich so wenig wie von verrückbaren Feigenblättern.“ Hermann Josef Abs.

„Wenn man bedenkt, dass die Mode mit einem Feigenblatt begonnen hat, sind wir schon fast wieder am Anfang.“ Claudia Cardinale.

„Das Feigenblatt des Neides ist sittliche Entrüstung.“ Karl Kraus

Bonne Nuit.

 

342) Chillen mit Grillen

Mit dem Tablet auf den Knien, genieße ich den Blick auf das Tal vor unserer Urlaubshütte und dann kommt halt nur so sommerlicher Reimsalat zustande.

  • Stille mit Grille
  • Chillen mit Grillen
  • Chill out mit Grilllaut
  • Erst Stille dann Grille
  • Mit Willen zum Chillen
  • Schreib.blogade mit Zikade
  • Zu heiß zum Grillen, heut‘ gibts Marillen

Oh je … das wird nich‘ besser. Zu warm, um klare Gedanken für einen tiefgründigen Beitrag zu fassen. Ich glaub´wir fahren mal besser zum Strand, etwas abkühlen. Ich habe mal ein Audio-File hier hochgeladen. Herrlich ruhig hier. Chillig und grillig.