73) Lampenladen

Meine Güte, was ist die Lampenwelt kompliziert geworden. Aber man sagt ja gar nicht mehr „Lampe“ oder „Birne“, es heißt stattdessen „Leuchtmittel“. 

Was war das früher doch einfach:

  • Im Wesentlichen gab es „Normal“ (E27) oder „Kerze“ (E14). Und dann nahm man halt 40 oder 60 Watt, die 100 Watt wurden nur zur Bescherung eingeschaltet. Wer’s etwas kuscheliger mochte, konnte sich mit 15 Watt etwas Muschebubu-Licht erzeugen. (Muschebubu … was für ein geiles Wort). Ja, und dann galt es, zwischen „klar“ und „matt“ zu wählen, und es ward Licht. Aber eigentlich hat man eh immer das genommen, was das Regal gerade so hergab. Und die Birnen, die man aktuell nicht brauchte, kamen in eine Kiste.
  • Anfang der 90-er Jahre traten dann Energie-Sparlampen in mein Heimwerker-Leben. Die waren schweineteuer und man sah in ihrem Licht so fahl aus, wie eine Wasserleiche. Ich würde mal sagen, die Lampen waren deshalb so sparsam, weil sie eigentlich nie wirklich „an“ waren. Meistens hatte man das Zimmer schon wieder verlassen, bis die Lampe endlich ein nennenswertes Licht abgab. Und es hieß sogar, dass häufige Ein-und Ausschalten tue den Lampen gar nicht gut, man solle sie lieber eingeschaltet lassen. Was für ein Irrsinn, habe ich doch immer eingetrichtert bekommen: „Licht aus, wenn du das Zimmer verlässt!“. Mein Lampen-Ordnungssystem fiel in sich zusammen. Fortan musste ich umrechnen. Kleine Tabellen auf den Packungen und Aushänge im Baumarkt, sollten den Umstieg zu erleichtern, wirklich dahinter gestiegen bin ich nie. Und die alten Birnen? Na die kamen in die Kiste. Zu schade drum.
  • Heute ist das Angebot an Leuchtmitteln gigantisch. In Form, Farbe, Dimmbarkeit, Leistung, Stromverbrauch und Anwendungsbereich. Mit der reinen Wattzahl kommst’de nicht mehr weit, du brauchst ein Semester in Elektrotechnik. Du musst wissen, was Lumen, Kelvin und Ra bedeuten. Ob du das Licht eher kalt oder warm magst. Ob du auf eine Fläche schauen willst oder auf einen Faden, den du dann noch Stunden später auf der Linse hast. Und wenn du in den Baumarkt fährst, packst du dir am besten etwas zu essen ein, denn es könnte eine Weile dauern, bis du dich da durch Gänge voller Lampen gearbeitet hast. Und wenn du darauf keine Lust hast, dann kannst du die auch online bestellen. Knapp 2.000 Artikel finde ich auf einer Glühlampen-Website. Fehlkäufe vorprogrammiert. Aber die kommen dann halt in die Kiste, denn die kann man ja noch mal brauchen.

Mittlerweile könnte ich auch einen Lampenladen aufmachen …

Disclaimer: Auf dem Foto sind eingetragene Warenzeichen zu sehen, rein zufällig, ich kriege keine Kohle, Äpfel oder Birnen von denen.

Weitere Beiträge für etwas mehr Licht in diesen grauen Tagen

72) So hoch auf der Leiter

Liebe Kinder, wenn ihr mal irgendwann eine eigene Bude habt, könnt ihr diese Checkliste verwenden, um eure Zimmer zu streichen.;-)

  • Wunsch registrieren
  • Anliegen ignorieren
  • Nachdruck verspüren
  • Projekt zusagen
  • Termin herauszögern
  • Farbe diskutieren
  • Wochenende auswählen
  • Equipment checken
  • Material kaufen
  • Möbel ausräumen
  • Möbel abbauen
  • Wohnzimmer vollstellen
  • Flur vollstellen
  • Terrasse vollstellen
  • Lampen abbauen
  • Kabelkanäle abreißen
  • Laut fluchen
  • Nägel ziehen
  • Schrauben entfernen
  • Dübel ziehen
  • Löcher zuschmieren
  • Laut fluchen
  • Stellen schleifen
  • Laut husten
  • Zimmer saugen
  • Zimmer wischen
  • Türen abkleben
  • Fenster abkleben
  • Scheuerleisten abkleben
  • Flies auslegen
  • Farbeimer öffnen

Mhm, die Farbe heißt „Polarweiß“.
Na, ob das dann wirklich weiß wird?
Die Pole sind verdreckt mit Micro-Plastik.
Habe gelesen, der Permafrost schmilzt da.
Schmiere ich da jetzt Mammut-A-a an die Wand?

  • Podcast anmachen
  • Wände streichen
  • Döner essen
  • Weiter streichen
  • Verbrauch bestaunen
  • Laut fluchen
  • Pause einlegen
  • Nachschub besorgen
  • Weiter streichen
  • Podcasts ausmachen
  • Malerkrepp entfernen
  • Kanten nachbessern
  • Werkzeug fluten
  • Zimmer saugen
  • Zimmer wischen
  • Möbel aufbauen
  • Möbel einräumen
  • Regale anbauen
  • Lampen anbauen
  • Werkzeug reinigen
  • Laut fluchen
  • Müll runterbringen
  • Werkzeug runterbringen
  • Schulter klopfen
  • Finger schrubben
  • Knochen bejammern
  • Lob provozieren

Nächsten Wunsch zur Kenntnis nehmen …

Was ich euch sonst noch so mitgeben kann?

  • Laut kundtun, dass man noch in seine alten Malerklamotten passt.
  • Auf jeden Fall zwischendurch immer mal wieder „So“ sagen.
  • Oder auch „Det jeht doch janz jut voran“.
  • Oder auch „Dit‘ sieht doch schon janz jut aus“.
  • Und zwischendurch immer mal wieder fluchen. Das befreit.

Noch mehr Kleinigkeiten, die mich auf die Palme bringen, >gibt‘s hier

71) Volle Packung

Moin Nachbar, wo soll es denn hingehen?
Ach … öhm … nix Besonderes eigentlich.
Ja aber, die Karre, die is‘ voll bis unters Dach?
Tja … nur das Nötigste, weißt ja wie das is‘.
Wem sagst du das. Aber jetzt sag‘ mal … was macht ihr?

Zum Wandern nach Patagonien?
Auf UN-Hilfsmission? Nach Mali?
Südpol, Nordpol, Mond, Mars?
Gebt ihr etwa die Wohnung auf?
Sonst, alles in Ordnung … Probleme?
Schimmel, Schwamm, Schädlinge?
Schafft ihr Platz? Macht ihr jetzt Airbnb?
Habt ihr vielleicht finanzielle … ?
Können wir irgendwie helf…?

Nee du, eigentlich … fahren wir nur …
Nach Italien, Spanien, Portugal?
Nee … gar nich‘ weit von …
Norwegen?… auch schön da!
Nee … eigentlich nur …
Jetz‘ hab‘ ich‘s … Schweden oder?

Nee … nur fünf Tage Sachsen 😉

70) Horst und die Schredder-Retoure

Der Schredder hat vor ein paar Tagen den Dienst quittiert. Noch gar nicht alt, wenig genutzt und erst kürzlich entleert. Das Ding gab kein Lebenszeichen mehr von sich. Alle Schalter probiert, verschiedene Steckdosen, auf Fremdkörper überprüft, Kabel untersucht. Half aber alles nix. Tot. R.i.P. my dear.

Aber da das eigentlich ein Markengerät war, wollte ich es mit Retour / Garantie versuchen, aber wie das nun mal so ist. Es gibt immer tausend Gründe sich aktuell nicht darum kümmern zu können. Keine Ahnung, keine Telefonnumner, kein großer Karton, keine Lust sowieso. 

Kurz gesagt: Prokrastination vom allerfeinsten.

Und so stand das Ding tagelang im Flur und wartete auf Aufmerksamkeit. Gestern gab ich mir dann einen Ruck. Ich suchte Hersteller, Typbezeichnung, Seriennummer, Kontaktadresse, Online-Formular etc und machte noch Fotos von dem Ding. Bevor ich aber mein „Service-Ersuchen“ abschickte, nahm ich die Komponenten noch einmal auseinander und checkte wiederholt. Schließlich wollte ich mich ja nicht zum „Horst“ machen, sollte es zum Gespräch mit deren Hotline kommen. Der Schredder war aber nicht zu reanimieren. Also schickte ich mein „Request“ ab, freundlich geschrieben eigentlich, aber einen kleinen Seitenhieb auf das noch so junge „Markenprodukt“ konnte ich mir nicht verkneifen.

Damit ich die Elektro-Leiche übers Wochenende nicht um Flur zu stehen habe, setzte ich die Teile wieder grob zusammen. Auffangbehälter aufstellen und Schneidwerk oben drauf … aber wie rum eigentlich … so rum oder so rum … ? Logo vorn oder Logo hinten? Mir doch egal! Aber da dämmerte es mir. Vielleicht ist es dem Schredder aber eben nicht egal.

Also setzte ich das Schneidwerk andersherum drauf, steckte das Kabel in die Steckdose und siehe da … er lief wieder!!!!

Und nun kann ich „Horst“ wieder schreddern, bis die Messer glühen. So wie damals der Erich in der Normannenstraße.

Aber, was sage ich denen jetzt, sollten die am Montag anrufen?

  • Guten Tag, Horst hier? 
  • Falsch verbunden?
  • Oder ich piepe laut … wie ein Fax 😉

69) Ich schreib‘ jetzt Rechnungen

Sagt mal, bin ich etwa der Einzige, der das Gefühl hat, immer mehr Arbeit von Dienstleistern zu übernehmen und das auch noch in Rechnung gestellt zu bekommen?

Vielleicht bin ich da etwas dünnhäutig, wenn andere über meine Zeit verfügen, aber ich glaube, ich werde jetzt auch einfach Rechnungen schreiben!

Situation 1:
Neulich stehe ich im Baumarkt an der Menschen-Kasse und nehme nicht das Self-Scan-Terminal, weil ich da keine Lust drauf hatte und weil ich überzeugt davon bin, dass so ein Kassiervorgang mit etwas Wartezeit auch Quality-Time ist. Da rief eine Angestellte den halben Laden zusammen, dass „bei ihr“ alles frei sei. Also tapperte ich da hin. Und dann drückte sie mir den Scanner in die Hand. 

  • Ich: „Nein danke, darauf habe ich keine Lust“. 
  • Sie: „Aber schauen Sie mal, das ist ganz einfach.“
  • Ich: „Mag sein, aber mich nervt das.“
  • Sie: „Aber wirklich, Sie „müssen“ nur …“

Aufgrund der gültigen Gebührenordnung erlaube ich mir zu berechnen:

  1. Manuelle Ausführung automatisierbarer Tätigkeiten
  2. Erhöhte Aufwendungen wegen erschwerender Verhältnisse
  3. Entsprechend GOZ-Nr 3010 erhöhter Hygieneaufwand
  4. Beratung, auch mittels Fernsprecher (… stellen die alle in Rechnung)
  5. Sonstiges, nicht näher spezifiziert

Situation 2:
Die Spaßkasse hat sich vollends in den virtuellen Raum verabschiedet. Konto-Auszüge „muss“ ich mir selber downloaden und irgendwie digital ablegen. Deren blöde Apps „muss“ ich auf dem Handy warten und dafür „muss“ ich dann noch Kontoführungsgebühr bezahlen. What? Konto“führungs“gebühr? Wer führt denn das Konto? Ich!

Aufgrund der gültigen Gebührenordnung erlaube ich mir zu berechnen:

  1. Erschwerniszuschlag mangels Interesse an Ausbildung zu Bankkaufmann/-frau
  2. Erhöhte Telekommunikationskosten gegenüber IT/TK-Provider
  3. Gestiegene Festspeicherkosten bzw. Cloud-Speicher-Kosten
  4. Risikopauschale für haptischen Kontakt mit Bankautomaten
  5. Sonstiges, nicht näher spezifiziert

Situation 3:
Die Kieferorthopädin der Kids, hat ihre komplette Rechnungslegung automatisiert. Da wo ich früher eine Rechnung per Post bekommen habe, werden nun automatisiert E-Mails verschickt. Eine Ankündigung per E-Mail mit Password für die Rechnung. Eine weitere E-Mail mit der Rechnung. Die „muss“ ich dann fürs Lesen „entschlüsseln“, die Rechnung „unverschlüsselt“ irgendwo ablegen, weil ich die für die Krankenkasse natürlich „unverschlüsselt“ uploaden „muss“. Logisch. Sonst können die das nicht lesen, weil denen der „Schlüssel“ fehlt. 

Aufgrund der gültigen Gebührenordnung erlaube ich mir zu berechnen:

  1. Aufsuchen eines Urologen, weil ich ständig „müssen muss“
  2. Consultation eines Schlüsseldienstes außerhalb Öffnungszeit
  3. Externe Aufwendungen für eine Halbtags-Bürokraft (w/m/d)
  4. Schmerzensgeld wegen Mausarm rechts
  5. Sonstiges, nicht näher spezifiziert

Man, macht doch euren Mist alleine!!!

Andere Beiträge zum Thema:

67) Blitz-Post aus Frankreich

Heute hatte ich einen Brief von der République Française im Briefkasten. Der Brief war schwer und sah sehr offiziell aus. Oh, Oh. Wenn man nach dem Urlaub solche Post aus dem Urlaubsland bekommt, heißt das meist nichts Gutes.

Sofort erinnerte ich mich an die vielen Blitzer, die entlang der Land-und Nationalstraßen standen. Ich war mir eigentlich sicher, alle rechtzeitig entdeckt zu haben. Aber nun ja. Bei 2.500 Kilometern im Land ist das doch eigentlich eine gute Leistung. Well spotted mein Lieber! Augen und Reaktionsvermögen sind intakt!

Also nahm ich es eher locker, zerlegte den Brief in seine Teile und dokumentierte meine User Experience.

1) Ein zweiseitiger grüner Bogen informierte mich in perfektem Deutsch über meinen Verstoß. Ortsangaben, KFZ-Daten, Geschwindigkeit und Typ-Bezeichnung des Kontrollgeräts.

Im unteren Teil wurden drei Optionen gelistet, welches Bußgeld ich gerne zahlen möchte.

  • Betrag 45 EUR wenn ich es innerhalb 46 Tagen zahle
  • Betrag 68 EUR wenn ich es zwischen 47 und 76 Tagen zahle
  • Betrag 180 EUR wenn ich erst nach 76 Tagen zahle

Oh, das ist aber nett, immerhin habe ich die Wahl!

2) Bei einem weiteren zweiseitigen Bogen in orange, ging es um die eigentliche Zahlungsabwicklung

Auch hier zeigt sich die französische Behörde sehr kundenorientiert:

  • Per Bankkarte
  • Per Smartphone
  • Per Überweisung
  • Vor Ort in einem Tabakgeschäft —> eigentlich mein Favorit, wenn ich ehrlich bin 😉
  • Vor Ort in einem Schalter der öffentlichen Finanzen —> ach nee, danke, lieber nicht

Ansonsten viel Kleingedrucktes und ein Papier-Überweisungsträger auf der Rückseite.

3) Und dann noch ein blauer Bogen, auch zweiseitig. Hier konnte ich Befreiung von der Zahlung beantragen, und zwar aus folgenden Gründen …

  • Wegen Diebstahl, Beseitigung, Entwendung oder Veräußerung
  • Wegen Verleihung oder Vermietung
  • Anderer Grund

Den Grund: „C’est une banalité“ suchte ich vergebens.

Und nun zur Auflösung:

Ich bin 97 km/h auf einer 90-er Strecke gefahren, veranschlagt wurden 92 km/h, also 2 km/h drüber. Bußgeld: 45 EUR … recht happig, oder?

Aber ich nehme es positiv. Für die 45 EUR kriegt man auch eine Menge geboten. Sechs Seiten Papier mit hohem Farbanteil, sehr gutes Deutsch, digitale Zahlungsmethoden, viele QR-Codes zum Zeitvertreib, ein farbiges Emblem und sogar einen Rückumschlag. Das ist doch mal gar nicht so schlecht oder? Allerdings möchte ich anregen, dass ich für diesen Preis auch gern ein Foto für unser Urlaubsalbum hätte. Und dass der Rückumschlag doch künftig bitte frankiert sein sollte, dann könnte ich den noch für andere Zwecke nutzen. Alles in allem ein „User Satisfaction Index“ von 84,44% würde ich sagen, da gibt es also durchaus noch „Room for Improvement“, oder?

Aber jetzt, wo ich hier fasst fertig bin … da fällt mir doch glatt …  ein kleingedrucktes Datum … unter der Typ-Bezeichnung des Messgeräts auf. Da steht: „Datum der letzten Überprüfung: 04/02/2021“. Hah! Anfechtbar! Formfehler! Gerät nicht geeicht! Wahrscheinlich war ich müde und bin sogar nur 85 km/h gefahren und dieser blöde Apparat hat irgendeinen Unsinn gemessen.

Soll ich Widerspruch einlegen? Soll ich es wagen? Soll ich … na ?

Aber, ich warte mal lieber noch, vielleicht kommen ja noch mehr solcher dicker Briefe in den nächsten Tagen … ;-), da lege ich mich jetzt mal besser nicht mit „La Grande Nation“ an.

66) Pizza-Automaten

Wenn es mal schnell gehen muss oder keiner Bock hat, sich lange an den Herd zu stellen, ist Pizza gern gesehen und im Nu verschlungen. Geht fix, macht wenig Dreck und wenn man den eigenen  Hunger überschätzt hat, kann man am nächsten Tag weitermachen.

Aber ihr wisst … Pizza ist nicht gleich Pizza.

  • Sie kann schweineteuer und ganz original sein und dann liegen in der Mitte zwei Muscheln und drei Shrimps. Vorher gibts Milchbrötchen, man weiß nicht ob es inclusive ist, aber man ist eigentlich schon satt.
  • Manche Pizzen … Pizzas … Pizzeten … Pizzata … sind künstlich mit anderen Gerichten aus aller Herren (…. und Damen natürlich…) Länder gekreutzt. Da gibt es Pizza Bolognese, Döner Pizza, Pizza Currywurst, Pizza Chicken Curry, Schoko-Nuss-Pizza, Heidelbeer-Pizza, Pommes Pizza, Spargel-Hollondaise-Pizza … und sogar … Rührei-Pizza. Also bitte, das ist doch … !
  • Aber nicht nur der Belag ist entscheidend, auch die Stabilität. Manche Exemplare sind so labberig, die muss man rollen, löffeln oder mit Stäbchen essen. Es gleicht eher einer Pizza-Suppe. Andere sind so braun, keksig, bröselig, man könnte mit ihnen Frisbee spielen.
  • Und der Käse. Der Käse, der Käse, der Käse … ich sage es euch. Der Käse gehört gefälligst unter den Belag und nicht drüber. Ein bisschen drüber ist ja von mir aus noch ok, aber nicht flächendeckend und schon gar nicht einen Zentimeter dick. Das ist ekelhaft! Wer viel Käse draufknallt, hat viel zu verstecken.
  • Dann zum Verzehr. Auch eine Wissenschaft für sich, oder? Mit der Hand oder mit Besteck? Gerollt, Ecke für Ecke, von links nach rechts, von außen nach innen? Und den Teller dabei drehen? Und was ist mit dem Rand, der so lecker ist, aber auch so satt macht. Jeder wird seine eigene Taktik entwickelt haben.
  • Aber eins geht gar nicht und da lasse ich mich auch nicht mit mir reden. In Frankreich, dem Land von Ratatouille, Bouillabaisse, Coq au vin, Boeuf bourguignon, Paul Bocuse und Michelin gibt es … am Rande von Ortschaften … auf größeren Parkplätzen … 

…PIZZA-AUTOMATEN !!!

Mal sehen, was die Blognachbarn aus Italien dazu sagen… 😉

65) Kissenschlacht

Wie man sich bettet so liegt man, heißt es so schön. In der eigenen Höhle geht das vermutlich ganz gut, auf Reisen aber … na ja … comme ci comme ça … so la la.

Heute soll es mal ums Kissen gehen.

Denn da gibt es solche und solche, man könnte schon fast ein Buch drüber schreiben. Aber fangen wir mal klein an…

Modell Bordsteinkante
Manche Kissen sind so fest, kantig und stabil, man glaubt man liegt auf einem Duden oder einer Bordsteinkante statt in einem kuscheligen Bett

Modell Luftnummer
Dann gibt es welche, die sehen eigentlich ganz fluffig aus, aber kaum legt man sein müdes Haupt danieder, entströmt mit leisen Rauschen all die ganz Luft und es fühlt sich, als läge man direkt auf der Matratze.

Modell Frau Holle
Ein riesiger Stoff-Berg liegt am Kopfende des Bettes, so dass man sich fragen kann, ob da überhaupt noch Platz ist für eine Durchschnitts-Birne. Lässt man da aber die Rübe hineinsinken, klappt das Kissen links und rechts die Flügel hoch und man sieht seine/n Bettnachbar:/_In nicht mehr.

Modell Irokese
Etwas kleiner als das Modell Frau Holle (… muss ich hier eigentlich auch noch Herrn Holle erwähnen … 😉 ), verschiebt es die Füllung nicht zur Seite, sondern eher nach oben. Da wo der Kopf liegt, ist es platt wie ein Crêpe. Über dem Kopf türmt sich aber ein stattlicher Hügel, was am Morgen zu abstehenden Haaren führt.

Modell Veggie
Dann gibt es noch Leute die packen Hirse, Dinkel und anderes Frühstück in die Kissen. Man schläft dann quasi in seiner Cornflakes Schale und kann mit einem Schuss Milch gleich zum Breakfast übergehen, ohne auch nur das Bett zu verlassen. Praktisch.

Nach einer kurzen Recherche bei einem Deutschen Versandhändler, finde ich dort 1.383 Kissen!! Oh je … wir sollten Schluss machen für heute. 

Andere Beiträge zum Übernachten in der Ferne

64) Tach, Post!

Habe ich mich neulich noch in > „63) Kein Schwein schreibt mich an“ beklagt, dass ich keine Briefe mehr bekomme, wurde ich heute regelrecht zugespamt. Ich kam vom Corona-Freigang zurück und warf einen Blick in den Briefkasten.

Stolz standen dort vier Sendungen, aufrecht hintereinander und voller Geltungsdrang. Jedes Papier wollte das erste sein. Ich hatte keine Zeit, also griff ich den Stapel und warf ihn oben in der Wohnung erst einmal auf … na ja … so eine … Fläche … die wohl jeder zu Hause hat. Kommode, Arbeitsplatte oder Schuhschrank eben. Oder öffnet ihr etwa immer gleich alle Briefe, überweist sofort irgendeinen Betrag und heftet danach alles schön sauber ab? Echt? 

Jedenfalls nahm ich den Stapel am Abend zur Hand und blätterte ihn nacheinander durch:

Zuerst fiel mir ein Postkarte vom SPD-Kiezbeauftragen Toni Scheitel in die Hand. Er schlug Kaffe und Kuchen vor und dabei könnten wir ja mal reden. Ich müsste ihn nur einladen, Kaffee und Kuchen würde er mitbringen. Mit Kaffee und Kuchen kann man mich nun aber gar nicht locken. Geht vielleicht auch eine Bratwurst mit viel Senf??

Danach ein Gutschein eines Hamburger Versandhauses. Das gab es übrigens schon lange vor den Amazonen. 13 EUR würde ich geschenkt kriegen, wenn ich bis 10.04.2021 etwas bestelle, was über 29 EUR kostet. Anscheinend bin ich mit denen schon mal auf einer Party versackt, denn sie duzen mich. Kann mich gar nicht erinnern.

Nummer Drei war ein Flyer, in dem man mir anbot unsere Wohnung perfekt zu entrümpeln. Haushaltsauflösungen, Sperrmüllentsorgung, spezialisiert auf Messi-Wohnungen und Nachlassentsorgungen. Ich schaute kurz auf und warf einen zweifelnden Blick durch die Wohnung. Also so schlimm, sieht’s hier nun auch nicht aus. Sicherheitshalber tastete ich mal meinen Puls. Ging noch.

Zu guter Letzt noch eine Rechnung von einem Labor. Mein Blut wurde untersucht und nun bekam ich drei Seiten Papier, die sich lasen wie das Periodensystem der Elemente. Der Doktor hat es mir übersetzt mit „alles im grünen Bereich“. Na dann, danke für die guten Nachrichten! Dann kann ich den Flyer der Entrümpelungsfirma erst einmal zum Altpapier legen. 

Puh… 😉