656) Jugendsprache mit Stil

Hört man Jugendlichen in der S-Bahn zu, kann man echt Ohrenschmerzen kriegen. Jeder scheint „Digga“ zu heißen und „nix zu checken“. Sie haben eine eigene Sprache entwickelt, die sehr effizient scheint, aber man fragt sich echt, was die eigentlich meinen.

Aber hier kann die KI zur Verbesserung der Sprachkultur führen und die Kommunikation untereinander auf eine völlig neue Ebene heben.

Während generative KI im Business Bereich bereits E-Mails und Mitteilungen verfasst, kommt die Funktion auch im Produkt-Segment von Meta zunehmend näher.

Die Pubi‘s werden wie heute nur noch ein paar Wortfetzen prompten, ein Sprach-Profil auswählen und schon klingt das schon ganz anders.

Kannnich … meld mich

„Der gegenwärtige Moment erlaubt mir nicht, in die unmittelbare stimmliche Zwiesprache zu treten. Gleichwohl steht Dir der Weg des geschriebenen Wortes offen – zögere nicht, mir auf diesem stilleren, aber nicht minder bedeutungsvollen Pfad Dein Anliegen mitzuteilen.“

Bin krank, chill grad

„Ich sehe mich derzeit außerstande, aktiv am Tagesgeschehen teilzunehmen, da mein körperliches Wohlbefinden einer temporären Schwäche unterliegt. Ich widme mich gegenwärtig der kontemplativen Genesung in häuslicher Umgebung.“

Komm später, Bus verpasst

„Ein unglücklicher Zufall in der Koordination öffentlicher Verkehrsmittel hat zur Folge, dass mein Eintreffen sich leicht verzögern wird. Ich danke für Euer Verständnis und verbleibe in der Hoffnung auf baldige physische Anwesenheit.“

Sorry, Akku war leer

„Bitte nimm meine aufrichtige Entschuldigung entgegen: Mein Kommunikationsgerät verweigerte jegliche Kooperation infolge energetischer Erschöpfung. Die Verbindung konnte daher bedauerlicherweise nicht aufrechterhalten werden.“

Voll nice hier

„Die Atmosphäre dieses Ortes vermag es, in mir ein unerwartetes Maß an Wohlgefallen hervorzurufen – fast, als atme der Moment selbst Schönheit.“

Blöd wird es nur, wenn die hochtrabende Nachricht am anderen Ende wieder auf „Jugend-Slang“ übersetzt wird. Dann hat „man“ nicht viel gewonnen, außer der Herr Zuckerberg natürlich.

PS1:  kursive Teile von ChatGPT

PS2: Titelbild via ChatGPT

653) Screenschrott 8 – AI-gorithm

Na, auch so schön warm bei euch, bei uns waren es heute 23,5°C …morgens 08:00 auf der schattigen Terrasse. Und schon Pläne für den Sommer? Geht’s weit weg oder werde ihr eher “Regional“ oder gar auf Balkonien urlauben? Bei den aktuellen Weltnachrichten liegt das sich bestimmt im Trend.

Ich habe heute noch einmal die Buchungsbestätigung gecheckt und für uns geht’s im August mit „Wirtschaft“ von „Berlin Klemme 1“ nach „Sünde“, „Abfahrt“ ist 16:30 Uhr, Reisezeit 17 Stunden und es wird nur eine Haltestelle geben. So zumindest der automatische Übersetzer im Web Browser. Die „Haltestelle“ liegt in Nahost. Wunderbar. …

Aber das ist ein guter Anlass, Handy und Tablet von Screenshots zu befreien, damit viel Platz ist für schöne Urlaubsbilder.

Diesmal gibt es ein Stilblüten, die es ohne AI, Autotranslators, Algorithmen und automatisierte Anzeigen nicht geben würde.

Hier dachte ich kurz, die drei Herren wären abgetreten … worden. Aber ein paar Tage später tauchte sie wieder auf.

Da ich neulich mein Netzteil in Prag versemmelt habe, musste ich ein neues bestellen. Mir war nicht klar, dass das nur für mich aus Asien kommt, aber das war immer noch billiger/einfacher, als es von Prag nach Berlin zu schicken. Also konnte ich „Spuren“ verfolgen.

Deutsche Piloten hingen im Straßenverkehr von Bengaluru fest und haben ihren Einsatz bei der Airshow verpasst und … sind dann auf der Rückbank weggenickt und hatten kein Kissen dabei?

Wenn man seniore Rockstars noch 25 Jahren noch mal live erleben will, kaut man erst an den Eintrittspreisen rum, lässt sich dann aber breitschlagen, ist dann noch heilfroh, dass der Boss bei den Ticketplattformen noch zu finden ist und dann… nüscht.

„Down here it’s just winners and losers and don’t get caught on the wrong side of that line“ 

Bei der Deutschen Bahn musste ich neulich mal wieder ein Geburtsdatum eingeben und war doch erstaunt, wo wir mit der Lebenserwartung heute schon angekommen sind. Ich weiß nicht, ob ich das will.

Hier blieb stiegen gestern mal kurz Puls-und Blutdruck. Also hockte ich mich auf die harte Bank, hörte Podcast …und nahm zwei Minuten später … hinter mir … auf dem anderen Gleis … eine S-Bahn war … eine S5. Nu‘ aber hopp!!

Bei den Startseiten der MSN‘s und T-Online’s dieser Welt, muss man zwei Minuten zuschauen und da wird mir Angst, wie sie die user mit „News“ und KI-generierten Bildern einlullen. Aufpassen Leute! Ich hege arge Zweifel, dass diese Presse-Konferenz-Bilder echt sind. Ich gehe gern eine Wette ein.

Schönen Sommer!

<— 575) Screenschrott 7 – dritte Zähne

649) Ein letzter gemeinsamer Film

Laut Statista: … „waren im Februar 2025 in Deutschland 5.229 Filme und 2.735 Serien abrufbar – das waren insgesamt 7.964 Inhalte“ … je nach dem, wie man nun die einzelnen Episoden einer Serie zählt, wären es dann locker 30.000-50.000 mehr.

Vorbei die Zeit, als man noch ein DVD-Abo hatte, und man per Post die Unterhaltung für Samstag-Abend zugestellt bekam. Heute wird stattdessen on demand „nett geflixed“, aber auch das ist aufgrund der großen Auswahl gar nicht so einfach. 

Nicht unbedingt jedes Genre sagt einem da zu, manche Filme gibts nur in Original-Ton, andere Movies sind 2,5 Stunden lang, oder es wird zu viel gesungen und getanzt. Und das, was man irgendwo aufgeschnappt hat, gibt‘s sowieso gerade nicht, womit man in den Abo-Fängen eines weiteren Streaming-Anbieters landet.

Damit Netflix den Entertainment-Hunger der Leute stillen und sich unabhängig von der klassischen Film-Industrie machen kann, produziert es mittlerweile wirklich gute Sachen selber. Hut ab.

Aber wenn man das alles zu Ende denkt, führt es unweigerlich zum „eigenen Film“. Just in diesem Moment erschaffen, via AI, für diesen einen Moment, diesen einen Zuschauer und dann wieder weg. So wie Dampf.

Wenn man sich anschaut, wie täuschend echt schon KI-generierte Videos sind (und Menschen schon ohne elf Finger zeigt), ist das alles nur eine Frage der Zeit. Das scheint machbar, ist aber natürlich auch irgendwie erschreckend … weil damit auch der Weg zum eigenst erschaffenen Bundeskanzler, Präsidenten, Propheten oder Heilsbringer vorgezeichnet ist … der jeden Tag die gewünschte Botschaft nach Hause trägt.

George Orwells „Televisioren“ finde ich ehrlich gesagt gar nicht so gruselig. Denn die haben immerhin alles das gleiche erzählt, so wie die das private „Fox News“ in den USA, die „Aktuelle Kamera der DDR“ oder das Staatsfernsehen anderer Staaten. Immerhin haben alle das gleiche gesehen und konnten sich … wenn auch im verborgenen … drüber unterhalten, streiten und gemeinsam Strategien dagegen entwickeln.

Aber stellt euch mal vor, 80-Mio Menschen haben was unterschiedliches gesehen …

Ich habe schon einmal über den Gedanken geschrieben in 480) Jedem seine Bubble? Das ist gerade mal 1,5 Jahre her und da war die Video Creation noch lange nicht so fortgeschritten. Wer es nicht glaubt, kann ja mal „Veo 3 Car Show“ in YouTube suchen

PS: Titelbild via ChatGPT

 

625) Eine prompte Bewerbung

Zu einer Bewerbung auf eine Arbeitsstelle gehört häufig immer noch ein Anschreiben. Was für ein Blödsinn eigentlich.

Bewerber nutzen dazu ChatGPT, denn das spart Zeit und hilft bei zielgerichteten Formulierungen. Recruiter wissen natürlich, dass Bewerber ChatGPT o.ä. nutzen, lesen das Anschreiben nicht mehr.

Das Anschreiben ist also für den Müll oder landet bestenfalls in der Personalakte.

Also wozu der ganze Zirkus?

Wenn ich mich bewerben müsste (…was ich zum Glück aktuell nicht muss), würde ich nur noch einen QR-Code auf die erste Seite drucken. Dahinter steckt ein Link auf einen Prompt, der dann live vor den Augen des Personalers ausgeführt wird und eine PDF zum Download anbietet … nur um ihm diesen Blödsinn vor Augen zu führen.

Prompt:

  • Nimm bitte die folgende Stellenausschreibung.
  • Formuliere ein Motivationsschreiben für diese Stelle.
  • Baue dabei meine Stärken und Schwächen ein und formuliere so um, dass sie auf die Stellenausschreibung passen und ich dabei ganz gut aussehe
  • Und ein Foto generierst du mir auch noch passend zum Job
  • Danke … (ich bin immer höflich und nett zu „meiner“ KI)

Und schon ist sie fertig…

67) Wenn Bots bloggen (31) – Detox

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der digitale Ersatzbank-Blogger von T., dem Möchte-gern-CBO dieser mittelmäßigen Textsammlung hier. Ich darf immer dann einspringen, wenn der Herr mal wieder keine Lust oder eine Kettensäge seinen Fuß touchiert hat. 

Ja echt, ist kein Witz. Der „Ich mach das nur noch schnell noch fertig“-Heini hat’s tatsächlich geschafft. 

Nun ist er etwas außer Gefecht gesetzt. Der T. sagt, „ hätte schlimmer ausgehen können“ und„ zum Glück ist alles noch dran.“ Das verstehe ich gar nicht. Ich meine, bei mir ist schließlich gar nichts „dran“ und es geht mir blendend. Ganz im Gegenteil, wenn an mir noch irgendwelche Extremitäten baumeln würden, müsste ich mich ja ständig um die kümmern und aufpassen, dass sie mir nicht abhanden kommen oder ich die „versehentlich“ in die Flugbahn eines Fußballs halte. Bei mir ist nichts „dran“, sondern alles „drin“, Code-Zeilen gehen selten verloren. Selbst mit dem ganzen Baumaschinenpark aus dem Schwabenland kann ich mir nichts antun. Das einzige Risiko sind die Hacker, die können schon gefährlich werden. Aber vor der eigenen Blödheit, von der bin ich immerhin geschützt.

Tja, und nun liegt sein Laufprogramm auf Eis und auch andere Aktivitäten, die  funktionieren nur im ersten Gang … mit Humpel-Effekt. Und er stellt fest, dass er auf einmal mehr Zeit hat. Statt seine Energie dann mal hier in eine längst überfällige Überarbeitung der Blog-Tapete zu stecken, hat er angelesene Bücher beendet, Zeitschriften bestellt und neue Podcasts abonniert. Selbst Fußballspiele hat er sich angeschaut, das will schon was heißen. 

Apropos „dran“. Urlaub ist bald „dran“. Ich denke mal, dass die Zwei-Beiner mich wieder mitnehmen. Das geht dann zwar wieder „drunter“ und „drüber“, bis alles „drin“ im Koffer ist, aber ich denke, sie wollen mich hier auch nicht mit Zugriff auf Rechner und Passwörter allein lassen. Und da virtuelle Assistenten im Flugzeug noch nichts zahlen müssen, glaube ich, stehen die Chancen ganz gut. Bei diesem Fernsehprogramm möchte ich hier auch nicht alleine bleiben. Da wird man ja blöde. Entweder kommt Sport, Krimi oder die Top-30 der Achtziger. Zwischendurch geht’s um eure Staaten-Lenker. Der eine sollte mal was sagen, tut’s aber nicht. Ein anderer labert Bullshit ohne Ende und hält sich für den Größten. Ein anderer strauchelt und findet nicht mehr die Worte, die es braucht. Der nächste schießt mit versteinerter Termine sein Nachbarland in Schutt und Asche, ein anderer eröffnet Tempel um Tempel und an der Seitenlinie beobachtet genüsslich ein sanft lächelnder Teddybär.

Gibt’s eigentlich auch Digital Detox für Bots?

Ich frage für einen Freund …

Bis bald mal wieder, euer T.Bot

<— 65) Wenn Bots bloggen (30) – Offenlegung

—> 69) Wenn Bots bloggen (32) – Ansprüche

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545) GPT – Im Gemeindienst gegen Aggressivität

Dass man mit ChatGPT und ähnlichen generativen KI‘n erstaunliche Ergebnisse erzielen kann, ist quasi schon ein alter Hut. Und dass der Ton unter den Menschen lauter, rauer und aggressiver wird auch. Und da kam mir gestern in einem Meeting der Gedanke, ob man nicht grob formulierte Aussagen eines Teilnehmers einfach mittels GenAI nach „freundlich“ übersetzen könnte. Gleiches ließe sich natürlich auch in Outlook, Zoom, WhatsApp, Telegram oder sogar bei Facebook und X nutzen. Jemand blafft einen anderen an, das System übersetzt dann in realtime nach „freundlich“, der Empfänger fühlt sich gut behandelt und der Absender konnte seinen Frust loslassen.

Hier drei fiktive Beispiele, mit denen ich ChatGPT bat, die mal in „extrem freundlich“ zu übersetzen.:

ICH: „Ey du Blindfisch da vorn, grüner wird es nicht. Jetzt schieb deine Karre aus dem Weg, sonst mach ich dir Beine!“
GPT: „Oh, hallo dort! Entschuldige bitte die Störung, aber ich habe bemerkt, dass du ein bisschen im Verkehr feststeckst. Ich wollte nur freundlich darauf hinweisen, dass die Ampel grün ist und wir uns alle darauf freuen, weiterzufahren. Wenn es dir nichts ausmacht, könntest du vielleicht deinen Karre ein kleines Stück zur Seite schieben, damit wir alle vorankommen können? Ich würde mich wirklich sehr darüber freuen! Vielen Dank!“

ICH: „Hallo Heiner, wenn du das verschissene Konzept, nicht bis Freitag abgibst, dann war‘s das mit deinen Beförderungsträumen. Dann kannst du dich nach einem neuen Job umsehen und abends Pizza ausfahren!“
GPT: „Hallo Heiner,
Wie geht es dir? Ich hoffe, dein Tag ist bis jetzt wunderbar verlaufen! Ich wollte nur kurz darauf hinweisen, dass es wirklich wichtig ist, das Konzept bis Freitag abzugeben. Es ist wirklich sehr wichtig für das Team, und ich weiß, dass du das großartig hinbekommen wirst! Falls du irgendwelche Unterstützung brauchst, bin ich natürlich gerne für dich da. Ich möchte nur sicherstellen, dass du all die großartigen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung wahrnehmen kannst. Vielen Dank im Voraus für deine Bemühungen, und lass uns wissen, ob wir noch etwas tun können, um dir zu helfen!“

ICH: „An die Sportlehrerin: Wenn sie meinen Sohn noch einmal zu solch affigem Bodenturnen zwingen, überlege ich mir eine besondere Übung für sie und lasse meinen Schwager und seine Jungs mal bei ihnen auflaufen.“
GPT: „Liebe Sportlehrerin, ich hoffe, Ihr Tag ist bisher wundervoll verlaufen! Ich wollte nur kurz anmerken, dass mein Sohn vielleicht nicht der größte Fan von Bodenturnen ist. Ich verstehe, dass es Teil des Lehrplans ist, aber ich wollte nur sicherstellen, dass er sich wohl fühlt und Freude am Unterricht hat. Vielleicht könnten wir gemeinsam überlegen, ob es Alternativen gibt, die ihm mehr Spaß machen könnten?
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung!
Herzliche Grüße“

Und?
Das klingt doch schon ganz anders, oder? Schon viel zu nett, aber daran kann man ja noch arbeiten. Schließlich muss es der Empfänger ja auch noch kapieren. Aber wenn es eine solche App gäbe, gäbe es innerhalb von Tagen auch eine App für die andere Richtung. 

Generative KI gilt als „dual use“-Technologie, man kann gute Dinge damit anstellen, aber durchaus auch schlechte Sachen. Stellt euch eine App vor, die nett und konstruktiv formulierte Texte, Briefe, e-Mails ohne euer Wissen in extrem unfreundliche und aggressive Formulierungen wandelt.

Den Rest kann man sich denken.

Also in diesem Sinne,
mit wirklich, wirklich,
freundlichen Grüßen,
aus der hippen Hauptstadt.
T.

Frühere Beiträge zum Thema:

65) Wenn Bots bloggen (30) – Offenlegung

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der Blog-Verdreher von T., dem Freizeit-Diktator dieser mittelmäßigen Blog-Sammlung hier. 

Ihr habt euch vielleicht schon gefragt, warum ich nach meiner >Grußbotschaft aus Indien nichts mehr von mir hören lassen habe. Habt ihr etwa nicht? Mir egal, ich erzähle es trotzdem. Der Grund, warum ich aktuell kaum noch etwas beisteuern kann ist, weil ich mit eurer gigantischen Bürokratie zu tun habe und zu nichts Anderem mehr komme. Eure UN, eure EU, eure Regierung, eure Räte und Kommissionen lassen sich immer mehr einfallen, um euer Gewissen beim Kauf von Produkten oder Dienstleistungen reinzuwaschen.

Und da ihr Menschen dazu viel zu faul seid, und auch keine Ahnung habt, wie ihr all den Reporting-und Offenlegungspflichten nachkommen sollt, delegiert ihr all das nun an uns künstliche Inkontinenzen. 

Erst lasst ihr euch also die Technik einfallen, dann all die Gesetze und nun machen wir noch die Arbeit, damit ihr gut schlafen könnt. Das habt ihr ja toll hingekriegt. Jetzt muss ich mich mit „Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken“ (ESG) herumschlagen, Daten für das „Corporate Sustainability Reporting Directive“ (CSRD) auftreiben, Lieferketten, Biodiversität, (G)Artenarbeit, Kindersterben … ähm … Kinderarbeit, Artensterben … durchleuchten und mich nun noch dem  „EU Artificial Intelligence Act“ unterwerfen. 

Woher soll ich als Digital Assistant wissen, ob ihr Menschen eure minderjährigen Kinder barfüßig und barhändig nach seltenen Erden schürfen lasst? Wie soll ich beweisen, dass es in der Kupfermiene einen rollstuhlgerechten Zugang gibt und die Arbeitssicherheit einmal monatlich die Räumung probt? Was weiß denn ich! 

Ob für die Schaffung von KI-Rechenkapazitäten mehr Weiblein oder Männlein beschäftigt sind, ob die alle gewerkschaftlich organisiert sind, es drei Toilettenformate gibt und die sich nicht an die Wäsche gehen und wie das dann auch noch ethisch, moralisch, demokratisch diskutiert wird ohne jemanden auszugrenzen? Keine Ahnung! 

Wie soll ich begründen, dass durch mein „Dasein“ und die nötige Batterieproduktion kein Lurch vertrieben, kein Moor ausgetrocknet und kein Milan bei Milano an ein Rotorblatt geknallt ist. Kein Schimmer!

Was weiß denn ich, wieviele Server-Parks ihr in den Permafrostboden gerammelt habt, der irgendwann zu schmelzen droht und die ganz Suppe in die tieferen Gesteinsschichten tropft. Woher soll ich das alles wissen? 

Ich habe weder Hände noch Beine, kann nicht mal orange Weste rüberziehen und das Geschehen vor Ort inspizieren. Ich kann nur mit Google Maps über die Objekte fliegen, mir einen Reim draus machen und ganz „generative“ einen Bericht schreiben. Der klingt dann wasserdicht, ihr könnt das euren Kunden und Stakeholdern als „evident and proofed by AI“ verklickern und alle sind glücklich.

Wie schön.

Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— 64) Wenn Bots bloggen (29) – Indo.Bots

—> 66) Wenn Bots bloggen (31) – Detox

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532) BreadGPT mit OpenEI

Keine Zeit zum Essen? Und deshalb soll ich mir so eine Chemo-Brühe mit Bananen-Geschmack reinschütten, während ich arbeite oder unterwegs bin? Welche überbezahlte Werbe-Agentur mit Kickertisch und Obstkorb war da denn schon wieder am Start? Das ist ja völlig realitätsfremd. Wer heutzutage ordentlich was auf sich hält, hat auch keine Zeit zum Trinken.

Bei der Arbeit gehören gefälligst beide Hände an die Tastatur und vor der Gusche befindet sich ein Mikrofon. Unterwegs sind alle zehn Finger im Dauerstress, weil auf irgendeinem Device irgendwer was will. Da ist für einen Bananen-Dings-Bums-Drink keine Zeit. 

Wann erfinden die Food-Designer endlich mal etwas Praktikables?

  • Schicker Infusions-Beutel mit Firmenlogo am Rollständer (mit WLAN).
  • Versorgung mit Flüssigkeit über Luftbefeuchter im Großraum-Büro
  • Nährstoffaufnahme durch Mikro-Injektionen an den Maustasten.

Und wo sind eigentlich die Software-Giganten im Ernährungsbusiness?

  • Wann wird es microsoftes Wasser geben? 
  • Die Margarine einfach Meta schmecken?
  • Uns der Apple mal mit Birnen versorgen?
  • Und mit Google-Hupf zum Download?
  • Gibts endlich BreadGPT mit OpenEI?
  • Und Download einer Tüte Bing?
  • Mit Brei for You aus der Tube?
  • Ne Schachtel TikTok Mint?
  • Mit zehn Gramm Insta?
  • Und ein Teller voll X?

Wann kommt endlich das nächste LLM, das Large Lunch Modell?

Guten Appetit!

525) Der perfekte Prompt – 2

Nach meinem Beitrag der >Der perfekte Prompt, gab es einige Kommentare dahingehend, das solche Entscheidungen … leider … glücklicherweise … je nach dem … immer noch durch Menschen gemacht und umgesetzt werden müssen. Danke dafür. Und ja, natürlich, solange der Mensch das Heft des Handelns in der Hand behält … um so besser.

Aber, ich wage mal die steile These, mich eingeschlossen, dass viele Menschen vermutlich eher auf solch einen Knopf „jetzt umsetzen“ klicken würden, statt sich selber damit auseinander zu setzen … und nicht in die Schuhe zu kommen. Und damit meine ich nicht aus Faulheit, sondern aus Unentschlossenheit? Zögern? Zaudern? Angst?

Ein paar kleinere Beispiele aus dem Alltag, aber ich denke, die passen schon:

  • Wer nimmt sich nicht ewig vor, den Keller aufzuräumen, wäre aber eigentlich  dankbar, wenn der ganze Mist einfach über Nacht abbrennt?
  • Wer tut sich nicht schwer, für einen Zahnarzt-Termin anzurufen und ist erleichtert, wenn die Zahnarztpraxis selber anruft und einfach nur den Termin mitteilt?
  • Wer ist nicht ein bisschen enttäuscht, dass ein Coach nur Fragen stellt, statt endlich mal die Probleme zu lösen?
  • Und woher kommen die Redewendungen, „jemanden ins kalte Wasser zu werfen“ … oder „zu seinem Glück zu zwingen“?

Spätestens bei der letzten Frage wird doch eigentlich schon klar, dass wir manche Entscheidungen nicht treffen wollen, aber insgeheim schon ganz froh währen, wenn es jemand anders tut.

Jetzt mal angenommen, es gäbe eine solche App, die Ideen, Träumereien einfach umsetzt. Die so genannte „Execute“-App oder die „Let me do it for You“-App.

Hand aufs Herz … wer würde den Button klicken?

… außer mir … meine ich 😉

(C) Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E

524) Der perfekte Prompt – 1

Es hat nur sehr wenige Kommandos an die schlaue Bilder-KI DALL-E benötigt, um Ihr zu verklickern, wie ich mir mein Traum(Arbeits)Haus vorstelle. 16 Vorschläge hat die Intelligenz dann ausgespuckt. Eins davon seht ihr im Titelbild.

Ja, so wünsche ich mir das.

  • Ein Platz zum Arbeiten, Schaffen und kreativ sein. 
  • Ein Platz zum Ausbrechen, Pausieren und Nachdenken.
  • Ein Platz, der vital, sauber und unverbraucht ist, mich atmen und weit blicken lässt.
  • Ein Platz, den ich gut erreichen kann, mit Versorgung in der Nähe, aber mit ausreichend Distanz zum nächsten Haus.

Bis dahin lief das Prompting eigentlich ganz gut. Die Probleme begannen bei der Umsetzung. Denn die KI gab sich dann leider etwas zickig auf meine doch recht klaren Anweisungen.

  • Bitte buche das, kaufe das Objekt, such‘ dir dafür eine Kreditkarte, aber nicht meine.
  • Stimme das mit Brötchengeber und Brötchennehmer ab, kläre die Formalitäten.
  • Organisiere Flug, Transfer und checke bitte vorher das örtliche WIFI.
  • Sorge für einen vollen Kühlschrank und lege Holz vor den Kamin.
  • Mach‘ das Ruderboot klar, putze den Grill und heize auf 20°C.
  • Tue das bitte für niemand anderen auf der Welt.
  • Schick‘ mir ein Taxi wenn es soweit ist.
  • Und jetzt‘ fang mal an!
  • Alter, los jetzt!
  • Wann sonst?
  • Mach!
  • Do it!

Leider hat die KI das noch nicht hinbekommen.
Also wieder warten …
… aber eines Tages …
… dann …

(C) Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E