803) Personal Positioning System – 2

Vor zwei Jahren habe ich hier schon einmal über ein „Personal Positioning System“ nachgedacht. Eine Art GPS, mit dem wir uns zwischen links und rechts, oben und unten, vorn und hinten verorten können. Damals blieb am Ende die Erkenntnis: Ein solches PPS gibt es leider nicht zum Download. Da muss man wohl selber ran.

Aber selbst wenn wir ein solches System hätten. Würde es überhaupt funktionieren?

Stellen wir uns dazu einen dreidimensionalen Raum vor, zum Beispiel einen Würfel. Darin könnten wir uns ziemlich genau als Punkt positionieren. Auf den Achsen zwischen links und rechts, zwischen oben und unten und zwischen vorn und hinten. Und schon wissen wir, wo wir stehen, was wir wollen, und können für immer unsere Agenda durchziehen, weil wir halt nun mal „so einer“ sind.

Aber ist es wirklich so einfach?

Ist es nicht eher so, dass unsere Position je nach Fragestellung oder Kontext variiert? Dass der Punkt also frei im Raum schwebt, sich immer wieder entlang der Achsen bewegt und nie ganz zur Ruhe kommt? Je nach Frage verschiebt er sich ein wenig nach links oder rechts, nach oben oder unten, nach vorn oder hinten.

Und selbst das scheint mir noch zu einfach.

Sind wir denn wirklich nur ein Punkt? Oder sind wir nicht vielmehr ein ganzer Schwarm von Punkten, die sich je nach Fragestellung unterschiedlich im Raum verteilen? Bin ich bei Thema A vielleicht eher links und hinten, bei Thema B dagegen rechts und vorn?

Vielleicht müssen wir uns also gar nicht so genau festlegen. Eine Position kann für einen bestimmten Moment, eine bestimmte Frage oder einen bestimmten Kontext richtig sein, ohne dass wir sie für alle anderen Fragen festschreiben müssen.

Und vielleicht ist der Würfel ohnehin viel zu klein und zu eckig. Neben links und rechts, oben und unten, vorn und hinten gibt es womöglich noch unzählige weitere Achsen, die wir bisher gar nicht eingezeichnet haben.

Vielleicht lohnt es sich, ein wenig Platz dafür zu lassen.

Co-Creation Project:

Gedankengang, Steuerung, Voice Prompting, Redaktion: ich, T.Head

Schreibarbeit: KI

PS: Titelbild via KI

547) Personal Positioning System

Polarisierung … das Wort wird oft verwendet, wenn es um gegensätzliche Auffassungen geht, um Konfrontation, um eine Entwicklung von einander weg, zum jeweiligen äußeren Ende einer gedachten Gerade. Dabei entsteht oft der Eindruck, es gäbe da nur zwei Pole. Aber gibt es das Spannungsfeld nicht eher in 2D, sogar 3D, 4D oder mehr?

Polaritäten:

  • Ist man zu weit rechts unterwegs, geht das hoffentlich schief oder man wird bald ausgebremst.
  • Geht man zu weit nach links, besteht die Gefahr, dass man wieder rechts rauskommt.
  • Da unten landen will schon gar keiner sein, es muss immer das Ziel sein, noch jemanden unter sich zu haben.
  • Weit oben wollen viele sein, geht aber nicht, ist recht eng da und der Weg dahin, kann steinig und brutal sein.
  • Die Mitte wird gern mit Vernunft assoziiert, scheint kuschelig, aber auch genauso farblos und unentschlossen.
  • Eher hinten klingt bequem, der Weg ist schon bereitet, es läuft sich einfacher, aber auch genauso unspektakulär.
  • Ganz vorne wird‘s windig, manchmal auch riskant, man fühlt sich allein und aus allen Richtungen schlaumeiern die Schlaumeier und die, die sich besser nicht die Finger schmutzig machen.

Und nun? Tja, ein GPS gibt es dafür leider nicht. Ein PPS, ein Personal Positioning System kann dabei helfen, gibt‘s aber leider nicht zum Download. Das muss man wohl selber ran 😉