529) Mit Zettel, Stift und Tastatur – 14

Habe heute nur wenig Bock, etwas Eigenes zu schreiben, also „kuratiere“ ich einfach ich mal wieder, was andere so schreiben, drucken, kleben. Aufmerksame Leser haben festgestellt, dass ich den Namen der Reihe etwas verändert habe. Mit „Zettel und Stift“ wird jetzt ergänzt um „Tastatur“, denn in Berlin wird immer weniger per Hand geschrieben, sondern gedruckt. Wir müssen halt mit der Zeit gehen.

Los gehts:

Fangen wir mit dem hier an. Wenn es dir dein Auto-Dach zerhaut, dann nimmst‘de halt ´ne Umleitung und dann gehts wieder.

IMG_5667

Weiter mit dem Titel-Bild. Aufgenommen gegenüber einem S-Bahn-Steig. Links, die Jugend, knackig, jeder für sich, best in shape. Rechts, die Alten, schrumpelig, aber kommunikativ und glücklich. Meine Generation findet nicht statt, oder arbeitet derweil. Nachdenk…

IMG_9099

Und nun zu einem Relikt meiner Kindheit. Traurig. Immerhin den Kasten gibt‘s noch.

IMG_9095

Party darf heute auch sein, schließlich kommt das Wochenende. Endlich können wir feiern, bis zum Umfallen. Am Montagmorgen hängen wir uns an den Infusionsbeutel um den Hals und dann geht’s ab in die Teams-Konferenz. —>Erfrischende Video-Konferenzen

IMG_9168

Nun zur Rubrik „Untenrum“. Milfs? Einen ganzen Klein-Bus voll? Oah, nee, danke.

IMG_9091

Fenster mit Stil? Was für Fenster? Ach da hinten. Und die Dame baut die dann fachmännisch ein? Toll, Mädels, super. Es entwickelt sich doch ganz prächtig für euch!

IMG_9166

Das leidige Thema Wohnungsmangel gibts natürlich auch heute wieder. Hier wird ein läppisches Trinkgeld gezahlt … also da muss er schon ein bisschen mehr bieten. —> Wohnopoly

IMG_9105

Und die Dame fordert gleich neuen „Lebensraum“, für sich und ihren … Deutschen Schäferhund … In. Lebensraum, ei … ei … darf man das schon wieder sagen? Ist er „wieder da“?

IMG_9106

Apropos „wieder sagen“. Manches sollte man bitte einfach in der Zeit lassen, wo es entstanden war … und Gutes bewirkt hat.

IMG_9174

<— Mit Zettel und Stift – 13

80) Frust am Bau – 3

Trigger-Warnung. Hier wird jetzt gemotzt und geschimpft. Wer das aktuell nicht erträgt, der kann den Beitrag gern skippen. Es sei denn, Sie sind Bausenator oder Bürgermeister von Berlin, dann dürfen sie nicht. Sie, ja ganz besonders Sie, Sie sind zum Lesen verpflichtet.

Nach meiner Rückkehr aus Indien, bin ich in den letzten vier Wochen natürlich auch mal wieder im Kiez unterwegs gewesen und, … ich hatte es auch nicht anders erwartet …, es hat sich nichts getan. Ganz besonders bei den Baustellen.

In >Frust am Bau – 2 (Oktober 23) ging es um eine Dauerbaustelle an einer benachbarten Schule. Sofern ich das mittlerweile erkennen kann, wird ein angrenzender Flachbau errichtet, kein Wolkenkratzer, kein Interkontinental-Flughafen. Der Fußweg ist immer noch blockiert, einen Ersatz gibt es immer noch nicht. Ein guter Tipp ist, die Kopfhörer abzunehmen, wenn man da vorbei läuft, dann hört man wenigsten die LKWs von hinten heranrollen. Immerhin sind sie hier so ehrlich und verlängern das Parkverbot regelmäßig. Letztens stand noch 04.12.2023 dran, nun wird Mai 2024 angestrebt. Beginnend ab Januar 2022. Ich habe den Überblick verloren.

IMG_9063

In Frust am Bau – 1 (auch Oktober 23) ging es um Kanal-Arbeiten an einer Kreuzung in der Nähe. Und, wollt ihr raten?? Na? Wer traut sich? Ist auch ganz einfach.

Die Anfahrt zur Kreuzung ist immer noch einspurig. Der Verkehr staut sich Tag für Tag, der Radverkehr wird immer noch über den Fußweg geleitet … Konflikte vorprogrammiert … aber ich beginne, den Beitrag zu wiederholen. 

Es ist so traurig. So armselig. So peinlich. So stümperhaft. So unprofessionell. So rücksichtslos. So gefährlich. So nachteilig für die Menschen, die das jeden Tag ertragen müssen und bezahlen, so schlecht für die Umwelt. Ein Straßen-Schild weiter südlich dokumentiert diese Unfähigkeit sogar schriftlich. Zwei Jahre. Für Kanalarbeiten. Auf 200 Metern Berliner Straße. Liest keiner mehr. Man fährt resigniert vorbei.

IMG_9107

Woran mag es diesmal liegen? Corona, Fachkräfte-Mangel und Krankenstand hatten wir beim letzten Mal schon. Welche Ausrede wird nun angeführt? Inflation? Bauern-Proteste? Hacker-Angriff? Putin? Taurus? Huthi-Miliz? Ich kann es nicht mehr hören!

Und dann wundern wir uns über eine aufkommende Unzufriedenheit im Land? Das Leute frustriert sind, ihrem Ärger Luft machen und die AfD wählen? Mich wundert das überhaupt nicht mehr. Unzufriedenheit in Großstädten wird nicht durch Heizungsgesetze, Wärmepumpen-Verordnungen und Windräder vor der Haustür gemacht, sondern durch offensichtliche Kleinigkeiten, die jahrelang (!), Tag für Tag an den Nerven zehren. „Berlin soll wieder funktionieren“ tönte Herr Wegner (CDU) vor einem Jahr. Und nun? 

Diese Unfähigkeit ist Wasser auf die Mühlen der Extremen, der Lauten … die müssen gar nichts machen … die stehen einfach an der Seitenlinie, beobachten die stümperhafte Verteidigung der Heimmannschaft und lachen sich über jedes Eigentor ins Fäustchen …. 

Traurig …

Ein Einzelfall? Nee, mit Sicherheit nicht. 

Ich lese noch einmal meinen Beitrag >Deutschland-Pakt aus September 2023. Es hat sich nichts verändert. Nur haben wir noch eine Baustelle mehr. Ein Hotel wird gebaut. Haben wir ja noch nicht genug. Ein Loch klafft wie „Ground Zero“, Bauarbeiter habe ich da schon lange nicht mehr gesehen und der Fußweg zu angrenzenden Schule … ihr ahnt es schon …

Und ich wiederhole mich schon schon wieder:

Lieber regierender Bürgermeister Herr Wegner (CDU), liebe Bezirksbürgermeisterin von Pankow Frau Koch (Grüne). Ihr Parteibuch ist mir in der Angelegenheit völlig schnurzpiepegal. Tun sie bitte was.

522) Meine Tochter Arnold

Und wieder einmal könnte ich mich masslos über den Lehrplan der Kids (in diesem Falle der Tochter) aufregen und bitte die Damen und Herren Kultusminister/Innen in Reih und Glied anzutreten. Dann bitte einmal durchzählen, Ärmel hoch und rucki-zucki ans Reck und auf den Boden ihr Pfeifen. Ich sag‘ das nicht zweimal. Trillerpfeife. Tüt, tüt. Ihr hängt ja da wie 16 nasse Säck:Innen, Mensch! Das kann ja keiner mit ansehen! Wenn jetzt eine Nachfahrin der Leni Riefenstahl mit der Digital-Kamera um die Ecke kommt, was soll die denn dann denken? Oder der Putin.

Also hopp – hopp … und auf und nieder … auf und nieder … und hier Medizinball … fangen Mensch … nich‘  mit dem Kopp‘ … mit den Händen … ist doch logisch … und zwar auf einem Bein … und mit verbundenen Augen … ihr Opfer ihr!

Ich höre jetzt mal besser auf, nicht dass ihr denkt, ich hätte zum Drill-Sargent Hartmann umgeschult.

Zurück zur Realität:

Das große Kind, die nun wirklich genug Schulstoff um die Ohren hat und sonstige Kreativitäten und Langeweile des Leerkörpers … autsch … Lehrkörpers … ausbaden muss, wird zur Leistungskontrolle in Sport gebeten.

Genau 16 Klimmzüge oder 57 Liegestütze … für eine eins … dankenswerter nicht nacheinander … sondern alternativ. Also jetzt mal Hand auf den Oberarm … ihr Frauen … und Männer … würdet ihr … ich meine … könntet ihr … das … und erwartet ihr das von unserer Jugend? 

Haben die nicht ganz andere Dinge vor der Nase, mit denen sie sich beschäftigen sollten? 

PISA, Inklusion, Integration, Konfliktlösung, Digitalisierung, Social Media, Mobbing, Doxing, Umwelt, Berufsvorbereitung … bisschen Abitur noch … all die Dinge von denen wir nicht mal wissen … und nebenbei auch noch Körper, Hormone und Gefühle … zu … managen?

Anstatt sie wenigstens mit Übungs-Handgranaten trainieren … so wie wir damals … oder Drohnen fliegen lernen … „irgendwas für’s Leben“ halt … aber so was … .

Was soll der Blödsinn?

521) Wen(n) Nachbarn wählen

Nach der für Berlin wiederholten Bundestagswahl ´21 (im Februar ´24) stellt unter anderem der Tagesspiegel die Wahlergebnisse vor und leitet ein mit dem Satz … „Finden Sie heraus, wie sich die Ergebnisse in ihrer Nachbarschaft verändert haben.“

Das interessiert mich natürlich:

Während unser Kiez sattgrün erscheint (36% bis teils 48%) kommen zwei Stimmbezirke nordwestlich in einem deutlichen „blau“ daher. Dabei liegt das Wahllokal gerade mal 1 km Luftlinie weit weg. Natürlich müssen solche politischen Farbwechsel ja irgendwann auf der Karte folgen, sonst lebten wir ja in einer Diktatur.

Aber warum gerade da? Was ist da anders? Es ist dieselbe Luft, die wir atmen, die selbe S-Bahn Linie der wir anliegen, die selbe Tramlinie, die wir nutzen, vermutlich gehen die Kids sogar in selbe Schulen.

Ein paar Erklärungsversuche … (weder soziologisch noch statistisch abgesichert, sondern nur Vermutungen):

Markierung 1 hält 2200 Wähler bereit, ist geprägt von saniertem Altbau, 4-5 Etagen hoch, ein Mix aus Miete und Eigentum. Der Kiez drumherum ist historisch gewachsen, hat den zweiten Weltkrieg schwer durchlöchert überstanden und ist nach der Wiedervereinigung bereits zweimal gentrifiziert worden. Ein großer Teil der Anwohner stammt nicht „von hier“, sondern ist aus dem Bundesgebiet hergezogen. Der Familien-und Kinderanteil ist recht hoch, es gibt Orte zum Verweilen, Kiezläden, Spielplätze, Restaurants, Türkische Gemüse-Läden, Döner, Bäcker & Co. und auch natürlich den klischeebehafteten Latte Macchiato kriegt man hier an jeder Ecke.

Nun zum Wahlkreis nördlich von 1 (markiert mit 2). Das Gebiet ist flächenmäßig, deutlich kleiner, hält aber ähnlich viele Wähler bereit (2130). AfD-Ergebnis 23,7%. Sind das nun alles Nationalisten oder Nazis? Nein, die Linke kommt auf 20,6%, also wäre ein ähnlicher Anteil den Sozialisten/Kommunisten zuzuschreiben. Wieso wählen dort knapp die Hälfte der Menschen an den politischen Rändern? Was ist da anders? Zum einen sicher die Bebauung. Einige Elf-Geschosser stehen an viel befahreneren Straßen. Ich kenne die Bewohner-Struktur der Hochhäuser nicht, aber ich gehe mal von aus, dass es keine Vielverdiener sind, und ich geh mal auch davon aus, dass ein gewisser Anteil aus anderen Ländern stammt. Daraus resultiert eine unbequeme Dichte, sicher auch Spannungen im Leben miteinander. Das Viertel ist mir nicht als sonderlich einladend bekannt, im Wesentlichen fährt man dran vorbei … weil man wo anders hin will.

Kommen wir zu Gebiet 3. Der Wahlkreis ist flächenmäßig deutlich größer, hat circa 2400 Wahlberechtigte und auch hier punktet die AfD mit 23 %. Auf der linken Seite des Wahlkreises setzt sich die Baustruktur von Gebiet 2 fort (Hochhäuser). Der rechte Teil ist eher grün, geprägt von einer Kleingartenanlage (wo ja normalerweise keiner wohnt und wählt) und viele Einfamilienhäuser. Ja Einfamilienhäuser mitten in der Stadt! Eine sehr beliebte Wohngegend, fast dörflich, wo man sich schon zu DDR-Zeiten fragte, wie man wohl an so ein Objekt kommen kann. Wer da wohnt, zieht nicht freiwillig weg, sondern setzt sich fest und vermacht das Eigentum in der Familie. Aber warum nun gerade da AfD? Da nagt doch keiner am Hungertuch, noch steht mittendrin eine Container-Dorf für Migranten.

Theorie A. Die Struktur ist dort sehr konservativ unterwegs, bloß keinen Wandel, bloß keinen Zuzug, jeder sorgt für sich und vererbt die Hütte am besten steuerfrei.

Theorie B: die Wahlergebnisse werden aus dem Neubau-Block links überlagert. Auch wenn das Gebiet links deutlich kleiner ist, würde ich mal sagen, dass 75 % der Stimmen von dort stammen. Man müsste genauer nachfragen.

Aber trotzdem, warum AfD? Das Wahlprogramm der AfD von 2021 ist nun wirklich nicht mit sozialen Wohltaten vollgepackt und der Fokus steht auf Arbeiten und Eigeninitiative.

Zitate:

„Wer arbeitet, wird auf jeden Fall mehr Geld zur Verfügung haben als derjenige, der nicht arbeitet, aber arbeitsfähig ist“.

„Der bisherige soziale Wohnungsbau ist gescheitert, er kann nur einen Bruchteil der Berechtigten erreichen. Er führt zu Fehlbelegungen und verursacht hohe Kosten für den Steuerzahler“ … stattdessen soll Deutschland „ein Land von Wohnungseigentümern werden“.

„Die AfD steht für ein ausgewogenes Mietrecht und lehnt staatliche Überregulierungen sowie Investitionshemmnisse wie die Mietpreisbremse oder den Mietendeckel ab.“

„Als gezielte Maßnahme gegen Wohn und Obdachlosigkeit“ schlägt die Partei „die sofortige Einführung einer bundesweiten zentralen Statistik zur Erfassung der Wohnungs- und Obdachlosigkeit“ vor.

Haben die Wähler das Papier vorher komplett gelesen?

Titelbild, basierend auf Screenshot von Tagesspiegel-App

https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/wahl-wiederholung-bundestag-2024-berlin-karte-historische-ergebnisse-wahlkreisergebnisse-stimmbezirke/

9) Schulneubau Ostkante Berlin – 2 (Gastbeitrag Hermann)

Jetzt weiß ich, warum es mit den Baustellen in unserer Nachbarschaft nicht vorwärts geht. Warum bis auf tiefe Löcher nichts zu sehen ist. All die Fachkräfte an denen es eh schon mangelte, verrichten ihren Goldstaub-Premium-Dienst nun im solventen Mahlsdorf und ziehen dort eine Schule hoch.

„Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht vorran.“

Aber seht selbst.
T.

Beginn Gastbeitrag:

Ende Oktober 2023 ging es los. Die Holzverwertungsfirma „Donner – Energie aus Holz“ rückte an zum Grobschnitt. Alles was größer als Gras war, wurde abgesäbelt und auf einem Haufen gestapelt. Danach wurde alles zwei Tage lang geschreddert und in Containern abgefahren.

Ordnung muss sein, klar – ringsum ein Bauzaun hingestellt und Hund Bruno staunte nicht schlecht, dass wir unsere geliebten Trampelpfade nicht mehr laufen konnten.

Ab Mitte November wurde der verwurzelte Boden ca. 60-70 cm tief bis auf die Lehmschicht abgebaggert und am hinteren Rand der Fläche deponiert. Nach einer Woche war etwas die Hälfte der ganzen Fläche kahlgebaggert. Und damit auch jeder sehen kann, dass hier kein Supermarkt hinkommt, gab´s auf den ersten kahlen Teil ein ordentliches Baustellenschild.

Bauzeit 2023-2025, sportlich!

008

Und da der T. ja Kurioses liebt:

Die Brache war gar nicht soooo menschen-unberührt, wie ich immer dachte: In der freigelegten Bodenschicht liegt ein Tonrohr, denn vor langer Zeit soll hier mal eine große Gärtnerei betrieben worden sein. Und nach einer Woche, täglich etliche Stunden, wo der Traktor mit einem riesigen Anhänger die Erde wegbewegte, gab´s den ersten Ausfall: kaputter Reifen am Anhänger!

Nach ein paar Tagen war der Anhänger wieder fit. Ende November kam die erste Lieferung Rohre und Betonschachtteile für´s Abwasser. Und trotz leichtem Schneegekrümel begann die Tiefbaufirma gleich mit dem Ausschachten größerer Löcher.

Fazit: in einem Monat ist hier eine Menge passiert, es geht Tag für Tag zügig voran. 

In der ersten Dezemberdekade, z.T. bei etlichen Minusgraden und Schneefall, waren die Baumaschinen von 7-16 Uhr deutlich zu hören, die Erdumlagerung mit dem großen Trecker-Hänger-Gespann gingen munter weiter, Kanäle wurden gebaggert, Schächte gesetzt und Rohre verlegt. Immer wieder erstaunlich, dass das am Ende passt.

Mitte Dezember:

Der Schnee ist geschmolzen und mehrere Tage immer wieder Regen; das Baufeld ist ziemlicher Matsch, Der Bagger schiebt auch mal das Trecker-Gespann an, um in der Pampe in Gang zu kommen. Tag für Tag wird zwischen 7 und 16 Uhr gearbeitet.

Am 13.12. wurde ein großer Stapel Kunststoffteile geliefert, sehen aus wie übergroßer Bierkästen; vermutlich Schalungsmodule für Fundamente, die dann mit Beton ausgegossen werden.

3. Advent:

Klar: Ruhe auf der Baustelle, aber die tagelange Ackerei in der zerwühlten Pampe fordert ihrer Tribut – Reifenpanne, jetzt am Trecker. Am Tag danach werden die ersten Kunststoffteile in eine Baugrube abgelassen – Fundamentbau (?) beginnt

Kurz vor Weihnachten:

Der Erdbewegungstrecker hat ein neues Vorderrad bekommen und ist nebst Anhänger abgezogen – Mission erfüllt; die schwarzen Module sind alle in der Baugrube verschwunden; Schmelzwasser und viiiiiel Regen machen den Bauleuten zu schaffen – trotzdem wurde bis zum 22.12. ständig gearbeitet und mal ehrlich …. in den 2 Monaten auch schon viel geschafft.

Ende Gastbeitrag

Ja, genau und bei uns jeht aba oooch nüscht voran.
Vielleicht sollte ich den Stammhalter nach Berlin Mahlsdorf ummelden, da soll die Schule wenigstens 2025 fertig sein, während seine Bruch-Hütte (f.k.a. Gymnasium) bald aussieht wie in Magnitogorsk.

98) Postkarte aus Berlin: Von anderer Seite

Für meine anstehende Fernreise, war ich neulich in einem Berlin-Souvenier-Shop … und nach sechs Minuten bereits wieder raus. Was für ein Blödsinn. Bierkrüge, Trabant-Modelle und Mauerstücke … vermutlich alles aus China. Das ist nicht Berlin. Hier mal ein paar Schnappschüsse von anderer Seite.

Buenos Aires, Paris, Athen … Berlin braucht sich nicht verstecken, wenn es darum geht wer den „längsten“ hat.

Der hier, ist eher etwas kurz geraten. Er ist nun echt nicht „Arm dran“ und hat deshalb „so‘n Hals.

IMG_9479

Licht angelassen? Brennt‘s im Turm? Jemand in Gefahr? Nee keine Sorge, nur eine Reflektion der aufgehenden Sonne.

IMG_7637

Gleich um die Ecke rammen sie nun ein paar Hochhäuser in den Berliner Sand. Blöderweise haben sich die Kräne, Krane, Krandingens verhakt. Stillstand. Nichts neues.

IMG_7309

Nein, auch Berlin hat kein AKW mehr, aber ein Planetarium mit Atom-Pilz.

IMG_3045

Der Straußberger Platz von oben. Im Mittelalter vor den Toren der Stadt gelegen, war in der Gegend der Richtplatz zum Kopf abmachen, Rothaarige grillen und so.

IMG_5647

Ein Halli-Galli-Retorten-Viertel, benannt nach einem Deutschen Auto-Bauer aus Schwaben … laaaaaaaangweilig.

IMG_4385

Berlin hat viel Wasser drumherum. Also noch zumindest. Blick von Plänterwald auf die Innenstadt. Einmal bei Licht, einmal nicht.

Ein Bahnhof der Ringbahn bei Nacht. Also ick muss schon sagen, hier wird viel gemeckert in der Stadt … aber so ´ne >Ringbahn hat schon was. Selbst wenn du mal wegnickst, bist du nicht automatisch verloren.

IMG_7281

Ein Wimmelbild vor dem S-Bahnhof Schönhauser Allee. Wenn man sich dort verabredet, kann ich nur einen Tipp geben. Einfach 15 Minuten eher da sein und dann nur gucken.

IMG_4449

Roller-Pest am Velodrom, Blick aufs ehemalige Schlachthofgelände.

Die nächste Postkarte kommt vermutlich recht hyggelig daher, mal sehen was mir in den nächsten Tagen so vor die Linse läuft.

505) Philantrophen der nächsten Generation

Ach ja, wie heißt es so schön … „Weihnachten, Fest der Liebe, der Gemeinschaft und Barmherzigkeit“? Mich reizt es in den Fingern, nach weiteren Wortspielen zu suchen. Fest der Diebe, … Fest der Triebe, … Fest der Hiebe, der Gemeinheit und Warmfüßigkeit …  ich lass das mal besser.

Gestern standen der Stammhalter und ich in der Straßenbahn, und es bot sich ein interessantes Schauspiel. Da wir direkt hinter dem Fahrer waren, hatten wir die ganze Bahn im Blick. Da saßen sieben Jungs alle so um die 15/16 Jahre alt und zockten auf ihren Handys. Das taten sie in einer Lautstärke, dass mir die Ohren klingelten. Aber wir hatten es nicht mehr weit, also war mir das egal. An einer Station stieg ein … tja, wie sagt man das … Mittelloser, … Obdachloser?, … Bettler … ein, der sich auf die gewohnte Art vorstellte. „Guten Tag, mein Name ist „Sowieso“, ich bin obdachlos … etwas Kleingeld … vielleicht Essen … vielen Dank. Die Jungs übertönten seine Vorstellung, aber einer der Boys stand dann auf und drückte dem Mann eine leere Pfandflasche in die Hand. Der Mann bedankte sich. Zwei weitere Jungs zogen nach und überreichten ihre leeren Flaschen.

Also was war das denn gerade?

  • Haben die Jungs den Mann immerhin wahrgenommen und unterstützt? Ich habe schließlich nichts gegeben. 
  • Oder sind es einfach nur faule Säcke, die es nicht nötig haben, ihre Pullen in Pfandgeld zu verwandeln?

Wer weiß. 

Auf dem Heimweg berichtete der Stammhalter, dass die Jungs alle schweineteure Klamotten trugen und endete einer Bemerkung so ähnlich wie …

„Wie sich der Mann da wohl gefühlt haben muss.“

Wir wissen es nicht.

504) Weihnachtsstimmung?

Na, schon in Weihnachtsstimmung? Ich ja ehrlich gesagt überhaupt nicht. Von mir aus können wir die ganze Nummer absagen oder gerne in den Sommer verlegen. Da bocken wir dann eine große Tafel auf, legen weiße Tücher drüber, schmeißen den Grill an, genießen kalte Getränke und das Gewusel der Kurzbeinigen um uns herum. Und wem das zu viel wird, der nimmt sich ein Kajak und dreht mal eine Runde über den See, bevor er/sie dann überglücklich über den „Orangenbaumblüten-gesäumten Weg“ zurückkommt, um weiter mit uns zu feiern. 

Ein Riesen Happening wäre das. 

Aber wie jedes Jahr, ziehen viele Kollegen unerledigte Dinge aus dem Tisch und nerven damit alle Anderen. Wie jedes Jahr tun sie so, als gäbe es kein Morgen, kein nächstes Jahr mehr, in dem man die Dinge auch noch erledigen kann. Aber ich habe den Eindruck, ich schreibe jedes Jahr so einen Blogbeitrag. 

Zum Beispiel hier >Jahresendhektik von 2019 oder >Winter? Gar nicht meins aus 2022.

Insofern höre ich jetzt gleich wieder auf. Ich will euch zwei Bilder schicken. Das eine aufgenommen im Oktober, zeigt eine sehr rustikale Pinte (a.k.a. Kneipe, Schuppen, Trinkhalle) um die Ecke, genauer gesagt den Seiteneingang, nicht gerade einladend, ich weiß. 

Aber, sie haben sich in Weihnachtsstimmung gebracht und dann sieht es doch mal ganz einladend aus. 

Trotzdem. Für mich bitte lieber Sommer unter freiem Himmel.

496) Wohnung unter‘m Baum

Na, auch erstaunt, dass in drei Wochen schon wieder Weihnachten ist? Die übliche Geschenke-Quälerei? „Ich brauch nix“, „Ick will nüscht“ … „Das geht doch nich‘ “?

Aber ich habe da einen heißen Tipp, wie ihr gar nicht falsch liegen könnt, bei der Auswahl der Geschenke. 

Neulich ging ich an einem „Showroom“ für ein Wohnbauprojekt vorbei. Da hingen vielfältige Angebote im Schaufenster, so wie Weihnachtskugeln am Baum. Nur Lametta fehlte irgendwie. Also früher gab‘s eh mehr Lametta, oder täuscht das 😉

Also ihr leben Leser und auch die *Innen. Vergesst diesen ganzen Swarovski-Quatsch, die Gucci-Taschen, Montblanc-Füller oder Versace-Schlüpper, Schlauchlippen, die ja nun mittlerweile wirklich jeder unter den Baum legt. Damit lockst‘de doch niemand mehr vom Handy weg. Da schaut doch keiner mehr auf zu dir. So etwas schenkt doch Hinz und Kunz und ist an Einfallslosigkeit kaum zu unterbieten. Und prekär ist es irgendwie auch, der Besonderheit des Anlasses überhaupt nicht mehr gewachsen.

Also, so macht man heutzutage Geschenke. Darunter is‘ses irgendwie ein bisschen dünn. Da dürft ihr euch nicht wundern, wenn Gattin oder Kinder sich bald einen anderen Haushalt suchen. Erträgt ja keiner.

Hier mal ein paar erschwingliche Vorschläge:

  • -4 Zimmer, Küche + Garage, kalt 2.490 EUR Miete, nichts Besonderes
  • -2 Zimmer 434.900 EUR ohne Makler, ich meine das geht noch oder?
  • -2 Zimmer 399.000 EUR in begehrter Wohnanlage, wer es nich‘ ganz so dicke hat

Stellt euch nicht so an. Is‘ halt Weihnachten, da wollt ihr ja auch nicht mit zwei Paar Tchibo-Socken da stehen oder?

Wem es gefallen hat, oder so la la … aber nichts besseres zu tun hat … hier ein Beitrag … der so ähnlich ist, denn …

8) Schulneubau Ostkante Berlin – 1 (Gastbeitrag Hermann)

Berliner Bau-und Bildungswesen haben sich über die Zeit zu einer verlässlichen Säule diesen Blog-Projekts hier entwickelt. War eigentlich gar nicht geplant, aber die beiden Themen spülen mir ständig neues Blog-Futter vor die Finger. Diesmal begrüße ich Hermann mal wieder hier im Studio, denn da entsteht etwas Aufregendes in seiner Nachbarschaft. Es wird gebaut. Keine Chip-Fabrik, kein Flughafen, keine Mondrakete … sondern … eine Schule. Und da sind wir doch mal sehr gespannt, wie das so läuft.

Lest selbst.
T.

Beginn Gastbeitrag:

Unser Bildungssystem, langfristige und aktuelle Mängel und Schwächen blitzen ja immer mal wieder im T.ipping-Point auf.

Nun habe ich die Gelegenheit, EIN Element, den Schulneubau, aus unmittelbarer Nähe zu begleiten und will das auch gerne wohlwollend tun.

2012 bin ich mit Frau und Hund in ein neu gebautes Haus am Ostrand von Berlin gezogen. Das ist wirklich Außenkante, denn ca. 500 m ostwärts ist die Landesgrenze zu Brandenburg.

Trotzdem funktioniert hier alles Städtische recht gut. Strom, Wasser, Müllabfuhr, Telekom etc. Sogar die Straßenfegemaschine (Aufschrift: „Die mit dem Putzfimmel“) kommt regelmäßig vorbei.

Mit der fußläufig erreichbaren Buslinie sind wir 10-20 minütig nach wenigen Stationen verbunden mit S-U-und Straßenbahn. Dünn ist halt die Einkauferei, 30 min Fußweg zum nächsten Supermarkt; geht so la la. … und da die meisten Leute (noch) Auto fahren und sich alles mitbringen, wird sich daran auch nichts großartig ändern.

Das Siedlungsgebiet ist seit Jahrzehnten komplett erschlossen, einige Häuser in der Nähe sind von 1906-1910, aber eine Fläche von ca. 500 m Breite und 800-900 m Länge lernten wir als völlige Brache kennen, auf der sich die Natur entfalten konnte. Das war einfach „Draußen“, abgesehen vom „Summen“ der östlichen Autobahn bei Ostwind und den regelmäßigen Fliegern auf den letzten Kilometern nach Berlin-Tegel und natürlich ein prima Hundespazierganggelände.

Aber wir waren nicht die letzte Zuzügler und so wurde vor 4-5 Jahren ein Drittel dieser Restfläche mit Eigenheimen bebaut, ein weiteres Drittel ist seit 4 Jahren fertig erschlossen inklusive Straßen, Beleuchtung, Wasser und Stromanschlüssen; fertig parzelliert. Um 2020 wurde der Verkauf der Parzellen ausgesetzt , als der Senat merkte, dass die Preise enorm stiegen und Einzelhäuser von meist auswärtigen finanzstarken Bürgern nicht die Wohnsituation von „normalen“ Berlinern verbessert.

Die neue Idee ist, dieses Drittel etwas dichter zu bebauen (auch 2-3 geschossig), auch Reihenhäuser, um einfach statt 50 Einzel-Einheiten für 150-200 Menschen vielleicht 200 Einheiten für 600-800 Menschen freizugeben.

Dagegen regte sich eine Bürgerinitiative „zum Erhalt des Charakters der Einfamilienhaussiedlung“ und im Klartext wollten etliche Leute nicht, das „irgendwelches Volk“ das Fleckchen zu einer Sozialinsel macht. Seitdem ist Stillstand, irgendwann gibt es eine Lösung. Immerhin wurde auf diesem Stück bereits eine KiTa gebaut, die natürlich auch schon voll ausgelastet ist.

Eine Lösung muss aber auch (nicht nur) für die Zuzugskinder her, denn die vorhandenen Schulen sind trotz Erweiterungen und Teilmodernisierungen Oberkante voll und die Neubürger durchaus fortpflanzungserfolgreich.

Das letzte Drittel dieser Freifläche war schon seit ca. 15 Jahren als Reservefläche für einen Schulbau festgelegt. Corona hat es noch ein bisschen verzögert, aber nun beginnt er, der Schulneubau.

10 Jahre bin ich gern mit meinen zwei Hunden in diesem Stückchen Quasi-Wildnis bei Wind und Wetter unterwegs gewesen.

Schulbau ist wichtig, Flächen werden rar und so ist auch etwas Wehmut dabei, dass diese Stück Land dem menschlichen Bedarf unterworfen wird.

Dank Hundespaziergang ergibt sich jetzt eine fast tägliche „Baustelleninspektion“ und ich werde in Etappen davon berichten.

Ende Gastbeitrag

Ich bin‘s wieder, der T. Wenn ihr kommentieren wollt, nur zu.
Kommentare werde ich freischalten und Hermann darf dann antworten 😉
Und ich lege jetzt mal die Füße hoch.