587) Buchstabensuppe mit Alles – 10

Wer in den letzten Tagen meinem Blog folgt, könnte den Eindruck bekommen, ich habe eine Umschulung zum Chronisten für die Wendezeit in der DDR gemacht.

Aber nein, keine Sorge, es wird auch wieder andere Themen auf der Blog-Rolle geben. Nur, wie das halt so ist, taucht man erst mal irgendwo ein, dann kommt immer mehr zu Tage. Und genau das will ich jetzt mal fixieren.

Tja, warum wühlen Menschen wohl (gern) in der Vergangenheit? Die Vergangenheit war ja nun wahrlich nicht immer rosig. Was macht sie so interessant?

Vielleicht, dass man weiß, wie sie ausgegangen ist und damit wird das Erleben der Vergangenheit berechenbar. Man weiß quasi was man hat(te). Um im Zweifel kann man sie sich auch etwas schöner reden, als sie war.

Das kann man von der Zukunft nun wahrlich nicht behaupten. Man kann sich nur ausmalen wohin die Reise geht und ob sie nun „schön“ wird … nun ja … da habe ich so meine Zweifel. Womit wir schon wieder beim Thema sind.

Gruselkabinett

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein weiteres Mitglied für das Trump‘sche Gruselkabinett verkündet wird. Jede Figur für sich, lässt mich schon das Fürchten kriegen, aber wenn die nun alle zusammen regieren und entsprechende Mehrheiten in beiden Kammern und auch in den Gerichten haben, da wird mir Angst und Bange. Bislang wurde keiner benannt, der irgendwie gemäßigt oder konstruktiv drauf ist.

Wahltermin

Mit dem Finden eines Termins für vorgezogenen Wahlen in Deutschland war wohl jegliche KI komplett überfordert. Gesetz, Weihnachtszeit, Neujahr, Schulferien, Fasching und nun wählen wir wohl am 23.2.2025. Ich hätte mir gewünscht, man hätte mich auch mal gefragt. Am 23.2.2025 habe ich schon was vor. Also das passt mir das eigentlich gar nicht. Können wir das nicht noch mal verschieben? Ich werde mich an die Bundeswahlleiterin wenden und meinen Generalsekretär zu dem CDU-Fritzen schicken, um neu zu verhandeln.

Licht aus

Die Weihnachtsbeleuchtung für den Berliner Ku’damm ist wohl gesichert, war nicht einfach, aber eine Sanitärfirma hat sich wohl doch noch gefunden, die das finanziert. Immerhin noch ein Gewerbe, auf das man sich verlassen kann. Laut dem RBB-Artikel hier aus 2023 kostet das ungefähr 600.000 €, wobei alleine schon 490.000 € auf die Menschen fallen, die die Laternen besteigen müssen, um die Leuchten dort anzubringen.

Für den Strom fallen angeblich nur 10.000 € an. Und weil das alles so teuer ist, hat es nur für Berlins Shopping-Meile gereicht, für die historischen „Unter den Linden“ war kein Geld mehr da (oder man wollte es vor der russischen Botschaft bewusst etwas dunkler belassen).

Das zeigt doch schon, in welcher Misere wir stecken. Jegliche Handarbeit wird schwer zu kriegen sein und unbezahlbar. Vielleicht sollten sie mit der Weihnachtsbeleuchtung bis Mitte Januar warten, da klettern eh lauter Wahlhelfer an den Laternen hoch, um ihre Plakate aufzuhängen, dann können die das vielleicht mit dem Licht gleich mitmachen oder man beauftragt die Indischen Pizzafahrer, die sind da eh unterwegs und nicht so zimperlich.

PS: noch eine Milchjungenrechnung vom Küchentisch:

490.000 EUR geteilt durch 4,5 Kilometer Ku’damm sind ca. 108.888 EUR pro Kilometer, also ca. 1.088 EUR auf alle 10 Meter (angenommener Abstand der Leuchtmittel)

Schönen November noch …

Ich tauche mal wieder in die Vergangenheit ab.

6) Akteneinsicht 1989: Mit Basecap zu Gorbi

Bevor es weiter ins Jahr 1990 geht, will ich auf jeden Fall noch zwei, drei Geschichten loswerden, von der die folgende sogar in einer Zeitung dokumentiert ist.

Anfang Oktober 1989 wurde Gorbatschow zum Staatsbesuch in Ost-Berlin erwartete, das 40-jährige Bestehen der DDR sollte gebührend gefeiert werden. Dass das für Honecker eine ziemlich peinliche Nummer werden würde, das wusste der zu dem Zeitpunkt der Geschichte wohl noch nicht. Im Volksmund wurde der Michael Gorbatschow bereits liebevoll „Gorbi“ genannt und versprach, Öffnung und Reform. Perestroika und Glasnost. Da nun so exklusiver Staatsbesuch anstand, wurden wir von der Schule zum Winken verdonnert.

Wie üblich wurde erwartet, entsprechende „Winkelemente“ mitzuführen (so etwas wie Fahnen, Blumen, Wimpel, Schleifen … Zeugs womit man halt winken kann). Und da mein Freund und ich darauf überhaupt keine Lust hatten, kamen wir auf eine andere kreative Idee. Wir schmückten unsere Basecaps (keine Ahnung, woher wir die damals hatten) mit dem Namen „Michael Gorbatschows“. Einer Michael, der andere Gorbatschow. Die schnitten wir aus der Zeitung aus und befestigten sie mit Sicherheitsnadeln am Schirm der Mütze. Zusätzlich fertigten wir einen Sticker, dazu nahmen wir einen anderen Sticker, klebten ein Foto von Gorbi drauf und verpackten das ganze wasserdicht mit Klebeband.

Leider war mein Basecap nun auch noch knallrot, aber ich war ja froh, in 1989 überhaupt eins zu haben. Damit stiefelten wir nun zu unserem zugewiesenen Stellplatz auf dem Mittelstreifen der Schönhauser Allee, unterhalb des U-Bahn-Viadukts, gegenüber dem Kino Colloseum. Da kamen Fotografen auf uns zu und machten ein Bild. Zum Glück standen wir richtig, links Michael, rechts Gorbatschow. Ob sie uns auch interviewten, weiß ich heute nicht mehr. Ich glaube nein. Das war ein Moment, wo wir befürchteten, dieser Kopfschmuck könnte Konsequenzen haben. Denn schließlich waren Staat und Ordnungsorgane ja noch voll intakt.

So standen wir da mit den Füßen an der Bordsteinkante und blickten aufgeregt nach rechts, aus der Richtung die Kolonne ja kommen müsste. Heute vermute ich, dass sie aus Pankow, Schloss Schönhausen kamen, dem damaligen Gästehaus der DDR-Regierung.

Irgendwann kam dann Blaulicht und hinten dran schwarze Limousinen mit halb geöffneten Fenstern. Es folgte das Quieken der Schüler, Klatschen, Beifall und natürlich wurde nach „Gorbiiiiiiiii“ gerufen.

Im Sommer 2024, da sah ich mal den Foto-Nachlass meiner verstorbenen Großmutter durch und fand den Zeitungsausschnitt mit dem Foto von uns beiden, schwarz-weiß natürlich. Wir beide, mit unseren Basecaps, schauten recht selbstbewusst, aber auch irgendwie vorsichtig. Am Reißverschluss meiner Jacke hatte ich mir sogar ein Kugelschreiber befestigt, vielleicht hatte ich mir Hoffnung auf ein Autogramm gemacht, wer weiß.

Auf der Rückseite hatte die Zeitung notiert, was am 11., 12. und 13. November 1989 geschehen ist, es muss also eine Art Rückblick gewesen sein, wo unser Foto abgedruckt wurde.

<— 5) Akteneinsicht 1989: Mit Udo zum Fahnenappell

—> 7) Akteneinsicht 1989: Ausflug nach West-Berlin

zwei frühere Beiträge mit Gastauftritt Gorbatschow

—> 355) Mann hinterm Fenster

—> 284) Vom Rüsten

1) Akteneinsicht: Prolog

Heute ist der 9. November 2024, vor 35 Jahren hatte Günter Schabowski an einem Donnerstagabend eine plötzliche Reisefreiheit für DDR-Bürger verkündet. Ob geplant oder aus Versehen, da kann man heute viel munkeln, ist aber auch Wurscht. Ich war damals 13 Jahre alt, „aus Gründen“ gefühlt etwas älter und so tappte ich nun in diese Zeit des Zusammenbruchs, Umbruchs und Aufbruchs. Während es für die Eltern beruflich erst einmal bergab ging, hätte der Moment für mich nicht besser kommen können. Noch zu jung für FDJ, SED und NVA gewesen, aber schon alt genug, um aus diesem Chaos was zu machen. Der heutige Jahrestag hat mich in ein paar Papieren aus den 10 Jahren rund um den Mauerfall blättern lassen und da kam mir doch die Idee, die hier in einer neuen Kategorie namens „Akteneinsicht“ zu veröffentlichen (a.k.a leaken). Es wird nachdenklich, persönlich aber auch unterhaltsam, das kann ich schon mal sagen.

Aber nur erst einmal ein paar Eindrücke aus dem abendlichen Berlin des 9. November 2024. Eine Kette von Plakaten und Bildern erinnert an den Verlauf der ehemaligen Mauer durch die City und lädt zum Nachdenken ein … wie schnell so etwas einstürzen … aber auch wieder entstehen kann …

—> 2) Akteneinsicht 1987: Sozialistische Ordnung

81) Frust am Bau – 4

„Wunder geschehen, ich hab‘s gesehen, es gibt so viele Dinge, die wir nicht verstehen“ … hat Nena mal geträllert. Aber es gibt sie wirklich, selbst bei den Baustellen im Kiez.

Bei der Sporthalle um die Ecke (DDR-Standard-Bau), die vom vierten Quartal 2020 bis vierten Quartal 2022 umgebaut werden sollte, wird nun so langsam das Baumaterial abgeräumt. Vier (!) verdammte Jahre war das Ding nun geschlossen, weil ein kleiner Anbau hinzukam, eine Dämmung, ein Rollstuhlgerechter Zugang und gelbe Farbe. In der Zeit baut man in anderen Länder einen Flughafen.

Hier ein Bild aus Beitrag >Frust am Bau – 3 von März 2024, wo sie schon „fast“ fertig schien. Und daneben nun der aktuelle Anblick, bereits ohne Bauzaun.

Eine Grundschule in der Gegend bekommt seit Januar 2022 eine kleine Kantine angebaut. Seitdem wird das Parkverbot alle paar Monate neu gedruckt. Vermutlich von der Bau-Firma. In Frust am Bau – 2 aus Oktober 2023 stand 01.12.2023 aufm Zettel, in >Frust am Bau – 3 aus März 2024 war es der 31.05.2024, zwischenzeitlich stand er auf 11.10.2024, nun steht 17.01 2025 dran und auch hier beräumt man so langsam die Baustelle. Vermutlich ist die Druckerpatrone nun alle. Nach drei Jahren scheint der Fußweg doch wirklich wieder begehbar zu werden. Man glaubt es kaum.

Und weitere Veränderungen gibt es zu verzeichnen. Die Spur-Verengung, die seit mindestens April 2022 für Stau sorgte (siehe >Frust am Bau – 1), wurde doch glatt im Sommer aufgelöst.

Was ist geschehen? Sind die Bauvorhaben in der Liste nach oben gerutscht? Gab es einen Geldsegen? Lag‘s an meinen Beschwerden beim SPD-Ortsvorsteher?

Nee. Glaub‘ ich alles nicht. Wenn ihr mich fragt, hat das die Natur selber geregelt. Alles nur eine Frage von Zeit und Erosion. Man muss nur lange genug warten, dann verschwinden Dinge von ganz allein.

Und um so länger es dauert, um so mehr Gründe finden sich. Corona, Inflation, Fachkräfte … im Zweifel ist der Putin Schuld oder der Habeck von den Grünen. Das geht doch immer.

586) Schülerticket: Gratis fahren, Kilometer rennen

Man kann ja dieser Tage nicht nur ARD-Brennpunkte schauen, Umfragen und Pressekonferenzen verfolgen. Unsere Regierung taumelt, sortiert sich neu und wie Robert Habeck schon richtig gesagt hat, sind ja all die Baustellen nicht verschwunden, nur weil ein paar Akteure demnächst etwas anderes tun.

Ganz genau. Hier ein Beispiel, fernab von Weltwirtschaftslage, Klima und Krieg. Willkommen im Alltag. CC an Kai Wegner, Berlins regierender Bürgermeister.

Schüler dürfen in Berlin kostenlos Bahn fahren. Eine Errungenschaft von SPD, Grünen und Linken übrigens. Ja, kann man in diesen Tagen durchaus mal erwähnen.

Also fährt der Stammhalter mit den Öffi‘s, wird kontrolliert und rausgezogen, denn das Schülerticket scheint abgelaufen. Auf dem Küchentisch liegt ein halber Meter Bong-Rolle zur weiteren Bearbeitung. Die hiesige „Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen“ nimmt sich dem Thema dankenswerterweise an, ich bin ja froh, dass Minister/Innen noch dabei bleiben, auch wenn es unbequem wird.

Hier ein kurzer Abriss:

1. Vorbereitung: Die Ministerin besorgte ein Passfoto, scannte den Schülerausweis und suchte einen Brief von 2019 mit den Angaben zur Kundennummer, Vertragsnummer und der Trägerkartennummer heraus.

2. Besuch im S-Bahn-Kundencenter (Dienstag, 17:30 Uhr): Am Ostbahnhof erfuhr sie, dass die Trägerkarte abgelaufen sei, da kein aktuelles Foto hinterlegt war und angeblich eine neue Karte per Post verschickt worden sein sollte, was jedoch nie geschah. Sie konnte dort gegen ein neues Passfoto und 10 Euro eine neue Karte direkt mitnehmen, nachdem sie eine Verlustmeldung für die alte Karte ausfüllte.

3. Die Ministerin bemühte sich, die Strafe von 10 Euro (statt 60 Euro) im S-Bahn-Kundencenter begleichen, wurde jedoch darauf hingewiesen, dass dies bei der BVG zu zahlen sei, da die Kontrolle in einem BVG-Fahrzeug stattfand. Der Mitarbeiter verwies sie auf das BVG-Kundencenter an der Jannowitzbrücke, welches jedoch bereits geschlossen war, und empfahl das Kundencenter am Alexanderplatz.

4. Nach 20 Minuten Wartezeit am BVG-Kundencenter Alexanderplatz stellte sich heraus, dass sie nun doch zur Jannowitzbrücke musste, was an diesem Tag nicht mehr möglich war.

5. Mittwochmorgen (8 Uhr): Vor dem BVG-Kundencenter Jannowitzbrücke angekommen, erfuhr die Ministiern, dass es erst um 9:30 Uhr öffnet.

6. Mittwochabend (17:05 Uhr): Sie versuchte es erneut, kam aber nach Schließzeit (17:00 Uhr) an. Selber Schuld oder?

7. Donnerstagmittag (12:30 Uhr): Beim erneuten Besuch des Kundencenters wurde sie informiert, dass sie sich zum BVG-Kundencenter für erhöhtes Beförderungsentgelt („Schwarzfahrer“ sagt man wohl nicht mehr) auf der Rückseite des Gebäudes begeben müsse.

8. Im BVG-Kundencenter für erhöhtes Beförderungsentgelt konnte sie nach 10 Minuten Wartezeit die Strafe reduzieren lassen und interessanten Streitgesprächen lauschen. Ein Antrag und der Schülerausweis reichten aus, um die Strafe auf 7 Euro zu senken.

Fazit: Obwohl das Schülerticket kostenfrei ist und ja schon bezahlt ist, führte das abgelaufene Trägerdokument dazu, dass eine Strafe fällig wurde. Von den zusätzlichen Kosten durch die Verwaltung des Missgeschickes und das Kilometergeld der Ministerin mal ganz abgesehen.

PS: habe den Tatsachenbericht durch ChatGPT waschen und kürzen lassen, wenn ich das hätte umschreiben müssen, wäre ich wohl durchgedreht.

116) Postkarte aus Berlin … nich’ aus New York!

Die politische Großwetterlage zu kommentieren, dafür ist mir spätestens heute Morgen die Laune vergangen, als ich die ersten Nachrichten aus den USA hörte. Ich bin enttäuscht, entsetzt, frustriert … ringe nach Worten. Es scheint, „jemand“ hätte ein Gruppenticket für uns gebucht, für eine Zeitreise zurück in die Achtzigerjahre.

Geht es diesem Amerika wirtschaftlich wirklich so schlecht, dass eine schwarze Frau unwählbar war ist, stattdessen ein mehrfach vorbestrafter National-Narzist und Populist? Selbst für Menschen mit Migrationshintergrund und Wurzeln im lateinamerikanischen Süden? Wenn dem so ist, dann will ich da die nächsten Jahre auch nicht hinreisen. Ist ja armselig. Dann verstehe ich aber auch nicht, warum so viele Menschen weltweit genau dorthin wollen. Gut, dass wir unsere Pläne für den Sommer auf einen anderen Kontinent verlagert haben. Als Alternativprogramm für die aktuell laufenden Glückwünsche und Freundschaftsbekundungen (würg….) werde ich heut einfach mal ein paar Bilder von Berlin bringen.

Von der B-Seite, mal aus einem anderen Blickwinkel.

Also … eat this … ich frische derweil meine Russischkenntnisse wieder auf.

Muffel….

Zunächst ein paar Bilder aus der Ecke, wo das ursprüngliche Berlin mal stand. Über 200 Jahre bevor der Columbus überhaupt geboren war.

Die nächsten Bilder oben, unten, links, rechts von der Karl-Marx-Allee. Zeitweise Stalin-Allee. Auch eine Epoche, die hoffentlich nie wieder kommt.

Die nächsten Fotos vom Tanz der Kräne, Berlin will New York werden. Auf märkischem Sand. Na mal sehen, ob der trägt.

Und zu guter Letzt, der Fernsehturm. Das Wahrzeichen, dass mir zeigt, dass ich zu Hause bin. Auch wenn die Stadt manchmal sehr nerven kann. Aber da bin ich aktuell lieber in Berlin, als in New York.

Macht’s ma’ jut!

„I don‘t wanna wake up in the city that never sleeps …“

T.Head

574) Stufenweise Sport

Heute Früh, Montagmorgen, war der Zugang zum Sportplatz verschlossen. Keine Ahnung, warum. Hat der Platzwart gestern zu viel gefeiert, ist er krank, hat er hingeschmissen? Von nun an Personal-und Platzmangel auch hier?

Da ich für das Erreichen des Monatsplans noch mindestens 3 km brauchte, musste ich also umdisponieren, kam aber nur stufenweise voran, weil ständig Motive vor der Linse auftauchten. Zunächst ging es zum Europa Sportpark, da hat sich eine Sportbekleidungs-Firma mit oranger Farbe ausgetobt. Und da Berlin ja auch Metropole sein will, gibt’s das auch gleich zweisprachig.

Und als noch Farbe übrig war, haben sie glatt den Himmel angemalt. Watt soll’s.

Ein paar Meter weiter stolperte ich über diesen eigenartigen Anblick. Mittlerweile sind anscheinend selbst solch Warnfiguren auf ihren Rädern nicht mehr sicher.

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Dann ging es vorwärts in den Stadtpark und wurde dann auch gleich wieder provinzieller.

Nach einer Runde ging es wieder nach Hause. Plan übererfüllt. 102 km im September.

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Ich habe mich nach meinem  > Flirt mit der Kettensäge stufenweise zurückgearbeitet.

570) Mit Zettel, Stift und Tastatur – 15

Ein paar Schnappschüsse der letzten Wochen, bitten eindringlich entlassen zu werden. Na jut. Hier sind sie.

Fangen wir mit einem „nachhaltigem Label für Frauen in allen Größen an“ …

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… und machen mit einer schwierigen Kombination aus „Vergewaltigung“ und „Advertisement“ weiter.

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Man könnte meinen, es gehe um „untenrum“, aber es geht wohl um Eigentumswohnungen. Wieder was gelernt.

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Und noch ein Bild aus der Kategorie „hintenrum“. Fällt denn den Werbeagenturen nichts besseres mehr ein?? Man stelle sich dort einen Frauen-Hintern vor … da wär aber was los gewesen.

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Hier kümmert sich ein junger Kerl mal um die Ampel und fordert Veränderungen.

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Apropos Ampel, nächstes Wochenende wird in Brandenburg gewählt. Ich hoffe, 4,2 % der Wähler schalten noch ihren Kopf ein. (Quelle: https://dawum.de/Brandenburg/)

Und nun zur Digitalisierung in der Region.

„Wir möchten die Potenziale der Digitalisierung zum Wohle der Menschen und der Unternehmen in unserem Land ausschöpfen. Um das zu erreichen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören vor allem gut ausgebaute und flächendeckende digitale Infrastrukturen.“ (Auszug aus „Digitales Brandenburg“ https://digitalesbb.de/ubersichtsseite/digitales-land/)

Jup, ein Anfang ist gemacht.

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Beim anderen Mega-Thema Nachhaltigkeit, sind die Erlanger Bürger schon weiter. Sie haben einen Nachhaltigkeitstag.

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Und im hippen Berlin gibts eine Krabbelgruppe für Eltern. Schade, dass meine Kinder schon älter sind.

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Und zum Schluss noch das Thema Wassermangel. Aber zum Glück gibt es noch Alternativen.IMG_0990

568) Guten Morgen ihr Vögel!

Neulich drehte ich meine Runden auf dem Sportplatz. Wie immer unter Einsatz von Kopfhörern, das ist meine Art zu lesen. An der Zielgeraden trennt ein Zaun den benachbarten Fußballplatz ab und dient nebenbei noch als Tribüne für viele Tauben. Also trottete ich an dem Federvieh vorbei wünschte gedanklich guten Morgen und dachte kurz drüber nach, was die sich wohl so zu unterhalten haben.

„Der Typ da, der hat ja auch‘n Vollschaden, … rennt hier 06:30 Uhr durch unseren Vorgarten.“

„Wieso denn, so‘n bisschen Sport würde dir auch mal ganz gut tun, mein lieber.“

„Ach, so lange ich hier nicht hinten runter kippe und noch fliegen kann, ist doch alles gut.“

„Geht ja auch darum, dass man sich etwas fordert, Selbstdisziplin und so weißt du?

„Hunger hätte ich, was gibt‘s zum Frühstück? Pizza, Chips? Soll ich mal gucken fliegen?

„Ich mag gar nicht an Essen denken, der Döner-Rest gestern liegt mir noch im Magen. Mir reichen ein paar Krümel.“

„Vielleicht solltest du mal aufs Klo fliegen, der Wagen vom Hausmeister sieht recht sauber aus.“

„Aber der steht nun auch wirklich mitten auf dem Weg, vielleicht finde ich noch ein privateres Plätzchen.“

„Und was machen wir heute so? Haben wir schon was vor?“

„Wir gehen es mal etwas ruhiger an, sitzen hier noch etwas herum, dann fliegen wir vielleicht mal um den Block auf‘n Eis oder so.“

„Heute Nachmittag soll hier ein Riesen Sportfest sein, habe ich gehört.“

„Oh, das wird voll und laut. Vielleicht sollten wir doch lieber die Fliege machen.“

„Wir könnten mal beim Stadtfest vorbeifliegen, müssen ja nicht lange bleiben, könnten dort aber einen Happen essen.“

„Na gut, sollten aber nicht so spät zurückkommen. Muss morgen nach Bayern fliegen, Tauben-Treffen weißt ja, der Chef will uns auch mal wieder sehen.“

„Auf der Strecke soll es Gegenwind geben für die nächsten 6 Monate“.

„Echt, oah dann muss ich ja noch früher raus. Nerv …“

„Könnt ihr das nicht virtuell machen?“

„Kapiere ich auch nicht.“

„Na dann, lass uns abfliegen.“

Tja, Tauben sind auch nur Menschen 😉

567) Hot town, Summer in the City

Wir erleben, … genießen oder erleiden … je nach Belieben, einen heißen Spätsommer. Politik und das große Weltgeschehen klammere ich mal aus, mir geht’s jetzt hier mal nur ums Wetter. Seit Tagen herrschen in Berlin jeden Tag um die 30°. Heute Morgen 5:30 Uhr zeigte das Außenthermometer 23°, tropische Nächte in Folge. Ich finde das gar nicht so schlimm, denn ich hocke auch den ganzen Tag im gut isolierten Höhlen-Office, wundere mich über den anhaltenden Sommer, wenn ich mittags mal kurz vor die Tür gehe. Würde ich im Freien arbeiten, oder mich jeden Tag in eine volle S-Bahn zwängen müssen, würde ich vielleicht anders über diese Temperaturen denken.

Ist das denn noch normal?

Die Klimatabelle bei wetter.com zeigt den durchschnittlichen Höchstwert der letzten Jahrzehnte bei 19° für den September. Beim Rückblick auf die letzten 7 Tage lagen wir mit 25°C  bis 34°C also deutlich über Schnitt. Allerdings gab’s wohl auch schon mal einen Klimarekord von 34° im September, unklar, ob das aus einem früheren September stammt oder aus diesen Tagen. Und es gab wohl auch schon mal ein absoluten Tiefstwert von 0°. Oh nein. Bitte nicht dann gerne noch die 30° für die nächsten Wochen, denn an 0°, auch nicht 10° möchte ich aktuell gar nicht denken.

Also genieße ich jeden Tag, versuche Zeit draußen zu verbringen, denn Herbst und Winter kommen bestimmt und das nehme ich dann auch an meinem Stimmungsthermometer war. Menschen um mich herum vermutlich auch.

Parallel lote ich Arbeitsoptionen in wärmeren Gefilden für den Januar aus. Mich schon mal so langsam an die „senioren Winterflucht“ heranarbeiten …

(C) Titelbild: Screenshot WeatherPro