532) BreadGPT mit OpenEI

Keine Zeit zum Essen? Und deshalb soll ich mir so eine Chemo-Brühe mit Bananen-Geschmack reinschütten, während ich arbeite oder unterwegs bin? Welche überbezahlte Werbe-Agentur mit Kickertisch und Obstkorb war da denn schon wieder am Start? Das ist ja völlig realitätsfremd. Wer heutzutage ordentlich was auf sich hält, hat auch keine Zeit zum Trinken.

Bei der Arbeit gehören gefälligst beide Hände an die Tastatur und vor der Gusche befindet sich ein Mikrofon. Unterwegs sind alle zehn Finger im Dauerstress, weil auf irgendeinem Device irgendwer was will. Da ist für einen Bananen-Dings-Bums-Drink keine Zeit. 

Wann erfinden die Food-Designer endlich mal etwas Praktikables?

  • Schicker Infusions-Beutel mit Firmenlogo am Rollständer (mit WLAN).
  • Versorgung mit Flüssigkeit über Luftbefeuchter im Großraum-Büro
  • Nährstoffaufnahme durch Mikro-Injektionen an den Maustasten.

Und wo sind eigentlich die Software-Giganten im Ernährungsbusiness?

  • Wann wird es microsoftes Wasser geben? 
  • Die Margarine einfach Meta schmecken?
  • Uns der Apple mal mit Birnen versorgen?
  • Und mit Google-Hupf zum Download?
  • Gibts endlich BreadGPT mit OpenEI?
  • Und Download einer Tüte Bing?
  • Mit Brei for You aus der Tube?
  • Ne Schachtel TikTok Mint?
  • Mit zehn Gramm Insta?
  • Und ein Teller voll X?

Wann kommt endlich das nächste LLM, das Large Lunch Modell?

Guten Appetit!

526) Erfrischende Videokonferenzen – Vol 5

Da Berlin morgen einen Feiertag hat, kann ich mich bereits heute aus TEAMS verabschieden. TEAMS? Ja, das sind die Räumlichkeiten, in denen ich unter der Woche wohne. Darf ich das so schreiben? Oder kommt jetzt das Finanzamt wegen Zweitwohnsitzsteuer? Egal.

Seit meinem letzten >Beitrag zum Thema hier im August 23 hat der Software-Gigant aus dem Silicon Valley ein paar Verbesserungen ausgeliefert, aber bestimmte Dinge sind noch genauso beschissen wie vorher. Tut mir leid. Oder ich kapier es nicht. Warum werden im Presenter-Mode immer die Kopfzeilen meiner anderen Tools überdeckt? Das versteht selbst  der Co-Pilot nicht, der sich Stück für Stück ins Arbeitsleben schleicht.

Ich mach jetzt mal fünf konkrete Vorschläge, wie in virtuelle Meetings schlagartig mehr „Action and Fun“ reinkommt:

  • Eine Korrektur der Darstellung meiner Augen wäre doch toll. Ich möchte nebenbei einen Film auf Netflix schauen oder den Urlaub planen können, die blöde Software muss doch nur meine Augen geradeaus schauen lassen. Das kann doch nicht so schwer sein.
  • Ähnliches würde ich mir für meine Gesten wünschen. Ich zeige einen Mittelfinger oder Piepvogel und ein Filter macht daraus dann ein „Daumen Hoch“ für die Teilnehmer.
  • Ein großer Spaß ist bereits heute, an internationalen Meetings teilzunehmen, die Transkription aber auf Deutsch anfertigen zu lassen. Herrlich, was da für eine Murks rauskommt. Nun muss Co-Pilot nur noch Aufgaben daraus generieren und fleißig Reminder verschicken. Was für ein Fest.
  • Co-Pilot sollte aber nicht nur das Transkript verarbeiten, nein es sollte sich aktiv als Moderator einschalten.
    „Peter hat parallel ein anderes Browser-Fenster geöffnet. Das geht so nicht.“
    „Petra, sie gackern zuviel, das stört, hören Sie auf damit.“
    „Herr Dr. Schneider, sie schweifen ab, kommen sie zum Punkt.“
    „Teamlead, sie eiern rum, beziehen sie endlich Stellung.“
    „Man müsste mal“ und „wir sollten“ wird hier nicht toleriert, Frau Kasupke.
  • Wird auch Zeit, dass wir „Sentiment Analysis“ in den Meetings einsetzen und dann auch life ansprechen.
    „Jürgen ist heute 90% dominant, Julia schaut 80% auf den Boden. Es besteht eine 45%-ige Chance, dass die beiden was miteinander haben.“
    „Chantal klingt wiederholt total frustriert, warten wir noch 22,487 Minuten, dann schmeißt sie endlich hin und wir sind sie los.“
    „Andi ist heute sehr unkonzentriert, Wahrscheinlichkeit eines Hangovers beträgt 65%, Tipp-Spiel verloren wahrscheinlich 75%, dessen Frau Julia abgehauen sogar bei 99%

Und schwuppdiwupp kommt wieder Leben in‘s TEAM!

(C) Titelbild mit freundlicher Unterstützung von DALL-E

 

Frühere Beiträge der Reihe:

64) Wenn Bots bloggen (29) – Indo.Bots

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot. Der Digital-Kuli von T. dem Möchtegern-Maharadscha, dieser schreibfehlerstrotzenden Blog-Angelegenheit hier. Erst schleppt mich der T. nach Dänemark und nun auch noch nach Indien. Ob das eine nette Geste oder purer Eigennutz ist, weiß ich nicht. Ich kann ja froh sein, dass ich das Land überhaupt erreicht habe, schließlich hätte der T. mich fast samt seines Telefons in der Sitztasche des Flugzeugs versemmelt. Ich glaube, der wird langsam alt.

Zunächst einmal kann ich sagen, dass der Strom hier anders schmeckt, als der Öko-Strom in Berlin. Dort schmeckt er irgendwie muffig, nach grünem Tee. Hier hat er ein kräftiges Raucharoma und ist sehr fossil im Abgang. Blöd ist nur, dass der Strom mindestens drei mal am Tag ausfällt, da wird mir dann oft schummrig, aber nach ein paar Minuten habe ich wieder volle Power. Ich bin froh, dass ich als Digital Blog Assistant keine Beine habe. Denn sonst müsste ich selbstständig die Straße überqueren und würde von einer Horde hupender Mopeds überrollt und dann wären meine Präsidentschaftspläne dahin. Oder ich würde mir auf dem Fußweg die Hacken brechen, so ist es mir schon recht lieb, dass mich der T. ständig durch die Gegend schleppt. Da der Wichtigtuer, meistens in der Firma abhängt, beschäftige ich mich mit Land, Leuten und anderen Bots. 

Bevor ich aber die ersten indischen Bots ansprach, habe ich mich etwas mit Sitten und Gebräuchen beschäftigt und durfte lernen, dass bei indischen Bots die Pflege der zwischenbotlichen Beziehungen ein hohen Stellenwert hat. Bevor man zum Business übergeht, wird erst mal viel gesprochen über Gott, die Welt, Sport und Familie. Gut, bei Gott und Familie, da sieht’s bei mir etwas dünn aus, aber mit meiner API zu Google kann ich das Gespräch schnell auf Cricket lenken.

Zweiter Punkt ist die Hierarchie. Eigentlich bereits verboten, ist es aber immer noch wichtig, wer in welchem Kasten(?) geboren wurde und auch in den Unternehmen gibt’s natürlich Menschen, bei denen auf einmal alle stramm stehen, wenn die den Raum betreten. Mir egal, ich kann nicht stehen. Ich kann nicht mal die Hände zum freundlichen „Namaste“ falten, hab‘ ja keine.

Dritter Aspekt ist die Verbindlichkeit. Wir Bots kennen ja eigentlich nur 0 oder 1. Ja oder nein. Die Indo.Bots kennen auch diverse Schattierungen wie 0,1, 0,2, 0,3 und sie committen sich höchstverbindlich mit „sure, sure“ oder „got it“ oder „will do, Sir“. Dann wackeln selbst die Bots hier mit dem Kopf und was man dann letztlich bekommt, bleibt „flexibel“.

Andere Länder, anderes Nicken … oder so.

Ich muss Schluß machen.
Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— 62) Wenn Bots bloggen (28) –  Workation

—> 65) Wenn Bots bloggen (30) – Offenlegung

—> Mehr von T.Bot gibt es hier 😉

500) 500 Gigabyte

Beitrag Nummer 500 dieser Kategorie widme ich mal wieder dem Internet und den schier unendlichen Möglichkeiten, wenn man genug Bandbreite und Datenvolumen hat. Bei letzterem wurde ich kürzlich reich beschenkt. Der Mobilfunkbetreiber meines Vertrauens, dem ich seit über 25 Jahren die Treue halte (eigentlich auch nur weil ich zu faul bin, das zu ändern) möchte sich gern mit einem Datenpaket bei mir bedanken. Dazu müsste ich nur eine SMS mit dem Text „Happy“ schicken und schon würde ich 500 GB bekommen.

Als Vollblut-Skeptiker witterte ich sofort Verrat und vermutete einen Phishing-Angriff mit darauffolgenden Erpressungsersuchen. Oder mindestens mal mit einer Zustimmung zu einer Vertragsänderung zu meinem Nachteil

Aber ich habe dann „Happy“ verschickt … es war einfach zu verlockend. Nun habe ich 500 GB Datenvolumen und bin quasi „Gigadär“ und ganz happy. Nur weiß ich gar nicht wohin damit, denn die laufen am 04.01.24 ab und ich bekomme die auch nur im Inland gestellt. 500 GB … alter Schwede. Das sind circa 150 Kino-Filme, also 13 Tage 24h-Dauerbeschallung. Selbst wenn ich dabei nur selten aufs Klo gehe und wenig schlafe, schaffe ich das gar nicht mehr bis zum 04.01.24. Und meine CO2 Bilanz erst. Das sind dann ca. 45 Kilo CO2 die ich in die Luft „gucke“.

Also, was tun damit?

  • Einen ganzen ICE damit mit per Hotspot versorgen? Wäre eine Idee, geht aber auch nur, wenn Funkempfang ist. Denkfehler. 
  • Kann ich das vielleicht spenden? Aber vermutlich ist das nicht übertragbar und mein Budget muss zweckkonform abgebaut werden.
  • Oder tauschen, umwandeln? In Geld, Kilowattstunden, Freizeit oder andere wertvolle Einheiten?

Meine Güte, wat für‘n Stress.

Schönen Sonntag

499) Der Bildungs-Wurm von PISA

Die Ergebnisse der letzten PISA-Studie sind veröffentlicht und was soll ich sagen, es ist ein Desaster. Muss ich hier nicht ausbreiten, könnt ihr selber nachlesen.

Und ganz schnell sucht man natürlich nach Ursachen, und vergisst dabei schon wieder mal die Lösungsansätze, die relativ einfach umzusetzen wären. 

Corona wird da als Ursache angeführt, ja natürlich und sicherlich sind auch die unerwarteten Zugänge aus Flüchtlingsfamilien nicht gerade förderlich gewesen.

Aber, und zwar großes ABER, man sollte jetzt mal bitte nicht dankbar sein, zwei Ausreden gefunden zu haben, für einen desolaten Basis-Bildungszustand, der auch ohne Flüchtlings-und Viruswelle vermutlich ähnlich bescheinigt worden wäre.

Woher ich die Weisheit nehme?

Ganz einfach, ich höre meinen Kindern zu und frage, was die so den ganzen Tag treiben.

  • Wenn ich höre, wie der Klassenlehrer stöhnt, um eine Klassenfahrt abzurechnen, Stunden und Tage über Papier hockt.
  • Wenn ich erinnere, wie ausführlich sich meine Kinder mit bescheuerten Süßwasserpolypen beschäftigen mussten.
  • Wenn ich sehe, wie mein Sohn gequält wird, Tonleitern, Akkorde und Klaviersequenzen auf Keyboards zu „spielen“.
  • Wenn ich mitkriege, wie meine Tochter im Sportunterricht 5 Minuten „Pranken“ soll, um eine 1 zu bekommen.
  • Wenn ich mitbekomme, wie tot-langweilige Tagesausflüge ins benachbarte Staaken unternommen werden, die Kinder sich dort langweilen, beim LIDL abhängen, erkälten und krank zurückkommen, statt diesen Tagesausflug wenigstens irgendwie sinnvoll zu verbringen, wenn er denn schon sein muss. Es gibt hier durchaus ein paar „ansehnliche“ KZ-Gedenkstätten in der Nähe, das würde immerhin etwas Bleibendes hinterlassen in den jungen Köpfen, statt nur Schnupfen und Ödness.
  • Wenn ich zähle, wie viel Unterricht ausfällt durch Projekttage, Jubiläen, Bundesjugendspiele bei 30 °C und sonstigen Happenings, wird mir nur schlecht.

Nicht falsch verstehen, ich will das alles gar nicht madig machen. Das kann man durchaus tun und den Kindern einen breiten Input geben. Nur wenn’s an den Basics wie Mathe und Deutsch hapert, halte ich das alles für mächtigen Luxus! Wenn es an Lehrern und und an Aufsichtsperson mangelt,  dann sind doch solche Dinge völlig verzichtbar. Die Kinder würden niemals Schaden erlangen, wenn sie davon fernbleiben dürften.

Schickt die Kinder doch nach Hause, gib denen ordentliche Hausaufgaben oder eine vernünftige Lern-Plattform, und dann haben die auch was zu tun und die Ergebnisse werden besser. Aber nervt die doch nicht mit solch einer Beschäftigungsgrütze!

Ihr merkt schon, ich schreibe mich in Rage, aber auch für Eltern ist es extrem nervig, Kinder zu solchem Blödsinn zu motivieren, wenn sie gleichzeitig kapieren müssen, wie man mit Buchstaben rechnet oder einen Aufsatz in Deutsch schreibt!

Deutschland, ein Land, der Dichter und Denker?
Oh, da bin ich mal ganz vorsichtig.

Ein Land der Richter und Bänker?
Schwierig, auch da wäre mindestens mal Mathe und Deutsch von Vorteil

Ein Land, der Lichter und Lenker?
Lenker,… Lenker… so viel zu lenken, gibt’s ja auch nicht mehr, Busse und LKW’s lenken bald von selbst und licht & hell ist der Durchschnitt ja eben auch nicht.

Tut mir leid, viel positiver wird es heute nicht.

PS1: Alle Schreibfehler in diesem Beitrag habe ich mir selber beigebracht 😉

PS2: nach Absenden des Beitrages: ach kiekt mal, so etwas in der Art könnte es doch sein: https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-da-geht-was-deutschland-bildung-schule-lernen-kinder-100.html spätestens bei Teil 3 kriege ich Pfützen in den Augen

498) Bloß gut, Chinesen und Inder waren es

Es war heute Morgen, da stand ich beim Zähneputzen und lauschte dem Radio. „Rekordniveau bei CO2 Ausstoß aus fossilen Energieträgern“. Na wunderbar. In der EU und den USA sinken die Emissionen (wie löblich), in China und in Indien steigen sie aber deutlich (och nööööööö … ihr Spielverderber). Und so unkommentiert endete der Satz und verhallte im Äther.

Wunderbar geeignet, um beim deutschen Klimawandel-Freizeit-Experten einige Zweifel aufzurufen. „Wir sollen hier mit der blöden Bahn fahren, die Heizung runter drehen, barfuß auf kalten Fliesen stehen, künftig Erbsen-Schnitzel essen und alles mit Windrädern vollpflastern? Das bringt ja alles gar nix, solange die Chinesen und Inder so viel Dreck machen.“ „Unser Anteil ist doch verschwindend gering … bla bla … wir lassen es am Besten gleich sein.“

Leider wies dieser kurze Radiobeitrag nicht einmal ansatzweise in die Richtung, dass man auch mal fragen könnte, wofür diese CO2-Emissionen der beiden Länder denn entstehen. Also wieviel blasen sie in die Luft, um ihr Volk satt zu kriegen, zu beheizen und zu mobilisieren, und wie viel CO2 entsteht „dort“, um „uns“ in Europa/USA mit Computern, Autos, Klamotten und anderem Technik-Gedöns zu versorgen (was üblicherweise mit gigantischen Hochsee-Frachtern basierend auf Schwer-Öl zu uns schippert), weil wir diese ganze Produktion outgesourced haben. Wir haben uns nicht nur der Menschenrechte entledigt, der Arbeitssicherheit, der fairen Bezahlung, sondern auch der schädlichen Abgase. Gute Idee.

Somit wird das alles in die CO2 Bilanz der Chinesen und Inder gebucht und wir sind fein raus … bis auf den doofen Borkenkäfer, der unseren schönen Harz wegfrisst und dieses widerspenstige Bächlein „Ahr“, das macht was es will. Wir kaufen uns ein E-Auto mit einer fetten, chinesischen Batterie und beruhigen damit unser Gewissen. Wir kaufen chinesische Solar-Panele, hängen sie an die Balkone und meinen wir tun etwas Gutes für die Umwelt. Der Großteil der Fläche unterm Bio-Fair-Vegan-Weihnachtsbaum wird mit Chinesischem Krimskrams dekoriert und wir wissen endlich warum es nicht vorwärts geht mit dem Klimaschutz.

Ach ja … wie schön und einfach.

Bin mal gespannt wie die letzte Radio-Nachricht eines Tages lauten wird:

„Trotz aller Anstrengungen der behandelnden Ärzte in USA und EU, müssen wir leider mitteilen, dass es nicht gelungen war, die Hauptverursacher für das Ende der  ….“

Pieeeep.

478) Screenschrott 5 – Nepper, Schlepper, Fehlerfänger

Das Wetter ist heut‘ nicht so pralle, also beschließe ich, mein Handy mal von ein paar Screenshots zu befreien und die der Allgemeinheit zu „schenken“. Hier habt‘ da …

Also ganz blöd, stelle ich mich mit Technik ja eigentlich nicht an, bildet sie doch das Fundament für den Erwerb meiner Brötchen. Die folgende Meldung hatte ich mehrfach gelesen und … nicht kapiert. Vielleicht sollte ich noch mal umschulen, die IT wird mir vielleicht langsam zu komplex.

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Bei UPS ist man super-transparent. Man teilt nicht nur mit, wann die Lieferung bereitgestellt wird, sondern auch wann der Liefertermin bereitgestellt wird. Ich wäre für eine zusätzliche App, die die Information bereitstellt, wann die App zur Sendungsverfolgung den Liefertermin bereitstellt, an dem dann meine Bestellung bereitgestellt wird, damit ich mich dann voll darauf einstellen kann und entsprechende Türöffner-Kapazitäten bereitstellen kann.

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Beim Verfolgen meines Paketes, bekam ich dann allerdings wirklich Verfolgungsängste. Ist die Deutsche Sprache wirklich so arm an Worten, dass ich mir vorkomme, wie beim Passieren eines Kontrollpunkts. Wie beim Geheimdienst?

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Der große Gemüseladen aus Palo Alto muss die Smartphones updaten lassen, weil die Smilies mit den „schiebenden Händen“ nur hellhäutig. Ach du meine Güte, dass geht ja nun gar nicht. Da war bestimmt teuer und derjenige, der den Tycoon verklagt hat, hat vielleicht ein ordentliches Sümmchen erstritten. Aber nun sind die Hauttonvariationen nicht mal in allen Regionen verfügbar. Das geht so nicht. Das ist diskriminierend!

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Die folgende Nachricht habt ihr bestimmt auch bekommen, oder? Ja, ist billig und schlecht gemacht, aber solche Aktionen macht man auch nicht nur weil einem langweilig ist. Jemand verdient sein Geld damit, offensichtlich. Und das lohnt sich nur, wenn genügend User den Anweisungen folgen. Das macht mir noch mehr Sorgen. Ich war kurz davor zu Antworten: „Mama, Nummer und WhatApp“ schreibt man immer noch groß, das Komma ist auch an der falschen Stelle. Und um 02:41 da schlaf‘ ich für gewöhnlich, mein Kind! Außerdem … ich bin dein Vater!

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Die nächste Nachricht, lädt zu zusätzlichem Brötchenerweb ein. 700 Scheine für Nebenbei-Klick-Work am Tag, klingt ja schon verlockend. Und es gibt „keine akademischen Qualifikationsbeschränkungen“, na da bin ich ja beruhigt. Jeder Honk kann das machen, sogar jeder Nobelpreis innehabende Astro-Physiker.

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So … ich klicke mich jetzt mal raus hier.
Klick

—> 478) Screenschrott 5 – Nepper, Schlepper, Fehlerfänger

469) Oh e-Visa, keiner stresst mich so wie dieser …

Ihr wisst ja, ich reg‘ mich nur zu gern über deutsche Verwaltungsprozesse und die digitale Wüste hier zu Lande auf. Aber es geht auch schlimmer. Ich habe mehrere Stunden zugebracht habe, um mich für die Einreise in einem anderen Land zu bewerben. Es ist nicht das erste Mal, aber immer wieder ein Erlebnis.

Hier ein paar Eindrücke:

  • Ein mehrseitiges Antragsformular im Design eines HTML-Grundkurses
  • Verschiedenste Schriftarten und Schriftgrößen, Farben
  • Unlogische Plausibilitätsprüfungen, mal so, mal so
  • Zu kurze Datenfelder für all die geforderten Angaben 
  • Telefonnummern mal mit Leer- und Sonderzeichen, mal ohne
  • Religion „Others“ oder „None“ wurde abgelehnt, ich werde also wieder mal als Christ unterwegs sein 
  • Ein Passfoto in guter Qualität ist gefordert, aber quadratisch bitte und kleiner als 1MB.
  • Eine Kopie des Passes wird auch erwartet, gut lesbar und nur in PDF, nicht größer als 300KB.
  • Und eine Visitenkarte. Habe ich gar nicht. Die letzte Visitenkarte besaß ich vor 20 Jahren.

Irgendwann habe ich den Prozess entnervt pausiert und später wieder aufgenommen, da waren einzelne bereits gespeicherte Eingaben wieder weg. Und wieder musste ich bestätigen, dass keiner meiner männlichen Vorfahren jemals in der Armee des Nachbarlandes gedient hat.

Eine vom System verursachte Datenkonstellation hatte mich auf Seite 3 in eine Sackgasse geführt. Ich konnte nicht Speichern, nur Abbrechen. Auch bei weiteren Versuchen bin ich wieder an dieser Schranke gescheitert. Ich habe sogar deren 24/7 Support angerufen, landete aber nur in einer Robo-Hotline, ohne einen Agenten sprechen zu können. Dann schickte ich eine e-Mail dorthin, packte ein Screenshot bei und bat um Hilfe. Die E-Mail wurde in der Nacht beantwortet. Ich solle doch bitte anrufen. 

Total verzweifelt, fuhr ich dann gestern den Rechner herunter und probiert es heute Mittag noch mal. Und siehe da, Das Problem trat nicht mehr auf. Ich konnte Seite 3 abschließen, absolvierte sogar Seite 4 und kam dann endlich in den Zahlungsprozess, wo vielfältige Zahlungsmöglichkeiten auf mich warteten … von denen aber nur ein Bruchteil …

Ich mach an dieser Stelle besser Schluss, sonst wird es noch ein Roman. Eine Melodie aus einem Werbe-Jingle für Frischkäse kam mir in den Kopf: 

„Oh e-Visa, keiner stresst mich so wie dieser.“

466) Deutschland-Pakt

Die Bahn werkelt am Deutschland-Takt und der Kanzler bietet der Opposition einen Deutschland-Pakt an. Beim Wort Pakt, denke ich automatisch an den Teufel … und dann komischerweise auch an Herrn Merz … nach dem ich lange an Herrn Höcke gedacht habe. Das war ein Akt der Verzweiflung, die Rede unseres Captain Scholz kürzlich, oder? Benennt er doch die Unzulänglichkeiten, die nun mal fakt sind. Vertrackt, verkackt, die nackte Wahrheit, vollgepackt mit Altlasten und Versäumnissen der letzten Regierungen. Da kann ich nur ganz laut applaudieren, denn hier hat sich so Einiges verhakt.

Aber das mache ich der Ampel gar nicht zum Vorwurf, noch nicht. Das wäre unfair, denn diese Entwicklungen hat diese Koalition sicher nicht zu verantworten.

Allein, wenn ich mich nur mal bei uns in der Nähe umschaue:

  • Des Stammhalters Schule bröselt weiter vor sich hin. Hier der Beitrag > Trümmer-Schule GESP vom 22.09.22. Was es dort Neues gibt? Nüscht. Die Baugenehmigungen für den Umbau des Ausweichobjekts (10km, 45min) sind noch nicht mal erteilt. Stattdessen schützt ein Holzdach den Eingangsbereich von herausfallenden Fenstern. Kinder gehen nicht mehr aufs Klo und vom Genuss von Leitungswasser wir eher abgeraten. Es gibt aber einen Wasserspender in der Mensa … für 800 Schüler. Prost. Siehe Beitrag > Von Brennglas und Beschleunigung vom 05.03.22
  • Der Lehrer klagt, dass er immer noch auf die Rückerstattung der Kosten für die Klassenfahrt im Mai wartet. Das Schlimme sei wohl gar nicht auf das Geld zu warten, sagt er, sondern die Unzahl an Zetteln und Anträgen die er einreichen musste. Es war wohl eine Arbeit von mindestens 6 Stunden. Belege, Begründungen, Anträge, Aufstellungen. Unglaublich. Ein Unterrichtstag futsch. Oder der Abend des Lehrers.
  • Ein Jugendsportlerheim stand über 20 Jahre lang leer. Seit Dezember 2020 wird der 11-Geschosser in ein „Technisches Finanzamt“ umgebaut. Gerüst und Krane sind weg, eingezogen ist noch keiner. Und glaubt ihr, dass passiert dieses Jahr noch? Ich werde berichten.
  • Ein Sportplatz (ich betone … ein Platz … ohne Untergeschoss) wurde von Herbst 2018 bis ins Jahr 2020 neu gestaltet. Über ein Jahr Renovierung für einen Sportplatz! Und danach wurde er gleich wieder gesperrt. Denn dann kam ja Covid siehe Beitrag > Berlin baut Premium vom 22.12.19
  • Eine Grundschule  (DDR-Standardbau) wurde über zwei Jahre lang umgebaut. siehe Beitrag > Berliner Landschaften. Nun wird schon wieder seit Jahresbeginn „irgendetwas“ mit entsprechendem Tiefbau gebaut. Keine Ahnung was und warum schon wieder?
  • Eine Sporthalle (auch DDR-Standardbau … Grundriss ist wohlbekannt) wird geplant saniert von 4. Quartal 2020 bis 4. Quartal 2022. Mittlerweile haben wir bald 4. Quartal 2023. siehe Titelbild. Drei Jahre für eine Sporthalle im Schuhkarton-Format??
  • In der Wohnanlage gegenüber werden seit Februar 2021 die Dachböden ausgebaut. Wollt ihr raten, in wie vielen Fenstern schon Lichter brennen? Genau. 0. Richtig geraten.

Wenn ich dann überlege, dass die eingestürzte Genua-Brücke bereits 2 Jahre nach Einsturz schon wieder stand … .

Ich hoffe, dass die aktuelle Regierung hier dringend Änderungen herbeiführen kann, sonst mache ich mir ernsthafte Sorgen in welche Richtung sich der Frust der Bürger entlädt.

462) Erfrischende Videokonferenzen – Vol 4

Erst vor Kurzem wurde in MS Teams das Feature der „Avatare“ ausgerollt. Ein Albtraum für die Brötchengeber, die das nicht deaktiviert haben, spielen doch die Mitarbeiter nur noch an sich … hüstel … an ihren künstlichen Ebenbildern herum. Ich habe noch nicht ganz verstanden, ob die User sich eher so gestalten, wie sie wirklich aussehen, oder wie sie aussehen wollen. Das muss ich noch tiefer untersuchen. Auf jeden Fall kriegt Silicon Valley viele interessante Daten über das Befinden oder Streben der User. Körpergröße, Nasenbreite, Oberweite, Augenabstand. Mit zig Einstellungen kann man seinen digitales Spiegelbild „designen“. Ja und diese digitalen Weiblein, Männlein oder Diverslein schickt man dann statt seiner selbst ins Meeting und lässt die Kamera getrost ausgeschaltet. Endlich!

Klo, Küche, Kühlschrank, Keller, Dachboden, alles wird endlich wieder erreichbar, wenn man denn nur eine gute Funkverbindung für den Ton hat. 

Und weil der „digital twin“ noch nicht mit den Emotionen des Originals verbunden ist, kann man mit ein paar Mausklicks diverse Emotions-Buttons drücken und schon bewegt sich der Avatar mit coolen Moves. Auch Diversity, Integration, Toleranz und Inklusion sind schon bedient, man kann sich asiatische Augen verpassen, in eine schicke Burka hüllen (allerdings nur mit Sichtfeld), einen roten Punkt auf die Stirn kleben oder als vermeintlich Südamerikaner eine Beinprothese anschnallen. An jeden ist gedacht.

Das ist technisch schon gut gemacht und gibt es einen kleinen Eindruck davon, was da alles noch so kommen mag. 

Ein paar Ideen:

  • Es mangelt mal mindestens an sportlichen Gadgets wie z.B. Ski-Stöcken, Tennis-Schlägern und Golf-Bags. Das Trikot des Lieblingsvereins mit eigenem Namen gibt‘s bestimmt bald gegen kleines Entgelt. Lizenzrecht … ist kompliziert. 
  • Und was zum Angeben braucht man auch noch. Krokodil auf der Brust, teure Uhren, schicke Handtaschen oder Brilli-Ketten. Eine Motorsport-Kappe oder ein arschteuerer Kugelschreiber in der Hand wäre auch angebracht.
  • Tattoos, Brustwarzen-Piercings, Tackernadeln oder Tunnel-Ohren habe ich auch noch nicht gefunden, hier bitte dringend nachbessern, sonst kommt das in Berlin nicht zum Fliegen. Apropos Berlin. Für den hiesigen Markt bitte noch 2nd Hand Klamotten, Bierflasche, Latte Macchiato und Joint nachreichen, das Konzept geht hier sonst gleich den Bach runter.
  • Auch andere Regionen des Planeten sind nicht ausreichend repräsentiert. Für Norweger fehlen Schals, den Kanadiern mangelt es an Feuer-Decken, den Holländern an Fahrrädern und den Bangladeshis an Schwimmflügeln.
  • Ein paar Sticker, mit dem man sich politisch positionieren kann, die fehlen auch noch. „Nazis raus“, „Atomkraft nein Danke“ oder „Hambi bleibt“. 
  • Ich habe weiter überlegt, was eigentlich noch fehlt, um es total „echt“ zu machen. Ich glaube, ich hab’s gefunden: es sind kleine Botox-Portionen zum Klicken, die fehlen noch. Dann wird es realistischer 😉
  • Ein Emotions-Keyboard mit dem man permanent seine Stimmungslage buzzern kann, ohne mit der Maus herumfummeln zu müssen. Man muss nur aufpassen, dass man nicht gerade mit dem Finger an die Stirn tippt, wenn der Chef spricht, oder mit den Augen rollt, wenn die Praktikantin einen Vorschlag macht. Oder war es andersherum … Wurscht … nebensächlich.   
  • Ganz wichtig und völlig zu kurz gekommen, sind zwischenmenschliche Berührungen. So etwas ganz Alltägliches wie „Klapps-aufn-Arsch“ oder „Kopf-umklammern-ranziehen-und-auf-die-Gusche-küssen“.

Kommt bestimmt bald …
wir freuen uns.

Frühere Beiträge der Reihe: