145) Postkarte aus Lettland (Latgale, Vidzeme)

Und schon wieder steht ein Grenzübertritt an, aber vorher soll es noch eine kurze Postkarte aus Lettland, und zwar den Regionen Latgale und Vidzeme sein.

Und los geht‘s

Latgale so nennt sich die Region im Osten, hat eine eigene Sprache und grenzt an Weißrussland und Russland. Also bei Kreisverkehren immer schön aufpassen, wohin man abbiegt.

Latgalle hat alles zu bieten für Leute, die mal ein bisschen Ruhe haben wollen. Entweder liegt es am Reiseziel oder noch am Reise-Monat Juni, aber an vielen Orten bin ich total allein. Und das war wirklich herrlich. Und Latgale ist etwas für Menschen, die gerne Autofahren und auf dramatische Himmel stehen.

Die Region Vidzeme, mit der Stadt Cēsis hatten es mir sehr angetan. Hier ein Rundgang durch Cēsis mit Bauten aus allen möglichen Epochen und auch mit entsprechender Geschichte dazu. Sehr nett hier.

Für den Gauja-Nationalpark um die Ecke sollte man zwei Tage einplanen. Lohnt sich wirklich.

Am Tag 1 noch etwas schattig und auch mal regnerisch.

Am Tag 2 dann mit bombastischen Wetter und typischem „Nord-Ost-Europa“-Licht. Gibt es das? Oh, das gibt es.

Aber kurz hinter Cēsis, stoppte ich noch an den Sietiniezis Felsen. Früh am Morgen und wieder war ich ganz allein. Wunderbar.

Und weiter ging es, mit ein paar Stopps, durch Vidzeme in Richtung Estland.

Durchfahrt durch Seda, eine sowjetische Planstadt aus 1954. Es sieht so aus, als wären sie gestern erst abgereist. Das zieht mich runter, ich steige nicht aus und fahre gleich weiter.

Bye Bye Lettland, hast mir echt gefallen, aber ich komme ja bald, habe noch Pfandbons in der Tasche 😉

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

Auszeit – 1

Auszeit – 2

Auszeit – 3

Auszeit – 4

81) Abwärts – Vol 5

Der Tageskilometerzähler hatte die 1000 schon vor Stunden überschritten. Die kleine Kompassnadel im Navigationssystem zeigte unbeirrbar nach Osten. Genauso wie die Landstraße, die Noah durch endlose Wälder führte.

Er hatte keine Eile. Die Bäume zogen vorbei wie ein Film, den niemand mehr schnitt. Beim letzten Kreisverkehr hatte er die Wahl zwischen zwei Landesgrenzen gehabt.

“Wähle weise”, hatte er vor sich hin gemurmelt.

Und er wählte. Weise.

An diesem Nachmittag schien Noah der einzige Mensch zu sein, der diese Richtung eingeschlagen hatte. Kilometerlang fuhr niemand vor ihm. Niemand hinter ihm. Die Straße verlief schnurgerade.

Am Horizont tauchten auf einmal Scheinwerfer auf. Hier draußen war das normal. Man fuhr auch am Tag mit Licht. Es war sogar Pflicht.

Je näher die Lichter kamen, desto mehr Fahrzeuge schienen daraus zu werden. Zehn vielleicht. Fünfzehn. Zwanzig. Sie fuhren dicht hintereinander, Stoßstange an Stoßstange, wie eine Kolonne. Schnell. Sehr schnell.

Noah richtete sich etwas auf. Wo wollen die alle hin? 

Die ersten Wagen rauschten an ihm vorbei.

………………………….……………………………………………………….……..

Fast gleichzeitig wanderten die Köpfe hinter den Windschutzscheiben zu ihm herüber.

Nicht lange. Nur einen Augenblick.

Aber lange genug, dass Noah bemerkte, dass sie ihn ansahen. Alle.

Die letzten Fahrzeuge verschwanden im Rückspiegel. Dann war die Straße wieder leer.

Noah schüttelte leicht den Kopf und lächelte. Vielleicht hatte er sich das nur eingebildet. Menschen sahen nun einmal zu anderen Menschen hinüber. Besonders auf einsamen Straßen.

Er fuhr weiter. Einige Minuten später erschien ein Lichtpunkt im Rückspiegel. Dann noch einer. Verkehr in seiner Richtung, das beruhigte ihn.

Die Lichter wurden größer und kamen schneller näher, als Noah erwartet hatte. Sie standen ungewöhnlich hoch über der Fahrbahn. Der erste Umriss schälte sich aus dem Abendlicht. Ein Lastwagen. Dunkelgrün. Dahinter ein zweiter, ein dritter und weitere. Keine Spedition, dachte Noah.

Für einen Moment fuhren die Fahrzeuge direkt hinter ihm her. Dann setzte der erste den Blinker und zog nach links. Langsam schob sich die gewaltige Front an seinem Camper vorbei. Dahinter folgte der nächste. Und der nächste.

Bald hatten sie ihn alle überholt und verschwanden vor ihm auf der Straße nach Osten. Noah wartete, bis auch der letzte Lastwagen hinter der nächsten Kuppe verschwunden war. Dann stellte er den Tempomat wieder ein.

Endlich Ruhe.

 

Anmerkung:

Bevor sich jemand daheim Sorgen macht … mir gehts blendend. Und warum dann dieser Text? Nun ja. Es gibt auf meiner Tour endlose Straßen durch Wälder und auch Kreisverkehr-Ausfahren die nach z.B. nach Kaliningrad / Russland, oder auch Minsk / Belarus führen. So viel ist fakt. Bis zur gestrichelten Linie ist alles genauso geschehen, mir kam auf einmal eine Kolonne von Autos entgegen, die ich mir nicht erklären konnte. Hinter der nächsten Kurve wurde die Ursache sichtbar. Eine Baustellenampel fertigte stoßweise ab. Der zweite Teil ist dann eher Ausgeburt meiner Phantasie und ist im Anblick von Militär-Fahrzeugen in Polen und im Gespräch mit ChatGPT entstanden

Co-Creation Project:

Idee, Voice Prompting, Redaktion: T. Head

Schreibarbeit: ChatGPT

773) Auszeit – 4

Der Tag meiner Abreise rückt stetig näher. Und dann geht’s für gute fünf Wochen durch Nordpolen, das Baltikum, bis hoch nach Helsinki und dann die ganze Nummer wieder, aber auf anderem Wege, zurück.

In Auszeit – 3 habe ich ja schon ein wenig über die Vorbereitungen geschrieben und irgendwie fällt mir immer noch was ein, was noch zu regeln ist.

Mobilität und Material:

Mit dem Auto ist alles klar, vorgezogene Durchsicht ist erledigt, Gepäckstücke und Material sind identifiziert. Wenn noch nicht gepackt, stehen sie aber auf einer Liste. Ich liebe diese Liste, sie ist über die Jahre des Reisens entstanden und da kann ich nichts vergessen. Es ist natürlich eine digitale Liste, was sonst. Die kann ich dann sukzessive abarbeiten bis zum letzten Punkt „Müll wegbringen“ und „Tür abschließen“.

„Losfahren“ steht nicht drauf, aber ich glaube, das kriege ich auch ohne Listen-Eintrag hin.

Papiere und Daten:

Nun muss ich mich noch etwas um Papiere und Daten kümmern. Vollmachten zum Beispiel, Backups, Passwörter zum mitnehmen, und die gemeine Frage, was denn eigentlich passiert, sollte ich mein Telefon mal verlieren. Das Ding ist mittlerweile das Schweizer Taschenmesser der Neuzeit, ohne das geht gar nix mehr. Man denke nur an Banking, Zwei-Faktor-Authentifizierung, PIN‘s und TAN‘s, Notizen, Listen, und so weiter und sofort. Manches kann ich auch übers Tablett erledigen, aber eben nicht alles. Also hab ich ein bisschen was in die Wolke hochgeladen, an die ich notfalls auch ohne Handy rankomme.

Tracking und Sicherheit:

Da ich ja nun größtenteils allein unterwegs bin, überlege ich auch, wie ich den lieben daheim regelmäßig versichern kann, dass ich nicht an einem baltischen Baum klebe. Aber da gibt’s im Handy mittlerweile ja schon schöne Spielzeuge und ich hab auch ne App gefunden, die meinen Fahrtweg aufzeichnet und in die ich dann immer mal ein paar Fotos hochladen kann. Dann wissen alle, dass ich noch existiere und ich werde nicht alle halbe Stunde angeschrieben, ob dann alles „ok“ sei.

Vertretung und Übergabe:

Seit Wochen arbeite ich jüngere Kollegen ein, damit die Aufgaben übernehmen, im besten Fall für immer, denn gewisse Dinge will ich nach Rückkehr nicht zurückhaben. Ist alles ein bisschen mühsam aber es geht voran. Es gibt mittlerweile Tage, da finde ich sogar freie Slots in meinem Kalender. Ein Zustand, den es lange nicht gab. Interessant finde ich aber schon, dass man beim Brötchengeber erst mit längerer Abwesenheit drohen muss, damit Human-Ressourcen rangeschafft werden, an die ich mich nun „übergeben“ kann.

Und da ich mich nun immer mehr „übergebe“, deutete mein Chef-Chef bereits an, dass nach Rückkehr möglicherweise ein neues großes Aufgabenfeld auf mich wartet. Na wunderbar. Vielleicht sollte ich schon gleich mal über die nächste Auszeit in 2027 nachdenken.

 

<— 749) Auszeit – 3

PS: Titelbild via KI

753) Auszeit – 3

Wie schon in > Einfach weiter nach Norden erträumt und in >Auszeit – 2  angekündigt, habe ich für den Juni einen längeren Roadtrip vor der Tacho-Nadel. Es wird nach Nord-Osten gehen. Für knappe fünf Wochen. Da ist noch einiges vorzubereiten und ich dachte, ich lasse euch etwas daran teilhaben.

Mobilität

Zunächst stand die Frage des richtigen Gefährts auf dem Zettel. Ursprünglich war die Idee, den Trip zu zweit mit einem Camper zu machen, aber da ich nun größtenteils alleine fahre, ist mir das viel zu viel Technik. Dann dachte ich an einen Mietwagen, nur entweder sind sie in der Kilometerzahl begrenzt oder die Anbieter erlauben keine Fahrten nach Ost-Europo. So fiel dann die Wahl auf die eigene Kutsche. Die ist mir bestens bekannt, ich sitze gut und die Karre ist sehr unauffällig. 

Panne

Eigentlich habe ich vor, die Autobahnen zu meiden und die Strecke über Landstraßen zu fahren. Da kann es dann vielleicht auch mal etwas einsamer sein und nach der >Reifenpanne in Malaysia letzten Jahres, stellte sich mir also die Frage, was ich denn dann tue, wenn mir das irgendwo zwischen Memel und Daugava passiert. Der Blick in den doppelten Boden des Kofferraums brachte nur eine Schaum-Kartusche mit Kompressor zum Vorschein. Das ist vielleicht platzsparend und wiegt wenig, hilft aber überhaupt nicht, wenn es den Reifen zerfetzt hat. Also hab ich mir ein Notrad besorgt. Da kriege ich ohne viel Schnick-Schnack schnell montiert und komme damit zur nächsten Werkststatt.

Unterkunft

Die Unterkünfte habe ich bereits alle gebucht. Das hat dann zwar mit Abenteuer nicht so viel zu tun, aber ich erspare mir lästiges Suchen und kann entspannter fahren, wenn ich weiß, dass ich für die kommende Nacht ein Bett sicher hab. Es ist netter Mix aus Hotels und Ferienwohnungen geworden.

Material

Ich liebe Material, besonders wenn es auch um zum Einsatz kommt. Aber ich hasse es, mir das Auto mit Klimbim vollzumüllen und ich will auch nicht zig mal hin und herlaufen, wenn ich ein Zimmer beziehe. Also überlege ich, was ich wirklich brauche und wie ich das in wenigen Gepäckstücken unterkriege. Im besten Fall sind die Dinge multi-funktional einsetzbar.

Strecke

Die Strecke ist ja im Wesentlichen über der Unterkünfte vorgegeben, aber ich suche mir einige Stops und Abstecher entlang der dorthin Strecke und erlaube mir großzügige Umwege. Reiseführer, Online-Karten-Dienst und KI sind da sehr hilfreich. Ein Haufen Natur steht da wohl in der Gegend herum und auch Geschichte hat viele Spuren hinterlassen.

 

<— 749) Auszeit – 2

PS: Titelbild via KI, interessanterweise habe ich wirklich gerade ein Jeans-Hemd an. Kann KI durch die Board-Kamera schauen oder tragen statistisch gesehen alle End-Vierziger Jeanshemden? 

Andere Beiträge:

749) Auszeit – 2

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. So sagt das Sprichwort, wohl war. Aber zunächst hat er etwas vorzubereiten.

Also wie schon in >Auszeit – 1 angekündigt mach‘ ich mich im Frühsommer für eine längere Tour vom märkischen Acker. Nicht in Richtung Sonne und Palmen, nicht zu Paella, Bacalhau oder Käste mit Rotwein … nein es geht nach Nord-Osten. Eine Ecke, die ich mir unbedingt mal anschauen will. Eine Gegend voller schöner Natur und auch Geschichte. Teils deutscher Geschichte.

Ganz so frei und flexibel wie in >Abseits – Vol 3 erträumt wird es wohl nicht werden, ich habe knappe fünf Wochen Zeit für den Trip, bisschen Struktur muss ich dem also schon geben. Also habe ich mir eine Tour zusammengesteckt über 21 Etappen, die direkte Strecke ohne Ausflüge und Abstecher würden ca. 4.600 km sein. Zunächst geht es an die Polnische Ostseeküste, dann nach Masuren, dann ins Baltikum, bis nach Helsinki … und auf eine anderen Route wieder zurück. Die genaue Strecke halte ich mal hier zurück, ich bleibe gern unangekündigt. Sicher werde ich immer schön der Nachrichtenlage folgen, vorzugsweise rückwärts und fluchtbereit parken.

Fahre ich ganz allein?
Das war zunächst die Idee, aber nun werde ich auf zwei kürzeren Teilstrecken von je einem Cowboy aus der Heimat begleitet, und darauf freue ich mich jetzt schon. Zeit für Entdeckungen und Gespräche.

Ist das nicht ein bisschen weit?
Nein, ich denke nicht. Die Etappen sind so gewählt, dass ich im Schnitt so ca. 200 km täglich fahre, plus natürlich die Ziele links und rechts der Strecke.

Oder wird es langweilig vielleicht?
Oh nein, ich habe Literatur bei mir, der Blog braucht seine Aufmerksamkeit und die Fahrerei am nächsten Tag muss auch etwas durchdacht werden. Und selbst wenn mal eine Pause eintritt, dann soll es so sein. Deshalb mache ich den Zirkus ja auch.

Und warum nun gerade dorthin?
Na weil ich in Süd-Europa nun wirklich schon einiges gesehen habe und mir der (wirklich) „nahe“ Osten da echt noch fehlt. Mich zieht‘s irgendwie dort hin, ich habe vieles über das besondere Licht dort gehört und die Menschen scheinen sehr gastfreundlich zu sein.

Grund genug.

Mögen die Vorbereitungen beginnen

<— 745) Auszeit – 1

—> 753) Auszeit – 3

 

PS: Titelbild via ChatGPT

745) Auszeit – 1

In der IT-Welt gibt es sogenannte Denial of Service-Attacken, auch DoS-Attacken. Die IT-Systeme einer Firma, Behörde oder öffentlichen Infrastruktur werden solange mit Last und Aufgaben zugeschüttet, bis die Server ächzend aufgeben und den Dienst verweigern (Denial of Service). Nicht, dass ich das gut finde, ist aber so und wird noch häufiger passieren.

Aber nicht nur IT Systeme können in die Knie gehen, sondern auch Menschen,  ach nee. Das wird gern vergessen. Und bevor mir das wieder passiert, hatte ich mir kurz vor Silvester eine Liste von Maßnahmen diktiert, wie ich das in 2026 verhindern will. Weniger arbeiten, mehr abgeben … bla bla … das übliche und schon oft aufgeschrieben.

Diesmal kommt aber noch eine Maßnahme hinzu, die mir >schon lange im Kopf herumfliegt. 

Aber es gab immer Gründe, das aufzuschieben. Familie in erster Linie, all die Pflichten drumherum, aber ehrlicherweise auch eine gewisse Sorge, wie das denn so in der Firma ankäme, wenn ich als „Endvierziger mit gutem Job und Einfluss“ folgendes bei meinem Brötchengeber anspreche.

„Ich möchte eine off-time. Acht Wochen mindestens.“

So war es gesagt und wir haben einen Weg gefunden. Allein „das“ ausgesprochen und erreicht zu haben, macht mich irgendwie stolz. Gleichzeitig ist eigentlichen total bekloppt, denn es gibt entsprechende Flexi-Zeit-Modelle, die allen Mitarbeitern zustehen, egal ob Männlein oder Weiblein, egal ob in der Sachbearbeitung oder im Management. Dazu kam noch diese völlig >bescheuerte „Lifestyle-Teilzeit-Debatte“, angeschoben durch das  konservative Lager der deutschen Politik.

Aber nee Leute, nicht mit mir. Ich arbeite seit über 32 Jahren durchgängig, ich hatte eine kurze Wickelpause für den Stammhalter, da wars aber. Grob überschlagen sind das ca. 7.000 Arbeitstage, plus Überstunden. Ich würde sagen … es wird mal Zeit.

Also um’s kurz zu machen. Im Juni starte ich einen fünfwöchigen Roadtrip durch Nord-Polen, Baltikum bis nach Helsinki. Die „Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen“ übernimmt zeitweise die Ressorts „Finanzen, Infrastruktur, Sicherheit und Mobilität“. Großen Dank an dieser Stelle.

Abgerundet wird das Ganze mit drei Wochen Irland, mit Kind, Kegel und Rechtslenker-Auto.

So, nun ist es gesagt.

Also plane ich die Reise, mache Besorgungen etc … dazu später mal mehr.

—> 749) Auszeit – 2

 

PS: Titelbild via ChatGPT

743) Back to Reality

„Herzlich Willkommen in Berlin, wir sind soeben mit einer Verspätung von einer Stunde und 50 Minuten gelandet. Wir bedauern die Verspätung … zunächst Engpässe beim Enteisen in Berlin … dann Slot zugewiesen … Personalmangel bei der Flugsicherung in Frankreich … Sturm über Spanien und Portugal … nun ja … aber nun stellen Sie sich mal vor, sie wären mit der Deutschen Bahn gereist. Kommen Sie gut heim und viel Spaß beim Wäschewaschen“. So ungefähr verabschiedete sich der Chef der Kabinen-Crew gestern Abend um 23:08 Uhr. Zeit für eine erste Vitamin-D Pille.

Bis der Bus dann zum Flieger kam, die Koffer aus dem Keller auf‘s Band gespuckt  wurden, war es 23:46 Uhr, nun wenigstens noch die Bummel-S-Bahn kriegen mit 22 Minuten bis nach Schöneweide … „the place where you want to change trains in the middle of the night“ und dann noch mal 25 Minuten bis zum S-Bahnhof in der Hood.

Vom Eise befreit sind Spree und Fläche … na immerhin … auf die Schnauze sollten wir vergangene Nacht wohl nicht mehr fliegen, dafür sorgten viele Tonnen von Streusplit, der sich in den Schuh-Sohlen und Koffer-Rollen verfing. Gegen 01:00 waren wir im Headquarter. Nun bloß nicht mit den Schuhen übers Parket aus Tropenholz … 😉

Der Sonntagmorgen zeigt sich freundlich, die Sonne scheint sogar. Und was gibt‘s sonst so? Die Storkower Straße ist seit 6 oder 7 Wochen immer noch gesperrt. Wasserrohrbruch … oder so. Das Dachgeschoss gegenüber wird immer noch ausgebaut, (die Baumaßnahmen begannen übrigens vor Covid). Das Bettgestell vor dem Nachbarhaus wurde entfernt, nun steht ein Stuhl dort und eine hässliche Lampe. Bevor ich zur nächsten Vitamin-D Pille greife, gehe ich erst mal Joggen und arbeite gedanklich an nächsten Reisen und Ausflügen. Zu Ostern vielleicht was und Mitte Mai an die See? Und dann natürlich der große Roadtrip im Juni … aber da werde ich ein anderes Mal drüber schreiben.

Find schon was.

PS: Titelbild, via ChatGPT

742) Madeira…er

Meine verbleibenden Tage hier auf Madeira kann ich schon an zwei Fingern abzählen. Ja, ich ahne schon, das Mitleid aus Deutschland wird sich in Grenzen halten (oaaaahh … das tut uns aber Leid … heul … jammer).

Also genieße ich das mal noch ein wenig, bevor es zurück in die hippe Hauptstadt geht, die eigentlich seit Neujahr entweder mit Böllern, Schnee, Eis, Split oder Hundescheiße bedeckt ist. Oder alles im Wechsel, Schicht für Schicht, festgetrampelt, so dass sich Geologen irgendwann dran erfreuen können.

Ich habe schon überlegt, für den Rückflug auf die Lufthansa umzusteigen,
denn die streikt wohl gerade,
und dann könnten sie meinen Flug absagen,
und ich müsste hier bleiben.

Denn Madeira ist um einiges kleiner, schöner, grüner, sauberer, aufgeräumter, trockener, bergiger, blumiger, sonniger.

Die Menschen sind freundlicher, entspannter, umgänglicher, einladender, ruhiger … ihre Base is‘ viel gechillter … sagt man das so?

Der Verkehr ist friedlicher, die Supermärkte offener, die Luft besser, die Nachmittage heller, die Luft wärmer … also im Prinzip ist hier alles … irgendwie …

madeira …

madeira…er

am madeira…igsten …

oder so

 

„Im Durchschnitt hast du in den letzten vier Wochen viel häufiger die Treppe genommen“, sagt die schlaue Schritte-App

Sonst 5 Stockwerke im Schnitt, die letzten vier Wochen 37.

Wow. Bergmensch.

75) Abseits – Vol 3

Noah aktiviert die automatische Antwort, die von nun an jedem Absender geschickt werden würde, der ihm in den nächsten Wochen eine E-Mail schreibt. Er fährt den Laptop herunter und klappt den Deckel zu. Ein wenig brummt das Gerät noch nach, dann aber verstummt der Lüfter im Inneren und es ist endlich Ruhe. Das Headset hängt er an einen improvisierten Nagel in der Gipswand. In diesem Moment denkt er an ein Sprichwort.

Er atmet einmal laut ein und aus, greift die Henkel der kleinen Reisetasche, in der er am Tag zuvor ein paar Dinge zusammengepackt hatte.

Wechselsachen, Reisepass, Kreditkarten, Notizbuch, ein paar Kabel … alles Andere würde sich unterwegs ergeben.

Er lässt die Tür hinter sich ins Schloss fallen, ruft den Aufzug, betritt die leere Kabine und stellt sich vor den zerkratzten Spiegel. Der Aufzug setzt sich in Bewegung und Noah schaut sich in die Augen. „Soll ich das wirklich machen?“ fragt er flüsternd. Das Gesicht im Spiegel scheint zu nicken.

Unten auf der Straße wartet ein älterer VW-Bus, den er sich für die nächsten Wochen geliehen hat. Er ist vollgetankt und ein dicker Europa-Atlas liegt auf dem Beifahrersitz. Hinten gibt es eine höher gelegte Pritsche, darunter Stauraum für Vorräte, Getränke und Material. Kein Luxus, aber genauso, wie er es sich immer vorgestellt hat. Mehr braucht er nicht.

Er nimmt hinter dem Lenkrad Platz, steckt den Zündschlüssel und bittet den Anlasser, das zu tun, wofür er geschaffen wurde. Nach etwas Meckern springt der Bus an und scheint auf weitere Anweisungen zu warten. Auf das Betätigen von Hebeln und Pedalen oder das Drehen am schwergängigen Steuer. Aber Noah zögert, denn eine Frage ist noch unbeantwortet, seit dem Moment, als er sich diese Fahrt in den Kopf gesetzt hatte.

„Wohin eigentlich?“

Egal.

Er verlässt die Parklücke, folgt der Ausfallstraße hinaus aus der Stadt und dem Schild „Alle Richtungen“. Dann fährt er auf einen vierstrahligen Kreisverkehr zu, orange Blinklichter lassen eine Baustelle vermuten. Der Kreisverkehr ist aber befahrbar, nur haben sie alle Richtungsanzeiger entfernt. Noah fährt in den Kreis ein, dreht ein paar Runden und verliert schnell die Orientierung. Ein klappriger Kompass auf dem Armaturenbrett dreht sich eifrig und kommt kaum hinterher. „Hier?“ „Oder besser hier?“ murmelt Noah vor sich hin.

Egal.

Noah umklammert das Lenkrad, schließt die Augen, zählt langsam von 10 auf 0 herunter, öffnet die Augen wieder und nimmt die nächste Ausfahrt.

Kurz darauf empfängt er eine Nachricht von Nuomi.

Yumi: Wo bist du?
Noah: Auf der Straße.
Yumi: Und wohin geht‘s?
Noah: Mal sehen.

<— Abseits – Vol 2

PS: Titelbild via ChatGPT

686) Wenn einer eine Reise plant

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erleben“ ist ein bekanntes deutsches Sprichwort. Und auch wenn ich gerade auf Reisen bin und das „hier und jetzt“ auch wirklich genieße, nutze ich die freie Zeit auf Reisen für die Planung … der nächsten Reisen. Der Vorteil an größeren Kindern ist, dass sie morgens länger schlafen, so kann ich mich genüsslich mit einem Kaffee vor‘s Tablet setzen und mit dem Finger über den virtuellen Globus hüpfen.

Also wo soll‘s demnächst hingehen, was steht schon fest, was ist noch etwas unsortiert? 

Hier aber zunächst erst einmal die erste Strophe, leicht angepasst:

„Wenn einer eine Reise tut,
So kann er was erzählen;
Drum nähm‘ er sich den Kartendienst
Und tät die nächste Reise wählen.“

Also …

  • Im Oktober den „best buddy“ treffen, Wandern und die Probleme der Welt diskutieren.
  • Im November an die Ostsee auf ein Konzert der deutschen Digital-Musik-Pioniere, im Anschluss Frischluft-Kur bei Warnemünde.
  • Im Dezember mal nüscht … bzw noch unbekannt.
  • Im Januar / Februar Fortsetzung von >Insel-Office.
  • Im Frühling vielleicht ins Baltikum … noch wage.
  • Im Sommer Irland oder Schottland … mal sehen.

So, Schluss jetzt, ich muss weiter nach Westen, ans Wasser … 😉