151) Corona-Lektionen 54

Bevor ich morgen in meine 36. Voll-Homeoffice-Woche starte, hier noch ein paar Gedanken zum Sonntag.

Fernweh
Am Samstag war ich im Buchladen denn ich verspürte Lust auf einen bunten Bildband mit Reiseeindrücken aus warmen Gefilden. Thailand, Vietnam, Indien … irgendwas aus der Ecke. Nach 10 Minuten fühlte ich mich aber wie Truman Burbank unter der Glaskuppel. Dort wo ihm ständig suggeriert wurde, dass es doch in Seahaven auch schön sei und es keinen Grund gäbe, diesen beschaulichen Ort zu verlassen. So schrien mich die Buchrücken da förmlich an:

„Hiergeblieben“
„Entdecke Deutschland“
„Unterwegs in Deutschland“
„Wo Deutschland am schönsten ist“
„Wandern mit Kindern rund um Berlin“

… und so weiter

Reagiert der Handel hier auf eine Nachfrage oder haben die vielleicht die Ansage bekommen, solche Bücher in die erste Reihe zu stellen? Oder bin ich etwas hypersensibel? Nach etwas Mühe konnte ich dann noch „Schweden“ und „Norwegen“ entdecken, aber dass war auch nicht gerade passend gegen den November-Blues.

Weihnachten
Bereits in der Corona-Lektion 43 von Anfang September, hatte ich spekuliert, wie Weihnachten und Jahreswechsel diesmal wohl ablaufen. Beim nochmaligen Lesen muss ich feststellen, dass ich da vermutlich gar nicht so falsch lag. Bei einer Sache allerdings schon. Ich habe mich gefragt, ob Weihnachtsmänner die Maske wohl eher über oder unter dem Bart tragen werden. Nun fürchte ich aber, die Frage wird sich nicht stellen. Gebuchte Weihnachtsmänner werden wohl keine fremden Wohnungen betreten dürfen, nehme ich mal an. Wahrscheinlich gibts aber auch hier schon findige Geschäftsideen. Ein Weihnachtsmann-Besuch per Video-Konferenz oder so. Künftig müssen Weihnachtsmänner also neben Bauch, Bart und tiefer Stimme auch noch eine ausgeprägte Digital-Kompetenz mitbringen. Der Berufsstand hat’s echt nicht einfach und befindet sich in einer großen Transformation. Zunächst bekamen sie immer mehr Konkurrenz von den DHL-Boten und anderen Päckchen-Amazonen, dann blieb auch noch der Schnee aus und nun müssen sie Zoom, Teams und Skype beherrschen. Bei uns im Kiez auch noch auf Englisch, Französisch und Spanisch. Die Eltern wollen das so für ihr Kind.

2021
Zurück zum Jahreswechsel und zum Jahr 21. Die 21 scheint eine besondere Zahl zu sein. Vor 20 Jahren zitterte die Welt schon einmal vor einer 21 und hoffte, dass all die Computer den Datumssprung ins 21. Jahrhundert schafften. Nun sitzen die Menschen wieder vor einer 21 wie das Kaninchen vor der Schlage und fragen sich, was da wohl nun kommen mag. Geht’s nun aufwärts oder kommt das dicke Ding erst noch. Tja, wenn wir das nur wüssten, oder?

Schönen Sonntag
T.

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40) Postkarte aus Weitwegeigentlich

Irgendwo habe ich gelesen, dass „Can you see my screen“ oder „Könnt ihr mich noch hören“ wohl zu den meistgesagten Sätzen im Deutschen Berufsleben des Jahres 2020 gehören werden. Glaube ich gern. Im Privatleben war es mit Sicherheit eher „Eigentlich wären wir jetzt in … gewesen“. 

Wir waren in London, Lissabon und auf Korsika. Eigentlich. Aus Korsika wurde dann Santorin, aber wieder nur eigentlich. Aber in Bukarest, da war ich wirklich. Und an der Ostsee. Aber geht es um die Ferne, bleibt wohl nichts anderes übrig, als in Erinnerungen zu schwelgen.

Aber wenn ich so durch meine Bilder von Goa, São Paulo und Melbourne blättere, frage ich mich auch, ob ich da jetzt wirklich hinreisen wollte. Will ich aktuell in Indien sein? Ist São Paulo dieser Tage wirklich „The place to be“. Will ich jetzt über 24h in einer Metall-Röhre sitzen und nach Down Under fliegen?? Mhm … ich glaube nicht. 

Also wischt man sich so durch seine Fotos und schmiedet den ein oder anderen Reiseplan für 2021.

Lust auf ein paar Eindrücke aus Goa? Vielleicht etwas coole Street Art aus São Paulo? Oder eine Portion von Multi-Kulti in Melbourne?

Bitte schön!

  1. Postkarte aus Goa 1 2019
  2. Postkarte aus Goa 2 2019
  3. Postkarte aus Goa 3 2019
  4. Postkarte aus São Paulo 2019
  5. Postkarte aus Melbourne 1 2019
  6. Postkarte aus Melbourne 2 2019
  7. Postkarten aus Delhi, Singapore, Mexico?

<— Weitere Postkarten gibt‘s hier

35) Postkarte aus Südafrika

Und eine weitere Postkarte kommt mit erheblicher Verspätung bei euch an. Vor gut 15 Jahren verschlug es uns nach Südafrika. Im Jahr 2004. Nelson Mandela weilte noch auf Erden, das iPhone gab’s noch nicht, Polen, Tschechien, Slowakei und weitere Staaten Osteuropas traten der EU bei. George W. Bush wurde für die zweite Amtszeit wiedergewählt. Was würde ich heute dafür geben …

Highlights der Reise

  • Kruger National Park
  • Kapstadt, Tafelberg, Kap der guten Hoffung
  • Weinregion nördlich Kapstadt
  • Swartberge
  • Wale bei Hermanus
  • Garden Route
  • Knysna und die einsame Lodge (>hier lesen)

Literatur:

  • Der Lange Weg zur Freiheit (Nelson Mandela) .. wat sonst.

Komfort-Zone verlassen:

  • Mit einem VW Golf 1 im Links-Verkehr durch Johannesburg
  • Einsame Schotterpisten und die Angst um die Reifen
  • Pannenhilfe und Reifenwechsel mit Löwen im Rücken (>hier lesen)
  • Mit einem VW Polo (in weiß natürlich) unüberlegt links abbiegen und auf einen Township zu fahren … brennende Tonnen sehen … und nun ?

Ein paar Bilder:

 

Skurrile Schilder, weisen auf dies und das hin.

Auch wenn man nicht der große Hobby-Zoologe ist, der Kruger Park ist schon eine große Nummer

Kapstadt und Umgebung allein sind schon eine Reise wert

Wilde life unterwegs

Egal ob auf wilden Schotterpisten …

… oder gigantischen Küstenstraßen …

…es gibt überall großartige Bilder zu sehen.

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