Eben mit noch mit Besuch aus Indien in Berlin, Nürnberg und München unterwegs … hat‘s uns am Wochenende an die Küste verschlagen. Schön war‘s mit euch, aber auch arschkalt.
Hier ein paar Eindrücke.
Also zunächst schlurfte ich in Badeschlappen, String-Tanga und Luftmatratze zum Strand, hatte mich vorher noch mit Sonnencreme und kühlen Getränken versorgt … und dann das! Alles eingefroren. Ich bin enttäuscht, die Ostsee ist auch nicht mehr das, was sie mal war. So geht das nicht! Dafür zahle ich keine Kurtaxe!
Früher … ja früher … da „konnte“ man noch unentdeckt in den Dünen kuscheln, heute „musst“ du schon kuscheln, damit du nicht dem Kälte-Tot zum Opfer fällst.
Ein paar Leute waren im Wasser. Eigentlich wollte ich es Ihnen gleichmachen, aber nach einer Minute rannten die schon wieder an Land. Weicheier.
Also konnten wir nur durch den dicken Sand stapfen, über unseren Schatten springen und Schiffe beobachten.
Und ich muss bekanntgeben, dass es drei Enten weniger auf dem Planeten gibt. Tut mir Leid … wir machen das irgendwie wieder gut. 😉
Auch wenn wir aktuell ja eher mit Hitze zu tun haben, hat der/die ein oder andere sicher schon einen Moment an den kommenden Winter gedacht. Und wird dabei durch die Zimmer gelatscht sein und drüber gegrübelt haben, wie man die Bude im Ernstfall halbwegs warm kriegt, oder?
Während Hauseigentümer vielleicht baulich noch etwas machen können, sind Bewohner von Wohnungen mehr oder weniger am Ar … kalten Hintern.
Mit der schmalzigen Melodie einer ehemaligen Allianz-Werbung gehts aber schon fast wieder:
„Denn wird kein Gas ins Haus geliefert, bist du vollends ausgeliefert“.
Außer Energie sparen und gegebenenfalls eine Jacke überziehen, können wir eigentlich nicht viel machen. Ein Heizlüfter zu besorgen, das beruhigt zwar die Nerven, bringt aber auch nicht viel. Außer die Netzagentur zur Verzweiflung. Denn wenn zu sehr mit Strom geheizt wird, dann kommt’s erst richtig dicke. Denn dann ist es nicht nur „frisch“, sondern … auch eben auch … schnell … „aus“.
Ohne mich lächerlich machen zu wollen, kann ich dem aktuell eigentlich nur mit etwas „kühlem“ Humor begegnen:
Ich stelle den neuen Router zu meinen Fußen, der strahlt ordentlich Wärme ab.
Es gibt jeden Abend TK-Pizza aus dem Backofen oder wir stellen halt den Grill in die Küche.
Ich lasse mir lange Haare wachsen, um auch mal warm föhnen zu dürfen.
Wenn ich überhaupt dusche, stelle ich vier Schüsseln Instant-Nudeln unter mir auf.
Wir schauen jeden Abend Doku‘s über den Nordpol … dann wird’s erträglich. Ist alles relativ.
Aber zurück zum Ernst. Ich habe keine Ahnung wie ich dem möglicherweise entgegnen soll. Das Einzige, was mich etwas beruhigt, ist die Tatsache, dass ich in einem Altbau großgeworden bin. Ich weiß wie es ist, unter schweren Federbetten zu liegen. Ich weiß wie es ist, Eisblumen am Innenfenster zu haben. Ich kann gut erinnern, wie es sich anfühlt, morgens in ein kaltes Bad zutreten. Ich kann mit Kuscheljacke, dicken Hauslatschen und Teekanne umgehen. Und ich kann einen Ofen managen.
Leider haben wir keinen Ofen … aber … we will get through this … immerhin haben wir ein Dach über dem Kopf … haben andere nich‘ … also aufhören zu jammern!
Verfolgt man die Nachrichten dieser Tage wird einem kalt und heiß zugleich. Auf dem Teller mag ich solche Kompositionen ja sehr gern, aber im News-Cocktail komme ich gerade nicht mit.
Während sich Deutschland mit Blick auf den Winter unbedingt einfallen lassen muss, wie es die Grundversorgung mit Strom und Heizenergie sicherstellen und sich der Stammtisch schon überlegt, welches Mobiliar man gegebenenfalls verfeuern kann, ächzt Süd-West-Europa unter einer Hitzewelle und das Land der Teutonen kriegt auch bald was von ab. Deshalb denkt man nun über die Öffnung von Notfallbrunnen und … Wärmehallen … nee … warte mal … Kältehallen … nach.
Früher wurde es im Sommer auch schon mal sehr warm, aber da war man mit hitzefrei, Speiseeis und Dusche/ Rasensprenger ganz gut aufgestellt. Nach ein paar Tagen war es dann ja auch vorbei. Der eigentliche Feind der Deutschen war eigentlich immer die Kälte.
Obdachlosen wurden im Winter „gnädigerweise“ die Türen der Bahnhöfe geöffnet.
Ein Wärmebus fuhr durch die Stadt und Ehrenamtliche verteilten heiße Getränke.
Klingelte ein Gast an der Tür, bat man ihn herein und sagte, er solle sich doch erst einmal aufwärmen.
Von nun an alles anders?
Dürfen Obdachlose bald im Sommer in die Bahnhöfe, um sich abzukühlen?
Gibt es neben Kältehallen, bald Kältebusse und Kühlpilze?
Sind die Dachgeschosswohnungen, die aktuell geschaffen werden, lebensbedrohliche Backöfen?
Wird vormals so beliebte Südbalkon eine no-go-Area, denn wer es sich leisten kann, hockt im hochpreisigen Altbau-Keller?
Oh oh … da kommt was auf uns zu … und sowohl das Heizen im Winter, also auch das Kühlen im Sommer … kostet einen Haufen Energie … und wir sind überhaupt nicht drauf vorbereitet.