380) Time for good guys

Der Typ in der Sitzreihe vor mir hat seine Sitzlehne weit zurückgestellt. Nur liegt er quasi vor mir, als wäre ich sein Zahnarzt oder der Friseur. Und damit baumelt auch das weiße Textil seiner Kopflehne direkt vor meiner Nase. Wie heißt das eigentlich fachmännisch? Speckschutz? Läuseserviette? Werbefläche? Der Junge nehmen mir (nicht meiner) surft an der Grenze ins Lummerland. Kurz sackt er weg, dann schreckt er immer wieder auf. „Ladies and Gentlemen, we are expecting turbulences, please return to your seats and fasten your seat belts.“ Na schön. Zeit für etwas Ablenkung.

Ich schalte meine 100 Best Film Classics auf Shuffle, verdaue noch die Melodie von Schindlers Liste, jetzt walzt aber schon wieder der Strauß durch die Kabine. Zeit, etwas mit dem Spruch vor mir auf dem Textil zu arbeiten. 

„Time for good buys“ … was soll das heißen? Im Duty Free gab’s im Wesentlichen Schnaps in Übergrößen, stangenweise Kippen und kostenlose Morgentoilette aus dem Test-Flacon. Was ist darin besonders good?

Ist es ein Aufruf alles etwas relaxter anzugehen? Uns es nett zu machen? Bisschen shoppen vielleicht? Die Sorgen vergessen?

Ich spiele mit den Worten …
More good mood boys?
Prime your good times?
It’s time for more joys?
Buy your good times?
Lime for soda `n ice?

Ach das ist mir zu „selfish“ irgendwie und zu konsumgetrieben. 
Ich nehme es eher politisch und lasse den kleinen Weltverbesserer in mir mal an die Tasten

Now time for the good guys!
My rime for the good boys!
Stop time of blood guys!
Release the food guys!
Dam the flood guys!
Time to brood guys!
For the good times!

Jetzt läuft Händels „Lascia ch‘io pianga“. Was für ein Klangteppich. Kommt ja noch richtig Qualität rein 😉

Schönen Sonntag

300) Was stärkt mich gerade?

Was stärkt uns gerade? Das fragte Sarah von >mutter-und-sohn.blog kürzlich und lud die Community zu einer Blogparade ein. Unter anderem einen gewissen T. aus Berlin. Das muss dann wohl ich sein und erinnerte mich mal wieder daran, entweder endlich aus der anonymen Deckung zu treten oder mir mal einen schnuffigen Nickname zuzulegen. Irgendwas mit T am Anfang. „Troll“ vielleicht oder „Tito“ oder „Truman“, aber das könnte dieser Tage nur Stress geben. Vielleicht „Troubadix“. Das gefällt mir. Kennt ihr nicht? Das ist der Barde bei Asterix und den Galliern, der immer nicht singen darf und beim großen Wildschweinessen am Baumhaus festgebunden wird. Vielleicht greife ich einfach Sarah‘s Ansprache auf und nenne mich fortan „T. aus Berlin“. Das ist dann nicht mehr ganz so anonym ;-). Aber ich schweife ab. 

Es geht schließlich um die Blogparade und die Frage, was uns gerade stärkt. Zunächst habe ich etwas gezögert, daran teilzunehmen. Erstens sind Blogparaden bei mir nicht ganz oben auf der Liste, zweitens fühle ich mich gerade gar nicht dazu berufen über „Stärke“ zu sprechen. Die letzten zwei Jahre Pandemie haben Spuren hinterlassen und die aktuellen Nachrichten verunsichern mich sehr. Bislang als völlig indiskutabel geglaubte Wertesysteme und mein innerer Glaube an das Gute im Menschen wurden schwer lädiert. Im Kopf zumindest. Sonst geht es uns ja gut. Hier „nerven“ die Vögel ab 05:00 Uhr, es heulen aber keine Sirenen und ich muss auch nicht überlegen, wann und wohin ich nun mit Kind und Kegel flüchte.

Aber zurück zur Frage: Was stärkt mich gerade?

Fünf Dinge will ich nennen:

  1. Zunächst mal die zunehmende Helligkeit am Morgen, die steigenden Temperaturen, die Sonne, die jeden Morgen ein paar Minuten eher hinter den Häusern hervorlugt. Ich brauche Licht, dass habe ich für mich in den letzten zwei Jahren im Höhlenoffice gelernt.
  2. Dann die Kollegen, mit denen ich täglich zu tun habe, deren Regierungen nicht unbedingt gerade „grün“ miteinander sind. Ich habe mit Indern und Pakistanis zu tun, mit Tschechen und Slowaken, mit Amerikanern und Mexikanern, mit Russen und Ukrainern, mit Türken und Israelis usw. Und dann reden wir auch mal übers Wetter, über Covid, über die Familie … und dann sind das immer völlig normale Leute, mit ihren Wünschen, ihren Sorgen und alltäglichen Herausforderungen.  
  3. Aber natürlich auch die Leserschaft hier bei mir auf‘m Blog. In Details haben wir vielleicht mal andere Auffassungen, aber hier ging es seit Beginn immer friedlich zu, immer gesittet und gern mit Seitenhieb und Augenzwinkern. Ich habe nie jemanden blocken müssen. So würde ich das gern fortsetzen.
  4. Unsere Freunde und Familie, mit denen man gemeinsam auf eine Demo geht, Schränke schleppt, auf der Datscha werkelt oder auch einfach mal nach knapp drei Jahren Distance in einer Kneipe versackt. Muss so!
  5. Meine Kinder, die zunehmend das „Großen und Ganze“ entdecken, sich ihre Gedanken und einen Reim auf die Welt machen. Und wenn sie dann bei Konflikten, Entscheidungen nicht gleich die Ellbogen einsetzen, sondern ihre eigenen Interessen und die Interessen anderer abwägen … dann macht mir das Hoffnung.

Das gibt mir Kraft.

Schönes Wochenende und Danke an Sarah für die Idee und Einladung.

290) Gedanken zum Frühling

Heute war Feiertag in Berlin. Der Internationale Frauentag. Den gibts übrigens auch in Russland und in der Ukraine. Die russische Regierung hat sich dieses Jahr für die ukrainischen Frauen etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Sie dürfen ihren Ehrentag mit ihren Kindern auf den Straßen gen Westen verbringen. Widerlich! Schämt euch! Wenn sie Glück haben sind sie bereits in Rumänien, Ungarn, in der Slowakei oder in Tschechien.

Nach Osten:
Ich lade meine Brut ins Auto und fahre nach Osten. Zur Datscha. Keine Sorge, da biegt man noch vor der Oder rechts ab. Aber die Richtung ist ganz klar in den Nationalfarben der Ukraine ausgeschildert. Yes!

B83F0092-DB6E-458F-BA8B-E797BB538849

Ich halte noch schnell an der Tanke und lege mal eben 122 EUR auf den Tresen. Danke Herr Präsident! Darf ich ihnen die Rechnung schicken?

C711247F-C11B-4C6F-B76D-83942D41B522

Auf der Rückfahrt lag der Liter Diesel bereits bei 2,23 EUR. Ok, dann habe ich am Morgen ja ein echtes Schnäppchen geschossen. An den Ampelstopps entlang der Ausfallstraße gab es dann genügend Gelegenheiten zum Nachdenken.

Selbstgespräche:
Während der Corona-Zeit stand ich fast jeden Abend vor dem Badspiegel, schaute in die müden Augen meines Gegenübers und flüsterte ihm ein finales „Was für eine Scheiße“ entgegen.

Im Vorfeld der Eskalation in Ukraine, beruhigte ich mich oft selber mit Sätzen wie „Das macht der nicht“ oder „Das kann der nich‘ machen“. Formulierungen die ich nun aus meinem Repertoire streichen werde. Denn er kann. Und er tat. Und wir können zwar Fähnchen winken, Wodka ins Klo kippen oder die Heizung runterdrehen, aber das spielt einfach keine Rolle.

In den letzten Tagen, wenn ich mich aus virtuellen Meetings verabschiedet habe, rufe ich „Was mache ich hier eigentlich“ durch mein Höhlen-Office. Ich meine, ich reiße mir den Arsch auf, versuche Kollegen irgendwo auf der Welt zu bestimmten Aktivitäten zu bewegen und zeitgleich kriege ich Push-Nachrichten über die Lage in der Ukraine aufs Handy. „Was tue ich hier?“

Krieg:
Ja, es ist „Krieg“. Mag die russische Regierung, es nennen wie sie will. Bei uns sagt man dazu „Krieg“.
Krieg, Krieg, Krieg.
Ich sehe „Fahnen“ wo keine sind, sogar auf dem Sportplatz. Eat this!

5331C99F-F3F3-4A8D-B7DC-52B66C500116

Ich sehe „Krieg“ wo gar keiner ist. So fahre ich beim Burger-Bräter vorbei und lese aus dem Augenwinkel den Schriftzug „Krieg des Monats“. Ich werfe noch mal einen Blick über die Schulter. Ach nee. „King“ des Monats. Puh. Na, dann. Guten Appetit.

Flucht:
Die ausländischen Auto-Kennzeichen werden mehr in der Stadt, finde ich. Es sind keine Franzosen, Italiener oder Portugiesen. Eher Slowaken, Rumänen und Polen. Und ich habe auch schon ukrainische Kennzeichen gesehen. Welcome! Ich möchte mir nicht vorstellen, was es heißen würde, wenn wir uns mal auf den Weg machen müssten.

Aber ich will den Beitrag nicht so negativ abschließen. Vielleicht eher so.

F77DEC51-6C2F-4634-8F5A-955B7B2493B8

Sehe ich da eine blau-gelbe Fahne? Ja. Ich schon.

286) Das Backlog der Welt

In meinem Job bin ich gewohnt mit Backlogs zu arbeiten. Das sind Listen für Anforderungen an Software oder sonstige Aufgaben, die dann nach einer gewissen Prio abgearbeitet werden. Prioritäten können sich natürlich auch ändern, im Kleinen wie im Großen.

Wenn ich aktuell auf die Weltbühne schaue, bin ich angesichts dieses Backlogs nur noch enttäuscht, frustriert und niedergeschlagen.

Wo sollen wir anfangen?

War es nicht mal das Ziel, die Unterernährung zu beenden
Und die Überbevölkerung in den Griff zu kriegen?

Wollten wir nicht die Konflikte in Nahost befrieden,
Und auch die in Afrika oder Südostasien?

Müssten wir nicht auch das Thema Digitalisierung angehen
Und die Auswirkungen auf Jobs und Einkommen lösen?

Sollten wir nicht bald mal diese blöde Pandemie beenden
Und uns auf die kommenden Viren vorbereiten?

Und die Aufarbeitung der eigenen Geschichte, EU-Erweiterung, Finanzmärkte, Staatsverschuldung, Beschaffung von Wohnraum und auch mal einen Blick in manch Kirchenzimmer werfen?

Und was ist mit Umweltschutz, Energiewende, Nachhaltigkeit, Wasserversorgung, Gesundheitsversorgung in einer alternden Gesellschaft?

Was ist mit Fluchtursachenbekämpfung, Kinderarbeit, Menschenhandel, Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit, Minderheitenschutz, Inklusion, Terrorbekämpfung, Abrüstung und so so vieles mehr.

Das Backlog der Welt ist so elend lang und als hätten wir nicht schon genug zu tun, werden neue Konflikte vom Zaun gebrochen und an der atomaren Abschreckung gearbeitet.

Das macht so müde.
So, müde, müde.

In diesen Tagen wünsche ich mich auf eine Insel. Ich möchte mit einem Ruderboot hinpaddeln, das wenige Gepäck ausladen und dann das Boot mit einem kräftigen Stoß vom Ufer wegtreten. Kein Radio, kein Internet. Nüscht.

Schickt einfach ein neues Boot wenn ihr fertig seid!

285) Stop War

Grüsse von der Straße des 17. Juni in Berlin !

Circa 20.000 Teilnehmer hat der Veranstalter angekündigt. Ziel klar überfüllt. Proppenvoll hier. Offiziell 100.000 Menschen, ich würde etwas mehr schätzen, ist aber letztlich auch Wurscht. Hauptsache viele Menschen zeigen ihren Unmut, über das was in der Ukraine gerade abgeht.

284) Vom Rüsten

Schreibt einen Brief an Reagan
Ganze Klasse, sie schreiben alle
Geht um Pershing, um Cruise Missile
Frieden schaffen, ohne Waffen!

Muss zum Winken, alle winken
Im Oktober marschiert die NVA
Panzer auf der Karl-Marx-Allee
Raketen auf‘m Strausberger Platz

Winkt wieder, Gorbi in der Stadt
Mauer niedergerissen
Ceaușescu erschossen
Zeichen auf Entspannung

Steht vor der US-Botschaft
Geht um Öl, um Kuwait und Irak
Jugoslawen kommen in den Kiez
Ihm egal, hat anderes im Kopf

Soll nun zum Bund, ran an die Waffe
Alle müssen da hin, gehört sich so
Verweigert es, macht was anderes
Keine Waffen, keine Waffen!

Sieht Europa, wächst gen Osten
Neue Sterne auf blauem Grund
Grenzen fallen, Schranken öffnen
Es sieht gut aus, da kann was werden!

Liebe Leser,
Klingt alles etwas wirr und reimt sich nicht, ich weiß. Aber genau so ist es.
Man spricht nun wieder über Truppenstärken, Waffensysteme und Deutsche Infanterie. Mehr Geld soll in die Rüstung fließen, ein „Paradigmenwechsel in der deutsche Außen-und Sicherheitspolitik“.

Ich hatte gehofft, wir würden endlich etwas Anderes diskutieren können.

283) Bomben

Die Nachrichten aus der Ukraine sind sehr beunruhigend. Wenn ich die Videos aus Kiew sehe und die Sirenen höre, läuft es mir kalt den Rücken runter. Passend zum Thema wurde heute gegen Mittag hier um die Ecke eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Das Ding soll gegen Mitternacht entschärft werden. Man ist nervös. Vor 30 Minuten wurde der Sperrkreis von 250 Meter auf 500 Meter erweitert. Laut RBB werden aktuell 9.000 Menschen aufgefordert, die Wohnungen zu verlassen. Wir packen eine Tasche mit dem Nötigsten und schauen aus dem Fenster, um die Entwicklung zu beobachten. Das Blaulicht kommt näher, stagniert aber an der nächsten Querstraße. Die Polizei spricht per Megafon ins Viertel hinein, die Fenster werden Schritt für Schritt dunkel. Wir bleiben ruhig, bis wir weitere Anweisungen kriegen.

Na prima.

Dieses Ding ist 80 Jahre alt und gammelt hier unter der Erde und in Kiew fallen neue Bomben vom Himmel.

Widerlich. Unnötig.

Wir melden uns

255) Corona-Lektionen 105

Vor knapp einem Jahr, habe ich >Corona-Lektion 56 geschrieben. Würde ich den nun einfach kopieren, wäre dieser Beitrag hier schnell verfasst. Ein paar Dinge sind jedoch anders.

Gedanken der letzten Woche:

Déjà-vu?
Seit Tagen sehe ich die lila Welle auf der Corona-Karte näherkommen. Hätte ich jeden Tag ein Foto gemacht und würde ich die Bilder hintereinander abspielen, sähe das Ganze wie eine heranrückende Schlechtwetterfront aus. Wieder steigt ein beklemmendes Gefühl auf, es nimmt Tag für Tag zu, genauso wie im Frühjahr und Spätherbst 2020 und man kann sich nur schwer dagegen wappnen. Fenster vernageln und Sandsäcke stapeln bringt nichts.

Alles anders?
Aber die Situation ist eben nicht direkt vergleichbar. Wir kämpfen mittlerweile gegen Delta und erwarten jeden Moment, dass Omikron an die Tür klopft. Beide sind anscheinend viel ansteckender, als der initiale China-Import. Wir haben nun Test-Center, mehrere Impfstoffe, eine Corona-Warn-App und einen digitalen Impfausweis. Lief alles andere als flüssig, aber immerhin, haben wir das Besteck. Aber wir haben eben auch einen virologisch nennenswerten Teil der Gesellschaft, der meint, er hätte die Weisheit mit dem eigenen Löffel gefressen und, dass sie das alles nichts angeht.

Freiheit?
Soll von mir aus jeder glauben was er will, aber wenn eine bockige, teils auch manipulierte, influencierte Minderheit, das ganze Land in Geiselhaft nimmt, macht mich das sehr wütend. Am meisten ärgert mich, dass die Gegner der Corona-Politik für sich in Anspruch zu nehmen, auf die Straße zu gehen und laut „Freiheit“ zu fordern. Vielleicht sollte man es mal umdrehen und es sollten die Menschen auf die Straße gehen, die all die Maßnahmen vernünftig mitgemacht haben und mittlerweile die Faxen dicke haben.

Infektion?
Eine kleine, disziplinierte Familienfeier sorgte anschließend für mächtig Trubel und Verunsicherung, weil Kinder U12 dabei waren und danach positiv getestet wurden. Und wenn der Stammhalter danach mehrere Tage Kopfschmerzen hatte, man selber mal nicht den besten Tag erwischt hat oder die Corona-Warn-App rot bimmelt, dann stellt man sich gleich die bange Frage. „Hat es uns nun auch erwischt?“

Handeln?
In >Corona-Lektion 104 habe ich die drastischen Worte von Herr Wieler zitiert, als er circa 400 Tote pro Tag überschlug, bei der Zahl von 52.000 Neuinfektionen Mitte November. 400 Tote, die Zahl ist schwer zu greifen. Die Jungs von >Lage der Nation haben es diese Woche etwas plastischer gemacht. Jeden Tag ein Flugzeugabsturz über Deutschland. Keine Überlebende. Jeden Tag.

Und damit kommentierten sie ja nur noch mal die 52.000 Neuinfektionen von Mitte November. Unterstellen wir mal einen weiteren exponentiellen Anstieg und 70.000, 80.000, 90.000 Infektionen pro Tag sind es schnell 650 Tote und mehr. Zwei Flugzeugabstürze. Pro Tag. Rums. Rums.

Zwang?
Ich bin bestimmt kein Freund von staatlichem Zwang und beim Thema Impflicht war ich innerlich unentschieden, aber vermutlich ist es der einzige Weg raus aus dem Schlamassel. Die Gesellschaft wird nicht durch eine Impfpflicht gespalten, sondern durch fehlende klare Ansage und mangelnde Entscheidung dazu. Sollen sie es machen, dann gibts 6 Monate Getöse und dann ist das Thema durch. (Stichwort: Gurtpflicht, Helmpflicht, Rauchverbot, Masern, Meldepflicht, Census etc). Vielleicht hilft es Impfskeptikern oder Impfgegnern auch, sich erhobenen Hauptes aus dem inneren Konflikt oder von schwurbelnden Einflüssen von Freunden, Bekannten und Schwiegereltern zu lösen.

Wird vielleicht nicht jedem Leser hier schmecken, aber das ist ja auch mein Blog hier, hier habe ich Hausrecht und bestimme wie die Tische gestellt werden!

Schönes Wochenende!

PS: Apropos Hausrecht. Ich muss die beiden Bilder aus dem >Oktober-Trip nach Sachsen noch mal bringen.

Nun haben die da ein richtiges Problem. Wenn kapieren sie endlich, dass es da einen Zusammenhang geben könnte?

<— Corona-Lektionen 104

–> Corona-Lektionen 106

76) News-Cocktail

Sagt mal, geht’s nur mir so? Bin ich der Einzige, der das Gefühl hat, dass hier etwas mächtig in Schieflage gerät?

Kaum hat ein Thema die Bühne betreten, wird es einen Tag später schon wieder verdrängt und es steht ein neues Problem dort oben im Rampenlicht. Und schlimmer noch. Es ist nicht nur das Thema an sich. Auf das kann man sich ja einstellen und man kann sich damit beschäftigen. Aber solch „ein“ Thema wird mit zig verschiedenen Auffassungen, Sichten und Färbungen transportiert, so dass man gut daran tut, mehrere Varianten davon zu hören. 

Hier ein Schlückchen meines News-Cocktails der letzten Wochen:

Brexit, Buschbrände, Klima-Krise, Erderwärmung, Davos, Stürme, Unwetter, Tesla-Proteste, Thüringenwahl, AfD-Zugewinne, Terror von rechts, Hanau, Handelskonflikt, USA, Vorwahlen, Trump, China, Reisebeschränkung, Corona, Covid-19, Quarantäne, Hamsterkäufe, Absage Groß-Events, Libyen, Syrien, Flüchtlinge, Griechenland, Türkei, Grenzöffnung, Tränengas, Digitalisierung, Schulschließung, Kündigungen, Kurzarbeit, Container-Mangel, Masken-Mangel, Nudel-Mangel, Hamsterkäufe, Hass-Kommentare, Beleidung im Fußball, Verrohung, … und all das nur mal eben angekratzt und sicher vieles gar nicht aufgeführt. All das on top zu unserem Job und den Herausforderungen des Alltags. 

Was ist nur los hier?
Ja, früher gab es auch Nachrichten. Ja, früher gab es auch Konflikte und schlechte Zeiten. Aber ist das nicht alles ein bisschen viel? Überblickt das noch einer? Hat das noch einer im Griff?

Und was ist die Konsequenz daraus?
Abschalten? Abtauchen? Trash-TV schauen und sich mit Nichtigkeiten berieseln? Ich hoffe nicht … das wäre auch nicht gut.

Was kann man tun?

PS: Ach so … das soll jetzt hier keine Einladung sein, auf die Medien einzudreschen … Kommentare dieser Art werden nicht freigeschaltet. Pech gehabt 😉

<— Mehr aus der verrückten Welt

47) Hongkong

Neulich, in den Abend-Nachrichten, liefen Video-Aufnahmen von Straßenschlachten in Hongkong.  Da gingen Demonstranten und die dortige Polizei aufeinander los. Der Sohnemann sollte eigentlich schon im Bett sein, hatte dann aber doch noch ein paar Bilder im Vorbeigehen erhascht.

Er: „Papa, was ist da los?“
Ich: „Das ist etwas kompliziert, erkläre ich Dir morgen. Versprochen“

Und wie die Kids halt so sind, vergessen sie so ein Versprechen  nicht. So stand er dann den Tag darauf vor mir und verlangte eine Erklärung. „Hol mir mal ein Blatt Papier und einen Stift, ich muss da bestimmt etwas malen“.

  • Wir begannen unser Wimmelbild also mit der Kolonialisierung durch die Engländer, (… Portugiesen, Spanier, Holländer und Deutsche natürlich auch … aber das kürzten wir ab)
  • Anschließend streiften wir die beiden Weltkriege und machten mit dem Freiheitskampf Indiens weiter, bei dem die Engländer dann wieder vor die Tür gesetzt wurden.
  • Dann machten wir einen Abstecher zum Kalten Krieg, zu den Supermächten Russland und USA, und teilten Europa in Ost und West ein. Zack. Dicker Strich mitten durch Berlin.
  • Weiter ging es nach Fernost zu den britischen Kronkolonien Singapur und Hongkong, wo die Engländer noch etwas länger ihren 5-Uhr-Tee tranken, bevor sie wieder nach Hause fuhren.
  • Irgendwann landeten wir bei den heutigen Handelsströmen, wo die einen Länder die Ideen und Technologien haben und andere Länder die Werkbänke und Millionen von Arbeitskräften. Und mittlerweile auch das Geld. Und großartige Technologien, mit denen sie ihre Einwohner gängeln können…

Er: „Und was kann man da jetzt machen?“
Ich: „Puhh…“