Der Tag meiner Abreise rückt stetig näher. Und dann geht’s für gute fünf Wochen durch Nordpolen, das Baltikum, bis hoch nach Helsinki und dann die ganze Nummer wieder, aber auf anderem Wege, zurück.
In Auszeit – 3 habe ich ja schon ein wenig über die Vorbereitungen geschrieben und irgendwie fällt mir immer noch was ein, was noch zu regeln ist.
Mobilität und Material:
Mit dem Auto ist alles klar, vorgezogene Durchsicht ist erledigt, Gepäckstücke und Material sind identifiziert. Wenn noch nicht gepackt, stehen sie aber auf einer Liste. Ich liebe diese Liste, sie ist über die Jahre des Reisens entstanden und da kann ich nichts vergessen. Es ist natürlich eine digitale Liste, was sonst. Die kann ich dann sukzessive abarbeiten bis zum letzten Punkt „Müll wegbringen“ und „Tür abschließen“.
„Losfahren“ steht nicht drauf, aber ich glaube, das kriege ich auch ohne Listen-Eintrag hin.
Papiere und Daten:
Nun muss ich mich noch etwas um Papiere und Daten kümmern. Vollmachten zum Beispiel, Backups, Passwörter zum mitnehmen, und die gemeine Frage, was denn eigentlich passiert, sollte ich mein Telefon mal verlieren. Das Ding ist mittlerweile das Schweizer Taschenmesser der Neuzeit, ohne das geht gar nix mehr. Man denke nur an Banking, Zwei-Faktor-Authentifizierung, PIN‘s und TAN‘s, Notizen, Listen, und so weiter und sofort. Manches kann ich auch übers Tablett erledigen, aber eben nicht alles. Also hab ich ein bisschen was in die Wolke hochgeladen, an die ich notfalls auch ohne Handy rankomme.
Tracking und Sicherheit:
Da ich ja nun größtenteils allein unterwegs bin, überlege ich auch, wie ich den lieben daheim regelmäßig versichern kann, dass ich nicht an einem baltischen Baum klebe. Aber da gibt’s im Handy mittlerweile ja schon schöne Spielzeuge und ich hab auch ne App gefunden, die meinen Fahrtweg aufzeichnet und in die ich dann immer mal ein paar Fotos hochladen kann. Dann wissen alle, dass ich noch existiere und ich werde nicht alle halbe Stunde angeschrieben, ob dann alles „ok“ sei.
Vertretung und Übergabe:
Seit Wochen arbeite ich jüngere Kollegen ein, damit die Aufgaben übernehmen, im besten Fall für immer, denn gewisse Dinge will ich nach Rückkehr nicht zurückhaben. Ist alles ein bisschen mühsam aber es geht voran. Es gibt mittlerweile Tage, da finde ich sogar freie Slots in meinem Kalender. Ein Zustand, den es lange nicht gab. Interessant finde ich aber schon, dass man beim Brötchengeber erst mit längerer Abwesenheit drohen muss, damit Human-Ressourcen rangeschafft werden, an die ich mich nun „übergeben“ kann.
Und da ich mich nun immer mehr „übergebe“, deutete mein Chef-Chef bereits an, dass nach Rückkehr möglicherweise ein neues großes Aufgabenfeld auf mich wartet. Na wunderbar. Vielleicht sollte ich schon gleich mal über die nächste Auszeit in 2027 nachdenken.
PS: Titelbild via KI




