Gerade erst die 50. Ausgabe der Corona-Lektionen veröffentlicht, war ich ich etwas unschlüssig, ob und wie ich das infektiöse Thema weiter behandeln will. Eigentlich habe ich genug davon, aber anscheinend wird uns dieses miese Virus ja nun noch eine Weile beschäftigen. Also mache ich erst einmal weiter.
Heute geht es mir mal um Kommunikation:
Maske:
Zunächst heiß begehrt und nicht zu kriegen, trägt dieses kleine Stück Stoff nun zu soviel Unfrieden bei. Aber warum eigentlich? Im Frühjahr hatte man relativ bald erkannt und auch kommuniziert, dass Masken nicht für den Selbstschutz taugen, wohl aber für den Fremdschutz. Und diese Erkenntnis und ehrliche Kundgabe dessen, war bereits die erste Sabotage dieser Maßnahme. Zumindest in unseren egoistischen Breiten. Was wäre eigentlich geschehen, wenn man glaubhaft kommuniziert hätte, die Maske diene vornehmlich dem Selbstschutz? Ich werfe mal die steile These ins Netz, dass es deutlich weniger Maskenmuffel gäbe, da Selbstschutz unserem Naturell viel näher ist, als der Schutz der anderen.
Regeln:
Der Staat, die Landesregierung oder die Gemeinde. All sie erlassen Regeln (…meistens Verbote…) und machen dabei nicht immer die beste Figur. Schon klar. Aber vieles fokussiert dann nur noch auf diese Regeln und es entlädt sich viel Frust gegenüber dem Überbringer der schlechten Nachrichten. Die Menschen beschäftigen sich eher damit, wo noch etwas „erlaubt ist“ und was „noch so geht“. Manche sehen in jeder Regel ihre ganze Freiheit bedroht. Andere wiederum folgen den Regeln bis auf jeden Buchstaben und auch dort setzt der Verstand zeitweise aus. Denn wenn etwas aktuell nicht verboten ist, heißt es doch nicht automatisch, dass Vernunft und Selbstverantwortung abgemeldet sind, oder?
Muss man zum Junggesellenabschied nach Malle fliegen, nur weil es eben noch erlaubt ist? Muss man um 22:50 Uhr drei Saalrunden ordern, nur weil es bis 23:00 Uhr noch möglich ist?
Auch hier scheint der eigene kurzzeitige Vorteil viel erstrebenswerter, als das Wohl Anderer.
Wortwahl:
Interessant ist auch, welche Begriffe sich so langsam im Alltag einschleichen und wie sie instrumentalisiert werden.
Nehmen wir den „Corona-Gegner“. Dieser Mensch trägt das Attribut, „gegen“ Corona zu sein, im Namen, protestiert aber gegen die Corona-Maßnahmen. Während ich, der die Maßnahmen mitträgt, nun dafür in die Schublade der „Corona-Befürworter“ gehöre. What? Ich „befürworte“ Corona? Das wäre ja ganz was neues.
In den Nachrichten sprach man gestern von „Corona-Beschränkungen“. Das klingt nach “Beschränkung“ des Virus, also irgendwie gut. Es meint aber die Beschränkungen im Alltag, die das Ziel haben, die Infektionen zu beschränken. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Ich glaube, keiner würde gegen die „Beschränkung von Corona“ demonstrieren. Und auf einer „Corona-Demo“? Da demonstriert doch auch nicht Corona. Oder vielleicht erst recht da??
Nun mal sehen, was heute Mittag final beschlossen wird. Die ersten Veröffentlichungen klingen schon recht knackig. Behaltet die Nerven und tragt zur Beruhigung der Lage bei!
T., wieder genau auf den Kopf getroffen mach weiter und bleib dran.
Danke Lutz, mach‘ ich 😉
T, Du bist unser Chronist, mach weiter! Ja die Sprache ändert sich teilweise echt seltsam und dann ist so ein Aufwecker hilfreich. Heute Nachmittag wird A.M. scharf auf die Bremse treten und der nächste Aufschrei kommt gewiß. Jeder fordert einfache verständliche Maßnahmen, natürlich einheitlich und toll wirksam, aber eigentlich will niemand betroffen werden.
Ob wir bei der meist egoistischen Grundausrichtung begreifen, dass wir für Corona ein riesiger Schwarm sind, dessen Abwehrkraft ein Milliardenfaches einzelner, kleiner Handlungen (jeder trägt seine „µ“ zum Gesamten bei) bedarf?
In dem Sinne habe ich 2 berufliche Besuchstermine eher formaler Natur für den 30.10. abgesagt. Inhalt geht per email und Telefon, die Formalität muss coronabedingt verschoben werden oder einfach ausfallen! Ein paar „µ“ als mein kleiner jetziger Beitrag zur Corona-Abwehr in Berlin.
Danke, für diesen Beitrag
Nun, die letzte, ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit liegt für mich lange zurück – in meiner Kindheit….
wahrscheinlich haben wir dieses Jahr die Chance dazu.
Danke Petraida1, du hilfst mir das alles positiv zu sehen und vielleicht tut uns allen diese Entschleunigungsmaßnahme auch mal ganz gut
Ich halte, wann immer möglich, mein Gesicht in die Sonne ☀️- dann fällt der Schatten hinter mich…
Liebe Grüße
Oh der is‘ gut. Muss ich mir merken … besser aufschreiben 😉
Etwas Nettes haben wir auf Sylt gelernt: Maske = Schnutenpulli ( und schon ist dieses Ding fast niedlich ;-))….
Ja, Schnutenpulli sagt man hier auch 😉
Also Pulli hoch!