548) Wohntraum in HD

In einem Kommentarwechsel mit Anuschka https://annuschkasnorthernstar.blog/2024/05/21/kleine-umfrage/ kamen wir doch recht schnell zur Sache, dass dieser Tage doch eher zum Neukauf angeregt wird (z.B. Auto, Fernseher), statt weniger zu konsumieren oder die Dinge bestenfalls länger zu nutzen.

Eine Milchjungenrechnung macht das Problem schnell klar. Einen Fernseher aus Fernost kriegt man für 400,00 €, eine Mietwohnung kostet monatlich schnell das dreifache. Wenn man überhaupt eine Wohnung bekommt. Ein Jahr Warmmiete für eine Bude, hat also ungefähr den Gegenwert von 36 Fernsehern.

36 Fernseher haben ungefähr eine Fläche von sagen wir mal 20 Quadratmetern, nicht gerade üppig, aber eine Parkbank für die Nacht hat noch weniger Fläche.

Dann braucht man noch 4 Seitenwände …  a 2,50 m hoch … macht ungefähr 72 weitere Fernseher … also kann man sich mit ca. 100 Fernsehern ein schicke Hütte bauen. Baut man Reihenhäuser aus Fernsehern spart man Seitenwände, bei Hochhäusern spart man Zimmerdecken. Das sollte auch recht flott gehen, die Chinesen liefern so schnell, da hat das deutsche Planfeststellungsverfahren noch nicht mal begonnen. Man muss eigentlich nur den Suez-Kanal offen halten. Fernseher produzieren genug Abwärme und wenn man jeden 5 Fernseher durch eine Solar-Fläche ersetzt, kann man noch Strom erzeugen. Liefern auch die Chinesen. Man hat immer (zugegeben schlechte …) Unterhaltung, aber der Mietmarkt ist halt auch kein Pony-Hof. Man sollte nur auf abgeschirmte Fernbedienungen achten, sonst gibts schnell ein großes Chaos. Oder man delegiert die Programmwahl einfach an den Vermieter oder die nächstliegende Populisten-Partei, dann muss man sich da nicht drum kümmern.

Schöne neue Welt.
Ihr wisst ja, „Sun always shines on TV“ … (h)a-ha

PS 1: Wer wissen will, wo das mal enden kann … dem sei Black Mirror Staffel 1, Folge 2 ans Herz gelegt. Auch mehrfach sehenswert.

PS 2: Der Text ist von mir, aber der Titel ist von ChatGPT. Hier noch weitere Vorschläge, falls ihr was dazu schreiben wollt.

  1. „Glotzbauten: Die Zukunft des Wohnens“
  2. „Fernsehtürme: Ein Baukonzept der Extraklasse“
  3. „Bildschirme statt Backsteine“
  4. „Wohntraum in HD“
  5. „Pixelpaläste: Wo Wohnen zum Erlebnis wird“
  6. „Flachbildfassaden: Die Revolution des Bauens“
  7. „Von der Mattscheibe zum Mauerwerk“
  8. „Wohnzimmer 2.0: Fernseher als Ziegel“
  9. „Die Baukunst der Zukunft: Fernsehen, nicht Beton“
  10. „High-Tech-Heime: Wohnhäuser aus Fernsehern“

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8 Kommentare zu „548) Wohntraum in HD

  1. tja, verrückte Welt: als ich halb so alt war wie jetzt, sah die Rechnung etwa so aus:

    3-Zimmer-Plattenbauwohnung 65 qm, Warmmiete 100 Ostmark = 10% meines bescheidenen Ingenieurseinkommen

    Fernseher schwarz/ weiß 2000 Ostmark, Farbfernseher rd 6000 Ostmark, schon ´ne Stange Geld und nix Kreditfinanzierung; da haste vorher gespart oder von den Eltern gepumpt.

    Also ca. 2-5 Jahres-Wohnungsmieten für einen Fernseher!

    Trotzdem: die Idee, aus der irrsinnigen Massenproduktion Wohnungen, zu bauen hat was.

    Passt nur nicht zur geliebten Marktwirtschaft; die hat ihre eigenen Mechanismen. Denn dann steigt die Nachfrage und die gierigen Chinesen ziehen die Preise an; ist auch doof.

    1. Schon komisch oder? 6.000 Ostmark für zwei Programme Ost und ein paar halbe Programme West … incl Krissel. Heute 400 Euronen, für 996 Kanäle Blödsinn, aber kein Dach über dem Kopf

  2. Die Zeiten haben sich geandert. Der selige Erich Honecker sagte:“Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“ Jetzt regiert der Kapitalismus und ein Freund der Warburg Bank aus Hamburg koennte durchaus sagen:“Die Geldgier in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“ Da gibt es doch eine Partei in Deutschland die verspricht standig sozialen Wohnungsbau und kann das einfach nicht halten. Die Bruder Partei in Oesterreich hat das besser gemacht. Da gibt es noch genug bezahlbare Wohnungen. Die billigen Fernseher aus China kann man dort obendrein kaufen.

    1. Ja, in Österreich ist man An vielen Stellen schon deutlich weiter. Aber für eine Migration fehlt mir der Mut. Die Sprache ist mir zu kompliziert;-)

      1. Ich habe mich inzwischen an die Oesterreicher angepasst. Wenn die erfahren dass ich deutscher Rentner bin bekomme ich immer ein Bier gespendet. Manchmal fragen die auch:“Wie ist es den moeglich mit so einer niedrigen Rente auszukommen?“ Ja, die lieben Oesterreicher machen sich mehr Sorgen um mich als die deutschen SPD Politiker. Der Schroeder wuerde wahrscheinlich sagen:“Such dir einen Nebenjob bei Gazprom dann kommst du gut mit deiner Rente zurecht.“

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