588) Buchstabensuppe mit Alles – 11

„N‘ schön‘n Zweiten“ rief mir die Supermarkt-Kassiererin heute hinterher. Fast wollte ich „… sorry, wie bitte?“ erwidern, doch dann machte das natürlich Sinn. Morgen ist der zweite Advent und in gut drei Wochen findet das Jahr 2024 damit auch ein Ende. „Ihn‘n ooch“.

Weihnachten 1:

Einmal war ich dieses Jahr bereits auf einem Weihnachtsmarkt, aber man sagte jetzt wohl eher „Winter-Zauber“ oder so ähnlich. Ja, die Atmosphäre war durchaus kuschelig, allerdings bei Bratwurst für fünf Euro und Glühwein für „vierfuffzich“ sollte man genug Papiergeld mitnehmen. Aber selbst wenn das Portemonnaie irgendwann leergeglüht ist, mittlerweile gibt’s vor Ort auch genügend Geldautomaten … nichts soll dem vorweihnachtlichen Konsum entgegenstehen. Prost.

Weihnachten 2:

Der Baum steht seit einer Woche, die Lampen sind schon dran. Für Kugeln und Glanz war noch keine Zeit. Wir schmücken den Baum nach „agiler“ Methode,  den „MVP“-Stand haben wir im Prinzip schon erreicht. „MVP“ steht in der Software-und Produktentwicklung für „Minimum Viable Product“ und heißt soviel wie „wertstiftend und nutzbar“, um frühzeitig Feedback des Nutzers einzuholen ohne bereits große Budgets zu versenken. Mein Feedback: Wir könnten den Baum jetzt auch so belassen. Und nächstes Jahr schalten wir einfach nur noch die Lichterkette an, Baum brauchen wir nicht. Das reicht doch. Schönen Gruß an die liebe A. aus P. für diese Inspiration am Telefon.

Großwetterlage:

Es gibt keinen Tag, wo die Nachrichten nicht neues Übel verkünden. Georgien, Syrien, Südkorea, Rumänien, zusätzlich zu den bekannten Baustellen in Europa, nahem Osten und hinterm großen Teich. Langsam wird es Zeit für eine neue Quiz-Kategorie: „Nennen Sie mindestens fünf stabile Demokratien“.
„Ähhhm ….“

Vorsätze 2024

Ein vorsichtiger Blick in die Vorsätze für 2024 verrät, dass ich einzelne Vorhaben als „accomplished“ melden kann, an anderen Stellen ist noch deutlich Luft nach oben. Aber gut, für die letzten Wochen des Jahres in hektischen Aktionismus zu verfallen, macht irgendwie auch keinen Sinn. Ist ein bisschen wie in der Bundespolitik. Wird ja eh bald neu gewählt, da muss man jetzt auch nicht mehr viel machen.

Die Sonne kommt raus, ich gehe jetzt auf den Sportplatz, eine Tüte Vitamin D holen.

„N‘ schön‘n Zweiten“


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6 Kommentare zu „588) Buchstabensuppe mit Alles – 11

  1. In Deutschland haben inzwischen viele Leute nichts mehr mit christlichen Brauchen im Sinn. In der DDR war Religion ohnehin Opium fur das Volk. Wenn heute Jemand auf christliche Brauche aufmerksam macht ist er entweder religios oder zumindestens geschaftsorientiert. In der deutschen Sprache kann man jedoch beide Gruppen befriedigen. Man antwortet einfach:“Danke gleichfalls.“ Oder wie de Berlina sagt:“Ihn’n ooch.“

    1. jo, so isses. Wer hier öfter mitliest, weiß vermutlich, dass ich eher einen Spartarif „nach oben“ gebucht habe. Trotzdem soll es ruhig mehr religiöse Feiertage geben. Und zwar auch von anderen Konfessionen. Das können übrigens die Inder sehr gut, trotz mehrheitlichem Hinduismus, gibt es Christliche Feiertage oder auch muslimische Feiertage. Für alle.

  2. Einen schönen 2. Advent! Bei uns ist nix von Weihnachten zu spüren und ich weiß nicht mal, ob ich meinen künstlichen Weihnachtsbaum herunterholen soll. Irgendwie ist mir nicht wirklich danach. Aber vielleicht kommt ja nächste Woche noch Weihnachtsstimmung bei mir auf. Liebe Grüße nach Berlin.

  3. Das richtige Weihnachten, mit geschmückten Bäumen und mehr, findet nahe dem Äquator statt. Die Schneemänner und Schlitten dort wirken wie von einem anderen Planeten, erst recht, wenn es „… lt it snow, let it snow, let it snow“ durch die klimatisierte Mall hallt.

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