111) Keller auf dem Balkon

Die benachbarten Kellerabteile müssen geräumt werden, wegen elementaren Nachbesserungen am Brandschutz. Stolze 14 Jahre nach Einzug, aber besser spät denn nie. Mich sollte es zum Glück nicht erwischten, aber ich fühlte mit den Vätern im Haus, die nun diesen ganzen Krempel ausräumen und irgendwo zwischenlagern müssen.

Meine Freude währte aber nicht lange, denn als im Nachbar-Keller der Brandschutz nachgearbeitet wurde, stellte man ein Leck in einer Abwasser-Leitung fest und diese führt dummerweise auch durch meinen Keller.

Die Leitung muss schnellstens ausgetauscht werden. Gefahr ist im Verzug. Ich meine, wer Werner – Teil 1 gesehen hat, weiß wohl was ich meine. Also gehöre ich nun auch zu den Vätern, die sich kopfkratzend fragen …“wohin mit dem ganzen Scheiß“.

Am liebsten direkt auf den Müll oder ein großes Osterfeuer veranstalten, aber so einfach ist es ja dann eben doch nicht.

  • Hat ne Menge Geld gekostet
  • Kann man noch brauchen
  • Funktioniert ja noch
  • Wer weiß, wenn die Kinder vielleicht mal …
  • Und so weiter

Mittlerweile steht der ganze Krempel auf der Terrasse und nimmt uns das Tageslicht.

  • Ich könnte die Terrasse in die Kurzzeitvermietung geben, es fehlt an nichts. Sofort bezugsfertig und eingerichtet.
  • Oder den ganzen Tag auf einem Skateboard mit Rollschuhen fahren, oder mit dem Schlitten, dazu noch 60m ISDN Kabel verlegen, eine UKW Antenne auf dem Dach installieren und zwischen drei Weihnachtsbaumständern wählen.
  • Vielleicht nebenbei noch Silikon verfugen, 250 Schrauben sortieren, malern, tapezieren, zelten, tauchen, Frisbee, oder Hockey oder Volleyball spielen. Autowaschen, die ganze Wohnung mit Rest-Farbe vollpinseln und den Äquator mit Kabeln und Adaptern aller Art umrunden. Zweimal.
  • Ich könnte ein Coldplay Konzert mit HiFi und Glühbirnen ausstatten, dem IKEA eine Tonne an Scharnieren, Nippeln, Stiften und Tür-Knöpfen zurückgeben.

Ich werde mal unten einen Zettel an die Straße hängen.

„Keller auf dem Balkon zu verschenken. Tür steht offen!“


Entdecke mehr von T.ipping-Point

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

12 Kommentare zu „111) Keller auf dem Balkon

    1. Ja, auf dem Balkon findet sich eine Menge Krempel wieder. Viel Krempel. Aber sag mal, wieso kann ich bei dir nicht mehr kommentieren? Kommentarfeld ist noch da, aber nach dem Senden kriege, ich einen Fehler.

      Ich bin doch‘n Friedfisch 😉

      Like

      1. Versteh ich gerade nicht, warum das nicht gehen sollte – bzw. doch, falls Du es hier über den Reader probierst, nachdem ich Jetpack nun endgültiggekillt habe
        Auf meinem Blog selbst gehtt es jedenfalls.

        Like

  1. Sie es mal positiv: Jetzt haben Dir die Umstände eine Situation aufgezwungen und der Kram muss auch wieder runter, sonst wird das ein Messi-Balkon. Positiver Druck! Stell Dir vor, der Keller muss versiegelt werden; steht gar nicht mehr zur Verfügung – was nun? Für etliche Euros so eine Aufbewahrungskabine mieten, die für die Konsumreste statt Wohnungen gebaut werden? Frag Deine Kinder – Jetzt! Es ist eine großartige Entschlackungschance.

    Ich hab keinen Keller, aber einen geräumigen Dachboden. Dort wandert auch viel Zeug hin, das……..

    Nach der dauerhaften Verabschiedung eines alten Bekannten anfang des Jahres habe ich für mich 2026 zum Jahr der gezielten Bestandsverminderung gemacht. Verschlissenes möglichst NICHT ersetzen. (Und das bei der wimmernden Wirtschaft, die doch verkaufen will). Vorhandenes gezielt aussortieren. Quälend! 20 Paperback-Reiseheftchen (Italien, Spanien etc. ) in die blaue Tonne tun, das tat weh! Bücher müssen auch noch dran kommen, schrecklich! Dazu noch vier Teppiche, gute Tapetenrestrollen z.T. noch verpackt und Saison-Deko, haufenweise!

    Aber Du, Du hast jetzt den DRUCK, nutze ihn und Du wirst Dich befreit fühlen. (…..und wenn Du eine Schraube brauchst, ruf mich an…..)

    Like

  2. Ich hätte da auch noch was fürs Osterfeuer: Mein Göttergatte hebt jeden verdammten Karton auf. Auch für Drucker, PCs, Router und Konsorten, die schon längst übern Jordan sind. Uralte Netzwerkkabel und unzählige Bajonettverschlüsse, ISDN-Dosen, Kabel mit parallelen und seriellen Anschlüssen, die kein Mensch mehr braucht.
    Dazu die Schulsachen von drei Kindern, in die sie eh nie wieder einen Blick werfen werden, das Porzellan und Kristall von zwei Müttern, eine Kübelwaschmaschine von Miele aus den 1960er Jahren, jede Menge Bücher von mindestens drei Generationen meiner Familie und Heimwerkerzeug, das einmal gebraucht wurde und dann im Keller verschwand.
    Wir könnten Deutschland in Brand setzen. Und das ganz ohne umstürzlerische Absichten und ohne brennende Gasfelder. Einfach nur mit dem Wohlstandsmüll der Zeiten, wo „Unsere Kinder sollen es mal besser haben“ einfach nur mit Überkonsum aller möglichen Dinge verwirklicht wurde, die man angeblich unbedingt brauchte, aber eh nicht mit ins Grab nehmen kann.
    Eigentlich traurig.
    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Aussortieren.

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Annuschka Antwort abbrechen