255) Corona-Lektionen 105

Vor knapp einem Jahr, habe ich >Corona-Lektion 56 geschrieben. Würde ich den nun einfach kopieren, wäre dieser Beitrag hier schnell verfasst. Ein paar Dinge sind jedoch anders.

Gedanken der letzten Woche:

Déjà-vu?
Seit Tagen sehe ich die lila Welle auf der Corona-Karte näherkommen. Hätte ich jeden Tag ein Foto gemacht und würde ich die Bilder hintereinander abspielen, sähe das Ganze wie eine heranrückende Schlechtwetterfront aus. Wieder steigt ein beklemmendes Gefühl auf, es nimmt Tag für Tag zu, genauso wie im Frühjahr und Spätherbst 2020 und man kann sich nur schwer dagegen wappnen. Fenster vernageln und Sandsäcke stapeln bringt nichts.

Alles anders?
Aber die Situation ist eben nicht direkt vergleichbar. Wir kämpfen mittlerweile gegen Delta und erwarten jeden Moment, dass Omikron an die Tür klopft. Beide sind anscheinend viel ansteckender, als der initiale China-Import. Wir haben nun Test-Center, mehrere Impfstoffe, eine Corona-Warn-App und einen digitalen Impfausweis. Lief alles andere als flüssig, aber immerhin, haben wir das Besteck. Aber wir haben eben auch einen virologisch nennenswerten Teil der Gesellschaft, der meint, er hätte die Weisheit mit dem eigenen Löffel gefressen und, dass sie das alles nichts angeht.

Freiheit?
Soll von mir aus jeder glauben was er will, aber wenn eine bockige, teils auch manipulierte, influencierte Minderheit, das ganze Land in Geiselhaft nimmt, macht mich das sehr wütend. Am meisten ärgert mich, dass die Gegner der Corona-Politik für sich in Anspruch zu nehmen, auf die Straße zu gehen und laut „Freiheit“ zu fordern. Vielleicht sollte man es mal umdrehen und es sollten die Menschen auf die Straße gehen, die all die Maßnahmen vernünftig mitgemacht haben und mittlerweile die Faxen dicke haben.

Infektion?
Eine kleine, disziplinierte Familienfeier sorgte anschließend für mächtig Trubel und Verunsicherung, weil Kinder U12 dabei waren und danach positiv getestet wurden. Und wenn der Stammhalter danach mehrere Tage Kopfschmerzen hatte, man selber mal nicht den besten Tag erwischt hat oder die Corona-Warn-App rot bimmelt, dann stellt man sich gleich die bange Frage. „Hat es uns nun auch erwischt?“

Handeln?
In >Corona-Lektion 104 habe ich die drastischen Worte von Herr Wieler zitiert, als er circa 400 Tote pro Tag überschlug, bei der Zahl von 52.000 Neuinfektionen Mitte November. 400 Tote, die Zahl ist schwer zu greifen. Die Jungs von >Lage der Nation haben es diese Woche etwas plastischer gemacht. Jeden Tag ein Flugzeugabsturz über Deutschland. Keine Überlebende. Jeden Tag.

Und damit kommentierten sie ja nur noch mal die 52.000 Neuinfektionen von Mitte November. Unterstellen wir mal einen weiteren exponentiellen Anstieg und 70.000, 80.000, 90.000 Infektionen pro Tag sind es schnell 650 Tote und mehr. Zwei Flugzeugabstürze. Pro Tag. Rums. Rums.

Zwang?
Ich bin bestimmt kein Freund von staatlichem Zwang und beim Thema Impflicht war ich innerlich unentschieden, aber vermutlich ist es der einzige Weg raus aus dem Schlamassel. Die Gesellschaft wird nicht durch eine Impfpflicht gespalten, sondern durch fehlende klare Ansage und mangelnde Entscheidung dazu. Sollen sie es machen, dann gibts 6 Monate Getöse und dann ist das Thema durch. (Stichwort: Gurtpflicht, Helmpflicht, Rauchverbot, Masern, Meldepflicht, Census etc). Vielleicht hilft es Impfskeptikern oder Impfgegnern auch, sich erhobenen Hauptes aus dem inneren Konflikt oder von schwurbelnden Einflüssen von Freunden, Bekannten und Schwiegereltern zu lösen.

Wird vielleicht nicht jedem Leser hier schmecken, aber das ist ja auch mein Blog hier, hier habe ich Hausrecht und bestimme wie die Tische gestellt werden!

Schönes Wochenende!

PS: Apropos Hausrecht. Ich muss die beiden Bilder aus dem >Oktober-Trip nach Sachsen noch mal bringen.

Nun haben die da ein richtiges Problem. Wenn kapieren sie endlich, dass es da einen Zusammenhang geben könnte?

<— Corona-Lektionen 104

–> Corona-Lektionen 106

254) Ralle for President!

Bald werden wir vermutlich eine Regierung haben und nach der ganzen Weihnachtsvöllerei, gilt es dann, das Präsidentenamt neu zu besetzen. Wer soll es machen? Männlein? Weiblein, Ossi? Wessi? Hetero? Homo? White? Colored? Organic? Vegan? Migrated? Included? Ich kann die Diskussion schon hören.

Also ich bin für eine Doppelspitze!

Und nach Abschluss der zweiten Staffel von >Warten auf‘n Bus ist für mich die Entscheidung klar. Ralle und Hannes sollten es machen!

Eigentlich halte ich mich ja hier mit TV-Empfehlungen zurück, aber die Serie (>besonders die zweite Staffel) möchte ich euch unbedingt ans Herz legen.

Da sind großartige Dialoge, mit Felix Kramer und Ronald Zehrfeld zwei Top-Schauspieler, ein intelligenter Witz und eine tief verankerte Gutmütigkeit, die die beiden ausstrahlen. Dieses … fast schon Kammerspiel unter freiem Himmel … spielt in der Brandenburger Einöde an einer Bushaltestelle, tangiert natürlich auch den ein oder anderen Nachwende-Schaden, verschafft mir persönlich aber beste Laune und ein warmes Herz … und wehte mir auch schon Märkischen Sand ins Auge.

Und wenn sie schon nicht Präsidenten werden, dann sollten sie den Grimme-Preis kriegen!

Hut ab Jungs, mit euch würde ich gern mal ein Bier oder Multisaft trinken.

Ich hoffe auf eine dritte Staffel

253) Check!

Der erwachsene Mensch macht circa. 15 Atemzüge pro Minute und sein Herzschlag sollte ungefähr bei 60-90 Schlägen liegen. Und was er sonst noch so regelmäßig macht? Er checkt irgendetwas. Permanent.

Das beginnt schon beim Aufwachen:

  • Lebe ich noch?
  • Wo bin ich?
  • Habe ich einen Schlauch im Hals? ( … aus aktuellem Anlass)
  • Liegt jemand neben mir?
  • Was für ein Tag ist heute?
  • Was war gestern?

Und geht zum Check-In durch Bad und Küche:

  • Wie sieht‘s draußen aus?
  • Wie sieht man selber aus?
  • Reicht die Zahnpasta noch?
  • Was sagt der Wettermann im Radio?
  • Haben wir genug Kaffee?
  • Braucht die Kaffeemaschine Wasser?

Und dann so weiter:

  • Wo ist das Handy? (… also spätestens jetzt … wenn nicht schon eher … seid ehrlich)
  • Was macht der Akku?
  • Wie ist die Corona-Lage?
  • Was sagt die Wetter-App? (… weil der Radio-Sender vielleicht falsch liegt)
  • Und der Regenradar? (… weil die App vielleicht falsch liegt)
  • Was macht der Blog eigentlich?

Auf den Tag will ich gar nicht tiefer eingehen:

  • Posteingang und Spam
  • Termine und Fristen
  • Zusagen und Absagen
  • Downloads und Uploads
  • Bestellungen und Lieferungen
  • Kühlschrank ODER Kantine
  • Fortschritt und Verzögerung
  • Qualitäten und Quantitäten
  • Ankünfte und Abfahrten

Auch am frühen Abend dann weiter:

  • Wo sind die Kinder?
  • Was gibt‘s zum Essen?
  • Nachricht vom Fußballverein oder Lieferdienst?
  • Rückmeldung von Hausverwaltung oder Reifendienst?
  • Wo zum Henker wurde mein Päckchen abgegeben? 😉
  • Corona-Lage, Blog-Kommentare, Nachrichten?

Und dann checken wir durch bis ins Bett:

  • Türen zu, Fenster zu, Geräte aufladen?
  • Fernseher aus? Spüli aus? Licht aus?
  • Wo werde ich morgen sein? (… zugegeben … blöde Frage … aktuell)
  • Wie sieht‘s draußen aus?
  • Wie sieht man selber aus?
  • … oh … das hatten wir schon am Morgen …

Jeder mag einen anderen Tagesablauf haben, der eine mehr digital, der andere weniger, aber ich würde mal behaupten, wir checken uns alle durch den Tag. Wir sind die Oberchecker, Querchecker, Durchchecker, Doublechecker! Ich würde mal wetten, dass unsere tägliche Checklist länger ist, als die eines Flugzeugpiloten oder ISS-Astronauten.

Wetten? Check!

Nachtrag:
Nun, zum Ende des Beitrags muss ich gerade an meinen Noah denken. Ihr kennt Noah nicht? Dann „checkt“ mal hier. Begonnen im November 2019 … vor Corona.

 

4) New Work – Teil 1

Gong. „Guten Morgen Noah, es ist Dienstag 06:00 Uhr, wir haben den 19. November, du musst aufstehen“, säuselt eine Frauenstimme von der Zimmerdecke und fährt mit dem alltäglichen Briefing fort.…

5) New Work – Teil 2

Fortsetzung … Gong. “Noah, Dein Frühstück steht an der Tür bereit“, spricht die Stimme aus der Zimmerdecke. Er verlässt das Bad und öffnet die Tür seiner Micro-Flat. Auf der Fußmatte vor…

6) New Work – Teil 3

<— zum Teil 2 hier klicken Fortsetzung Gong. „Noah, ich übertrage das Dossier für die anstehende Holo-Con mit Australien auf deine Brille“, spricht die Frauenstimme aus der Zimmerdecke.  „Meine Analyse…

252) Wortwahl: Emissionsrechte

Folgt man der Klima-Debatte etwas aufmerksamer, trifft man irgendwann auf die Begriffe „Emissionsrechte“ und „Klimagutschriften“. Vereinfacht gesagt, kauft/verkauft man die verbriefte Erlaubnis, gewisse Kontingente an CO2 in die Luft blasen zu dürfen. Die „License to polute“ sozusagen. Mehr Hintergründe könnt Ihr woanders sicherlich fundierter nachlesen.

Packt man die Worte „Emissionrechte“ und „Klimagutschriften“ zusammen und verlagert sie ins häusliche Umfeld, entstehen auf einmal super Geschenkideen, die man den liebsten unter den Weihnachtsbaum legen kann.

Fünf Geschenk-Ideen von mir, da sollte doch für jeden was dabei sein 😉

Noch weitere Ideen? Dann hinterlasst mir ein Kommentar, für besonders originelle Ideen ergänze ich den Beitrag um weitere Gutscheine 😉

Und nun die nachgereichten Vorschläge der geneigten Leserschaft, frei interpretiert:

Gutschein von Belana Hermine:

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Gutschein von Frau Momo:

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Und noch einer von Frau Momo:

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251) Corona-Lektionen 104

Meine Güte, da habe ich mal sechs Tage die Corona-Tasten ruhen lassen und schon überschlagen sich die Ereignisse. Kaum ist 2G in Berlin eingeführt, gehts nun in Richtung ((2G+(MASK)OR(TEST)OR(DISTANCE) x 10 Sprachen / 4 Millionen Einwohner), die das hier noch kapieren und vor allen Dingen mitmachen müssen.

Nicht falsch verstehen, ich will die Maßnahmen nicht durch den Kakao ziehen, aber es fällt mir als aufmerksamer Pandemie-„Follower“ mittlerweile schon schwer, nahe am aktuellen Regelungsgeschehen zu bleiben.

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

Machtvakuum
Die eine Regierung winkt bereits zum Abschied in die Kameras, die andere ist noch nicht mal richtig im Amt und dieses Virus macht es sich genau in dieser Nische bei 7°C Außentemperatur gemütlich. Kuschel, Kuschel. Gekommen um zu Bleiben, zumindest für die nächsten fünf Monate, fordert es einen ständigen Klappsitz im Bundestag. Es überlegt aber noch, bei welcher Fraktion es lieber sitzen mag.

Hektik
Es kommt Dynamik ins Impfgeschehen, keiner weiß so genau ob‘s die Booster-Interessenten sind oder die Impf-Debütanten. Impfzentren wurden im Sommer mangels Arbeit geschlossen, nun werden Hausärzte überrannt. Schlau. Shopping-Center veranstalten Impf-Events und Impf-Busse versuchen den Stoff in die „Quartiere“ zu bringen. Ich habe es schon mal in einer früheren Corona-Lektion vorgeschlagen: Überlasst das vielleicht einfach den Lieferdiensten 😉

Frust
Es ist alles nur schwer zu ertragen. Natürlich versucht man immer Konsens herzustellen hier zu Lande, deshalb dauert alles viel länger, als anderswo. Ist ja irgendwie auch gut. Aber ich kann das Kollegen im Ausland kaum noch erklären. Deutschland war maßgeblich an der Entwicklung von Impfstoff beteiligt, hatte dann aber keinen abbekommen. Dann war der Stoff endlich da und man konnte sich um einen Termin „bemühen“. Irgendwann wollte das Zeug aber keiner mehr haben, da legte man es auf Halde oder verklappte es vor dem Verfallsdatum im Klo oder Ausland. Nun haben wir genug davon vorrätig, die Leute (egal warum) wollen & sollen es kriegen, aber nun mangelt es an Personal. Und an Tests mangelt es auch.

Nahezu gleichzeitig feiert man Karneval oder lädt zu Bundesliga-Spielen vor ausverkauftem Haus ein. Kapiere ich alles nich‘.

Mann des Tages
Das war für mich heute der Herr Wieler vom RKI, mit einer ganz einfachen Mathe-Rechnung. Liebe Kinder bitte aufpassen: Bei 52.000 Infektionen und einer aktuellen Case Fatality Rate (klingt besser als „Sterben“) von 0,8% sind das ca. 400 Tote. Pro Tag. Überschlage ich das mal bis Weihnachten sind das circa 12.000 Menschen. Mindestens. Schöne Weihnachten! Das hat er nicht gesagt, aber ich fand sein Statement an die Ministerpräsidenten sehr gut und deutlich:

Auszug:

„Aber die alle, da sterben 400 von in den nächsten Wochen, da kann keiner mehr was ändern, mit bester medizinischer Versorgung nicht.“ (…) „Also bitte haben Sie das immer im Kopf, da können wir nichts mehr dran ändern. Wir können nur noch nach vorne gucken … (…)

Ich hoffe, dass unsere geschäftsmüdende Regierung zugehört hat … und alle Impfgegner auch.

<— Corona-Lektionen 103

–> Corona-Lektionen 105

250) Gadgets

Heute keine Lust, mich mit dem Virus zu befassen, auch nicht mit der großen Politik. Stattdessen will ich mich heute mal den Gadgets widmen. Gadgets sind all die tollen Spielerein, die man nie brauchte, trotzdem kaufte und dann irgendwann die Bude vermüllen.

Der normale Großstädter wird bald die 20 folgenden Gadgets bei sich haben:
(Wenn nicht noch mehr)

  1. Kopfhörer
  2. VR/AR-Brille
  3. Maske … natürlich 😉
  4. Mikrofon
  5. Mobile Packstation
  6. Solar-Panel
  7. Batterie-Packs
  8. Po-Push-Up gegen das viele Sitzen
  9. EMS-Bauchweg-Gürtel
  10. Puls-Messer
  11. Smart Watch
  12. Tablet / Monitor
  13. WLAN-Booster
  14. Knie-Protector
  15. Schrittzähler
  16. Grüne, Vegane, Anti-Wet Hipster-Mokassins
  17. Hoverboard
  18. Elektro-Roller … sicherheitshalber … weil das Hoverboard noch nicht so weit fliegt
  19. Mobiler CO2 / NOx-Filter zum andocken
  20. Ansaugvorrichtung für Restgase

C) Headerbild: ist selbstgemalt

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Wer das ungefragt klaut, der kriegt ein Gadget über die Rübe … !

 

Frühere Beiträge zum Thema:

249) Das Jahr 2050 – Teil 3

Ich bin’s noch mal mit einem weiteren Beitrag zur Hörversion des Buches „Deutschland 2050“ von Nick Reimer und Toralf Staud. Besonders das Interview mit Herrn Staud am Ende des Buches hallt in mir nach. Seit dem kreisen mir so viele Gedanken durch den Kopf. 

Eine kleine Auswahl:

Alles anders
Verhältnisse die bislang als erstrebenswert oder gut investiert galten, wie z.B. Dachgeschoss, Südbalkon und bodentiefe Fenster, abgesenkte Bordsteinkanten, Verzicht auf Straßengräben und Vermeiden von Klimaanlagen müssen umgedacht werden. Bisherige Bauvorschriften, Material-Standards, Normen und Bepflanzung gehen von einem Deutschland mit kühleren Temperaturen und regelmäßigem Regen (… nicht Wolkenbrüchen …) aus. Und wir können nicht einfach so auf den Süd-Europa-Modus umschalten, weil es immer noch empfindlich kalt werden kann.

Neue Energien
Alternative Energien sind natürlich sehr sexy, nur leider extrem wetteranfällig. Wir sollten nicht nur diskutieren, „ob“ und „wo“ man sie aufstellt oder eben nicht, sondern eher wie man sie schützt. Nach Sturm-und Hagelschäden an Windrad und Solardach, können wir nicht mal eben den konventionellen Strom dazuschalten, weil es den dann einfach nicht mehr gibt. Wie soll der deutsche Elektro-SUV dann zum Discounter kommen?

Latenz
Man geht davon aus, dass ein Klima mindestens 30 Jahre braucht, um auf eine Veränderung zu reagieren. Das heißt, wir erleben gerade das Klima, was wir vor 30 Jahren verbockt haben. Anfang der Neunziger Jahre, mit 5,3 Milliarden Menschen, einer Zeit von eher regionaler Wirtschaft, weniger Transport und noch ungekannter Computer-Technik. Unser Lebensstil von heute wird sich in 2050 revanchieren, der von 2000 bereits 2030, also in circa neun Jahren. Mit gut 8 Milliarden Menschen auf der Kugel wohlgemerkt.

Kosten
Man ist sich einig, dass „Klimaschutz heute“ zig-mal billiger ist, als „Klima-Schäden später“. Sagt sich so leicht und ist ja auch logisch. Aber wo sind diese Investments? Und wer zahlt die? Und wann sind die Vorhaben jemals beplant und auch implementiert? Wir müssten ja bereits heute massiv etwas unternehmen, damit die Effekte aus dem Buch in 2050 auch nur im „Best Case“ eintreten.

Momentum
Wie soll sich die ganze Welt, oder selbst auch nur ein Staatenbund jemals einig werden, wann, wie, wo und was zu tun ist, um dagegenzusteuern. Und wie sollen die Menschen mitgenommen werden, die heute bei jedem Verzicht nach „Freiheit“ und „Grundrechten“ schreien und ja größtenteils noch nach Wachstum, Wohlstand und Selbstverwirklichung streben. Und wer stellt sich dann vor‘s Volk und verkündet die unbequeme Wahrheit?

Schwerst ratlos.

<—Das Jahr 2050 – Teil 2

248) Das Jahr 2050 – Teil 2

Wie vor ein paar Tagen gepostet, hat mich das Buch „Deutschland 2050“ von Nick Reimer und Toralf Staud kalt erwischt. Oder sollte ich doch lieber sagen „heiß“ erwischt? Ich will hier nicht das ganze Buch wiedergeben, nur ein paar Stichworte notieren und euch empfehlen, das Buch zu lesen oder zu hören.

Vorab schon mal: „Zieht euch warm an“ … oder besser doch nicht …:

Kapitel 1-3:
—> Teil 1 des Beitrags

Kapitel 4 „Wasser“:
—> Starkregen und Überflutungen im Wechsel mit Dürren und Wasserknappheit

Kapitel 5 „Wald“:
—> 
Waldsterben, Waldbrände, Zerstörungen, Rauch, Atembeschwerden

Kapitel 6 „Städte“:
—> Hitze, Smog, mangelnde Kanalisation, Flächenversiegelung, fehlende öffentliche Kühlräume

Kapitel 7 „Küsten“:
—> Erosion, Eisschmelze, Anstieg Meeresspiegel … wer etwas „spielen“ mag kann sich hier mal die Simulationen anschauen https://sealevel.climatecentral.org/maps/

Kapitel 8 „Verkehr“:
—> Verkehrskollaps, Infrastrukturschäden bei Bahn, Straße und Schifffahrt, gigantische Mehrkosten für Unterhalt und Aufrüstung

Kapitel 9 „Wirtschaft“:
—> Lieferketten und Warenströme unterbrochen, Knappheit an Rohstoffen, Kühlung von Industrieanlagen, Überhitzung von Leichtbauhallen, Havarien, Produktionsausfälle

Kapitel 10 „Landwirtschaft“:
—> Metan-Ausdünstungen der Viecher, Ernteausfälle, Schädlinge, Spätfröste, neue Sorten müssen gefunden und Bauernregeln neugeschrieben werden, das „flüssige Gold“ der Zukunft ist nicht mehr der Wein, sondern das Wasser. Schluck

Kapitel 11 „Energie“:
—> 
Unterbrechung der Energieversorgung, wenig stabiler Wind, mehr Sturm, Hagel auf Solar-Dächern, instabiler Boden, steigende Energiebedarfe durch elektrische Mobilität, Klimaanlagen und Server-Parks 

Kapitel 12 „Tourismus“:
—> 
Viktoriafälle trocken, Sandstrände verschwunden, Ski-Paradiese, Luftkurorte, Tauchreviere futsch, Bangkok unter Wasser, Jakarta und Venedig komplett weg, Mittelmeerraum unerträglich heiß, Erholungsurlaub im Norden hat Konjunktur

Kapitel 13 „Sicherheit“:
—> Feuerwehren überfordert, Katastrophenschutz aus dem letzten Jahrtausend, Waldbrände, Hagel, vermehrte Blitzeinschläge, Zwischenstaatliche Verteilungskämpfe, Arktis-Konflikt unter NATO-Beteiligung, Food Riots, Ungekannte Migrationen und Menschenströme in mildere Gefilde …

…. ich höre jetzt mal besser auf.

Ich muss das erst einmal sacken lassen, aber eines wird klar, es wird verdammt ungemütlich hier bei uns. Und noch einmal sei gesagt, dass es sich bei dem Buch nicht um Science Fiction handelt

Mir ist völlig schleierhaft, wie wir diese Baustellen als Gemeinschaft meistern und bezahlen wollen, wenn wir noch nicht einmal so einen blöden Virus „trockenlegen“ bzw „ausräuchern“ können.

Ich melde mich noch einmal dazu

<— Das Jahr 2050 – Teil 1

—> Das Jahr 2050 – Teil 3

247) Wintermärchen

Der Wochenendausgabe der Zeitung liegt ein Sonderteil mit dem Titel „Wintermärchen“ bei. Ausgesuchte Hotels und Regionen in den Alpen werben um solvente Gäste.

Die besten Passagen für euch zusammengestellt und kommentiert:

    • „Die Urlaubsmomente-Sammelei kann beginnen. Schafft Erinnerungen, an die Ihr euch später gern mit einem Lächeln zurückerinnert. Stillt das sehnsüchtige Gefühl nach einer winterlichen Auszeit bei uns am Achensee.“
      Urlaubsmomente jetzt in jedem siebten Sammel-Ei?
    • „Ein großzügiges Beauty- und Massage Angebot verschönern ebenso Ihren Urlaub, wie das Hallenbad mit dem vorgelagerten Außenpool von 31°, der auch im Winter geöffnet ist und bei Schneegestöber die Gemüter erfreut.“
      Außenpool mit 31°C bei Schneegestöber …
    • In der „Gletscheroase“ mit exklusivem Blick auf das ewige Eis spielen Wellness und Spa die erste Geige.“
      Ewiges Eis ? … nun ja … siehe Passage zuvor.
    • “Innen und außen laden Pools zum Schwimmen ein. Infrarotliegenraum, Wavebalance-Liege und Ultraschall-Gesichtsbehandlungen bereichern das Wellnessangebot. Ein professionelles Massage-und Beautyteam ist bereit, die Gäste von Kopf bis Fuß zu verwöhnen.“
      Kopfkino …. Igitt igitt … macht das aus bitte.
    • „Im Hotel wartet auf Kinder das Badeparadies Bergi-Land mit einer Mega-Tunnelrutsche mit Infinity Jump, einer Turbo-Rutsch mit Fallstart und dem einzigartigen Lazy River und ein großer Spielplatz.“
      Haben sie jetzt da die ganzen Kreuzfahrt-Schiffe abgestellt?
    • „Neben den kulinarischen Leckerbissen aus der Küche und der hauseigenen Pizzeria erwartet Sie der neue Weinkeller mit Rauchlounge.“
      Na immerhin. Während sich Mutti vom Alpen-Felix bearbeiten lässt und die Bälger im Bergi-Land sind, kann Vati hier die Zukunft des Deutschen Mittelstands diskutieren. Prost!
    • „Jedes der Chalets verfügt über ein eigenes AlmSpa drinnen und draußen. Dazu zählen eine eigene Sauna-Dampfkabine samt Ruheraum, eine freistehende Badewanne und ein Hot Tub auf der Hausterrasse.“
      Wohl bald eher ein Tot Hub.
    • „Bei sechs regionalen Bergbahnen, sieben Tälern und drei Höhenlagen findet jeder die passende Tour.“
      Und vielleicht auch das Schneewitchen.

Also mich kriegt ihr da nich‘ hin.

246) Corona-Lektionen 103

Die Ereignisse überschlagen sich. Deshalb kommt auch dieser Beitrag im Telegram-Stil daher. Also nicht als die verruchte Telegram-App, sondern als das Medium aus dem letzten Jahrtausend, über das mit wenigen Buchstaben kommuniziert wurde. STOP

Ein paar Gedanken der letzten Tage:

Impfung 1:
+++ Familie 100% geimpft +++ Unser D-Jugendspieler auch +++ Stolz! +++ Nationalspieler Beispiel nehmen! +++ Pfeife! +++ STOP

Impfung 2:
+++ Radiowerbung des BMG +++ Boostern +++ Anruf Arzt +++ Ende Februar +++ Shit +++ STOP

Politik 1:
+++ MP Kretschmer kurz vorm Heulen +++ Infektionen +++  Versäumnisse? +++ Schuld? +++ Selber! +++ Gepennt! +++ Nase fassen! +++ Aber danach Hände waschen! +++ STOP

Politik 2:
+++ CDU-Ralph kritisiert Auslaufen Epi-Lage +++ Attackiert Ampel +++ What? +++ Latten am Zaun? +++ Wer denn? +++ STOP

Inzidenz 1:
+++ Hier über 300 +++ F*CK! +++ STOP

Inzidenz 2:
+++ Events absagen? +++ richtig so! +++ STOP

Inzidenz 3:
+++ Tests wieder kostenlos +++ Lernkurve +++ richtig! +++ STOP

Machen?
+++ Ruhe bewahren +++ STOP

Rechtschreibung:
+++ STOP oder STOPP ? +++ SCH***egal +++ Krise ! +++ nich* wichtig +++ STOP

Schönen Abend +++ STOP

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