Heute ist ein Feiertag.
Ich sitze an der Ostsee, eigentlich weit weg von Alltag und Arbeit. Trotzdem habe ich heute Morgen kurz den Rechner hochgefahren und meinem Kollegen in Indien geschrieben, ob er irgendetwas braucht, bevor ich zu einem Tagesausflug aufbreche.
Seine Antwort war freundlich und gleichzeitig interessant:
„Honestly, who thinks of work when you have such a beautiful place to be?“
Der Satz blieb hängen, hat mich im Auto begleitet und wenn ich beim Fahren in die Ferne schaue, fängt die Birne nun mal an zu zu rattern … dank der smarten Helferlein kann ich meine Gedanken diktieren.
Zwischen den Zeilen steckt oft eine Vorstellung, die viele vermutlich teilen: schöne Umgebung gleich Leben, all die Arbeit gleich Belastung. Als würde das eine automatisch das andere verdrängen müssen.
Aber so schwarz-weiß empfinde ich das gar nicht.
Natürlich ist Erwerbs-Arbeit zuerst einmal etwas sehr Pragmatisches. Sie finanziert unser Leben. Das Dach über dem Kopf. Familie. Gesundheit. Reisen. Mobilität. Sicherheit. Freiheit. Die Dinge, die wir liebgewonnen haben.
Eine Kollegin aus den USA sagte neulich einmal: „It pays the bills.“
Und vielleicht steckt darin auch eine gewisse Gelassenheit. Man muss sich nicht über alles bis ins Letzte aufregen, nicht jeden Ablauf in der Firma gut heißen. Am Ende soll der Job eben die Rechnungen bezahlen.
Aber Arbeit ist für mich eben auch mehr als das.
Arbeit bedeutet auch Sinn zu stiften. Herausforderungen zu knacken. Dinge verbessern. Probleme lösen. Kollegen helfen. Blödsinnige Prozesse umzukrempeln, um Ressourcen zu schonen und Menschen mit wichtigeren Dingen zu beschäftigen.
Und wenn man ehrlich ist:
Wer Vollzeit arbeitet und auch drüber, für den ist Arbeit nicht irgendein kleiner Nebenaspekt des Lebens. Rechnet man den Schlaf heraus, nimmt Arbeit einen enormen Teil unseres Tages ein. Wie sollte man das komplett aus dem Kopf löschen können, nur weil man plötzlich vor dem Meer steht und dem rythmischen Rauschen lauscht.
Aber vielleicht muss man das auch gar nicht.
Ich finde diese Vorstellung falsch, dass berufliche Gedanken an einen schönen Ort, den Moment automatisch kaputtmacht. Überhaupt nicht. Und nicht zu vergessen, hier oben leben Menschen, die jeden Tag hart arbeiten an einem schönen Ort.
Ich kann an der Ostsee stehen, auf die Wellen schauen und trotzdem kurz an ein Projekt denken. Das zerstört den Moment nicht. Genauso wenig, wie ein Gedanke an Familie, Alltag oder irgendein anderes Thema das Erlebnis zerstört.
Wichtig ist vielleicht eher, dass nicht nur die Arbeit im Kopf existiert. Sondern auch alles andere. Dass die Balance stimmt.
PS: Co-Creation Projekt mit KI
Diktat, Gesprächsführung: Ich, T.Head
Textliche Überarbeitung: Maschine









