Ein Airbus A350 mit Zusatztank hat es kürzlich nonstop von Toulouse nach Sydney geschafft. In knapp über 24 Stunden, über zwei Ozeane und mit zwei Sonnenaufgängen.
Rein technisch gesehen ist das schon ein Knaller. Ökologisch dürfte es auch etwas besser sein, weil nur noch einmal gestartet wird. So weit, so gut. Aber was soll ich da oben 24 (!) Stunden eingesperrt in einer Metallröhre machen?
Start und Landung brauchen ungefähr 1,5 Stunden.
Drei- oder viermal essen: vielleicht 3 Stunden.
Toilette inklusive Anstehen: 30 Minuten.
Drei Nickerchen: optimistische 5 Stunden.
Umherwandern, stretchen und im Gang herumstehen: 1 Stunde.
Bleiben immer noch … 13 Stunden!
Das wären ungefähr sechs Filme. Da weiß ich am Ende doch gar nicht mehr, ob Shah Rukh Khan gegen Apollo Creed in Rocky II gewonnen hat oder ob es doch Stallone oder am Ende der Costner war, der mit der hübschen Deepika durchgebrannt ist, um anschließend farbenfroh durch Bollywood zu tanzen, bevor die Lakota-Sioux auf ihre Weise mit dem Wolf getanzt haben. Da kriege ich ja “vierecksche Oochen”, wie mein lieber Großvater immer sagte.
Gut, ich könnte mir etwas zum Arbeiten mitnehmen. Dafür bräuchte ich allerdings eine Powerbank so groß wie ein Tetrapak Milch, Highspeed-Internet, einen höhenverstellbaren Schreibtisch, zwei Bildschirme, eine Kaffeemaschine in Reichweite und ein Whiteboard.
Und vorher müsste ich vermutlich noch beim Arzt und im Sanitätshaus vorbeischauen. Schmerztabletten, Halskrause, Ganzkörper-Thrombosestrümpfe bis über die Ohren, eine Monatspackung Augentropfen, Beruhigungspillen und vielleicht noch einen kleinwüchsigen Physiotherapeuten im Handgepäck.
Oder ich schaue vorher mal an den einschlägigen Ecken in Berlin vorbei. Vielleicht gibt’s da ja etwas unter der Hand, das mich einfach für ein paar Stunden ausschaltet. Aber bitte mit Garantie und Kassenbon. Denn so, wie ich mich kenne, wache ich erst kurz nach dem Start des Rückflugs wieder auf.
Ich glaube, ich würde dann doch den Zwischenstopp wählen …
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PS: Titelbild via KI
