Dieser Tage sitze ich oft vor meinem Blog und denke, ich würde ja schon gern was schreiben … aber dann lasse ich es wieder und schiebe die Entwürfe … weg. Warum? Ist eine Art von Sättigung erreicht? Bin ich noch überwältigt von der großen Fahrt im Juni und Juli? Gibt es sonst keine Themen?
Aber an Themen mangelt es eigentlich nicht.
Ich könnte mich darüber aufregen, dass seit vier (!) Jahren das Dachgeschoss gegenüber ausgebaut wird und die „aktuelle“ Baustelle mittlerweile seit über 18 Monaten einen Fahrstreifen und Parkplätze wegnimmt. Gleiches könnte ich von einer Ortsdurchfahrt im Berliner Südosten berichten, wo seit Januar 24 oder 25? eine Strecke von einem Kilometer neu gemacht wird. Nicht zu schweigen von einer riesigen Baulücke hier im Kiez, wo mal irgendein windiger Investor ein Hotel hinstellen wollte. Und nun? Nüscht.
Aber wenn ich das tue, rutsche ich sofort ins Meckern ab. Und das macht mich erstens nicht glücklicher und ist zweitens aktuell auch nicht hilfreich.
Dann könnte ich mich über diesen orangen Heini hinterm großen Teich lustig machen. Könnte mich echauffieren, wie viel Sendezeit und wie viele Fotos die silberhaarige Grinsebacke mit dem edlen Namen aus Sachsen-Anhalt bekommt oder welchen Blödsinn seine Partei hier in Berlin auf die Wahlplakate schreibt. Aber auch da denke ich mir: Es bringt eh nichts, was ich hier schreibe. Insofern lasse ich es.
Ich könnte schreiben, dass ich einen neuen Rasenmäher brauche, der Akkuschrauber im Arsch ist und ich auch noch eine kleine Schleifmaschine anschaffen muss, um ein paar Schäden am Fußboden zu beseitigen. Aber who cares. „Yippiejaja yippie yippie yeah“, denn: „Respekt, wer’s selber macht.“
Apropos selber machen. Ich hasse es, selber zu kassieren, was nun auch in Deutschland immer mehr Einzug hält. Ich habe da keinen Bock drauf. Ich will nicht auch noch alle anderen Jobs machen, meiner reicht mir eigentlich.
Ich könnte darüber schreiben, dass mich die Leute von WordPress immer mehr zur Weißglut treiben, weil sie ständig an ihrem Editor rumfummeln und der immer schlechter wird, statt besser. Vielleicht sollte ich diesem Laden auch mal eine Rechnung schreiben, so wie er mir jährlich eine schickt. Vielen Dank auch.
Ich könnte schreiben, dass nach den erreichten 50 die Knochen mehr Stress machen, die Hormone durcheinander sind und ich bei den entsprechenden Harmonien oder Filmsequenzen immer schneller feuchte Augen kriege.
Ich könnte eine Art Nachlese über meine Auszeit schreiben. Darüber, dass ich mich oft frage, was ich „hier“ eigentlich mache. Dass ich mir die endlosen Straßen zurückwünsche, mit diesen gigantischen Wolken und diesem irren, hellen Licht.
Von der Katastrophe in Nepal mal ganz zu schweigen.
Ja, könnte ich.
Aber …









