732) 2025: Knicken, lochen, abheften

Das Jahr 2025 … nun ja … die Einleitung erspare ich mir und euch. Ich sortiere das mal alphabetisch, nicht dass der Eindruck entsteht, dass mir manche Dinge wichtiger wären als andere.

Beruf: uups. Ich bring das doch vielleicht später unter „J“ wie „Job“.

Blog: auch doof, ich schiebe das runter nach „T… agebuch“

Familie: Die Brut scheint weitestgehend aufgezogen, sie bleiben immer häufiger und länger weg vom Nest. Manchmal reisen sie sogar schon in andere Länder. Das ist ein Umstand, mit dem wir wohl lernen müssen, umzugehen. Wenn sie als Teenager andere Sichtweisen auf die Dinge da draußen haben (müssen!) und leidenschaftlich diskutieren, dann machen sie mich dabei sehr stolz, denn ich sehe, dass wir das richtige Betriebssystem verbaut haben. Die Grundinstallation war erfolgreich, die weiteren Updates liegen nun zunehmend in ihrer Verantwortung.

Gesundheit: Unfälle gab es keine, immerhin. Ich hatte zwar die Kettensäge wieder in den Händen, aber sie „tauchte“ nur in Holz sein … sonst nirgends. Aber die Abwesenheit von Unfällen heißt ja nicht automatisch, dass man gesund ist. Kaum ebbte „es“ irgendwo ab, kam „es“ woanders wieder raus. Als würde man einen Flummi, mit voller Kraft in einen geschlossenen Raum werfen. Orthopädie, Osteopathie, Apotheke, Sanitätshaus … meine Güte … aber ja, natürlich, andere haben mehr Grund zum Klagen. Liebe Grüße.

Job: Dieses Jahr war extrem arbeitsreich, ich habe die letzten zehn Jahre jeweils nicht so viel arbeitet wie in diesem Jahr. Und das meiste davon aus dem Home Office, ohne Kaffeeküchen-Talks und Kicker-Tisch. Und das wird sich ändern müssen. Erst recht mit Blick auf den vorigen Abschnitt unter „G“. Mein Job hat dummerweise mit Tastatur/Maus zu tun und findet vor einem Computer statt. Da kann man den Tisch hoch und runterfahren so oft man will, man kann den Markt der Mäuse leer kaufen … aber dazu mehr in einem der nächsten Beiträge.

Reisen: Das Jahr begann mit Insel-Office, das werde ich (sehr bald) wieder machen. Zu Ostern ging es nach Dänemark, Ende Juni habe ich auf Rügen gearbeitet. Im August ging es dann endlich auf Urlaub nach Singapur und Malaysia. Kurztrips an den Rhein, in den Thüringer Wald, nach Prag und nun unerwartet noch auf den Darss machten die Sache rund. Da kann ich nicht meckern. Mach‘ ich auch nicht.

Sport: In der Rubrik Bewegung, lief es echt gut, das Ziel 100 im Monat oder 1000 im Jahr wurde übererfüllt. Da, wo andere einen Arbeitsweg haben, habe ich einen Sportplatz. 1.192 km in Sportschuhen verteilt über 230 Aktivitäten können sich sehen lassen.

Tagebuch: Da herrschte vom Gefühl her etwas Flaute, allerdings ist das nicht durch die Zahlen gedeckt. 168 Beiträge erschienen auf dem Blog hier, 53.000 Wörter, doch mehr, als ich eigentlich dachte. Die Schwerpunktthemen waren dabei KI, Digitalisierung, Medien, Konsum, Krieg, Autokratie, … wer hätte das gedacht. Vielen Dank fürs Lesen und die Kommentare.

So und nun wird’s Zeit …

Knicken, Lochen, Abheften

Rutscht gut rein Nachbarn!
T.Head

118) Postkarte vom Mischpult

Ein Jahresrückblick für 2024 zu schreiben, halte ich für verfrüht. Irgendwie habe ich das Gefühl, da kommt noch was. Bei den Konzertbesuchen kann ich allerdings ein Strich drunter machen, die Saison ist beendet und war sehr gut. Nicht überladen, aber hochwertig.

Hier also meine Konzerterlebnisse aus dem vergangenen Jahr

Ich fange mal mit November 2023 an, auch wenn es kalendarisch etwas aus der Reihe tanzt, war es gigantisch und der liebe J. und ich hatten einen verdammt guten Abend. Die Herren von Front 242 waren live in Heidelberg, mit Nitzer Ebb im Vorprogramm.

Im Januar und Februar hatte ich keine Gelegenheit für Konzerte, denn ich war ja >vier Wochen in Süd-Indien.

Im März zog es uns zu Nils Frahm in den Kulturpalast nach Dresden. Nils Frahm schätze ich sehr auf meinen Ohren, wenn ich mich mal abschotten will, aber keine Texte gebrauchen kann (z.B. im ICE vor dem Laptop).

Im Juni ging es zu den Jungs von Forced to Mode. Eine tip-top Depeche Mode Coverband war „zu Gast“ und performte ein super Heimspiel im Berliner Huxleys. Beste Wahl, wenn einem die Konzerte der senioren Engländer zu weit weg, zu teuer oder zu groß sind.

Im Juli war an Konzerte nicht zu denken. Wer hier regelmäßig mitliest erinnert sich vielleicht, dass ich >mich mit einer Kettensäge angelegt hatte.

Und dann war Nick Cave mit seinen Bad Seeds im September nach langer Zeit mal wieder zu Gast und hat eine ware Musikmesse abgehalten. „Into my arms … oh, Lord …“. Während ich das jetzt schreibe, treibts mir das Wasser in die Augen … die Zwiebeln fürs. Weihnachtsessen … ihr wisst schon.

Die Österreicher von Wanda kamen im September in die Nachbarschaft und unterhielten die Max-Schmeling-Halle. Wir hatten einen Stehplatz am Umlaufgitter, die Bar im Rücken, toller Abend, super Stimmung.

Im November ging es zu Tony Ann im Theater des Westens. Wahnsinn was dieses Klavier-Genie mit den Tasten anstellen kann. 

Wenn ich so meinen Laptop bedienen könnte, wie der das Klavier, würde ich sofort in Teilzeit gehen.

5) Akteneinsicht 1989: Mit Udo zum Fahnenappell

Bevor ich ins Jahr 1990 weiter blättere, will ich noch mindestens zwei paar Geschichten dokumentieren, die mir zumindest irgendwie besonders scheinen. In der folgenden Geschichte dreht es sich darum, wie ich einen Pionier-Appell mit einem Song von Udo Lindenberg veredelt habe.

Leider (oder zum Glück) kenne ich dazu keine schriftlichen Aufzeichnungen, aber ich habe es genauso in meinem Kopf. Ich glaube, es war in 1989, denn in 1988 hätte ich mich das vermutlich nicht getraut.

Zunächst will ich das Prinzip eines solchen „Appells“ beschreiben. Vier oder fünfmal im Jahr gab’s in der Schule einen so genannten Appell. Mindestens zu Schuljahresbeginn und -Ende, dazwischen noch mal, wenn es irgendwelche Anlässe gab (Feiertag, Schuljubiläum etc.) Unter Appell verstand man (ähnlich dem Militär) ein „Aufstellen“ aller Schüler, in Pionierkleidung (weißes Hemd, blaue Hose oder Rock, blaues oder rotes Halstuch je nach Alter) oder in FDJ-Hemd/Bluse (blau). Solche Appelle fanden je nach Saison auf dem Schulhof oder in der Aula statt. Die Klassen mussten an zugewiesenen Plätzen Stellung nehmen, in der ersten Reihe die „schlauen“ in Pionierkleidung, hinten dann die mit vergessener Pionierkleidung. Zur Dekoration gehörten Blumen, Fahnen, Schulwimpel, manchmal sogar Fackeln (fanden wir Jungs super).

Dann folgte die Begrüßung, die ungefähr so erfolgte:

„Wir begrüßen die Schüler der unteren Klassenstufen mit dem Gruß der Pioniere „Seid bereit!“. Worauf dann die Kids recht euphorisch „Immer bereit!“ brüllten und die rechte Hand auf der Kopfplatte artig zum Gruß aufstellten.

„Wir begrüßen die oberen Klassen mit dem Gruß der Freien Deutschen Jugend „Freundschaft!“. Dem murmelten die Älteren, stimmbrüchig, pubertierend und gelangweilt ein „Freundschaaaaaa …“ entgegen.

Das Hauptprogramm bestand dann aus „wichtigen“ Worten, einem Musikstück oder Lied des Schulchors. Die Versammlung wurde dann irgendwann beendet und alle schlurften zurück in die Klassenräume.

Genug der Erklärung, nun zu meiner Geschichte: Irgendwann durfte/sollte ich mal einen solchen Appell mit organisieren und bei der musikalischen Untermalung helfen. Auf keinen Fall wollten wir den Schulchor da hören, es sollte etwas aus Rock und Pop sein, deutschsprachig, aber nicht den damaligen „Standard“.  So fiel die Idee auf Udo Lindenberg, aber das Verhältnis der DDR zu Udo Lindenberg war schwierig. Es gab zwar lizensierte Tonträger von Udo im Handel zu kaufen … trotzdem … auf einem Schul-Appell …. da hatten wir schon Bammel. Wir loteten in der Hierarchie die Bereitschaft dazu aus und nahmen keine großen Widerstände war.

Am frühen Morgen eines solchen Appells bauten wir also die Tontechnik auf dem Hof auf, die Schüler trotteten heran, stellen sich auf und dann spielten wir zur Eröffnung „Wozu sind Kriege da“ von Udo und Pascal. Als der Song anlief beobachteten wir die Schulleitung, bekamen arge Zweifel ob das nun so eine gute Idee war und dann lernte ich auch, dass 4 Minuten extrem lang sein können.

Aber wir haben es überlebt, wurden danach nicht zum Direktor kommandiert und die Geschichte blieb auch schadlos für meine Familie. Die Zeit war wohl reif.

Wenn ich heute den Titel irgendwo höre, haut es mich aus den Schuhen und eine Küchenrolle in Griffnähe wäre wünschenswert.

<— 4) Akteneinsicht 1989: Wandel

—> 6) Akteneinsicht 1989: Mit Basecap zu Gorbi

2) Akteneinsicht 1987: Sozialistische Ordnung

Für den ersten Beitrag dieser neuen Kategorie >Akteneinsicht, juckt es mir natürlich in den Fingern, gleich mit dem Wendejahr 89/90 zu beginnen. Darüber wird ja in diesen Tagen viel geschrieben und gesendet. Aber der Umbruch in der DDR begann ja bekannterweise nicht mit der Pressekonferenz und dem Gestammel von Günther Schabowski, sondern es rumorte ja schon vorher deutlich. Daher fange ich mal mit dem Jahr 1987 an. Da wurde ich 11 Jahre alt und aus familiären und biologischen Gründen entwickelte sich auf meinem Hals so langsam ein selbstdenkender Kopf. 

Was sonst geschah:

Ein deutscher Hobby-Pilot landet auf dem roten Platz in Moskau, Reagan besucht West-Berlin, Honecker das verschlafene Bonn, die beiden Berlin‘s feiern jeweils das 750-jährige Stadtjubiläum, man versuchte sich am gegenseitigen Entspannen und verwöhnte das Volk an der Berliner Mauer mit Musik (David Bowie, Eurythmics und Genesis). Je nachdem, wo man aufgewachsen war, konnte man sie sehen oder nur hören.

Leider habe ich damals kein Tagebuch geführt, Blog gab’s ja noch nicht, aber jeder Schüler war verdonnert, ein Hausaufgabenheft zu führen. Die habe ich ab Klasse 5 aufgehoben. Keine Sorge, ich schreibe das jetzt hier nicht komplett ab, picke aber ein paar interessante Stellen heraus. Nicht das banale  „Turnbeutel vergessen“, sondern Passagen aus dem noch „heilen“ sozialistische Schul-Alltag, aber auch schon erste Anzeichen von Rebellion gegenüber dem pädagogischen Personal.

Also, genug der Vorrede. Los geht’s. Meine persönlichen Einträge schreibe ich hier in normaler Schrift, die von Einträge von Lehrern mache ich fett, heutige Kommentare fasse ich in kursiv.

<<Deckblatt>>

Hausaufgabenheft
Name des Schüler: T.
Klasse: 5 

*Madonna*      IC        Modern Talking
(
Aufkleber hatte ich damals noch nicht … nur Filzstifte)

<<Hausaufgaben>>

07.09.1987 9:35 Uhr auf Hof antanzen

12.09.1987 Hefter und Atlas vergessen.

21.09.1987 Atlas und Heft vergessen. (solche Einträge, wiederhole ich von jetzt an nicht mehr)

23.09.1987: Versammlung zur Vorbereitung der Gruppenratswahl, 14:15 Uhr antanzen !!!! (Gruppenrat war so etwas wie Klassensprecherkollektiv, nur eben als Gruppe und „demokratisch“ gewählt)

30.09.1987: Gruppenratswahl 14:30 Uhr !!!!!!!!

01.10.1987: ungenügende Pausendisziplin (das war doch noch jar nüscht)

14.10.1987: Unterrichtsdisziplin sehr schlecht, Freundschaftsratswahl 15:00 Uhr! (Vergleichbar mit der heutigen Schülervertretung, nur stramm sozialistisch)

06.11.1987: 07:20 Appell / Pionierkleidung

18.11.1987: Fest der russischen Sprache

19.11.1987: Milchgeld 5,70 M

20.11.1987: T. zeigt in letzter Zeit ein recht vorlautes Benehmen!

27.11.1987: Milch-Geld: Vanille 3,61 M, Frucht 3,80 M, Kakao 6,65 M, Joghurt 6,65 M, Vanille, 5,70 M, Schoko 9,50 M (Einträge zum Milchgeld wiederhole ich nun auch nicht mehr)

14.12.1987: T.‘s Verhalten ist sehr flegelhaft. Oft stört er durch lautes Dazwischenreden

<<Mitteilungen>>

Für Beteiligung am BZA-Lauf erhielt ich ein Lob.

Da ich gegen die Schulordnung verstoßen habe und trotz Belehrung im Deutschraum getobt habe, erhielt ich eine Verwarnung.

01.12.1987: Weihnachtsveranstaltung Palast der Republik

<<Schlussblatt>>

Madonna = „Herz“        Jennifer Rush

<— 1) Akteneinsicht: Prolog

—> 3) Akteneinsicht 1988: Altstoffe und nasse Lappen

554) Ein Dutzend Jahre

Neulich habe ich mal den Schuppen an der Villa aufgeräumt. An der Stelle wo Grillanzünder, Kohlenzange und die Schürze mit integriertem Flaschenöffner liegen, fand ich auch eine vergilbte Zeitung, die gegebenenfalls als Anmachhilfe dienen sollte. Der Stapel Papier entpuppte sich als Bild am Sonntag vom 27.05.2012. Wie kommt die denn hierher? Und warum liegt die noch da? Also wenn wir sie 12 Jahre nicht benötigt haben, dann kann die auch in den Müll. Aber bevor ich das „Döpfner-Papier“ seiner Bestimmung zuführen konnte, musste ich da noch mal schnell reinschauen.

Und siehe da, so viel hat sich in 12 Jahren eigentlich nicht geändert. Schon traurig.

Eine Fußball-EM beschäftigt das Land, altbekannte Gesichter, nur jünger.

So manch Überschrift kratzt heute etwas im Abgang.

IMG_0148

Sogar von einer Auferstehung Schumi‘s war damals die Rede, noch vor seinem schlimmen Umfall. Armer Kerl.

IMG_0152

Andere Themen gab es einfach noch nicht in dem Maße wie sie heute besprochen werden. Die equadorianische Botschaft in London hatte noch eine Gästewohnung frei, keine laute Klima-Debatten, keine E-Mobilität im großen Stil, keine Wärmepumpe, kein Heizungs-Hammer, keine Migration, kein Ukraine-Krieg, keine AfD, kein TikTok, kein Covid-19, keine Spaltung der Gesellschaft. Man könnte meinen, alles war so friedlich … so friede-freude-eierkuchig … war es aber auch nicht.

Und vielleicht ist auch gut, dass wir die Dinge nun breiter diskutieren, auch wenn es manchmal anstrengend ist.

507) 2024, mäßige Dich!

So, das alte Jahr ist in ein paar Stunden vorbei und weitere Katastrophen sind hoffentlich nicht mehr zu erwarten. Das Katastrophen-Budget ist vollends ausgeschöpft! Die letzten Wochen fühlten sich etwas zäh an, fand ich. Wie ein Buch, dass man zu Ende lesen muss und ständig vorblättert und ausrechnet, wieviele Seiten noch zu lesen sind. Oder wie so ein ekeliges Stück zähes Rindfleisch aus Omas Grüne-Bohnen-Eintopf, auf dem man ewig herumkauen musste, weil es auszuspucken mit Würgereiz einhergehen würde.

Ich will mir hier nicht die Finger wund schreiben, haben andere schon gemacht. 

Also fasse ich mich kurz:

  • Arbeitsmäßig: too much, gerne weniger
  • Sportmäßig: lief schon mal besser. 
  • Blogmäßig: ganz okay, war schon mal mehr 
  • Nachrichtenmäßig: Voll-Katastrophe.
  • Ampelmäßig: selten grün, Gelbphasen wurden länger
  • Knochenmäßig: dass ich nun keine 18 mehr bin, war mir bewusst, aber dass der Verfall jetzt schon einsetzt … mein lieber Scholli …

Aber 2023 war nicht nur mittelmäßig und versetzungsgefährdet.

  • Konzertmäßig: Highlight sicher das in Heidelberg. Grüße!
  • Bildungsmäßig: viel gelernt und anderen beigebracht, mache ich wohl gern
  • Gewichtsmäßig: nahezu unverändert
  • Regelmäßig: nachgedacht, beobachtet und geschrieben
  • Planmäßig: Seit Längerem Indien-Reise für ´24 vorgehabt und das bei Brötchen-Gebern und Brötchen-Essern durchgekriegt.
  • Spitzenmäßig: massig neue Leute kennengelernt und sogar einen Blogger „in echt“ getroffen. Grüße!

Und was wünsche ich mir für 2024? Eigentlich könnte ich den >Beitrag von letztem Jahr kopieren. Aber vielleicht war der auch zu drastisch, zu fordernd … gar überfordernd? Die Welt kann sich nicht über Nacht ändern. Sonst könnten wir ja mal in Australien anrufen und fragen, ob sich schon was tut.

Aber vielleicht kann sich 2024 einfach nur etwas mäßigen. Vielleicht nur einen Krieg im Jahr? Ein religiöses Blutbad alle sechs Monate? Und Brand und Wasser bitte nur im Wechsel? Reicht das denn nicht?

Dann könnten wir endlich die Energie und unseren Kopf für die dicken Bretter einsetzen, die wir da noch bohren müssen.

In diesem Sinne.

Prost …

T., T.Bot und Noah

PS 1: und allen die knietief im Wasser stehen, wünschen wir Kraft und Nerven

PS 2: Und eine kleine Pandemie wünsche ich mir. Eine die nur 40-50 Menschen befällt, das sollte für die einflussreichsten Despoten, Demagogen, Diktatoren und Nazi‘s reichen.

399) Ein Kessel Gebloggtes (Rückblick 2022)

Auch mein Blogger-Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu. Gute Gelegenheit etwas Revue passieren zu lassen.

Glaube ich der Statistik der Blog-Plattform, habe ich in 2022 wohl 173 Beiträge verbockt … verbloggt, das sind im Schnitt ca. 3 Beiträge pro Woche, was ungefähr hinkommt. Manchmal sind es weniger, manchmal mehr, je nachdem wo ich gerade bin und welche Laune gerade mit mir ist. Und natürlich abhängig davon, was mir für Material vor die Finger läuft. Denn ich schreibe meine Beiträge recht impulsiv, ich folge keinem Schreibplan oder so. Im Kopf fliegt mir immer Material für 2-3 künftige Beiträge herum, mehr nicht. Und dann geschieht immer Ungeplantes, bei denen es mir dann in den Fingern kribbelt.

Genug zu Statistik und Konzept, hin zu den Inhalten:

Viele Beiträge dieses Jahres trugen noch eine hohe Virus-Last in sich, aber irgendwann verlor ich die Lust am C-Thema und beendete mit >Ausgabe 120 die Reihe der „Corona-Lektionen“. Da ist über die Zeit eine kleine Chronik entstanden, auch wenn das eigentlich gar nicht das Ziel war. Eines Tages werde ich die alle noch mal lesen. Wer bereits jetzt Lust dazu hat, nur zu. Denn nach der Pandemie ist vor der Pandemie 😉 >Hier geht‘s zu Teil 1

Die Reihe „Rückkehr ins Büro“ entstand ja eigentlich schon in 2021 und war zunächst als kleine Verzweiflungstat gedacht, in der ich mir im Höhlen-Office mit viel Phantasie und Augenzwinkern ausmalte, wie es denn wohl werden würde, wenn ich wohl jemals wieder ein Büro betreten werde. In 2022 hat sich das Format etwas geändert und dokumentierte fortan meine Fortschritte bei den „Wiedereingliederungsmaßnahmen“ ins Büro-Leben. >Hier geht’s zu Teil 1

Und nicht zu vergessen die Reihe „Wenn Bots bloggen“. Die läuft zwar von den Zugriffstatistiken nun nicht unbedingt „mega-ultra-meta“, aber ich finde die Idee gut und es macht mir riesigen Spaß, meinem virtuellen Assistenten T.Bot beim Schreiben zuzuschauen 😉 > Hier geht‘s zu Teil 1

Tja und dann gab‘s noch viele Einzelbeträge, Postkarten, Gedanken, Impulse und Kopfsalat, die keiner Reihe zugeordnet sind, aber dringend aus meinem Oberstübchen „entsorgt“ werden mussten. 

Die 5 meistgeklickten Beiträge in 2022

Ganz besondere Grüße an die Top-6 der Kommentatoren …  

… die mich dann immer ganz schön unter Stress setzen 😉 

Danke auch an die ein oder andere Erinnerung, mal im Ordner der ausstehenden Kommentare nachzuschauen. Ich gelobe Besserung.

Überhaupt will ich ganz besonders herausstellen, dass die Kommentare zu 99% freundlich, sachlich und von konstruktiver Grundhaltung sind. Natürlich wird mal geschimpft und gemotzt, das ist eine „tragende Säule“ dieses Projekts hier, aber es blieb immer vernünftig im Ton. Das ist mir sehr wichtig und in diesen Tagen gar nicht so selbstverständlich. Es gab nur einen Unfall, wo ein Möchtegern-Propaganda-Minister, seinen geistigen Durchfall bei mir platzieren wollte. 

Tja, und „Leser„ bin ich natürlich auch noch. Ich versuche, bei anderen Blogs am Ball zu bleiben, habe während des Jahres aber auch gemerkt, dass da eine Menge Stoff kommt. Daher habe ich meine Lese-Abo‘s etwas reduziert. Mir ist aber auch aufgefallen, dass mir sehr liebe Blog-Projekte aus meinem Reader gefallen sind. Das wiederum war nicht meine Absicht, leider ist der Folgen/Nichtmehr-Folgen verdammt dicht an dem Like-Button. Ich angele sie mir wieder zurück.

Und im nächsten Jahr? 

Sicher wird T.Bot wieder ans Klavier dürfen und mein Alter Ego „Noah“ bekommt auch wieder seine >Auftritte. Bei den >Gastbeiträgen könnte auch mal etwas mehr passieren und ich will die Reihe  >Erfrischende Video-Konferenzen fortsetzen, da steckt noch viel Potenzial drin.

Und wenn ich dann noch Zeit habe, dann überlege ich mir endlich mal einen vernünftigen Nickname oder mache mir Gedanken, wie ich Tipp-Fehler früher erkenne … oder auch nicht 😉

Rutscht gut rüber Nachbarn!
T.

364) Corona-Lektionen 120 (Ende)

Oh mal wieder was zu Corona? Warum denn auf einmal? Also sicher nicht weil mich das Thema wieder besonders interessiert, es macht mich eher müde.

Eigentlich nur, weil ich die Reihe nach >Corona-Lektion 119 im Juni weder fortgesetzt, noch abgeschlossen habe. Und ich hasse Dinge, die nicht abgeschlossen sind und so unfertig umherdümpeln.

Also beende ich die Beitragsreihe heute, hier und jetzt. Vielleicht nehme ich sie irgendwann mal wieder auf, wenn ich es richtig finde, aber jetzt ist erst einmal Schluss.

Rückblickend ist da eine Menge Stoff zusammengekommen, ja es ist eine kleine Coronik … Chronik aus meinen Gedanken zum Umgang mit dem Virus und seiner buckligen Variantenschaft entstanden. Das Schreiben hat mir geholfen, meinen Kopf zu sortieren und war oft auch Ventil für Ereignisse, die mich beunruhigt oder geärgert haben.

Gedanken der letzten Wochen:

Abstand:
In den letzten Wochen gab es durchaus mal enge Situationen wo ich mir etwas hätte einfangen können, aber bislang hat’s mich nicht erwischt. Glaube ich zumindest. Klopf‘ auf Holz. Vier Dienstreisen habe ich heil überstanden, einige Hotelübernachtungen, Restaurantbesuche und ähnliches Zusammenkünfte mit anderen Menschen. Es ist nicht leicht Vorsicht walten zu lassen, wenn man nicht als dissozialer „Solitary Man“ abgestempelt werden will. Und ich kann ja auch nicht nur im Höhlen-Office sitzen, da drehe ich irgendwann durch. Ich muss raus, ich bin kein Cave-Man, dass habe ich in den letzten 2,5 Jahren gelernt.

Maske:
Sitze ich in Bus und Bahn sehe ich zunehmend blanke Gesichter, die nehme ich dann zwar war, will aber meine Energie nicht an ihnen verschwenden. Ich frage mich nur, wie wir die richtig dicken Bretter (Verzicht, Energie, Klima etc) bohren wollen, wenn wir uns an solch simplen Maßnahmen aufreiben. Aber ich glaube auch an das Gute im Menschen, es geschieht ja nicht immer mit Absicht. Gestern beispielsweise bin ich klitschnass in einen Erlanger Bus gehüpft, mit Schirm, Charme und ÖPNV-App und stellte dann nach drei Stationen fest, dass mich ein paar Fahrgäste mürrisch anschauten. Oh. Sorry. Mein verlegener Griff zur Maske. „Das ist nicht so, wie es vielleicht aussieht ;-)“

Rückblick:
Die erste Corona-Lektion ist hier am 13.03.2020 entstanden. In einer Zeit voller Unsicherheit und Ahnungslosigkeit. Niemand hatte einen substanziellen Schimmer davon, was da wohl noch alles auf uns zu kommen würde. Tja und dann kam eine Lektion nach der anderen, immer beginnend mit einem „Guten Morgen – Liebe Sorgen – Motiv“ aus dem Fenster. Es ging über die ersten „Lockdowns“, Home Schooling, bis hin zu Demonstrationen, gesellschaftlichen Spannungen und … ja auch schwarzer Humor war ab und zu dabei.

Hätte ich gewusst, dass sich soviel ansammelt, hätte ich eine eigene Kategorie vorgesehen, aber das nun im Nachhinein alles umfummeln … nöh … zu faul.

Wer es noch mal lesen mag, fängt am besten bei >Corona-Lektion 1 an und klickt sich dann durch. Die Beiträge sollten unten jeweils miteinander verlinkt sein. Wer sich eher nach Datum orientieren und „quer“lesen will, kann auch unten über die Rolle direkt einsteigen. Viel Spaß.

Also Schluss erst mal mit dem Format.

Hat (meistens) Spaß gemacht.
Blumen werden gereicht.
Nun Abspann bitte.

Buch & Regie: Icke
Fotos: Oooch Icke
Fehler: Wieder Icke
Recherche: Auge + Ohr
Umsetzung: Kopf+Finger
Mitwirkende: Bürger
Support: Ihr Leser mit euren Likes & Kommentaren
Danke

T.he End

Noch mal alle Beiträge der Reihe zum Drüberrollen:
—> Hier klicken (ggf ältere Beiträge nachladen)

<— Corona-Lektion 119

335) Soweit alles gut!?

Ihr kennt das sicher auch. Da hat man seit Längerem mal wieder Kontakt zu jemandem, den man 1 oder 2 Jahre nicht mehr gehört hat und dann kommen euch Fragen wie diese entgegen:

  • Und, sonst alles ok?
  • Wie geht‘s euch denn so?
  • Wie ist es euch ergangen?

Ich hatte neulich so eine Kommunikation, aber um ihm das alles zu erklären, hätte ich Stunden gebraucht, also antwortete ich ganz kurz mit:

„Soweit, alles gut.“

Kurz danach habe ich mich etwas über meinen Satz „geärgert“. Denn es ist ja nicht alles gut und besonders die letzten zwei Jahre waren doch kein Spaziergang.

Also warum habe ich das so kurz abgetan?

  • War ich einfach zu faul, das ausführlicher zu beschreiben? Hatte ich keine Lust, das alles noch einmal zu sagen, zu schreiben, hochzuwürgen?
  • Vielleicht hielt ich es auch für eine Small Talk-Floskel, bei dem der/die andere nicht wirklich eine Antwort erwartet?
  • Möglicherweise war da auch eine Bescheidenheit im Spiel, andere Leute nicht noch mit unseren „Sorgen“ zu belämmern?
  • Oder ist es einfach genau so wie ich es geantwortet habe? Es ist gut. Ja „Gut“. Kein „Ja geht so“, kein „Man wurschtelt sich so durch“, kein „Na ja, könnte besser sein“, sondern einfach „Gut“. Wir sind gesund, haben keine nennenswerten Schäden erlitten und fliegen demnächst in den Urlaub, also was will man mehr?

Ist in der Retrospektive auf einen Zeitraum meistens alles gut? Auch wenn einzelne Tage oder Krisen in dieser Zeit, alles andere als „Gut“ waren. Übertünchen wir Menschen die Vergangenheit gerne mit einem „Gut“-Filter? Und was heißt „Gut“ überhaupt? Ist „Gut“ vergleichbar zu einer Schulnote 2,0? Oder ungefähr 80% von “amazing“ und „awesome“ oder vielleicht sogar 180% im Vergleich zu einem Familienvater aus Burkina Faso oder Luhansk?

Und jetzt mal angenommen, es ist wirklich alles „Gut“ aktuell, was würde ich ihm in einem Jahr antworten, wenn wir wieder Kontakt haben? 

Soweit, alles gut?

265) Ente gut, alles gut?

Vor ein paar Minuten habe ich meinen Arbeitsrechner heruntergefahren. Wie üblich klappten diverse Fenster runter, dann folgte die Abmelde-Prozedur, dann ein letztes Aufbäumen des Lüfters und dann Stille. Feierabend für 2021.

Nun sitze ich etwas planlos vor dem schwarzen Bildschirm und mir fliegen so ein paar Gedanken zu diesem Jahr 2021 durch den Kopf.

Es soll kein Rückblick sein, nur ein paar Kommentare:

Hektik
Wie jedes Jahr entsteht im Dezember eine unerklärliche Hektik, alle scheinen ihre Post-It’s von ihren Tischen zu nehmen und anderen an die Backe kleben zu wollen. Jedes Jahr entsteht eine unnötige Torschluss-Panik, mit der alles irgendwie noch geregelt werden soll. So als würde man zu Weihnachten zur Guillotine geführt werden. Es nervt! Das Jahr hat ca. 220 Arbeitstage und in den letzten 10 davon kriegen manche Kollegen und Manager einen Rappel und schieben sogar noch neue Initiativen an, wissentlich dass sich in den nächsten zwei Wochen kein Mensch drum kümmern wird. Was soll das? Und warum das immer wieder?

Ein lesenswerter Beitrag dazu:
https://vollverkopft.com/2021/12/22/alle-jahre-wieder/

Wandel
Ja, der Wandel und dessen Geschwindigkeit, das ist sicher die Kombination, die mich hier gerade etwas kraftlos sitzen lässt. Der stetige Wandel in der Pandemie, die unguten Nachrichten, was uns wohl in den nächsten Wochen erwartet, ist ja das Eine. Das Andere sind all die Trends, Impacts, Initiatives, Changes, Transformations und Disruptions, die in einem Affenzahn durch meine Arbeitswelt getrieben werden. Wandel und Veränderung gab‘s schon immer, seitdem ich mich auf diesem Feld tummele, aber der Speed hat enorm zugenommen. Oder bin ich nur 20 Jahre älter geworden? Früher hat man die Veränderungen noch aktiv begleitet und implementiert. Hat man heute eine Veränderung erkannt, rauscht die wie ein Schnellzug über den Flur. Und dann kündigt sich bereits der nächste an. Manchmal ist man geneigt, einfach mal einen Zug ausfallen zu lassen, aber das ist beim Wandel nicht so einfach, da man fürchten muss, beim nächsten Zug die Türen nicht mehr aufzubekommen. Und wenn dann die Heeresleitung nach noch mehr Speed ruft, damit wir den immer schnelleren Wandel (Digitalisierung, Klima, Pandemie, Globalisierung, Lernen, Resilienz, etc) noch bewerkstelligen können, dann muss doch dieses Uhrwerk mal explodieren. Samt aller Rädchen im Getriebe natürlich.

Aber genug von der Arbeit, wir schalten rüber zum Privatfernsehen.

Denn da gab es in 2021 mehr Möglichkeiten, den Wandel aktiv zu beeinflussen:

Hardware Input
Da habe ich in 2021 mehr drauf geachtet, was wir uns so in den Hals stopfen und ob das mal gemuht, gegackert oder gequiekt hat. Ich bin weit weg davon, ein Vegetarier zu werden, aber gewisse Rituale sind etabliert und können sicher in 2021 noch ausgestaltet werden.

Hardware Output
Keine Sorge … ich meine jetzt eher über Bewegung und Sport. Das war dieses Jahr doch sehr produktiv. Durch meine Corona-Freigänge und die Jogging-Runden, sind da doch einige Kilometer zusammengekommen.

Software Input
Das Reisen fehlt mir zwar sehr, aber ich habe mir in 2021 anderweitig viel Input verschafft. Ich meine über Dokumentationen, Bücher, Hörbücher und Podcasts, ab und zu habe ich drüber geschrieben.

Software Output
Gut 150 Blog-Beiträge habe ich geschrieben, die Leserschaft ist gewachsen und ich bin nun mit dem Blog thematisch breiter aufgestellt. Natürlich hat Bloggen nicht nur mit Output zu tun, sondern auch mit Input. Ich folge bestimmten Blogs regelmäßig und daraus haben sich auch ein paar nette E-Mail-Wechsel ergeben, manches haben wir sogar zusammen geschrieben oder sachlich diskutiert. Cool. Danke!

Corona
Ein schwieriges Feld und wird auch auf all den Blogs heißdiskutiert. Ich fasse mich kurz. Das Biest und seine bucklige Variantenschaft, hatte zwar schon mal sachte an die Tür geklopft, es aber bisher nicht in unsere Höhle geschafft. Wir haben die Dinge getan die man dagegen machen kann, ob das Grund für den Erfolg war oder einfach nur Glück, lasse ich heute mal so stehen 😉

Politik
Hier bin ich froh, dass wir nun im Bund und in Berlin wieder eine Regierung haben. Rot-Grün-Gelb im Bund und Rot-Grün-Rot in Berlin, also beides Dreier-Bündnisse. Das wird zwar nicht einfach, aber immerhin ist nun etwas Neues da. Und Bund wie Land ticken immerhin mal in die gleiche Richtung.

Hass / Hetze / Hast
Das ist ein Thema, was mich in 2021 doch echt erschrocken hat. Allein der Ton im Netz, das Brüllen auf den Straßen, die Aggressivität in der Stadt, das Randalieren und permanente „Zündeln“, das alles hat eine neue „Qualität“ entwickelt, die mir Sorgen macht.

Leben
Wenn im TV die Jahresrückblicke kommen, laufen zum Schluss meistens die Nachrufe auf die Menschen, die uns in diesem Jahr verlassen haben. Die Liste könnt ihr woanders nachlesen. Ein Abgang hat mich doch sehr geschockt, und zwar der von Mirco Nontschew. Was für ein kreatives Energiebündel, sportlich, ausdauernd, hat es mit Anfang 50 aus den Schuhen gehauen. Das hat mir noch einmal gezeigt, wie schnell der Vorhang fallen kann. R.i.P Mirco.

Apropos „Leben“.
Wenn wir uns in den nächsten Tagen nun alle die Wampe vollhauen und Glühwein bechern, dann fänd‘ ich gut, wenn wir zwischendurch immer mal an die Ärzte und Pfleger denken, die da gerade Patienten mit schwerster Atemnot behandeln. Sie von links auf rechts drehen, sie beatmen, füttern und „untenrum“ sauber halten, mit aller Kraft versuchen, sie wieder zurück ins Leben zu holen.

In diesem Sinne, ein paar ruhige Feiertage und treibt‘s nicht zu bunt!
Die Rettungsstellen sollten wir besser meiden.

Ich melde mich bestimmt noch mal dieses Jahr.
T.