114) Sanitär Wars: Die Klobürste schlägt zurück

In meinen letzten Beiträgen war ich ja eher innenpolitisch unterwegs. Nun muss aber mal wieder eine Widrigkeit des Alltags besprochen werden, denn die gibt es schließlich auch weiterhin. Reformen und Straße von Hormus hin oder her.

Heute geht es mal wieder um die Abteilung „Sanitär“. Die war durch meine frühreren Dienstreisen und Hotelaufenthalte schon oft ein Thema hier. Aber es kommen immer wieder neue Herausforderungen dazu. Man lernt eben nie aus.

Hotels haben den Nachteil, dass auf dem Porzellan schon viele Menschen unterwegs waren. Das ist im Prinzip nicht schlimm, wenn man ein paar Grundregeln einhält und sein Abendbrot nicht gerade auf dem Klodeckel verzehrt.

Es gibt aber Momente, in denen man nun einmal die Klobürste braucht. Die hängt häufig in einer Art Abtropfschale. Ist diese aus Glas oder Keramik, hat sie genug Eigengewicht und bleibt in der Halterung, wenn man die Bürste herauszieht. Alles gut.

Besteht sie allerdings aus Plastik oder leichtem Alu, hebt man dummerweise relativ oft gleich den ganzen Becher mit an. Möglicherweise wurde die Bürste irgendwann auch nachgerüstet und passt nicht mehr hundertprozentig in die Tropfschale.

Dann hat man im Prinzip zwei Möglichkeiten:

A) Man befreit die Bürste nachträglich und steht anschließend mit diesem blöden Plastikbecher in der Hand da. Unpraktisch

B) Man geht in die Knie, beugt sich zur Schale hinunter, hält den Plastikbecher fest und zieht dann die Bürste heraus.

Letzteres sollte man allerdings nur (!) dann tun, wenn man sicher weiß, dass sich im Plastikbecher kein Restwasser gesammelt hat. Denn dann schnellen die nassen Borsten zurück und transportieren Hunderte kleiner Tropfen mitten ins Gesicht. Lecker. 

Dann kann man erst mal duschen gehen.

Lesson learned: Man kann die Vorgehensweise nach Variante B) durchaus weiterentwickeln. Dann aber vielleicht lieber versuchen, den Becher mit der Schuhsohle zu fixieren.

49) Klotür

Kommen wir mal wieder zu etwas ganz Kleinem und Alltäglichem. Dem Klo. Speziell dem öffentlichen Klo in Restaurant, Bahnhof oder Flughafen und der Tür, durch die man wieder hinaus muss. Hat man den Klo-Besuch halbwegs trocken überstanden (siehe Beitrag 25) Hose nass) und die Hände trocken bekommen (siehe Beitrag 47) Händetrocknungssysteme), wird man vor der Herausforderung stehen, das Örtchen ohne weitere Infektion zu verlassen.

Hier meine persönliche Top 5 der Klotüren:

  1. Platz 1: Auf vielen Flughäfen und Bahnhöfen gibts schon gar keine Türen mehr, das ist mir das liebste. Die beste Klotür ever
  2. Platz 2: Eine Klo-Tür, die sich nach außen öffnen lässt, wahlweise mit den Schuhsohlen. Die trifft man gern in den Metall-Klos an der Auto-Bahn an
  3. Platz 3: Eines solcher Drehkreuze, die diese neuen Sani-Oasen versperren. Die kann man mit den Oberschenkeln bedienen, man muss sie nicht anfassen
  4. Platz 4: Ein langer vertikaler Tür-Griff, leider zum Ziehen, häufig in Fastfood-Restaurants verbaut. Hier kann man nur versuchen, weiter oben anzufassen und hoffen, dass alle bisherigen Besucher unter 1,80 m groß waren. Aber auch nicht zu weit oben, denn in dieser Höhe war noch nie eine Putzkraft zu Gange
  5. Platz 5: Eine Tür mit klassischer Türklinke, die nass oder gar seifig, irgendwie tropfend, feucht und schmierig ist. Und nur nach innen zu öffnen. Der Horror!!
    Für diesen worst case habe ich drei Strategien entwickelt:
    A) Das Papierhandtuch in der Hand behalten und damit die Klinke bedienen. Leider gibt es immer mehr dieser „Turbo-Puster“ statt Tücher.
    B) Inne halten, abwarten und drauf bauen, dass gleich jemand von außen hinein kommt. Dann Fuß oder Ellbogen einsetzen und schnell ab durch die Mitte.
    C) Mal ausgesprochen „nett sein“, zur Seite treten und anderen Klo-Absolventen den Vortritt lassen—> … aber bitte nicht weitersagen, sonst funktioniert das bald nicht mehr 😉

Andere Kleinigkeiten mit Schlechte-Laune-Potenzial?
—> hier klicken

47) Händetrocknungssysteme

Händetrocknungssysteme. Herrlich, was die deutsche Sprache so alles möglich macht. Hat man das öffentliche Klo im Flughafen, Bahnhof oder Rasthof besucht, dann sind die Hände nass und riechen nach Seife. So hoffe ich doch zumindest. Wenn man das Manöver des Händewaschens ohne größere Schäden überstanden hat (siehe früherer Beitrag Hose Nass), dann muss man die Hände irgendwie trocken bekommen.

Da kann man immer wieder das gleiche Spektakel erleben

  • Stapelblatt-Spender: Wer kennt sie nicht. Papiere werden in grün oder weiß gestapelt und geben uns das Gefühl, etwas exklusives, noch nie genutztes, zu erhalten. Nur leider bekommt man oft gleich 30 Blatt in die Hand, auch wenn man eigentlich nur zwei Stück davon benötigt.
  • Einzelblatt-Spender: Ein Blatt hängt heraus wie ein analoges Fax, oft sind die Seiten mit Werbung bedruckt. Zieht man das erste Blatt ab, folgt automatisch ein weiteres Papier. Wen das stört ( … das wäre schon fast etwas für myspleen.de …), der zieht dann auch das zweite Blatt heraus. Worauf wieder ein neues zu Tage kommt … und so weiter.
  • Papier-Rolle: Da zieht man mit nassen Fingern an dem schmalen Streifen Papier, der unten aus dem Kasten herausguckt. Das Drehrad an der Seite mag man nicht anfassen. Schnell hat man nur Papier-Schnipsel in der Hand. Das Papier ist oft so dünn, es schmilzt förmlich dahin.
  • Handtuch-Rolle: Die weiße Stoffrolle scheint endlos, man kann an ihr ziehen und mit stetigem Knacken bietet der Kasten viel Material zum Anfassen. Allerdings fühlt sie sich häufig auch schon feucht und benutzt, an. Manchmal ist sie zerknittert oder verdreckt. Vielleicht also doch lieber die Hände an der eigenes Jeans trocknen?
  • Power-Dryer: Sie sind erst seit wenigen Jahren auf dem Markt, man soll seine beiden Hände senkrecht in den Automaten halten und in nur 10 Sekunden sind die Hände dann trocken. Das Ding macht einen Höllenlärm und könnte vermutlich sogar eine kleine Cessna antreiben.

Aber egal, wie man seine Hände nun trocken bekommt. Die größte Herausforderung bleibt immer noch, die Tür zu öffnen, ohne etwas anzufassen … aber das schreit schon förmlich nach einem weiteren Beitrag.

Frühere Beiträge rund ums öffentliche Klo: