93) Wie lange dauert’n Dach noch?

Ich glaub’s ja nich’. Die Baustelle am Haus gegenüber wird aufgelöst.

Seit 2020 (!) baut man da Dachstühle aus. Weil die Wohnungen in Berlin doch so knapp sind, war halt „Eile“ geboten.

Nein, soweit ich das sehen kann, wurden keine goldenen Badewannen verbaut. Auch keine Dachgärten, Swimmingpools oder Hubschrauberlandeplätze. Nee.

Dach wegnehmen, neues Dach draufsetzen und innen ausbauen. That’s it.

Na ja … aber dann kamen … Corona-Pandemie, Lieferkettenkrise, Suezkanal-Blockade, Rohstoffmangel, Baustoffmangel, Halbleiterkrise, Hochwasserkatastrophe, Ukrainekrieg, Energiekrise, Gaskrise, Inflation, Niedrigwasser, Hochwasser, Zinskrise, Fachkräftemangel, Baukrise, Haushaltskrise, Rezession, Zollkonflikte, Hormus … dann die böse Bahn … Demographie … Stadtbild … Fußball-WM … Sommer … Waldbrände … die böse KI … die böse AfD … der böse Putin … und die Drohne in Leipzig … nicht vergessen … furchtbar … alles … so furchtbar.

In ungefähr der Hälfte der Zeit haben die Italiener in Genua eine eingestürzte Autobahnbrücke neu gebaut, die Inder einen Flughafen hingestellt und die Franzosen Notre-Dame nach einem verheerenden Brand wiederaufgebaut … während hier jahrelang entweder Gerüste standen, die Straße halbseitig gesperrt war … oder beides.

Aber ich will ja nich’ meck’an …

Immerhin gibt’s jetzt wieder ein paar mehr Parkplätze.

Schönen Dach noch!

 

Und ein paar Blogbeiträge sind in dem Kontext ja auch entstanden:

Zum Schluß noch ein paar Titel, die ich mit der KI diskutiert habe … zu schade, sie nicht zu bringen.

Abspann …

  • Alles unter Dach und Fach
  • Dach überm Kopf
  • Dach der Dinge
  • Das dauert noch ein Dach
  • Ach du dickes Dach
  • Dach fertig. Welt gerettet.
  • Das Dach der langen Dinge
  • Am Ende wird alles Dach

410) Wohnopoly

Na, was bin ich froh, dass ich aktuell keine Wohnung suchen muss. Beim neugierigen Blick in die Angebote auf dem Immobilienmarkt kann einem ja schon mal schwummrig werden. Aber auch bei den Gesuchen habe ich das Gefühl, dass die mehrheitlich von einem anderen Stern stammen.

Ein Unternehmer aus Zürich sucht `ne Hütte in Berlin und Umgebung. Aber für maximal 5 Mio.
Geizhals … also so wird das nichts mein Freund.

Eine Familie aus Wannsee oder Zehlendorf … sie scheinen zu pendeln, hat noch Kohle unterm Kissen und sucht ein „Anlage-Objekt“. Anzahlung bis 500.000 möglich.
Alter! Mein Online-Banking erlaubt mir 2.000 EUR pro Tag zu überweisen, da müsste ich also 250 Tage lang 2.000 EUR schieben, nur um die Anzahlung zu begleichen. Oder mit einem Koffer vorbeikommen.

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Innendesignerin und Journalist suchen Dachwohnung für 1,5 Milliönchen. 
Na dann. Viel Spaß im Dach, bei 48°C.

Vormittags ist er Manager eines amerikanischen Startup’s, nachmittags leitet er was in einem US-Automobilkonzern. Er sucht `ne Bude im Berliner Süd-Osten und zahlt gern 300.000 an. 
Ist das etwa der Elon?

Aber auch beim Auswärtigen Amt verdient man recht stattlich. 1,5 Mio kann er locker machen und ´ne halbe Mille ganz schnell anzahlen.
Komisch, der hat ja fast die gleiche Telefonnummer wie der Elon. Nachbarn vielleicht?

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Eine Woche später hat der Unternehmer aus Zürich nur noch 3 Mio in der Tasche. 
Hat der in einer Woche etwa 2 Mio verbrannt? Schlechter Unternehmer.

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Ein Familie aus München mag gerne 2 Mio auf den Tisch legen. Vati ist wohl Unternehmensberater, Mutti eine Stewardess. Also eigentlich eh nie da.
Wozu? Für die Tochter?

Eine Fooddesignerin … oder Spitzenköchin …,  sie weiß es noch nicht, oder sie sind ein Paar. Man … Frau … sucht ein Häuschen bis 1 Mio.
Ich werde auch noch mal umschulen … zur Fooddesignerin.

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Quellen: Berliner Morgenpost 14.01.23 und 21.01.23

 

Mhm. Ich überlege. Raumhöhe hier ist 2,71m, ich bin gute 1,80, da könnte ich ja noch eine Zwischendecke einziehen und den Raum über uns als „Energiesparende Wohnung im Berliner Szene-Viertel“ anbieten. 

409) Tiny Room

Die Wohnungssituation in Berlin wird angespannter. Die Annoncen, Gesuche und Gebote werden immer aberwitziger. Mehr dazu demnächst hier auf dem Kanal. Und was nun?

Tja, dagegen kann man eigentlich nur …

  • Neue Häuser bauen …dauert aber nun mal
  • Bestandsbauten umwidmen … nicht unbedingt schneller
  • Enger zusammenrücken … 😉

Einen Vorgeschmack darauf bekam ich Anfang der Woche in München. Mein Hotel-Zimmer war so winzig, so ähnlich muss sich wohl Einzelhaft anfühlen oder ein Urlaub im Wohnmobil. Und es war sogar noch als Doppelzimmer verkauft worden. 

Trotz durchschnittlichem BMI musste ich echt überlegen, wie ich mich durchs Zimmer bewege, was ich wo abstelle, um nicht permanent drüber zu stolpern. Die Inneneinrichter … Einrichterinnen … (was für ein grandioses Wortspiel) … hatten sich auch entsprechende Gedanken gemacht. Einen Spiegel gab es nur an der Innenseite der Schranktür. Ein wirklich flacher Flat-TV hing an der Wand … mit üblem Plastiksound allerdings. Der TV hatte auch eine Fernbedienung, die brauchte man aber eigentlich nicht, ich hätte das Gerät aus dem Bett heraus mit dem großen Zeh einschalten können. 

Zum Bad ging es durch eine Schiebetür, die aber versperrt war, wenn man sich mal im Spiegel der Schranktür betrachten wollte. Am Waschbecken gab’s keinen Seifenspender, aber immerhin war einen Spender in der Duschkabine hinter (!) der nach innen öffnenden Flügeltüre. Das Klo stand quasi am Waschbecken, man konnte Klo-Besuch und Zähneputzen in einer Arbeitsgang erledigen, Effizienz-Junkies würde es erfreuen.

Also Leute klagt nicht, rutscht enger zusammen, das können die in Dharavi (Mumbai) schließlich auch!

So ich muss jetzt mal weiter, die Kinder suchen … wo sind die nur? Hatte ich die heute Morgen im West-Flügel gesehen? Oder in der Empfangshalle? Im Salon? Weiß nicht mehr. Vielleicht im Schwimmbad oder in der Bibliothek … nee. Im Gartenhaus, am Bootssteg? Bei den Ställen? Bei den Garagen?

Ach man, das kann sich ja keiner merken 😉