„Es soll ja gespart werden … das sehen alle ein. In solchen Situationen müssen wir eben spahn.“
Diesen Satz habe ich neulich beim Zähneputzen im Radio aufgeschnappt, als es um die Reformen der deutschen Krankenversicherung ging. Eigentlich wollte ich ihn demnächst in einer neuen Folge meiner Reihe >Stutzmomente verarbeiten. Aber solche Sätze verlieren an Wert, je länger sie auf meinem Tablet vor sich hin schlummern.
Im Moment scheint das Internet ohnehin nur noch aus Fußball-WM, Trump, Jens Spahn und AfD zu bestehen. Gut, die WM ist bald vorbei, Spahn nun auch … was bleibt dann noch? Ich ahne es.
Aber noch einmal zur Causa Spahn. Mal abgesehen davon, dass ich ihn noch nie besonders mochte … geschenkt. Ein paar Kleckse gedanklichen Senfs möchte ich trotzdem noch dazugeben.
Dass Herr Spahn sein Glück im Ausland versuchen muss, finde ich grundsätzlich in Ordnung. Das machen schließlich auch andere Menschen. Etwa bei Sterbehilfe, besonderen Operationen oder Schwangerschaftsabbrüchen, wenn das im jeweiligen Nationalrecht aus irgendeinem Grund nicht möglich ist.
Dass Herr Spahn dafür ausgerechnet das falsche Parteibuch in der Tasche hat … tja, darüber hätte er vielleicht früher einmal nachdenken sollen.
Dass er mit dieser Entscheidung lange gerungen hat, kann ich gut nachvollziehen. Am Ende hat er jedoch sein persönliches Interesse über die ideellen Vorstellungen seiner Partei gestellt. Schwierig als Führungskraft.
Und dass Herr Spahn selbst nicht ganz unvorbelastet ist, Stichwort Immobilien, Corona-Maskenaffäre und anderes, kommt noch hinzu. Von der Doppelmoral mal ganz zu schweigen.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob das Herz zur Partei findet … oder anders herum … jedenfalls vorher.
Eigentlich schon traurig genug, dass er da wählen muss.
Aber gut, andererseits hätte er seine Kraft investieren können, das Parteiprogramm zu erneuern … für alle Paare, die diesen Wunsch haben.
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