761) Kümmert euch mal um eure(n) Wa(h)l

Natürlich sind Wale beeindruckende und schützenswerte Tiere, gar keine Frage. Aber jetzt mal im Ernst: Was soll eigentlich der ganze Terz in der Ostsee?

Nicht, dass ich das aktiv verfolge, aber selbst auf Informations-Diät kriege ich es mit.

Der Wal hat sich verirrt, wirkt stark geschwächt, kommt aus eigener Kraft nicht mehr weg. Seine Tage sind gezählt, seit Wochen schon.

Wäre es ein Hund, wäre er längst im Lassy-Himmel. Als Pferd stünde er schon neben Fury, Artax und Iltschi.

Offenbar ist es nicht so einfach, dem armen Timmy das finale Geleit zu verpassen. Klingt brutal, klar. Aber bei Vierbeinern sind wir da deutlich weniger zimperlich. Und der junge Wolf aus Hamburg hat bis heute keinen Kosenamen oder habe ich etwas verpasst?

Die Evolution hat das Tier aussortiert, ganz einfach.

Vielleicht sollten wir unsere Aufmerksamkeit einfach etwas besser sortieren:

Kümmert euch lieber um die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern im September, statt um den Wal vor der Insel Poel.

Sonst werden im September ganz andere Dinge neu sortiert und wir haben ein viel größeres Problem und … keine(n) Wa(h)l mehr. Dann ist beides futsch.

 

PS: Titelbild via KI

 

760) Juchuuuu! Es ist nur ein Konservativer!

Anfang der Woche hatte ich noch Zweifel, ob die Parlamentswahlen in Ungarn friedlich verlaufen und zugunsten des Herausforderers ausgehen würden. Nun scheint es tatsächlich so zu sein. Herzlichen Glückwunsch an den zukünftigen Präsidenten Péter Magyar, großen Dank an das ungarische Wahlvolk und auch ein kurzer Dank an Viktor Orbán, der sich hier offenbar zumindest fair zeigt und nicht an seinem Stuhl festklammert. Das ist in diesen Zeiten schon bemerkenswert. 

Was sind das für Zeiten, in denen ich erleichtert aufatme, wenn ein Konservativer eine Wahl gewinnt? Einer, der das traditionelle Ungarn schon im Namen trägt und zudem erhebliche Vorbehalte gegenüber Einwanderung hat?

Gleichzeitig ist er nicht nur konservativ, sondern ist wohl kompromissbereit und europäisch orientiert. Na immerhin. Allein diese beiden Eigenschaften sind bereits ein echter Zugewinn.

Einfach wird es für Herrn Magyar sicher nicht, die Vorgängerregierung hat da viel umgekrempelt und ihre Leute überall untergebracht, ganz besonders deshalb wünsche ihm alles Gute dabei!!!

Grüße nach Budapest.

PS: Titelbild via KI

 

759) Zum Mond schießen

„Jemanden auf den Mond schießen“ kenne ich als Redewendung für den Moment, in dem man sich über jemanden ärgert und ihn möglichst weit weg wünscht. Lange galt das als ultimatives Extrem, denn selbst dort wächst kein Pfeffer mehr, und es ist ziemlich einsam. Am Tor zur Hölle hingegen herrscht eher reger Betrieb. Bislang.

Nach der eindrucksvollen Mondumrundung der Artemis II wird der Mond allerdings zunehmend erreichbar. Und damit steigt auch das Risiko, tatsächlich dorthin „entsorgt“ zu werden.

Also passt auf, wenn euch die Gattin zu Weihnachten einen Gutschein für einen Mondflug unter den Baum legt. Das könnte ab jetzt ernst gemeint sein.

Würde ich da mitfliegen?

Ich glaube nicht. Dafür hätte ich viel zu viel Angst, dass mir die Rakete um die Ohren fliegt. Außerdem gehören Geduld und Warten nicht gerade zu meinen Stärken. Wenn mich die Mitarbeiter der NASA bereits vier Stunden vor Abflug in die Kapsel setzen, hätte ich beim Countdown schön längst keine Fingernägel mehr.

Und wenn ich es doch machen würde, dann bitte in einer Kapsel für mich allein. Sonst wird mir das zu viel Socialising und zu eng. Ich mag es nicht, wenn sich ein Astronautenkollege nach dem Sport mit Feuchttüchern erfrischt, während ich mir gerade eine Nudelsuppe warm mache.

Und apropos Kapseln: Für mich bitte drei Espresso-Kapseln pro Tag, Intensität 7 oder höher.

Und ein gutes Weinchen könnt ihr einpacken und eine große Tüte Erdnüsse sowieso.

Ach so und ich schlafe am liebsten stockdunkel, in absoluter Ruhe und bei geöffnetem Fenster.

Herzlichen Glückwunsch an die Crew der „Integrity“ und die vielen Ingenieure drumherum. Aber ich glaube, ich gebe meinen Platz gern ab … 😉

PS: Titelbild via KI

 

758) Stutzmomente – 4

Auf gehts in die vierte Sammlung winzig kleiner Lese-und Hör-Schnipsel, bei denen man sich die Augen reibt oder fragt, ob die das jetzt echt im Ernst gesagt haben.

Hier also die Fundstücke der letzten Monate. Die meisten erklären sich von selbst, nur bei einzelnen werde ich ein bisschen in kursiv nachhelfen.

Ick‘ seh‘ wohl nich‘ richtig:

  • Seit Ihrem letzten Scam sind zehn Tage vergangen (mein Viren-Scanner)
  • Kraftstoff-Abgabe in ungeeignete Gesäße ist verboten!
  • Küchenpapier – Saustark

Ick‘ hör‘ wohl nich‘ richtig;

  • Linke Spur im Beischlaftunnel weiterhin gesperrt (Beyschlagtunnel in Berlin)
  • Dieser Pfurzfilm wurde dann auch in meinem Ort gespielt
  • Laut einem Militärsprecher hat die Hodenoperation begonnen
  • Rund ums Messergelände stehen nur wenige Parkplätze zur Verfügung
  • Der Kanzler feiert seinen Geburtstag in schmierigen Zeiten
  • Drohen mehrere Einschränkungen wegen eines Darmstreiks
  • Aus Reichsministerium dagegen heißt es, dass … (aus Bundesministerin Katherina Reiche‘s Ministerium)
  • Die Mythen Berliner Wohnungen sind in den letzten Jahren stark angestiegen

Nett oder?

<— 691) Stutzmomente – 3

PS: Titelbild mit Hilfe der WordPress-KI

757) Ladeinfrastruktur für Human Resources

Ist euch schon mal aufgefallen, dass moderne Akkus häufig nur noch bis 80 % geladen werden? In dem Fall ist nicht der Akku besonders blöd, sondern die Steuerung ziemlich smart.

Die KI weiß Bescheid … oder tut zumindest so:

„Moderne Smartphones laden ihren Akku nicht mehr einfach bis 100 % durch.

• Sie laden schnell bis etwa 80 %

• danach wird das Laden verlangsamt oder kurz pausiert

Der Grund:

• Weniger Verschleiß – volle Akkus altern schneller

• Weniger Hitze – die letzten Prozent belasten stärker

• Intelligente Steuerung – das Gerät lädt erst dann voll, wenn es wirklich gebraucht wird

👉 So bleibt der Akku länger leistungsfähig, ohne dass man es im Alltag merkt.

 

Tja, da hat sich also jemand wirklich Gedanken gemacht, wie man Ressourcen schont, um länger etwas von ihnen zu haben.

Das System reizt es nicht stumpf bis zum Maximum aus, sondern bleibt bewusst darunter, reduziert Belastung, vermeidet Stress und liefert genau dann die volle Leistung, wenn sie wirklich gebraucht wird.

Ich habe diese Einstellung in meiner persönlichen Systemkonfiguration bisher noch nicht gefunden. Wurde dieses Feature in meinem Baujahr einfach noch nicht verbaut? Oder hat es irgendwann ein Admin deaktiviert?

Stattdessen laufen wir oft im Dauerbetrieb, oft sogar über 100 %.

Ohne Ladepause. Ohne intelligentes Management. Ohne Rücksicht auf Verschleiß.

Gibt es irgendwo ein Update dafür?

Kann ich mir das noch nachträglich runterladen?

Im Bundes-App-Store finde ich nur die „Mehr Arbeiten“ – App … komisch.

 

PS:Titelbild via KI

 

112) Statt Ostermarsch gibt’s Fugenkrieg

Über die Osterferien … ja, über die Osterferien … da haben wir viel Zeit und können endlich mal gemütlich … na du weißt schon … mal ganz in Ruhe … mal wieder … die Backofenlampe tauschen, den Backofen reinigen, Farben zum Recyclinghof bringen, Fenster putzen, zum Optiker gehen, Schränke ausräumen, die Waschmaschine ausbalancieren, die Kaffeemaschine entkalken, Reifen wechseln … dem Patenkind schreiben … die Finanzen überprüfen … und … na … auch mal das verdreckte Silikon in der Duschtasse erneuern … na klar.

Ist ja auch eine „Wartungsfuge“ … man muss nur etwas warten … dann muss man sie schon wieder warten.

Habe ich eigentlich schon mal gesagt, dass ich Bausilikon hasse wie die Pest?

Elektrischer Strom steht zwar noch drüber, aber Silikon ist ganz weit oben. Da kann ich mich beobachten, wie lange und gründlich ich das alte Zeug aus der Fuge puhle, alles fein absauge, abwische, wie oft ich mir YouTube-Videos anschaue und über die richtige Reihenfolge nachdenke, wie lange ich das nötige Equipment zusammensuche und sortiere, damit mir bloß nichts fehlt, wenn ich auf den Knien, nach vorn gebeugt, in der engen Duschtasse … mit der Lampe auf der Stirn … irgendwann dann doch mal … endlich dieses widrige  Zeug in die Fuge presse. Zwischendurch wähle ich mich freiwillig ins Firmen-Netz ein, um einen Grund zu finden, nicht damit anzufangen.

Bei YouTube sieht das alles immer so einfach aus. „Machst du hier, machst du da und schwuppdiewup, ganz ohne Hilfsmittel, schon fertig. Wenn’s euch gefallen hat, abonniert den Kanal. Bis zum nächsten Mal.“

Die Realität ist dann leider etwas anders. Ganz happy bin ich nicht, aber es ist ja auch eine Wartungsfuge … die muss ja schließlich hin und wieder erneuert werden.

„Mein Inder“ war ganz erstaunt.

„You do all that yourself?“, fragte er heute morgen.

Natürlich digga, because either you wait here for weeks or pay a fortune, my dear. Here, you’d better do everything yourself.

PS: Titelbild via KI, aber genau so war es … 😉

384) Besuch aus Indien 1 – Intro

 

 

79) Abgeklemmt

Wer kennt das nicht? Kurz nach dem Aufwachen glaubt man, man hätte den Blockbuster geträumt, den Bestseller-Roman den man jetzt nur noch zu Papier bringen muss. Und spätestens beim Zähneputzen hat man nur noch Fragmente im Kopf, der Rest ist ein riesiger Lückentext. Und so sehr man sich auch bemüht die Szenen halbwegs schlüssig miteinander kombiniert, so richtig gut wie im Traum wird’s nicht mehr. Immerhin gibt es mittlerweile diese digitalen Schreiberlein, die einem dabei helfen können, Lücken zu füllen.

Für einen „Blogbuster“ reichts noch.

Es begann nicht mit einem Knall, sondern mit einer Messabweichung.
Kaum wahrnehmbar.
Ein paar Werte, die nicht mehr ganz stimmten.
Physiker suchten nach Fehlern. Ingenieure nach Ursachen.
Doch irgendwann war klar:
Es lag nicht an den Messungen.
Es lag an den Menschen.

Je mehr sie damit verbunden waren, desto stärker veränderte sich die physikalische Realität. Minimal. Aber stetig.
Ein Effekt, der sich nicht aufhalten ließ.
Nicht durch weniger Nutzung.
Nicht durch bessere Systeme.
Nicht durch Kontrolle.
Die Welt würde kippen.

Die Entscheidung kam von oben.
Nüchtern formuliert, global abgestimmt:
Alle Verbindungen werden sofort beendet.
Kein Übergang. Keine Ausnahmen.
Sie mussten es abschalten.

Die ersten Tage waren laut.
Sie warteten auf Signale, die nicht mehr kamen.
Griffen nach Geräten, die nichts mehr zurückgaben.
Sprachen – und merkten, wie ungewohnt direkte Antworten geworden waren.
Dann wurde es ruhiger.

Die Welt lief weiter, aber gedämpft.
Nicht greifbar, aber spürbar.
Zeit verlor ihre Schärfe.
Gespräche wurden langsamer.
Und weniger.

Und dann kamen die ersten Versuche.
Klein. Heimlich. Vorsichtig.
Keine vollständige Verbindung – das war ausgeschlossen.
Zu gefährlich. Zu endgültig.
Stattdessen nur ein schmaler Zugang.
Für Sekunden.
Für minimale Daten.
Ein Blick – mehr nicht.

Es war instabil.
Verbindungen brachen ab, bevor sie aufgebaut waren.
Antworten kamen verzögert oder gar nicht.
Aber es reichte.

Zum ersten Mal seit dem Abschalten
war wieder etwas da.
Ein Echo.
Eine Spur.

Noah fand sich in einem großen Konferenzraum wieder.
Zu viele Stühle.
Zu viele Menschen.
Sie wirkten ausgezehrt.
Als kämen sie gerade erst zurück.

Sie begrüßten sich vorsichtig.
Fragen wurden gestellt, als müsste man sich erst wieder daran erinnern, wie das geht.
Wie war es dir ergangen?

Noah begann zu sprechen, als er an der Reihe war.
Zögerlich. Suchend.
Als müsste er Worte für etwas finden, das sich nicht richtig erinnern ließ.
Er kam nicht weit.
Jemand fiel ihm ins Wort.
Er ließ sie vor.

Als er wieder ansetzte, folgte einer weitere Unterbrechung.
Links von ihm, ein paar Stühle weiter.
Eine Stimme. Ununterbrochen.
Schnell. Technisch.
Ein Strom aus Begriffen, Schnittstellen, Parametern.

Der Mann sah niemanden an.
Wartete nicht. Hörte nicht zu.
Noah konnte nicht erkennen, ob er in den Raum sprach
oder in etwas anderes.
Ein System.
Einen Kanal.

Ein Gedanke drängte sich auf.
Leise. Unangenehm.
War er schon wieder verbunden?
Oder war er nie abgeschaltet?
Und wenn nicht er der Erste war – wer war dann der Letzte?
Gab es einen Letzten?

Ende

 

Abspann
Produktion: T.Head & KI

Basierend auf vier Traumschnipseln:

  1. Eine beliebte Technologie hat bedrohlichen Einfluss auf die Erdphysik
  2. Das Ding muss abgeschaltet werden, was zu Widerständen führt
  3. Eine Traumphase, an die ich mich leider nicht erinnere. Vielleicht war es Schlaf ???
  4. Nach langer Zeit gibt es einen schmalen Schlitz der wieder abgesicherten Zugang zu dieser Technologie erlaubt
  5. Ein Konferenzraum, in U-Form bestuhlt, die Menschen versammeln sich so langsam wieder, ständig werde ich unterbrochen und ein paar Stühle links sitzt ein Typ, der mit lauter Tech ausgestattet vor sich hinspricht … aber nicht mit uns.

756) Durch KI ersetzt

Eine Projektkollegin auf Kundenseite bittet mich, ein paar Videosequenzen einer Software aufzunehmen. Sie möchte diese an Projekt-Studenten weitergeben, die daraus ein kompaktes Video für das mittlere Management erstellen sollen.

Da ich solche Videos regelmäßig aufnehme und die Software sehr gut kenne, biete ich an, direkt das komplette Video zu erstellen. Schließlich bin ich der Experte und komplexe Sachverhalte in einfachen Worten zu erklären, mache ich ohnehin gern. Gesagt, getan. Ein kleines Drehbuch entworfen, zwei Folien zur Einführung vorbereitet und alles auf Englisch aufgenommen, in einer abwechslungsreichen „Sendung mit der Maus“-Manier. Ich fand es gelungen. Das Ganze habe ich in drei Teile aufgeteilt, damit sich daraus gut schneiden und kürzen lässt.

Auswählen. Hochladen. Senden. Erledigt.

Einen Tag später erfahre ich von der studentischen Aushilfe im Nachbarzimmer, dass sie meine Videos weiterverarbeiten soll, und zwar mit folgenden Vorgaben:

  • Den ersten Teil benötigen sie gar nicht, er ist zu fachlich.
  • Meine Stimme soll nicht verwendet werden, stattdessen kommt KI zum Einsatz.
  • Außerdem soll alles auf unter vier Minuten gekürzt werden, länger hält die Aufmerksamkeit nicht.

Also hört sich die studentische Aushilfe meine Videos mehrfach an, transkribiert meine Stimme in Text, kürzt die vermeintlich unwichtigen Details und fügt hier und da Pausen ein, damit die KI-Tonspur noch halbwegs zum Screen-Recording passt.

Na wunderbar. Ich bin jetzt wohl ein Dino. Der Senior der immer so viel erklärt.

Seniorsplaining quasi.

 

PS: Titelbild via KI

755) Ich bin ein Mensch

Vorbei sind die Zeiten, in denen man durch das Auswählen von Ampeln, Treppen und Bussen beweisen musste, dass man ein Mensch ist und sich damit den Login auf Internetseiten verdient hat.

Heute reicht ein Klick auf: „Ich bin ein Mensch.“

Klingt erstmal wie ein Fortschritt. Ist aber eigentlich ein bisschen absurd. …

Denn während wir brav das Kästchen anklicken, passiert im Hintergrund die eigentliche Prüfung. Mausbewegung, Timing, Nutzer-Verhalten … alles wird analysiert. Die Checkbox ist nur noch Deko.

Und logisch betrachtet:

Wenn es nur eine Auswahl gibt … muss es ja stimmen, oder? 😉

Vielleicht wäre es ehrlicher mit mehr Optionen:

• Ich bin ein Chatbot

• Ich bin ein Haustier

• Ich bin ein Haushaltsroboter

• Ich bin eine Computer-Maus

• Ich bin nur hier wegen der Cookies

Dann würde wenigstens ab und zu mal jemand durchfallen.

 

PS: Titelbild via KI

 

754) Kein‘ Bock mehr

Die letzten Wochen habe ich als extrem frustrierend empfunden. Egal, was ich voranbringen wollte, mir wurden mindestens zehn große Steine in den Weg gelegt. Im Großen wie im Kleinen, völlig egal.

  • Wenn ich in der Firma etwas an der eigenen IT verändern will, bekomme ich sofort diverse „Gründe“ geliefert und bürokratische Hürden präsentiert, die ich doch bitte „gern“ nehmen kann … wenn „ich“ denn unbedingt „will“.
  • Habe ich endlich jemanden in Asien eingearbeitet, der mir Dinge abnehmen soll, liebäugelt diese Person plötzlich mit einem Job bei der Konkurrenz, weil dort besser bezahlt wird.
  • Wenn ich möchte, dass die Hausverwaltung einfach nur ihren Job macht und endlich ein paar Mängel bearbeitet, geht niemand ans Telefon und E-Mails werden grundsätzlich ignoriert.
  • Habe ich heute Morgen endlich die „Zu-verschenken“-Kiste der Nachbarn im Müll entsorgt, steht am Nachmittag schon die nächste da. Ach wie nett. Und wie herzenswarm … sozial.
  • Wenn ich irgendeinen Vertrag ändern oder ein Abo kündigen will, brauche ich genau in diesem Moment plötzlich eine 95-Faktor-Authentifizierung und muss mein Passwort in eine einmalige „25-Zeichen-noch-nie-dagewesende-selbst-Einstein-würde-scheitern-Zeichenkette“ ändern.

Ich bin mega-genervt, ich könnte ein Buch darüber schreiben. Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Tagen „Macht euren Scheiß doch selber“ oder „Ich hab’ keinen Bock mehr“ vor mich hin gebrabbelt habe.

Das Einzige, was halbwegs vorangeht, ist das, was ich selbst mache. Das ist dann nicht immer perfekt aber immerhin bewegt sich mal etwas. Aber das geht zulasten meiner Arbeitszeit … und Gesundheit sowieso.

Ich könnte niemals in die Politik gehen oder in eine Behörde. Das muss ja noch kräftezehrender sein. Die haben das jeden Tag. Da gibt es nun endlich mal ein paar konkrete Vorschläge, wie man Sozialsysteme reformieren und den Arbeitsmarkt in Bewegung bringen kann, und sofort fangen Verbände, Lobbys und die Opposition an zu drohen und zu warnen. Dass unter solchen Bedingungen kaum jemand Lust auf solche Jobs hat, kann ich gut verstehen.

Also macht mal, ich bin dann bald mal weg. Siehe auch Auszeit >745) Auszeit – 1

PS: Titelbild via KI … die macht wenigstens noch was ich ihr sage … und auf den Döner-Mann an der Ecke, auf den ist auch noch Verlass.