Zum Pfingstwochenende hat es mich nachLimburg, Wallonien und Flandern verschlagen. Häh? Wollte der nicht in die entgegengesetzte Richtung? Ja stimmt schon, ich breche bald nach Nord-Ost auf, aber es gab gute Gründe auch noch mal kurz im weiten Westen „Hallo“ zu sagen.
Nach Maastricht und Umgebung sollte es gehen, Wohnmöglichkeiten für Studenten ausloten. Vielleicht noch mit Abstecher nach Brüssel, Antwerpen oder Lüttich, wenn der straffe Zeitplan es zulässt.
Der weite Westen hat seinen Namen zu Recht bekommen finde ich, denn von Berlin aus gefahren, ist er weit weg. Arschweit. So weit, dass man bei Ankunft gern neue Sitzknochen montieren möchte.
Aber gut … nach neun Stunden anjekommen, müssen wa‘ halt och wat draus mach’n.
Maastricht
Sehr nett, könnte man glatt anfangen zu studieren … wenn die schwierige Wohnungssuche nicht wäre.
So schlafen Holländer
Ausflug nach Antwerpen in Belgien, sehr nett
Und dann natürlich noch Brüssel … weil ich Europa gut finde!!
„Y-Tours – wir buchen, Sie fluchen.“ So hieß es bei uns Mitte der Neunzigerjahre. Gemeint war damit, dass die Bundeswehr gern hübsche Touren plante, ohne die jungen Reisenden vorher zu fragen, ob das überhaupt in deren Lebensplanung passte. Vielleicht war der Spruch auch schon älter. Gut möglich.
Heute lag jedenfalls eine Postkarte der Bundeswehr im Briefkasten. Natürlich im attraktiven Tarnfleck-Design. In der Mitte prangte der Nachname des Stammhalters auf einem olivgrünen, textilartig gestalteten Namensfeld.
Die Bundeswehr lässt also inzwischen personalisierte Grußkarten drucken. Plus 0,36 Euro für Versand per Dialogpost.
Wer genauer hinschaut, versteht den Marketing-Gag schnell. Wer dagegen nur im Vorbeigehen darauf blickt, reagiert womöglich etwas hektischer. So wie die „Ministerin für Familie, Kultur und Außenbeziehungen“, die beim Nachhausekommen kurz Schnappatmung bekam. Aus der Entfernung wirkte das Namensfeld nämlich eher wie ein Aufnäher oder Klettband für eine Uniform, in Realität ist es flach aufgedruckt.
Da weder Hundemarke noch Einberufungsbefehl beilagen, entspannte sich die Lage allerdings schnell wieder.
Ich verstehe schon, dass die Bundeswehr dringend Nachwuchs braucht. Aber diese Art der Ansprache finde ich doch etwas geschmacklos.
Ja, auf der Rückseite standen dann allerlei Informationen, ein paar flotte Botschaften und Hinweise auf Nachwuchsmessen und Karriereangebote. Rein sachlich betrachtet also erstmal nichts Besonderes.
Trotzdem hinterlässt diese Art der Inszenierung bei mir ein merkwürdiges Gefühl. Vielleicht, weil bewusst mit genau dieser kurzen Schrecksekunde gespielt wird. Vielleicht auch, weil man Personalmarketing und Tarnfleck-Romantik inzwischen derart professionell miteinander kombiniert.
Stüüüülgestaaaaaaaanden!
PS: Postkarte nachgestellt mit KI, aber genauso sieht sie aus, nur der Name ist natürlich anders
Der Tag meiner Abreise rückt stetig näher. Und dann geht’s für gute fünf Wochen durch Nordpolen, das Baltikum, bis hoch nach Helsinki und dann die ganze Nummer wieder, aber auf anderem Wege, zurück.
In Auszeit – 3 habe ich ja schon ein wenig über die Vorbereitungen geschrieben und irgendwie fällt mir immer noch was ein, was noch zu regeln ist.
Mobilität und Material:
Mit dem Auto ist alles klar, vorgezogene Durchsicht ist erledigt, Gepäckstücke und Material sind identifiziert. Wenn noch nicht gepackt, stehen sie aber auf einer Liste. Ich liebe diese Liste, sie ist über die Jahre des Reisens entstanden und da kann ich nichts vergessen. Es ist natürlich eine digitale Liste, was sonst. Die kann ich dann sukzessive abarbeiten bis zum letzten Punkt „Müll wegbringen“ und „Tür abschließen“.
„Losfahren“ steht nicht drauf, aber ich glaube, das kriege ich auch ohne Listen-Eintrag hin.
Papiere und Daten:
Nun muss ich mich noch etwas um Papiere und Daten kümmern. Vollmachten zum Beispiel, Backups, Passwörter zum mitnehmen, und die gemeine Frage, was denn eigentlich passiert, sollte ich mein Telefon mal verlieren. Das Ding ist mittlerweile das Schweizer Taschenmesser der Neuzeit, ohne das geht gar nix mehr. Man denke nur an Banking, Zwei-Faktor-Authentifizierung, PIN‘s und TAN‘s, Notizen, Listen, und so weiter und sofort. Manches kann ich auch übers Tablett erledigen, aber eben nicht alles. Also hab ich ein bisschen was in die Wolke hochgeladen, an die ich notfalls auch ohne Handy rankomme.
Tracking und Sicherheit:
Da ich ja nun größtenteils allein unterwegs bin, überlege ich auch, wie ich den lieben daheim regelmäßig versichern kann, dass ich nicht an einem baltischen Baum klebe. Aber da gibt’s im Handy mittlerweile ja schon schöne Spielzeuge und ich hab auch ne App gefunden, die meinen Fahrtweg aufzeichnet und in die ich dann immer mal ein paar Fotos hochladen kann. Dann wissen alle, dass ich noch existiere und ich werde nicht alle halbe Stunde angeschrieben, ob dann alles „ok“ sei.
Vertretung und Übergabe:
Seit Wochen arbeite ich jüngere Kollegen ein, damit die Aufgaben übernehmen, im besten Fall für immer, denn gewisse Dinge will ich nach Rückkehr nicht zurückhaben. Ist alles ein bisschen mühsam aber es geht voran. Es gibt mittlerweile Tage, da finde ich sogar freie Slots in meinem Kalender. Ein Zustand, den es lange nicht gab. Interessant finde ich aber schon, dass man beim Brötchengeber erst mit längerer Abwesenheit drohen muss, damit Human-Ressourcen rangeschafft werden, an die ich mich nun „übergeben“ kann.
Und da ich mich nun immer mehr „übergebe“, deutete mein Chef-Chef bereits an, dass nach Rückkehr möglicherweise ein neues großes Aufgabenfeld auf mich wartet. Na wunderbar. Vielleicht sollte ich schon gleich mal über die nächste Auszeit in 2027 nachdenken.
Ein bisschen was arbeiten, ein bisschen Himmelfahrt und viel Tapetenwechsel. Das waren die Gründe für meinen Kurztrip ins Rostocker Umland. Und vielleicht auch einen Vorgeschmack kriegen auf die große Fahrt, die bald ansteht. Die Ecke hier ist mir nicht ganz unbekannt, aber es gibt doch immer wieder neues zu entdecken und natürlich auch die ein oder andere Skurrilität zu „knipsen“.
Los geht‘s:
In Wilhelmshöhe gibt‘s steile Küste und Brötchen mit Timmy. So war es zumindest war es die „hope“ und schon ausgeschrieben und bepreist. Nun aber haben sie ihn vertrieben und es gibt halt dann doch wieder nur Matjes und Bismarck. Na gut.
Die nächsten drei sind überhaupt nicht skurril, sie sind einfach nur da und für mich der Inbegriff von Oststee. Krüppelkiefern, Buchen, Steilküste, Sand und Dünen. Hoffentlich bleibt es noch lange erhalten und wird nicht irgendwann komplett vom Wasser weggerissen,
In Nienhagen ist der Strand schon recht schmal …
… da muss man kreativ werden und dann führt der Schulweg und die Techno-Parade eben über den FKK-Strand. Na und? Warum nicht?
Zu Himmelfahrt fuhr ich mal „in den Westen“. Für Kinder in der DDR war es noch nie verständlich, warum es im Westen auch eine Ostsee gibt. Das wollte ich mir mal genauer anschauen und in der Tat, die haben da auch eine Ostsee. Und es scheint sogar wirklich dieselbe zu sein. Verrückt.
In Priwall kann man sich noch einen Eindruck vom ehemaligen Grenzverlauf verschaffen. Heute merkt man es an der Stelle nur, weil der Straßenbelag auf einmal wechselt und Gedenkstein, Informationstafel und Wachturm an die ehemalige Grenze erinnern.
Aber wenige Meter später schon, in der Kleingartenanlage, merkt man, dass man eben nicht mehr in Mecklenburg-Vorpommern ist. Das ist schon offensichtlich, es ist eben doch nicht nur der Straßenbelag. Spätestens in Travemünde hat’s man dann kapiert. Travemünde war mir ein bisschen „too much drüber“. Zu geordnet, zu versiegelt … zu kommerziell und zu „versylted“. Pappiges, phantasieloses Fischbrötchen bei Gosch für‘n „Fünfer“ … nee Leute, da sollte ich am Nachmittag noch ein viel besseres bekommen.
In Timmendorfer Strand ging es etwas beschaulicher zu, aber auch dort viel zu viel Sonnenbrille, Halstuch und Stepp-Jacke und die ein oder andere Bausünde. Und man muss schon aufpassen, dass nicht ein U-Boot unter einem auftaucht in diesen Tagen.
Auf dem Rückweg stoppte ich kurz auf der Insel Poel. Lange her, dass ich mal hier war. Viel weniger Pomp und Steppjacke, dafür aber „best Fischbrötchen of the day“ für 3,50 und auch Transformation und Innovation kommen langsam hier oben an.
Vor Ort fand ich dann diese schmuckvollen Wandgestaltung. Ich habe sie in zweifacher Ausfertigung hochgeladen.
Urlaub 1986: „Michaeeeeel, Manueeeeeeela, ihr habt schon janz blaue Lüppen, Mensch. Macht mal Pause, et jibt gleich Mittach … zieht euch wat drüber und dann Abmarsch!“
Urlaub 2026: … nur 40 Jahre später
„Jeeeeeeeson, Schanaaaaaaaaja, wat hab‘t dann‘da? Nehmt dit bloß nich‘ in‘n Mund. Und passt uff dit Ei-Fon uff, damit da ja keen Sand rinkommen tut. Dit wa‘ teuer Mensch. Und hab‘t da euch ooch orjentlich einjekremt? Wegen die Sonne, vasteht‘da? Hab’t da schon Hunga? Ick meine, müssen wa‘ oooch nich‘. Wollten nur mal frag’n. Oder soll’n wa wat bestellen vielleicht? Müssen wa aba ooch nich‘. Könn‘ ooch wat selber machen, vielleicht …. ick meine nur wenna wollt … wir könn‘ ooch …“
Zum Ende noch ein paar Schnappschüsse aus Warnemünde und dann soll es auch mal gut sein.
Ich sitze an der Ostsee, eigentlich weit weg von Alltag und Arbeit. Trotzdem habe ich heute Morgen kurz den Rechner hochgefahren und meinem Kollegen in Indien geschrieben, ob er irgendetwas braucht, bevor ich zu einem Tagesausflug aufbreche.
Seine Antwort war freundlich und gleichzeitig interessant:
„Honestly, who thinks of work when you have such a beautiful place to be?“
Der Satz blieb hängen, hat mich im Auto begleitet und wenn ich beim Fahren in die Ferne schaue, fängt die Birne nun mal an zu zu rattern … dank der smarten Helferlein kann ich meine Gedanken diktieren.
Zwischen den Zeilen steckt oft eine Vorstellung, die viele vermutlich teilen: schöne Umgebung gleich Leben, all die Arbeit gleich Belastung. Als würde das eine automatisch das andere verdrängen müssen.
Aber so schwarz-weiß empfinde ich das gar nicht.
Natürlich ist Erwerbs-Arbeit zuerst einmal etwas sehr Pragmatisches. Sie finanziert unser Leben. Das Dach über dem Kopf. Familie. Gesundheit. Reisen. Mobilität. Sicherheit. Freiheit. Die Dinge, die wir liebgewonnen haben.
Eine Kollegin aus den USA sagte neulich einmal: „It pays the bills.“
Und vielleicht steckt darin auch eine gewisse Gelassenheit. Man muss sich nicht über alles bis ins Letzte aufregen, nicht jeden Ablauf in der Firma gut heißen. Am Ende soll der Job eben die Rechnungen bezahlen.
Aber Arbeit ist für mich eben auch mehr als das.
Arbeit bedeutet auch Sinn zu stiften. Herausforderungen zu knacken. Dinge verbessern. Probleme lösen. Kollegen helfen. Blödsinnige Prozesse umzukrempeln, um Ressourcen zu schonen und Menschen mit wichtigeren Dingen zu beschäftigen.
Und wenn man ehrlich ist:
Wer Vollzeit arbeitet und auch drüber, für den ist Arbeit nicht irgendein kleiner Nebenaspekt des Lebens. Rechnet man den Schlaf heraus, nimmt Arbeit einen enormen Teil unseres Tages ein. Wie sollte man das komplett aus dem Kopf löschen können, nur weil man plötzlich vor dem Meer steht und dem rythmischen Rauschen lauscht.
Aber vielleicht muss man das auch gar nicht.
Ich finde diese Vorstellung falsch, dass berufliche Gedanken an einen schönen Ort, den Moment automatisch kaputtmacht. Überhaupt nicht. Und nicht zu vergessen, hier oben leben Menschen, die jeden Tag hart arbeiten an einem schönen Ort.
Ich kann an der Ostsee stehen, auf die Wellen schauen und trotzdem kurz an ein Projekt denken. Das zerstört den Moment nicht. Genauso wenig, wie ein Gedanke an Familie, Alltag oder irgendein anderes Thema das Erlebnis zerstört.
Wichtig ist vielleicht eher, dass nicht nur die Arbeit im Kopf existiert. Sondern auch alles andere. Dass die Balance stimmt.
PS: Co-Creation Projekt mit KI Diktat, Gesprächsführung: Ich, T.Head Textliche Überarbeitung: Maschine
Irgendwann zu COVID-Zeiten. Mit diesem Satz beginnen vermutlich viele Geschichten. Es war eine besondere Zeit, in der irgendwie alles stillstand. Man verlor das Gefühl für Zeit und trotzdem ging das Leben weiter. Jeder hat wohl seine eigenen Erinnerungen daran.
Irgendwann während dieser Zeit waren wir in einem China-Buffet. Mit all den Sicherheitsvorkehrungen, 3G und allem, was damals noch dazugehört hat. Tisch reservieren, mit Stoff vor der Schnute zum Buffet laufen und schnell wieder zurück an den Platz.
Dort zog ich einen Glückskeks-Zettel mit der Aufschrift: „Enjoy life now.“ … Also: „Das Leben jetzt genießen.“ Diesen Zettel habe ich mitgenommen und seitdem trage ich ihn im Münzfach meiner Brieftasche mit mir herum. Und genau so sieht er inzwischen auch aus. Arg mitgenommen.
Bevor er endgültig in seine atomaren Bestandteile zerfällt, habe ich das große Kind gebeten, ihn zu laminieren. Jetzt habe ich einen plastikgeschützten Denkanstoß, den ich vermutlich noch sehr lange mit mir herumtragen werde. Es sei denn, jemand klaut mir die Brieftasche oder Plastik wird plötzlich knapp. Eher unwahrscheinlich.
Der Zettel soll mich daran erinnern, dass das Leben jetzt stattfindet und nicht irgendwann später, wenn man endlich mal Zeit hat oder der Ruhestand beginnt. Leider gibt es viele traurige Geschichten von Menschen, die nach einem hektischen Arbeitsleben endlich in die Rente entlassen wurden und wenige Wochen oder Monate später mit irgendeiner beschissenen Krankheit für immer abreisten.
Sollte es im Himmel WLAN geben und dieser Beitrag dort lesbar sein:
Seid gegrüßt, ihr Lieben.
Ich nehme das sehr ernst und versuche, daraus zu lernen.
Dass der achtwöchige Tankrabatt vermutlich zu den dämlichsten Ideen gehört, um einer langfristigen beziehungsweise dauerhaften Ölverknappung zu begegnen, dafür muss man kein Volkswirtschaftler sein. Finanzpolitisch ergibt er keinen Sinn, ökologisch ohnehin nicht und sozial erst recht nicht. Denn von diesem Rabatt profitieren vor allem Menschen, die große Autos über weite Strecken fahren. Und selbst das nur dann, wenn der Rabatt überhaupt vollständig weitergegeben wird und nicht zum Teil in den Kassen der Tankstellenbetreiber hängen bleibt.Ich bin dagegen. Das Volk wird verarscht, weil man ihm die Wahrheit vorenthält. Aber ich wiederhole mich. Siehe auch > 750) Straße voll Hummus?
Ein Anwohner im Kiez hat schon vor Wochen große Geschütze aufgefahren, um die Energiewende selbst in die Hand zu nehmen. Er hat seine Fensterfront fast vollständig mit Solarpaneelen verhängt.
Ob das bei Nordwest-Ausrichtung wirklich sinnvoll ist? Vermutlich nicht. Im besten Fall kann er damit die höheren Kosten für elektrisches Licht ausgleichen.
Aber immerhin kann jetzt keiner mehr reinschauen. Und Fenster putzen muss er auch nicht mehr. Smart move.
Die Vorbereitungen für die >große Fahrt laufen gut. Mit dem Auto ist alles klar, beim Material noch nicht ganz, aber immerhin steht inzwischen alles auf der Liste. Muss also nur noch abgearbeitet werden.
Zeit also, dem Smartphone einen neuen Akku zu gönnen. Denn beim Handy-Klempner vor ein paar Wochen wurde ich ziemlich verarscht. No-Name-Fabrikat, schlechter Akku, nicht mal eine Rechnung, Cash only … nun ja, selbst schuld.
Heute ging ich deshalb zu einem hoffentlich vernünftigeren Laden am Berliner Alexanderplatz. Um 10:15 Uhr schlug ich dort auf, das Ganze sollte nicht länger als eine Stunde dauern.
Eigentlich kein Problem. Eine Stunde kann man in der Ecke locker verbringen. Zumal dort gleich das große Sport- und Outdoorgeschäft mit den blauen Buchstaben ist.
Gefährlich … verführerisch.
Also zog ich durch die Gänge dort und anschließend noch durchs große Kaufhaus. A.k.a. „Centrum Warenhaus“ … a.k.a. „Kaufhof“ … a.k.a. „Galeria“ … a.k.a. … „Pleite“.
Und ich muss sagen: In dieser einen Stunde habe ich mir erstaunlich oft an die Stelle der Hose gefasst, an der sonst das Telefon steckt. Wie ein Raucher, der seine Taschen abklopft, um sicherzugehen, dass die Kippen noch da sind.
Immerhin fiel es mir selbst auf. Also setzte ich mich für ein paar Minuten an die Springbrunnen hinter dem Fernsehturm in die Sonne.
Kurz und intensiv.
Auf einmal starteten Filme aus frühester Kindheit. Dazu das vertraute Plätschern des Wasserspiels. Der Autolärm verblasste. Selbst die Spinner mit ihren Bluetooth-Boxen in der Nähe wurden immer leiser.
Nur mal für einen Moment die Augen schließen.
Ganz ohne Handy.
Ganz ohne Batterie.
PS: Titelbild via KI … ich hatte ja kein Handy dabei …
Als ich ein kleiner Junge war, liefen im Fernsehen entweder „Buddelflink“, diese Puppenfigur aus der DDR, oder „Der kleine Maulwurf“ aus der damaligen CSSR. Beides knuffige Figuren, die für ihr Leben gern buddelten. Die Sendungen dauerten ein paar Minuten, dann war das Buddel-Erlebnis auch schon wieder vorbei.
In Berlin ist das anders. Hier wird gebuddelt, was das Zeug hält. Am liebsten erst mal alles „auf“, dann verschwinden alle in die Pause und irgendwann, ganz langsam, wieder „zu“. Und dann geht das wieder von vorn los.
Es läuft immer nach folgendem Schema:
Es beginnt meist mit verdächtigen Markierungen auf dem Gehweg. Leuchtend rosa, gelb oder grün.
Da ahnt man schon, was demnächst anrollt: Bauzäune, Baken, Pylonen und die nächsten Monate Ausnahmezustand.
Dann kommt eine Firma und setzt neue Laternenmasten.
Monate später taucht die nächste Firma auf, um diese neuen Laternenmasten mit Strom zu versorgen.
Wieder Monate später baut eine weitere Firma die alten Laternenmasten ab.
Dann die Jungs vom Frischwasser …
Die vom Abwasser …
Die mit dem Glasfaser …
Die mit den Lade-Säulen …
und so weiter und so weiter.
Ja, von Planwirtschaft und mag man halten, was man will.
Aber das hier ist einfach nur bekloppt.
Mit Effizienz, Ressourcenschonung oder einem halbwegs intelligenten Umgang mit Budgets und den Nerven der Anwohner hat das jedenfalls nichts mehr zu tun.
PS: Das Basis Foto fürs Titelbild ist von mir, danach veredelt von KI. Interessant zu beobachten, wie schwer sich amerikanische KI tut, den Buddelflink aus dem Osten halbwegs detailgetreu hinzukriegen. Der war zwar nie so fusselig, aber so gehts halbwegs. Meine Güte … kann doch alles nicht so schwer sein …
Meine Güte, die Zeit fliegt. Wir sind schon im Mai angekommen und der wird nur so vorbei rauschen, dann bin ich auf großer Fahrt, komme erst im August wieder. Und dann steht schon bald wieder Weihnachtsgebäck in den Regalen der Supermärkte.
Ein guter Moment mal auf die Vorsätze aus >730) Wir müssen nur hier und da den Stecker zieh’n – 1 zu schauen. In der Tat habe ich mich mehr und mehr entkoppelt und ich finde Erleichterung und sogar Freude daran, nach weiteren Potenzialen zu suchen, etwas mehr Distanz zu den Tech-Bro‘s und Medien-Konzernen aufzubauen.
Nachrichten gibts normalerweise nur noch einmal am Morgen und einmal am Abend, vorzugsweise mit meinen Gebühren finanziert.
Sendungen aus dem Hause „öffentlich-rechtlich“ versuche ich über deren Mediatheken zu streamen, statt über YouTube.
Eine Kreditkarte habe ich auslaufen lassen und auch ein Bankkonto gekündigt.
Die Transaktionen via Paypal sind deutlich weniger geworden.
LinkedIn betrete ich nur wenn mich jemand direkt anschreibt.
Nur vier mal habe ich bei Jeff Bezos bestellt, da geht noch mehr … oder weniger. Ich arbeite daran.
Und ja, ich habe meinen Twitter-Account deaktiviert. Jeahhhhh! Zwar habe icheh nie viel gemacht … aber wenigstens konsequent. Tschüssi Elon.
Sich aus dem Hause „Apfel“ und „Winzigweich“ zu lösen, ist dagegen nicht so einfach. Die sind so geschickt, penetrant und gut dabei, alle möglichen Identitäten und Geräte miteinander zu verknüpfen und am Ende traut sich kein Kunde mehr, da jemals den Stecker zu ziehen, weil alles mögliche zusammenzubrechen droht. Und das wissen sie auch.
Ist noch einiges zu tun, befreit aber und fühlt sich gut an.