91) Buddelflink und Maulwurf in der großen Stadt

Als ich ein kleiner Junge war, liefen im Fernsehen entweder „Buddelflink“, diese Puppenfigur aus der DDR, oder „Der kleine Maulwurf“ aus der damaligen CSSR. Beides knuffige Figuren, die für ihr Leben gern buddelten. Die Sendungen dauerten ein paar Minuten, dann war das Buddel-Erlebnis auch schon wieder vorbei.

In Berlin ist das anders. Hier wird gebuddelt, was das Zeug hält. Am liebsten erst mal alles „auf“, dann verschwinden alle in die Pause und irgendwann, ganz langsam, wieder „zu“. Und dann geht das wieder von vorn los.

Es läuft immer nach folgendem Schema:

  • Es beginnt meist mit verdächtigen Markierungen auf dem Gehweg. Leuchtend rosa, gelb oder grün.
    Da ahnt man schon, was demnächst anrollt: Bauzäune, Baken, Pylonen und die nächsten Monate Ausnahmezustand.
  • Dann kommt eine Firma und setzt neue Laternenmasten.
  • Monate später taucht die nächste Firma auf, um diese neuen Laternenmasten mit Strom zu versorgen.
  • Wieder Monate später baut eine weitere Firma die alten Laternenmasten ab.
  • Dann die Jungs vom Frischwasser …
  • Die vom Abwasser …
  • Die mit dem Glasfaser …
  • Die mit den Lade-Säulen …
  • und so weiter und so weiter.

Ja, von Planwirtschaft und mag man halten, was man will.

Aber das hier ist einfach nur bekloppt.

Mit Effizienz, Ressourcenschonung oder einem halbwegs intelligenten Umgang mit Budgets und den Nerven der Anwohner hat das jedenfalls nichts mehr zu tun.

 

PS: Das Basis Foto fürs Titelbild ist von mir, danach veredelt von KI. Interessant zu beobachten, wie schwer sich amerikanische KI tut, den Buddelflink aus dem Osten halbwegs detailgetreu hinzukriegen. Der war zwar nie so fusselig, aber so gehts halbwegs. Meine Güte … kann doch alles nicht so schwer sein …

768) Wir müssen nur hier und da den Stecker zieh’n – 2

Meine Güte, die Zeit fliegt. Wir sind schon im Mai angekommen und der wird nur so vorbei rauschen, dann bin ich auf großer Fahrt, komme erst im August wieder. Und dann steht schon bald wieder Weihnachtsgebäck in den Regalen der Supermärkte.

Ein guter Moment mal auf die Vorsätze aus >730) Wir müssen nur hier und da den Stecker zieh’n – 1 zu schauen. In der Tat habe ich mich mehr und mehr entkoppelt und ich finde Erleichterung und sogar Freude daran, nach weiteren Potenzialen zu suchen, etwas mehr Distanz zu den Tech-Bro‘s und Medien-Konzernen aufzubauen.

  • Nachrichten gibts normalerweise nur noch einmal am Morgen und einmal am Abend, vorzugsweise mit meinen Gebühren finanziert.
  • Sendungen aus dem Hause „öffentlich-rechtlich“ versuche ich über deren Mediatheken zu streamen, statt über YouTube.
  • Eine Kreditkarte habe ich auslaufen lassen und auch ein Bankkonto gekündigt.
  • Die Transaktionen via Paypal sind deutlich weniger geworden.
  • LinkedIn betrete ich nur wenn mich jemand direkt anschreibt.
  • Nur vier mal habe ich bei Jeff Bezos bestellt, da geht noch mehr … oder weniger. Ich arbeite daran.
  • Und ja, ich habe meinen Twitter-Account deaktiviert. Jeahhhhh! Zwar habe ich  eh nie viel gemacht … aber wenigstens konsequent. Tschüssi Elon.
  • Sich aus dem Hause „Apfel“ und „Winzigweich“ zu lösen, ist dagegen nicht so einfach. Die sind so geschickt, penetrant und gut dabei, alle möglichen Identitäten und Geräte miteinander zu verknüpfen und am Ende traut sich kein Kunde mehr, da jemals den Stecker zu ziehen, weil alles mögliche zusammenzubrechen droht. Und das wissen sie auch.

Ist noch einiges zu tun, befreit aber und fühlt sich gut an.

 

80) Die Stimme 1 – 3 (Epiblog)

Ach Mensch, ich wollte doch noch was zu meinem kürzlichen Drei-Teiler „Die Stimme“ schreiben. Ich weiß, das Thema ist nicht jedermans / jederfraus Ding, zu dystopisch, gruselig, abgedreht … bisschen durchgeknallt. Ja, mag sein, aber trotzdem will ich für die drei Teile mal dokumentieren, was mich da eigentlich geritten hat.

Also, los gehts:

Die Stimme – 1 ist sehr nah an der Realität entstanden.

Ich diktiere inzwischen immer mehr in meinen Rechner, weil mir das Schreiben oft zu lange dauert. Meine Finger und die Tastatur stehen mir manchmal eher im Weg. Texte diktieren funktioniert inzwischen erstaunlich gut. Was noch fehlt, ist die komplette Steuerung, also Programme, Navigation und alles andere per Stimme.

Dann war ich joggen und habe einen Podcast über Cyber Security gehört. Unter anderem ging es darum, dass Geräte auch von außen beeinflusst werden können. Und daraus entstand relativ schnell folgender Gedanke:

Wenn ich meine Geräte per Stimme steuern kann, könnten dann nicht auch andere Stimmen meine Geräte steuern

Zum Beispiel über Inhalte, die ich sowieso höre, Podcasts, Hörbücher oder Videos.

Dass das kein völlig abwegiger Gedanke ist, habe ich erst später erfahren. Es gibt tatsächlich Konzepte wie sogenannte Audio-Injection-Angriffe, bei denen Sprachbefehle gezielt in Audiosignale eingebettet werden, um Systeme zu beeinflussen.

 

77) Die Stimme – 2 greift etwas auf, das wir alle kennen, digitale Assistenten.

Sie sind hilfreich, freundlich, strukturiert und sie nehmen uns Dinge ab. Genau das wollte ich langsam kippen lassen. Die Stimme gibt Hinweise, macht Vorschläge und hilft bei Abläufen. Der Übergang passiert nicht plötzlich, sondern schleichend.

Aus Empfehlungen werden Entscheidungen, aus Unterstützung wird Lenkung.

Es sollte sich nicht wie ein klarer Bruch anfühlen, sondern wie etwas, das einfach weiterläuft und irgendwann in eine andere Richtung geht.

Ein kleines Easter Egg habe ich auch verbaut. Die Stimme aus der Zimmerdecke aus der New-Work-Reihe hat einen kleinen Gastauftritt.

 

78) Die Stimme – 3 verlagert die Geschichte nach draußen.

Weg von den heimischen Geräten und trotzdem bleibt die Stimme. Sie ist nicht mehr an einen Ort gebunden, sondern um ihn herum.

Und sie wird kontrollierender.

Sie gibt nicht mehr nur Hinweise, sondern beginnt, Druck aufzubauen. Sie lenkt ihn durch Situationen, gibt Wege vor und greift in sein Verhalten ein. Sie scheint zu wissen, wo er ist und wohin er gehen soll.

Was in Teil 2 noch wie Unterstützung wirkte, wird jetzt zur Vorgabe.

Der Mensch wird von KI gepromptet.

Zum Ende von Teil 3 sitzt Noah wieder an seinem Arbeitsplatz im Homeoffice.

Nur hat sich die Richtung gedreht. Nicht mehr er gibt die Anweisungen. Er bekommt sie. Die Stimme führt ihn durch den Arbeitstag, Schritt für Schritt.

Er arbeitet, reagiert, bestätigt und führt aus. Entscheidungen entstehen woanders.

Es entsteht eine Art Rausch. Handlung folgt auf Handlung, ohne Pause, ohne Abstand. Irgendwann weiß er gar nicht mehr, was er da eigentlich tut.

Gleichzeitig setzt eine Erschöpfung ein. Nicht körperlich, eher als würde etwas in ihm permanent beansprucht.

Am Ende wird es ruhig.

Die Stimme verstummt.

Nicht wie nach einer Lösung, sondern eher wie nach etwas, das einfach weitergezogen ist.

Ob es vorbei ist, bleibt offen.

 

Fazit: Alles in allem ein spannendes Projekt. Zumal ich das Drehbuch und die Wendungen mit meiner Stimme diktiert habe und die KI den Großteil der  Schreibarbeit übernommen hat. Das klingt einfacher, als es ist.

767) Arbeit

Freitag, 1. Mai 2026.

Und was mache ich nun mit diesem freien Tag? Diesem „Frei“tag.

Die Familie ist ausgeflogen. Ich hätte eigentlich den Arsch voll zu tun, könnte den ganzen Tag arbeiten, darf ich aber nicht. Es würde diesen Tag ad absurdum führen. Sieht das Gesetz so vor. Nur kritische Infrastruktur darf an diesem Tag arbeiten … und der Döner-Mann natürlich.

Also setze ich mich morgens um 10:00 aufs Fahrrad und fahre über Prenzlauer Berg, runter nach Mitte, Richtung Regierungsviertel, dann weiter nach Friedrichshain und zurück rauf in die Hütte. Das ist auch Arbeit.

Die Stadt ist leer, zumindest um diese Uhrzeit. Die Straßen sind breit. Viele sind für den Autoverkehr gesperrt wegen anstehender Demonstrationen und Veranstaltungen. Ein Eldorado für Radfahrer. Und für mich, der sich treiben lässt.

Es gibt viele schöne Motive. Aber zum Fotografieren müsste ich stehen bleiben und darauf habe ich keine Lust. Die Bäume werden wieder grün, die Spielplätze sind voll, die Springbrunnen sind in Betrieb. Das Leben kehrt zurück. Die Menschen sind freundlich, kaum Irre zu sehen. Die Stadt wirkt äußerst attraktiv, sauber, klar, weitläufig und positiv. Ungewohnt.

Tja, Arbeit …

Entweder man hat gar keine.

Oder man muss miese Arbeit machen, um über die Runden zu kommen.

Oder man hat so viel, dass man kaum weiß, was man zuerst machen soll.

Und Arbeit ist irgendwie negativ konnotiert. Am Sonntag stöhnt man, dass man am Montag wieder arbeiten „muss“. Man „muss“ noch mal in die Firma oder man „muss“ noch ein paar E-Mails arbeiten. Die Regierung wird nicht müde zu betonen, dass Deutschland mehr arbeiten muss. Muss. Muss. Muss.

Dabei ist auffällig: Wenn von „mehr arbeiten“ die Rede ist, ist fast immer nur Erwerbsarbeit gemeint. Der berühmte Acht-Stunden-Block „Freizeit“ scheint als arbeitsfrei zu gelten. Dabei steckt genau dort eine Menge Arbeit drin. Familie, Kinder, Pflege, Haushalt, Beziehung, Ernährung, Reinigung, Transporte, Organisation, Logistik, Reparaturen, Papierkram, Garten, Verein. All das ist „Arbeit“, wird aber nicht so benannt, sondern vielleicht als individuelle Freizeitgestaltung geführt. Na, vielen Dank auch.

Und obwohl Arbeit kein besonders gutes Image hat, brauchen wir sie irgendwie. Es ist das einzige legale Modell, neben Lottogewinn und Zinsen, um Geld zu verdienen. Also setzen wir alles daran, sie bloß nicht zu verlieren … und ordnen uns in die Maschinerie ein. Wir Pendeln unzählige Lebensstunden. Überfüllen den ÖPNV, kaufen entsprechende Klamotten und Geräte. Halten uns fit, fliegen mit der letzten Maschine aus dem Urlaubsort zurück … für die Arbeit.

Dabei ist Arbeit eigentlich etwas Positives.

Im besten Fall werden bleibende Werte geschaffen, Zustände werden verändert, Menschen, Tiere und Umwelt profitieren davon. Idealerweise beschäftigt uns Arbeit sinnvoll und sie erfüllt uns. Jeden auf seine Weise.

Und da liegt der nächste Punkt: Vieles der Erwerbsarbeit ist genau das nicht. Sondern stupide, repetitive, „schon immer so gemachte“ Tätigkeiten, die vor allem dazu dienen, Arbeitsplätze zu erhalten. Und es wird nicht besser, wenn man davon einfach noch „mehr“ macht.

Zeitgleich gibt es so viel Arbeit in anderen Bereichen, die ständig zu kurz kommt.

Zum 1. Mai 2026 wünsche ich mir weniger Diskussion darüber, wie viel und wie lange wir arbeiten müssen,  sondern darüber, was wir tun und wofür wir unsere doch so kostbare Arbeitskraft einsetzen.

Bloggerei ist übrigens auch Arbeit.

Schönen Feiertag!

766) FOMO, FOBI, FOGO, FOWT, FOMD, FOFD

FOMO kennt inzwischen jeder. Kaum ein Begriff hat sich so schnell verbreitet. Und wie das so ist, hat das Internet direkt nachgelegt.
Da gibt’s dann FOBO (Fear of Better Options), JOMO (Joy of Missing Out) oder YOLO (You Only Live Once). Ein kleines Alphabet der Lebensgefühle.

Im eigenen Umfeld lassen sich noch ein paar weitere dieser „Fears“ beobachten. Nicht als große Probleme, eher als kleine, wiederkehrende Muster im Alltag.

Zum Beispiel:

 

FOBI – Fear of Being In
Die Angst, in etwas hineingezogen zu werden. Eine Zusage, ein Termin, ein Projekt und plötzlich entsteht das Gefühl, festzustecken oder Verpflichtungen zu haben, die man so gar nicht wollte.

FOGO – Fear of Getting Old
Weniger abstrakt, mehr körperlich gedacht. Die Angst, dass Dinge irgendwann nicht mehr so funktionieren. Gesundheit, Energie, Belastbarkeit. Ein leises Bewusstsein dafür, dass das nicht selbstverständlich ist.

FOWT – Fear of Wasting Time
Die Frage, ob das, was man gerade tut, eigentlich die richtige Nutzung der eigenen Zeit ist. Dieses nagende Gefühl, Zeit vielleicht nicht optimal einzusetzen.

FOMD – Fear of Making Decisions
Viele Möglichkeiten, aber keine klare Entscheidung. Abwägen, vergleichen, aufschieben – bis am Ende gar nichts passiert.

FOFD – Fear of Falling Deep
Die Angst, dass aus „kurz mal anfangen“ plötzlich etwas wird, das einen reinzieht. Mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit, mehr Energie als gedacht. Also bleibt es oft beim Gedanken – und der erste Schritt passiert gar nicht erst.

Vielleicht ist das alles aber weniger dramatisch, als es klingt. „Fear“ hört sich schnell nach großem Problem an. Oft sind es einfach kleine innere Reflexe, die mal stärker, mal schwächer auftauchen.

Sicher hat jeder so seine eigenen Varianten davon.

Und vielleicht hilft es schon, sie zu erkennen.
In dem Moment, in dem man sich selbst dabei ertappt.

Und dann einfach kurz zu denken:
Ach, da bist du ja wieder.

 

PS1: Co-Creation-Project mit KI während eines Morgenspaziergangs
Idee, Gedanken, Diskussion, Struktur: von mir
Schreibarbeit, Formatierung: ChatGPT … ich habe alles nur gesprochen

PS2: Titelbild: von mir … ja soll’s auch geben

765) Du gehst an die Tür, wenn es klingelt

Der Stammhalter singt oft, und ich höre gern zu. Er wird kein Presley, Mercury oder Collins werden. Soll er auch gar nicht. Er soll einfach ungezwungen in die Welt der Musik und deren Texte eintauchen.

Er versteht und wiederholt die englischen Lyrics mit einer Leichtigkeit, da werde ich blass vor Neid. Ich habe jahrelang irgendeinen Stuss gesungen, weil ich die Texte nur erraten konnte. CDs mit Booklets waren teuer, und das Internet gab es noch nicht. Manchmal gabs ausgeblichene Kopien von Songtexten, mehr aber auch nicht.

Immer häufiger singt er Refrains oder ganze Strophen, bei denen ich denke: Das ist doch … na … weißt schon… wie war das noch gleich … kenne ich von früher… liegt mir auf der Zunge … na der … man jetzt sag schon … genau der.

Das macht mich wirklich happy. Er ist nicht in düsteren Gangsta-Rap, Death Metal oder weichgespültem Privatradio abgetaucht, sondern in Musik, in der ich mich auch wiederfinde und auch einen internen Film parat habe. Und das, ohne dass ich ihm das aufgedrückt habe.

Also blättern wir gemeinsam durch die verbliebenen CDs. Er entdeckt den „Disc-Modus“ der HiFi-Anlage und die mögliche Lautstärke die in ihr steckt. Bediene dich, mein Sohn, hau rein. Aber du gehst an die Tür, wenn der Nachbar klingelt.

Vorhin liefen die Chili Peppers, dann „Don’t look back in anger“ von Oasis und nun… oh… ich glaube, ich höre die ersten Takte von Radiohead‘s „Creep“.

Ich glaube mir ist gerade ein Saharastaubkorn ins Auge geflogen.

Nun ja.

PS: Titelbild via KI … der linke bin ich wohl 😉

 

113) Lieber `ne Taube auf dem Dach

… als ein Täuberich auf dem Balkon.


Es ist Frühling, ja, ick weiß. Die Vögel suchen sich lauschige Plätzchen für ihren Nachwuchs. Soll ja auch so sein, aber bitte nicht bei mir auf der Terrasse.

  • Den schwarzen Raben aus Plastik haben sie letztes Jahr schon nicht ernst genommen. Die spiegelnden Silber-Girlanden umflogen sie bereits einen Tag nach der Installation.
  • Bei den Windmühlen im Blumenkasten habe ich eher Angst, dass sie in den Hof segeln und dem Typen im Erdgeschoss auf den Streuselkuchen fallen.
  • Im Baumarkt gibt es so Stachel-Dinger, die sehen ganz schön martialisch aus. Sie nennen sich „Taubenschutz“. Ja, Schutz. „Taubenschutz“, so wie „Sondervermögen“ oder „finaler Rettungsschuss“.
  • Es gibt auch Anbieter, die Tauben mit „Tönen“ und „Ultraschall“ vertreiben wollen. Aber da dreht irgendwann die ganze Nachbarschaft durch.
  • Morgen werde ich mal durch den Kiez gehen. Es gibt bestimmt schon Tauben-Pflüsterer, Entwicklungsberater oder Start-ups, die den Vögeln helfen, ihr Nesting-Potenzial zu entfalten.
  • Nach kurzer Recherche sind alle Mitbewohner erstaunt, wie schlau die Biester wohl sind und welch irres Seh-, Orientierungs- und Erinnerungsvermögen sie haben. Nicht umsonst haben sie früher die E-Mails zugestellt.

    Der Stammhalter referiert über diverse Fundstellen im Internet, wonach Tauben mit verschwörerischer Wahrscheinlichkeit eher Technische Abhör- Und Beobachtungs-Einheiten sind. Ganz bestimmt. Ich sehe es quasi vor mir.

    PS: Titelbild via KI … die Taube verhält sich sehr Ressourcen-schonend, sie benutzt auch die Rückseite des Tablets 😉

764) Zunehmend enger

Mit Blick auf die angeschlagene Demokratie und die politische Großwetter-Lage, habe ich mir neulich den Oscar-Gewinner in der Rubrik „Dokumentation“ reingezogen.

Und zwar Ein Nobody gegen Putin“ (Originaltitel: Mr. Nobody Against Putin)

Kann ich nur empfehlen, sollte zum Standardprogramm in deutschen Schulen werden und ist meiner Meinung nach viel wichtiger als Kinder mit Süßwasserpolypen zu quälen und Klassenarbeiten darüber zu schreiben, ob die nun bevorzugt nach links oder nach rechts wandern oder gar in der Lage sind einen Purzelbaum zu machen.

Aber zurück zum Thema. 

 

Stark vereinfacht, haben Menschen vermutlich eine der drei folgenden Demokratie – Erfahrungen gemacht.

  • Sie haben nie in einer Diktatur/Autokratie gelebt, sondern nur in mehr oder weniger Demokratie. Schwein gehabt. Glückwunsch! Ihr habt nichts verpasst.
  • Sie sind in einem solchen System großgeworden sind, haben dann aber durch  Flucht, Migration oder System-Sturz den Weg in eine Demokratie gefunden. Dreifaches „Glückwunsch!“
  • Sie sind in Freiheit großgeworden und dann werden ihnen schrittweise Freiheits-Rechte weggenommen, das politische System nimmt immer mehr Einfluss auf Alltag, Meinung, Schule, Medien und Internet. Minderheiten werden gegängelt und ausgrenzt, Partei-Funktionäre machen Karriere und begünstigen ihre Vetter.

Wenn ich mir den Film anschaue schnürt es mir die Kehle zu, mir wird der Kragen eng und längst vergessene Erinnerungen kommen wieder hoch.

Das ist kein Witz, keine Orwell-Dystopie aus dem Fernsehen und das ist auch nicht nur „da weit weg in Russland“ so … sondern das käme genauso … und wir täten gut daran aufzupassen, dass so etwas nie wieder passiert.

Liebe Mitbürger, die ihr in den nächsten Monaten eure Landtage wählen dürft, denkt bitte dreimal drüber nach, wo ihr eure Kreuz setzt.

Ein paar Zahlen:

Das Durchschnittsalter in Sachsen Anhalt liegt bei 48,2 Jahren und ist damit die älteste Bevölkerung Deutschlands. (vdek.com).

Es gibt ca. 1,79 Millionen Wahlberechtigte (Quelle),

Circa 1,1 Millionen davon sind über 50 (ca. 61%). Sie dürften also noch ganz gute Erinnerungen an die späten Achtziger Jahre der DDR haben. Wollt ihr euch und eure Kinder (wenn sie noch nicht weggezogen sind) freiwillig in solch ein System zurückwünschen? Diesmal nicht „sozialistisch“ angestrichen, sondern „rechts-nationalistisch“ … aber im Grunde doch wieder … gleich? Nur halt mit Mallorca und Bananen? 

Ernsthaft?

Glaubt ihr allen Ernstes daran, dass die sogenannte AfD an bezahlbarem Wohnraum, ehrlich finanzierten Energiekosten und prosperierender Zukunft interessiert ist? Dass es wirtschaftlich bergauf geht, wenn man ein Land abschottet, öffentlich-rechtliche Medien zurückbaut und zugezogene Arbeitskräfte „remigriert“?

Dann wird Sachsen Anhalt zu einem Transit-Land verkommen. Man fährt nur schnell durch oder am besten außenrum.

 

PS: Titelbild via KI

90) StVO in kurz (Autofahrer-Edition)

Nach der Veröffentlichung von > 89) StVO in kurz (Radler-Edition) kamen einige Kommentare, die auf die Autofahrer verwiesen. Natürlich. Völlig zu Recht. Die sollten ihr (Maschinen-)Fett auch noch abbekommen.

Aber, in dem Artikel ging es mir bewusst um die Schwierigkeiten, in die sich Radfahrer selbst bringen, zusätzlich zu den Risiken, die ohnehin von Autofahrern ausgehen.

Und ehrlich gesagt lehne ich mich vermutlich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die meisten „Bei-Rot-Fahrer“ eher zwei Räder unter sich haben als vier. Aber gut. No offence. Peace.

Nun also auch für die Autofahrer die Top 5 der StVO, stark komprimiert, solange die Aufmerksamkeit noch mitmacht.

  1. Die gelbe Ampel heißt „Kreuzung räumen“ bzw. auch „nicht mehr befahren“. Dieses „dunkelorange, passt noch“-Manöver ist einfach unnötig. Macht lieber kurz Pause, schnauft mal durch und genießt es. So lang sind unsere Rotphasen wirklich nicht. In Indien zum Beispiel sind die viel, viel, viel länger.
  2. Tempo-30-Schilder, ja, die können nerven. Verstehe ich. Aber wenn gleich mehrere davon in Wohngebieten oder vor Schulen stehen, dann hat das meistens einen Grund. Und nein, „Baufirma hat’s vergessen“ gehört eher nicht dazu. Fahrt meinetwegen ein bisschen drüber. Wirklich. Aber 60 km/h aufwärts ist dann nicht mehr „bisschen“, sondern einfach nur drüber. Besonders in meiner Straße.
  3. Wenn du stolz auf deine PS-starke Karre bist und das auch zeigen willst, bitte, nur zu. Aber bitte irgendwo anders. Kavalierstarts, röhrende Motoren, quietschende Reifen und dieses „dicke Hose“-Getue ziehen so gar nicht. Schau mal in den Rückspiegel, da siehst du vor allem Leute, die sich an den Kopf fassen.
  4. Wenn du die Fahrertür öffnest, dann denk doch bitte vorher einmal drüber nach, was passiert, wenn jemand von hinten auf zwei Rädern angerollt kommt. Ein Kind knallt vermutlich dagegen, ein Erwachsener fliegt im hohen Bogen drüber. Beides ist nicht gut. Die Physik ist da ziemlich konsequent.
  5. Parkraum ist knapp. I know. Aber auch mit Mietwagen gilt: Die Karre gehört nicht einfach mitten in den Weg gestellt. Fußgänger sind keine Lemminge, die man kreativ ums Auto herum organisiert, weder unten drunter noch oben drüber. Und ja, es gibt auch Menschen, die nix sehen. Wenn’s kein Parkplatz ist, dann ist es keiner. Auch nicht für dich.

Das sollte reichen

Gute Fahrt.

PS: Titelbild via KI … wie man unschwer erkennt

 

763) Bring your own sprit

Knirsch … knack … plopp … plopp …

„Guten Morgen, liebe Fluggäste. Ihr Flug AB1234 nach München ist nun zum Einsteigen bereit. Das Boarding erfolgt wie immer nach Gruppen. Ihre Boarding-Gruppe finden Sie auf Ihrer Bordkarte.

Wir beginnen mit Gruppe A und möchten Sie daran erinnern, Ihre Kerosin-Kanister bitte unter Ihrem Vordersitz zu platzieren. Gleichzeitig bitten wir eindringlich, diesmal wirklich auf das Rauchen zu verzichten.

Kräftig gebaute Herren über 1,80 m Körpergröße werden gebeten, sich bei der Kabinencrew zu melden. Wir benötigen mindestens fünf Hilfskräfte, die auf Reiseflughöhe von 30.000 Fuß in der Nähe von Nürnberg eine Luftbetankung von außen vornehmen. Ohne diese Zusage kann leider keine Startfreigabe erteilt werden. Die Einweisung dazu erfolgt parallel zur üblichen Sicherheitsunterweisung. Vielen Dank für Ihre Kooperation.“

So weit … ein Hirngespinst. Bestimmt wird es nicht ganz so schlimm kommen. Und ich wünsche jedem Urlauber, dass der Flug nicht gestrichen wird.

Meinen letzten reinen Inlandsflug hatte ich Anfang 2020. Danach wurde alles wegen COVID heruntergefahren – seitdem fahre ich Bahn. Das wäre doch mal ein Anfang.

PS: Titelbild via KI